Autor Thema: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.  (Gelesen 4244 mal)

Offline kreiserdiver

  • Mod
  • *
  • Beiträge: 1578
Guten Morgen !

Heute morgen las ich einen Testbericht in einer Computerzeitschrift,
bei dem durch Test und eigene redaktionelle Erfahrungen die Haltbarkeit diverser Speichermedien
aufgelistet wurde.

Industriell gefertigte CD's und DVD's: 30 Jahre (evtl. Reinigung der Oberfläche nötig).

Sebst gebrannte CD-R & DVD-R (+R): 5 bis 10 Jahre

DVD-RW: 2 bis 5 Jahre

Festplatten: 3 bis 5 Jahre

Speichersticks etc. kamen auch max. auf 5 Jahre.

Die einzige etwas länger haltbare Geschichte sind die guten alten Disketten mit 10 Jahren.

Fazit für uns: wir brauchen unsere 30 Jahre alten Bandaufnahmen nicht extra auf CD brennen, wenn wir uns
in 5 Jahren eh wieder die Bänder anhören müssen.

Auffallend bei dem Test war auch, dass alte Daten CD-ROMs deutlich länger zu verwenden waren als
Audioaufnahmen.

Viele Grüße,

Ralf.
Es begann 1966 mit Philips EL 3516.Heute N4520,Otari,Technics etc. >>Hobby oder Sucht ?

Offline thommy74

  • User
  • *
  • Beiträge: 119
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #1 am: 15. Feb. 2008, 09:51 »
Hallo Ralf,

ich habe den Test auch gelesen. Etwas ungläubig bin ich allerdings bei der Haltbarkeit von gepreßten CDs und DVDs.

Ich habe sehr viele CDs aus den 80ern, darunter auch einige von 1985 und evtl. früher. Bisher keine (hörbaren) Fehler.

Gebrannte CDRs habe ich auch seit zehn Jahren, allerdings mit dem Audiorekorder aufgenommen. D. h. einfache Brenngeschwindigkeit und (zumindest anfangs) gute Rohlinge mit einer dicken Farbschicht. Bisher ebenfalls keine Ausfälle.


Trotzdem gehe ich dem Trend entgegen und "analogisiere" peu à peu meine CDs :)

Diese werden dann eingemottet oder vielleicht auch verkauft.

Grüße,

Thommy

Manuel (der Fliege)

  • Gast
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #2 am: 15. Feb. 2008, 15:18 »
Hallo!

Ich digitalisiere hauptsächlich deshalb, damit ich die kostbaren Originalbänder schonen kann. Die werden gut klimatisiert und sicher vor Staub aufbewahrt, während ich mit der digitalen Kopie meinen Spaß habe.

Hier ein Bild der letzten Digitalisierungsarbeit:



Die Ergebnisse gibt´s hier nachzulesen und nachzuhören:
http://rundfunkarchiv.magnetofon.de/index.php/topic,138.0.html
http://rundfunkarchiv.magnetofon.de/index.php/topic,139.0.html
http://rundfunkarchiv.magnetofon.de/index.php/topic,140.0.html

Schon toll, wieviel man auf einer 13-cm-Spule bei 9,5 cm/sek und 4-Spur alles unterbringen kann, gell ?!

Viele Grüße,
Manuel

Offline kreiserdiver

  • Mod
  • *
  • Beiträge: 1578
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #3 am: 15. Feb. 2008, 21:37 »
Hallo Manuel !

So ganz kann ich das nicht nachvollziehen.
Wozu habe ich 190 (funktionierende) Tonbandgeräte und zwischen 500 und 1000 bespielte Bänder,
wenn ich mir dann am Rechner die digitalen Kopien anhöre.

Der Witz am Medium Tonband ist nun mal, dass es nicht so übertrieben geschont werden muss,
wie z.B. Schallplatten.
Obwohl: wenn eine hin ist wird sie ersetzt, notfalls eben durch eine CD.

Und Festplatten halten eben ja auch max. 5 Jahre.

Habe schon Panik, wenn meine seltenen Fotos vom Australien Urlaub eines Tages weder auf der Festplatte
noch auf CD-Rom lesbar sind.

Auf der Arbeit sichern sich immer 2 Server gegeneinander, fällt auch oft genug aus so eine Platte.
Aber zu Hause ?

