Autor Thema: Superscope-Receiver  (Gelesen 2033 mal)

Offline Agfa-Band

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Superscope-Receiver
« am: 23. Dez. 2005, 01:21 »
Hallo,

ich kriege demnächst einen Superscope-Receiver, Firmenaufdruck lässt Kalifornien als Herstellungsort erkennen. Optisch erinnert er mich stark an die etwa gleichalten Marantz-Geräte.

Wer weiß was darüber? Wo kann man das Gerät qualitativ einordnen?

Gruß, Niko
Ich höre mit Dual 1214, Neckermann stereo recorder und Graetz Astrid.

Jürgen Heiliger

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Re: Superscope-Receiver
« Antwort #1 am: 23. Dez. 2005, 01:58 »
Hallo Niko,

Superscope war meines Wissens einer der Handelnamen unter denen Marantzgeräte verkauft wurden. Daher auch die Ähnlichkeit mit Marantz.

Genauers kann uns bestimmt Michael Otto sagen, dazu bräuchte er und auch ich aber auch einmal die Gerätebezeichnung oder ein Bild.

Gruß
Jürgen

Offline Agfa-Band

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Re: Superscope-Receiver
« Antwort #2 am: 23. Dez. 2005, 11:38 »
Tja, wenn ich das jetzt wüsste. Noch habe ich ihn ja nicht. Dennoch danke für die erste Information. Dann lag ich also richtig mit Marantz.

Gruß, Niko
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Offline Agfa-Band

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Re: Superscope-Receiver
« Antwort #3 am: 23. Dez. 2005, 12:01 »
So, ich hab mal bei ebay geklaut und das hier gefunden:



Meiner ist allerdings in Holzdesign mit blauer Skalenbeleuchtung und hat eine andere Anordnung der Knöpfe, glaube ich. Ansonsten: sehr ähnlich.

Gruß, Niko
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Offline Michael-Otto

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Re: Superscope-Receiver
« Antwort #4 am: 23. Dez. 2005, 17:51 »
Hallo Niko,

ich weiß nicht woher der Irrglaube kommt das Marantz Geräte unter anderen Namen verkauft wurden.
Superscope war früher der Marantz Mutterkonzern, Superscope Geräte wurden wohl zum Teil bei Marantz entwickelt, waren aber sehr einfache Geräte, ich kann mich da noch an Pappdeckelböden erinnern usw, entsprachen aber auch nicht annähernd dem gewohnten Marantz Standard

Quelle: Auszüge aus Marantz Händlerinfos

Marantz - eine HiFi-Nobelmarke

Und so fing alles an ... Hollywood, 1952

Joseph und Irving Tushinsky, Söhne einer polnischen Einwandererfamilie, die in den USAdas Glück auf der Straße" finden wollten, hatten ein neues Breitwand-Filmprojektionsverfahren entwickelt - anfänglich nannten sie es „Studioscope", doch der legendäre Howard Hughes, mit dem sie in den RKO-Studios zusammenarbeiteten, konnte sie von dem Namen „Superscope" überzeugen. „Superscope" wurde in den 50er-Jahren der große Konkurrent von - „Cinemascope".
Ab 1954 produzierten die Tushinskys unabhängig von den RKO-Studios so weltbekannte Filme wie „Vera Cruz" mit Garry Cooper und Burt Lancaster oder Disney's „Fantasia". Cole Porter erwähnte Superscope sogar in seinem Song „Stereophonic Sound" aus dem Film „Silk Stockings".
1957 kam die große Wende
Die Tushinskys gingen nun daran, auch in Japan ihr Glück zu versuchen: Ursprünglich wollten sie hier ihr „Superscope"-Breitwandverfahren einführen - und auf der Suche nach hochqualifizierten Kondenser-Mikrofonen stießen sie auf einen kleinen, aber vielversprechenden japanischen Elektronik-Hersteller, der heute einen weltbekannten Namen hat. Sehr schnell erkannten die Tushinskys, daß diese noch unbedeutende Firma mehr als nur Mikrofone anzubieten hatte: In einer als Showroom umfunktionierten Wellblechhütte entdeckten sie 7 Stereo-Kassettengeräte, in denen erstmalig Verstärker eingebaut waren. Die Tushinskys hatten Gespür für den Markt - 6 Stück wurden gleich mitgenommen, „ ... um zu sehen, wie sie sich verkauften"..... Ein halbes Jahr später war alles klar: Die Tushinskys stiegen mit „Superscope" ins HiFi-Geschäft ein - mit einem Vertrag über die exklusiven Vertriebsrechte für USA in der Tasche.
Diese Partnerschaft war eine ideale - die Kenntnis des amerikanischen Marktes der Tushinskys, gepaart mit dem gelungenen Design und der technischen Erfahrung der Japaner, brachte beiden Unternehmen angesehene Namen in der HiFi-Branche ein.