Na ja: das sicherste Medium ist die Steintafel, gefolgt vom Buch.
Nun ja, Bänder halten einfach in den Schrank geworfen auch mind. 50 Jahre-das kann ich belegen.
Grüne LGS Spule mit Band mit roter Rückseite und Kriminal Tango von Hazy Osterwald,
aufgenommen in den 50ern im örtlichen Elektrofachgeschäft.

Viele Grüße,

Ralf.
Es begann 1966 mit Philips EL 3516.Heute N4520,Otari,Technics etc. >>Hobby oder Sucht ?

Manuel (der Fliege)

  • Gast
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #4 am: 15. Feb. 2008, 22:26 »
[...]wenn ich mir dann am Rechner die digitalen Kopien anhöre.

Nein, nicht am Rechner, der macht mir zu viel Nebengeräusche (und frißt zu viel Strom). Ich brenne das auf CD und höre die Aufnahmen über einen an die Anlage angeschlossenen CD-Player ab. Ist viel bequemer so. ;-)

Es hat auch den Vorteil, daß ich die CD überall hin mitnehmen kann, auch zu Freunden gehen kann und denen das vorspielen. In meinem gesamten Freundes- und Bekanntenkreis besitzt niemand irgendwelche Tonbandgeräte und sind meilenweit davon entfernt, sich damit in irgendeiner Form zu beschäftigen. Völlig undenkbar. Ist nun mal so. Aber die Musik findet trotzdem jeder toll.

Viele Grüße,
Manuel

Offline cassettenfreund

  • User
  • *
  • Beiträge: 363
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #5 am: 15. Feb. 2008, 22:52 »
Hallo!

Die einzige etwas länger haltbare Geschichte sind die guten alten Disketten mit 10 Jahren.

Na, ich glaube, Disketten halten schon etwas länger. Meine MS-DOS-Installationsdisketten stammen aus dem Jahr 1990, und auch heute, 18 Jahre danach, sind sie noch zu 100 % lesbar.

Was die Haltbarkeit von gepressten CDs angeht, dachte ich bisher, das diese eigentlich für immer und ewig bestehen bleiben, es ist doch wie bei der Schallplatte, bloß mit anderem Material. In die CD sind Vertiefungen eingepresst, darüber ist noch eine Schutzschicht, was soll daran bei pfleglicher Behandlung kaputt gehen?

Ich selbst habe nur einen sehr kleinen Anteil meiner Bänder digitalisiert, der Großteil wird direkt vom Band gehört, dann sind meine Geräte immer beschäftigt und stehen sich nicht tot.

Als ich neulich in der Schule einen Vortrag über das Tonband gehalten habe, hätte ich die Aufnahmen, die ich vorspielen wollte, auch locker digitalisieren und auf meinem Notebook abspielen können, das hatte ich sowieso dabei. Ich machte mir aber die Mühe und schleppte ein Tonbandgerät mit in die Schule, außer meinem Lehrer hatte noch keiner der Zuhörer so ein Teil live und in Farbe gesehen, und einige waren auch ganz begeistert, als aus dem Lautsprecher plötzlich Aufnahmen von 1962 auf AGFA CH-Band zu hören war.

Ein kleiner Teil meines Bestandes befindet sich jedoch in digitaler Form, da ich die Musik auf diesen Bändern gerne auch unterwegs hören möchte, wird dann allerdings, sobald ich zuhause bin, vom Band wiedergegeben.

Liebe Grüße,
Mario

Manuel (der Fliege)

  • Gast
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #6 am: 15. Feb. 2008, 23:44 »
Was die Haltbarkeit von gepressten CDs angeht, dachte ich bisher, das diese eigentlich für immer und ewig bestehen bleiben, es ist doch wie bei der Schallplatte, bloß mit anderem Material. In die CD sind Vertiefungen eingepresst, darüber ist noch eine Schutzschicht, was soll daran bei pfleglicher Behandlung kaputt gehen?

Hallo Mario,

angeblich soll die silberne Aluminiumschicht eine chemische Verbindung mit dem Kunststoff der CD eingehen, oxidieren und dadurch nicht mehr fähig sein, den Laserstrahl zu reflektieren. Allerdings soll das ein Vorgang sein, der ca. 100 Jahre dauere. Inwiefern diese These der Wahrheit entspricht, kann ich nicht sagen, denn ich bin mehr Physiker als Chemiker.

Selbst wenn es soweit käme, dann ätze ich die stumpfe Aluschicht eben weg und bringe eine neue auf, notfalls klebe ich das Silberpapier von einer Tafel Schokolade an. Dann läuft´s wieder. ;) Wie auch immer, müssen sich unsere Enkel und Urenkel damit rumschlagen - solange wir leben, brauchen wir uns keine Sorgen um unsere gepreßten CDs zu machen.

Viele Grüße,
Manuel

Offline kreiserdiver

  • Mod
  • *
  • Beiträge: 1578
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #7 am: 16. Feb. 2008, 13:00 »
Hallo !

Das Problem der durchsichtigen Schicht der CD ist, dass sie im Laufe der Zeit wie ein alter Duschvorhang
milchig wird. Dann kommt auch kein Laser mehr hindurch.

Bei den Lasern sind aber auch teilweise Kunststofflinsen verbaut (ebenso minidisc),
so dass Abspielgeräte dann eh nichts mehr auslesen können.

Also schön alles auf Band belassen, damit ist die Aufnahme gesichert.

Viele Grüße,

Ralf.

P.S.: Die heutige Generation lädt sich Musik herunter und nach 3 Jahren ist denen die heutige Musik eh Wurst.
Es begann 1966 mit Philips EL 3516.Heute N4520,Otari,Technics etc. >>Hobby oder Sucht ?

Manuel (der Fliege)

  • Gast
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #8 am: 21. Feb. 2008, 10:04 »
Hallo!

Ich sehe in der Digitalisierung von Aufnahmen, ohne parallel weiterhin die Analogtechnik weiter zu betreiben, eben die Gefahr des Formatkrieges. Hier eine Meldung vom 13. Februar 2008:

Finger weg: Sony NW-A805
Sie wollen möglichst flexibel bei den Musikformaten sein? Dann machen Sie am besten einen großen Bogen um den Sony NW-A805. Nicht nur, dass der Player nur eine geringe Anzahl an Formaten unterstützt; jegliche Musik-, Video- oder Bilddateien bekommen Sie zudem ausschließlich mit der von Sony mitgelieferten Software auf den NW-A805. Wie andere Sony- Walkmännern auch konvertiert das Programm zunächst alle Dateien in ein proprietäres Format. Dann erst werden die Daten in den Player-Speicher importiert.
Quelle: chip.de

Das ist ja ein alter Hut, daß die Hersteller versuchen, ihre Kunden möglichst an sich zu binden und Kompatibilität von vielen Geräten und/oder Speicherformaten und/oder Betriebssystemen zu erschweren. Ich hab´ da, ehrlich gesagt, Null Bock auf so einen Schmarren. Gerne setze ich mich mit den neuesten Sachen auseinander, teste es, fälle mein Urteil darüber und gib es zurück.

Zwar kann man davon ausgehen, daß uralte Dateiformate wie z.B. WAV, VOC oder MP3 die nächsten 10 Jahre auch noch unterstützt werden und man die digitalisierten Inhalte problemlos mit jedem x-beliebigen PC (oder DVD-Player) abspielen kann. Was danach aktuell ist bzw. sein wird, kann niemand von uns sagen. Ist alles viel zu unsicher, zusätzliche Risiken birgen die Speichermedien selbst. Wie Ralf schon in Bezug auf die begrenzten Lebensdauern schrieb.

Gut, meine ältesten CD-Rs stammen vom März 1994 und laufen immer noch einwandfrei. Meine älteste Festplatte aus den Neunzigern ist ebenfalls noch okay, auch wenn sie nur ein paar hundert MB Kapazität hat, aber für ein paar MP3s würde dies auch noch reichen. ;)

Manchmal frage ich mich, ob es in 20 oder 30 Jahren die PC-Nostalgiker geben wird, die ein Forum gründen, wo man sich austauscht und gegenseitig hilft, wenn der alte 286er mit 16 MHz Taktfrequenz und 4 MB Arbeitsspeicher mal wieder Zicken macht. Was beim Tonbandgerät der schlaffe Antriebsriemen ist, kann bei den alten PCs der defekte BIOS-Akku sein. ;) Dann werden wir sehen, wie haltbar und robust das Zeugs war, das wir heute oder vor ein paar Jahren noch als Neuware gekauft haben.