1964 - ein wichtiger Meilenstein

Der Bedarf des US-Marktes nach hochwertigen HiFi-Geräten war größer geworden, und die Tushinskys trugen diesem Bedürfnis Rechnung, indem sie die kleine, aber renommierte Firma Marantz erwarben.
Saul Marantz, ein perfekter und erfindungsreicher Techniker und Experimentator, fertigte größtenteils noch in Eigenbau so legendäre Geräte wie die Komponenten    7 C, 8 B und 10 B. Diese Pionierarbeit erwies sich als bahnbrechend für die gesamte HiFi-Branche und begründete Marantz' ausgezeichneten Ruf als Hersteller hochwertiger HiFi-Bausteine. Die Marantz-Geräte wurden den damaligen (und werden erst recht den heutigen) höchsten Ansprüchen gerecht und ließen die Herzen aller Audiophilen um einige Takte höher schlagen.
Der Designstil sowie die Ideen und Erfindungen des genialen Saul Marantz sind seitdem nicht mehr wegzudenkende typische Merkmale auch der heutigen Marantz-Geräte, wie sich leicht durch einen Vergleich der Frontplatten heutiger und Geräte aus der „Kinderzeit" des HiFi erkennen läßt.

1971 - Ausdehnung nach Japan

Dieser Schritt über die Grenzen der USA hinaus brachte dem Haus Superscope Inc. (seit 1979: Marantz Inc.) mit der HiFi-Marke Marantz den 50%igen Anteil der renommierten „Standard Radio Corporation of Japan" ein, einer der größten japanischen Hörfunk- und Cassettengeräte-Hersteller. Dies war das erste Mal, daß in Japan einer ausländischen Firma gestattet wurde, 50% eines japanischen Unternehmens, nunmehr „Marantz Japan Inc." zu halten. Noch viel wichtiger war aber, daß die Superscope Inc. hiermit zu einem international anerkannten Hersteller und Vertriebsunternehmen wurde. Seitdem wird in Japan die preiswerte Produktlinie Superscope hergestellt sowie ein Teil der Marantz-Geräte. Noch immer werden z.B. die Marantz-Lautsprecherboxen und die Komponenten im Stammhaus in den USA gefertigt.

1976 - der Beginn einer neuen Ära

Im April 1976 wurde endlich in Chatsworth/California das World-Headquarter der Superscope Inc. fertiggestellt, damals das größte zusammenhängende air-conditioned-Gebäude seiner Art im Großraum Los Angeles County. Auch in anderer Hinsicht - wie auf untenstehendem Bild zu ersehen - ist dies ein Bau der Superlative. Hier konzentrieren sich wie in einem Netzwerk die weltweiten Fäden der Niederlassungen in Europa, Fernost, Australien, Südamerika und ganz USA.
In diesem einen Gebäude werden alle zentralen Operationen wie Herstellung, Vertrieb, Kontrolle, Verwaltung, Lagerung etc. koordiniert.
Mit dieser auch räumlichen Etablierung wurde natürlich die konsequente Weiterarbeit an Design und höchstem Qualitätsstandard erleichtert.

Marantz GmbH
Geschäftsleitung
Oktober 1980
Sehr geehrter Geschäftsfreund,

wie Sie sicherlich in den letzten Tagen in der Presse vernommen haben, hat Philips Eindhoven von der Superscope Inc., Los Angeles/USA deren Anteile der europäischen und asiatischen Marantz-Töchter übernommen.

Sie haben sich sicherlich gefragt, welches die Beweggründe für diese Übernahme waren, und wie sich diese Übernahme in der Zukunft auf unsere Geschäftsbeziehungen auswirkt. Bevor wir zu der zukünftigen Entwicklung einiges sagen, lassen Sie uns bitte den konkreten Inhalt dieser Übernahme nachfolgend aufführen:

1. Philips übernimmt zu 100 % die europäische Marantz Vertriebsgesellschaft Marantz Europe S.A. mit deren Tochtergesellschaften Marantz Frankreich, Marantz Deutschland, Marantz Großbritannien, Marantz Schweden, Marantz Norwegen und Marantz Belgien.
2. Weiterhin übernimmt Philips zu 80 % die Anteile unserer Fertigungsstätten in Taiwan.
3. Philips übernimmt weiterhin ein Aktienpaket von 43 %der Marantz Japan Inc. Es besteht die Absicht, diese Beteiligung durch weitere Aktienzukäufe auf 50 % aufzustocken.
4. Weiterhin wird die Vertriebsgesellschaft Marantz Australien zu 100 % von Philips übernommen.
5. Zusätzlich übernimmt Philips die Exportrechte von Marantz-Produkten für den gesamten südamerikanischen Markt.

Inzwischen  ist Marantz wieder Verkauft und gehört glaube ich mit Sansui und Denon zu einer neuen Firmengruppe.

Gruß und schöne Weihnachten

Michael-Otto
TD 125 MKIIL*SAEC WE-308L*EMT-XSD 15 fine
TD 125 MKII*Dynavector DV-505,Karat-23RS
2xTD 126 MKII*Shure V-15III*Yamaha MC-9
Denon DP-60L*Stanton D680EL*Mark LEVINSON ML-1*Stax DA-80,SRA-3S,SR-X MIII*Electro-Voice Sentry III * Corona HT*Teac C-2X,RX-8

Offline Agfa-Band

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Re: Superscope-Receiver
« Antwort #5 am: 23. Dez. 2005, 18:41 »
Ok, danke für die ausführliche Darlegung der Informationen.

Gruß, Niko
Ich höre mit Dual 1214, Neckermann stereo recorder und Graetz Astrid.