Und das, was heute als toll angesehen wird (warmer Röhrenklang, analoges Gefühl usw.) kann später vielleicht ins Gegenteil umschwenken. So Aussagen wie: "Oh, schön, dieser digitale Klang. Tolles MP3-Feeling! So muß es klingen..." und man sich darüber streitet, welche Abtastrate und welches Komprimierverfahren den schönsten digitalen Klang erzeugt. Kommt alles noch, ihr werdet es (hoffentlich) noch miterleben.

Viele Grüße,
Manuel

Offline cassettenfreund

  • User
  • *
  • Beiträge: 363
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #9 am: 21. Feb. 2008, 16:50 »
Hallo Manuel!

Manchmal frage ich mich, ob es in 20 oder 30 Jahren die PC-Nostalgiker geben wird, die ein Forum gründen, wo man sich austauscht und gegenseitig hilft, wenn der alte 286er mit 16 MHz Taktfrequenz und 4 MB Arbeitsspeicher mal wieder Zicken macht. Was beim Tonbandgerät der schlaffe Antriebsriemen ist, kann bei den alten PCs der defekte BIOS-Akku sein. ;) Dann werden wir sehen, wie haltbar und robust das Zeugs war, das wir heute oder vor ein paar Jahren noch als Neuware gekauft haben.

Du wirst dich wundern, aber so ein Forum gibt es schon. Es ist hauptsächlich ein DOS-Forum, aber auch die Hardware wird dort diskutiert.

Was MP3-Player betrifft, kann ich nur Player der Marke Philips empfehlen. Ich habe einen Philips GoGear mit 1 GB Kapazität, der MP3-, WMA- und WAV-Dateien (mit etwas Trickserei) abspielen kann. Der Klang ist zwar etwas flach, aber was will man von diesen kleinen Teilen schon erwarten. Zum Musikhören beim Joggen oder im Bus (bzw. Zug) langt das allemal, obwohl natürlich das Walkman-Flair fehlt.

Zur Haltbarkeit von CD-Rohlingen muss man auch sagen, dass es markenspezifisch ist. Mein Vater hat 1995 angefangen, CDs zu brennen (mit einem Brenner von Philips, der maximal mit 4x-Geschwindigkeit schreiben konnte). Bei den ersten Testversuchen benutzte er irgendwelche NoName-Rohlinge, sattelte jedoch bald auf die LIFETEC-Rohlinge vom Aldi um. Die ersten gebrannten CDs sind größtenteils nicht mehr abspielbar, aber sämtliche LIFETEC-Scheiben laufen nach wie vor perfekt, wobei die CDs, die mit dem Philips-Brenner gebrannt wurden, auch heute noch die niedrigste Fehlerquote haben. Bald sattelte mein Vater auf einen schnelleren LITEON-Brenner um, da war die Fehlerquote größer.

Liebe Grüße,
Mario

Offline thommy74

  • User
  • *
  • Beiträge: 119
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #10 am: 22. Feb. 2008, 20:27 »
Hallo,

ich gehe ja gerade meine Kassetten (und Bänder) durch, die gereinigt und von Beschriftungen sowie Aufkleber befreit wurden.

Es macht mir Spaß, diese zu hören wie sie sind, und wie ich sie (falls meine) bespielt hatte.

Warum sollte ich diese Bänder digitalisieren?

Beispiel:
Heute hatte ich eine Maxell UR (M80er, die mit den roten „Sprossen“), bespielt 1991, meine Punk-Zeit.
Seite A: Dead Kennedys – Give me convenience or give me death, inklusive der Flexi-Single. Kurz vor Ende hörte ich plötzlich meine eigene verzerrte Stimme: „Die Platte ist zu Ende. Vorspulen und umdrehen!“, danach kam für etwa zwei Minuten das überspielte Programm: Wham! (George Michael).
Seite B: Rest von DK und dann: Abstürzende Brieftauben – Im Zeichen des Blöden.

Schon allein die Zusammenstellung fand ich lustig!
Ich fand die Kassette, nach 17 Jahren mal wieder gehört (das 23jährige Bandmaterial klingt klasse), witzig. Das hat echt Spaß gemacht. Aber sollte ich mir das auf CD ziehen? Da geht ja das ganze Flair verloren. Die Kassette riecht auch noch so schön! Mit Gerüchen verbindet man sowieso viele Erinnerungen.

Außerdem: Ich habe wirklich viele Tonträger, und die „Tauben“ waren zwar klasse, gehören aber nicht zu meinen Lieblingsgruppen. Ich will wirklich nicht arrogant klingen, aber ich weiß eh' nicht, wann ich das alles hören und sehen soll (etwa 5000 Ton-/Bildtonträger).

.
Früher versuchte ich alles zu bekommen von meinen
a) Lieblingsmusiker, David Bowie (aber ich habe noch soooooooooooo viele andere Lieblinge). Erst hatte ich die Platten, dann die CDs, und danach stand schnell fest, daß man doch beides braucht. Ich hatte die Platten digitalisiert, will aber immernoch (seit vielen Jahren) die Originale hören. Die klingen immernoch genauso gut. Außerdem begeget man CDs, die schlechter klingen, als die Platten. Die „Stage“ ist als Platte von ihrer Aufmachung her sowieso geiler, als eine CD sein kann.

b) Lieblingsregissuer, Jesus Franco (und sooo viele mehr). Da nehme ich, was ich kriegen kann. Mondo Cannibale 4 war nur noch auf VHS zu bekommen. Die läuft prima, so wie weitere etwa 300 VHS.

Gerade aus dem Bereich Horro/(S)exploitation ist man oft auf VHS (oder gar andere Formate) angewiesen, da diese Filme rar sind/geringes Publikum haben.

Grüße,,
Thommy

Manuel (der Fliege)

  • Gast
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #11 am: 25. Feb. 2008, 17:42 »
...hier werden auch fleißig Bänder digitalisiert, nicht weit entfernt von meinem Wohnort:

http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/pdf/hwa_zwischenbericht2006.pdf
http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/ubr/ink/pdf/historische_werbefunkarchiv.pdf



Viele Grüße,
Manuel

Manuel (der Fliege)

  • Gast
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #12 am: 25. Feb. 2008, 17:54 »
...neben dem Tonbandarchiv in Regensburg (ach, übrigens: Hallo Kollegen! :mrgreen:) gibt´s noch die "Kommerziellen", die damit Geld verdienen wollen (was natürlich deren gutes Recht ist, schließlich ist das schon ein gehöriger Arbeits- und Zeitaufwand, weiß ich ja aus eigener Erfahrung):

http://www.audio-video-transfer.de/Tonbaender_auf_CD-x19x1x0.xhtml

Gruß,
Manuel

Offline thommy74

  • User
  • *
  • Beiträge: 119
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #13 am: 26. Feb. 2008, 08:02 »
Ja, und vergiß nicht die ganzen Gerätehersteller/-verkäufer!

Im Conrad kann man ja auch öfters lesen:

"Digitalisieren sie Ihre Platten/Videokassetten/u. s. w. mit diesem Gerät und diesem Programm."

Grüße,

Thommy

Manuel (der Fliege)

  • Gast
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #14 am: 26. Feb. 2008, 11:16 »
Hallo Thommy,

stimmt, die gibt´s auch noch.
Aber in diesem Punkt bin ich wieder bei Ralf´s Ursprungsaussage, ich halte die Digitalisierung von Platten, VHS usw. eigentlich auch für Blödsinn, vor allem dann, wenn damit suggeriert wird, man könne nach erfolgter Digitalisierung das analoge Original ersetzen, womöglich sogar die original analogen Ton-/Bildträger entsorgen bzw. bei ebay verkaufen.

Gut, mir soll´s recht sein, wenn die Leute ihre alten Kassetten auf dem Flohmarkt verticken. Ich nehme mich den Sachen gerne an. :D

Mein VHS-Archiv, welches ca. 1000 Kassetten (alles nur Aufnahmen vom TV-Programm, keine Kauf-Filme) umfaßt, werde ich mit Sicherheit niemals digitalisieren, weil ich erstens gar keine Zeit dafür habe und zweitens keinen wirklichen Nutzen darin sehe. Um eine verlustfreie digitale Kopie erstellen zu können, müßte ich so dermaßen exorbitante Datenmengen bewegen, daß ich mir fürs Videoarchiv noch zusätzliche Computer anschaffen müßte.
Da bleibe ich lieber bei meinem Geräte-Fuhrpark und Mischpulten, damit fahre ich wirtschaftlicher und muß mir nicht um wechselnde Videoformate oder begrenzte Haltbarkeiten von Speichermedien Sorgen machen.

Bei Schallplatten, denke ich, sieht es wieder anders aus. Die Platte ist ja kein so alltägliches Medium für die breite Masse mehr, sondern das ist etwas für Sammler, Liebhaber und/oder Nostalgiker. Von denen wird sich kaum jemand für die angebotenen Sachen bei Conrad & Co. interessieren. Ist bestenfalls eine nette Spielerei und kann man mal ausprobieren, aber ernst nehmen kann man das Ganze wohl nicht so wirklich.

Ganz sicher bin ich mir zwar nicht, aber eigentlich sollte es sich doch überall herumgesprochen haben, daß selbstgebrannte CDs nur begrenzt haltbar sind. Wer auf Langzeitstabilität Wert legt, kauft sich so etwas demzufolge wohl auch nicht unbedingt. Wer kauft´s also überhaupt?!? frage ich mich. :lol:

Gekauft wird´s, denn bei unserer Conrad-Filiale war mal ein hoher Stapel voller USB-Plattenspieler zu sehen, der nach ein paar Wochen fast vollständig geschrumpft ist. Vielleicht speichern die Leute ihre MP3s oder WAVs auf Festplatte ab. Was aber auch nicht viel bringt, denn wenn einem nicht die begrenzte Haltbarkeit zu schaffen macht, dann ganz sicher die fehlende Kompatibilität zukünftiger PC-/Betriebssystem-Generationen.

Viele Grüße,
Manuel
« Letzte Änderung: 27. Feb. 2008, 00:30 von Manuel »

Manuel (der Fliege)

  • Gast
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #15 am: 27. Feb. 2008, 19:17 »
...und hier noch ein Nachtrag zur Haltbarkeit von industriell gefertigten CDs:

Gefunden in "SPIEGEL ONLINE" vom 17.08.2007, Autor Frank Patalong, Zitat:
Nur ewig lebt der universelle Datenspeicher, anders, als damals versprochen, nicht: Die erste Generation dürfte in den nächsten Jahren verfallen, denn ihre Beschichtung zersetzt sich nach etwa 30 Jahren. Ein drittes Mal werden die Musikfans sich ihre Schätzchen dann nicht in Scheibenform kaufen: Wer klug ist, brennt sich vorher eine Sicherheitskopie. Auch das dürfte aber dafür sorgen, dass die CD noch einige Jahre vor sich hat. Zitatende

Bisher hat es immer geheißen, die CD würde 100 Jahre halten. Leider ist mir nicht bekannt, inwiefern sich der Spiegel-Autor in die Materie einstudiert hat und woher er seine Informationen bezog. Ich kann es mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen, daß die CDs nach 30 Jahren schon kaputt gehen sollen. Meine älteste CD ist von 1990, also werde ich mich spätestens um die Jahre 2018 bis 2020 verstärkt diesem Thema widmen.

Bis dahin läuft noch viel Wasser den Bach herunter.

Viele Grüße,
Manuel

Offline cassettenfreund

  • User
  • *
  • Beiträge: 363
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #16 am: 27. Feb. 2008, 20:18 »
Hallo Manuel!

Dort ist von der ersten Generation die Rede, soweit ich weiß, wurde dort ein Farbstoff verwendet, von dem man damals nicht wusste, dass er nach etlichen Jahren die Datenschicht angreift. Alle CDs ab 1984 sollten von diesem Problem nicht mehr betroffen sein.

Meine älteste CD ist von 1991, da brauche ich mich wohl noch nicht mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Liebe Grüße,
Mario

Offline Tonband Paule

  • User
  • *
  • Beiträge: 125
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #17 am: 27. Feb. 2008, 22:42 »
Hallo,

meine ersten CD´s sind auch aus 1984 und die zeigen bis heute keine Zerfallserscheinungen. Aber die waren dann auch bisher immer gut gelagert ohne Hitze, Sonneneinstrahlung und sofort wieder in das Case nach Gebrauch. Immerhin habe ich inzwischen die Möglichkeit alles wieder auf Band zu sichern :)

Nur so manche Daten CD aus den 90er Jahren ist dahin, billige Rohlinge und unwichtiger Kram drauf, damit kann ich leben.
Selbst meine Video Bänder aus 1981 laufen noch, nur habe ich damals viel Mist aufgenommen.

Gruß,
Wolfram

Manuel (der Fliege)

  • Gast
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #18 am: 28. Feb. 2008, 00:36 »
Hallo beisammen!

Zitat aus "Heise Online" vom 22.02.2007:

Deutsches Musikarchiv: CD-Zerfall bedroht Kulturerbe
Das Deutsche Musikarchiv fürchtet um seinen CD-Bestand. Der viel gepriesene Tonträger zerfällt langsam, aber sicher. Die Versprechungen der Industrie Anfang der 80er-Jahre, mit der CD ein Speichermedium für die Ewigkeit gefunden zu haben, entpuppten sich als Ente. "Selbst bei perfekten Lagerbedingungen kann man den langsamen Zersetzungsprozess einer CD nicht aufhalten", klagt der Leiter des Archivs, Ingo Kolasa.

Das Archiv beherbergt hierzulande die umfassendste Musiksammlung: Seit 1983 wird von jeder Audio-CD, die in Deutschland verlegt wird, ein Exemplar in dem Musik-Archiv in Berlin abgelegt. Mittlerweile lagern dort über 373.000 CDs. Bereits bei rund 200 CDs, die in den ersten drei Jahren der Archivierung eingegangen sind, zeigt ein Messgerät Zersetzungserscheinungen. Er habe schon damals Zweifel an den Versprechungen der Industrie gehegt, sagt Kolasa. "Die CD war der erste Tonträger, der aus einem Material-Mix bestand. Die konnten zu dieser Zeit noch gar nicht wissen, wie diese Stoffe miteinander reagieren."

Vor allem die Lacke, die früher für den Label-Aufdruck verwendet wurden, entpuppen sich heute als Killer jeder CD. Sie fressen sich durch die einzelnen Schichten und beeinträchtigen die Reflexionsfähigkeit der CD. Ergebnis: Sie ist nicht mehr zu lesen. Aber auch infolge regelmäßiger Nutzung erleidet eine CD unwiderrufliche Schäden. Schon durch leichtes Biegen entstehen in ihrem Schutzlack Haarrisse, durch die Feuchtigkeit eindringen und die Schutzschicht so zerstört werden kann. Ist der Tonträger zu lange dem Sonnenlicht oder zu großer Kälte ausgesetzt, werden ebenfalls Zersetzungsprozesse in Gang gesetzt. Kolasas Fazit: Die CD ist viel zu sensibel, um ewig halten zu können.

"Unter idealen Lagerungsbedingungen gebe ich einer CD 50 bis 80 Jahre Lebensdauer", sagt der Leiter des Lehrgebietes Multimedia und Internetanwendungen der Fernuniversität Hagen, Matthias Hemmje. Eine "Lagerung unter idealen Bedingungen" hieße jedoch, dass die CDs nicht angefasst und staub- sowie lichtgeschützt in klimatisierten Räumen aufbewahrt werden müssten, deren Temperatur 18 Grad Celsius nicht übersteigt. An das Abspielen der CD unter solchen Bedingungen sei kaum mehr zu denken.

Noch kurzlebiger sind selbst gebrannte CDs, wie sie in Privathaushalten zu Hunderttausenden im Einsatz sind, um Fotoalben, Musik oder Videos zu sichern. Laut Hemmje können diese unter Umständen schon nach einem Jahr nicht mehr lesbar sein. Der Dozent empfiehlt deshalb, die Daten auf externe Festplatten zu speichern.

Über das Abspeichern ihres CD-Bestands auf externen Festplatten hat das Musikarchiv bereits nachgedacht. Deshalb wurde im vergangenen Jahr ein Probelauf gestartet, bei dem eine Firma die Daten aller 20.000 CDs, die 2006 veröffentlicht wurden, auf einen Massenspeicher kopierte. Das lief gut. Aber es handelte sich auch "nur" um den CD-Bestand eines Jahres. Doch was wird mit den CDs, die vor 2006 erschienen? Darauf weiß auch Kolasa keine Antwort. Geht man davon aus, dass jede CD rund 700 Megabyte Daten speichert, sind bei Kolasa 261 Millionen Megabyte archiviert. Das sind rund 249 Terabyte – auf das Musikarchiv käme so ein hoher und kostpspieliger technischer Aufwand zu. Zudem sind Festplatten natürlich beileibe kein Garant für ewige Archivierung, Sicherungs- und Backupsysteme müssten ebenfalls vorgesehen werden.

Weil das Problem nicht nur das Musikarchiv in Berlin, sondern alle Bibliotheken und Archive weltweit betrifft, forscht Hemmje mit einigen Kollegen seit 2006 im Auftrag der EU, wie sich Dateien so sichern lassen, dass sie auch in 100 Jahren noch zu lesen sind – sowohl was Haltbarkeit als auch die Kompatibilität der Daten angeht. Sonst könnte es sein, dass in 100 Jahren niemand mehr Beethoven oder Mozart kennt – weil niemand mehr ihre Musik hören kann. So sehr Kolasa ein Speichermedium, das ewig hält, begrüßen würde, wäre es für ihn doch nur ein "Mittel, eine schlechte Kopie festzuhalten". Sein Sammlerherz würde viel lieber die Original-CD erhalten. Doch von diesem Traum muss er sich langsam verabschieden und wird nostalgisch: "Ach wäre man doch bei der guten alten Schellack- oder Vinyl-Platte geblieben."

Zitatende

Aufs Tonband oder die Kassette kommt natürlich wieder mal niemand, naja... :D

Viele Grüße,
Manuel

Offline gxakai2002

  • User
  • *
  • Beiträge: 289
    • http://www.akai-rock-n-roll-oldies.de
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #19 am: 08. Mär. 2008, 15:23 »
http://www.akai-rock-n-roll-oldies.de/ram.jpg
http://www.akai-rock-n-roll-oldies.de/ram1.jpg
Hier könnte man sich raussuchen, was für einen das richtige Speicher Medium ist.
Jeder macht auf seine Art und weise seine Erfahrungen. Ich nehme nur noch Verbatim + Platinum + DvD Ram CDs.
Die Bänder die überspielt werden müssen, kommen auch wieder auf ein Band. Natürlich werden diese auch mit einem Programm bearbeitet, damit die Aufnahmen frisch klingen.
Gruß
Hermann
keep on rockin.
Musik hören, ist besser wie alles zu verstehen.

Offline aberwin

  • User
  • *
  • Beiträge: 122
    • Tonstudio, Audio-Produktion
Re: Warum das Digitalisieren unserer Bänder Blödsinn ist.
« Antwort #20 am: 24. Mär. 2008, 11:50 »
Hallo allerseits,
also ich kann das mit dem Verfall der CDs nicht ganz so dramatisch sehen. Wenn von 373.000 CDs sich nun 200 Exemplare in Auflösung befinden, dann sind das doch lediglich 0,053632 %. Und wer kann denn bitte heute noch genau sagen, was mit den heute kaputten 200 CDs damals schon alles passiert ist, bevor sie ins Archiv kamen. Man sollte doch bei aller Sorge nicht vergessen, daß Musik in erster Linie dadurch erhalten bleibt, daß sie gespielt wird und ständig auf neue Tonträgersysteme weiter getragen wird. Wenn in einem Archiv Tonträger durch chemische Zerstörung verloren gehen, bedeutet es doch noch lange nicht, daß der Innhalt darauf verloren ist. Alle Menschen auf der Welt, also wir alle, sind ein riesiges Archiv, sowohl mit unseren CD-Regalen als auch mit unseren Gehirnen. Wir müssen uns nur dessen bewußt sein und danach handeln. Das was für die Menschen musikalisch wirklich wichtig ist, wird aller Wahrscheinlichkeit nach immer erhalten bleiben. Sollte einmal die 3851-igste Version von "Marmor Stein und Eisen bricht" vorloren gehen, wird das für die Menschheit sicher nicht von großer Bedeutung sein. Die Werke eines Mozart oder Bach werden immer auf irgend einem Tonträger überleben.

Gruß Aberwin

P.S. Es gibt wieder eine neue Episode in meinem ESTONjournal. Titel-Nr. 14 "Zeit für die Zeit"

http://www.eston-studio.de/Podcast.html
« Letzte Änderung: 24. Mär. 2008, 12:02 von aberwin »
ESTON-Tonstudio http://www.eston-studio.de
Studio- und Liverecording / Mixmastering / Premastering / GEMA-Abwicklung und Tonträgervervielfältigung jeglicher Art / Restaurierung u. Digitalisierung alter Tonträger
ESTONjournal der Podcast im Internet unter http://www.eston-studio.de/Podcast.html