Autor Thema: Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder  (Gelesen 14111 mal)

Anonymous

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #25 am: 25. Dez. 2004, 22:26 »
Hallo Jürgen,

dann hast Du 20 Jahre lang etwas versäumt!

Die Songs sind wirklich spitzenmäßig und passen auch hervorragend zur Musik von Dire Straits. Aber Dylan Stimme mußt Du schon ertragen! :mrgreen:

Viel Erfolg bei der Suche!

Gruß, Wolfgang

Offline Markus Berzborn

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #26 am: 25. Dez. 2004, 22:31 »
Ich glaube, Jürgen meinte die "Slow Train Coming". Die "Infidels" hat er ja schon, wie weiter oben im Thread erwähnt.

Gruß,
Markus
Analogbandtechnik von Mechlabor - Nakamichi - Studer - Tandberg - Telefunken - Thurow - Vollmer

Jürgen Heiliger

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #27 am: 25. Dez. 2004, 22:32 »
Hi Wolfgang,

mir geht es nur um die:
>>>>Die 1979 folgende "Slow Train Coming" enttäuschte mich sehr, und zwar nicht wegen der religiösen Texte, sondern wegen der Musik (einige wenige Songs ausgenommen).<<<<

Ansonsten habe ich schon einige Dylan Platten (10)

Gruß
Jürgen

Anonymous

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #28 am: 25. Dez. 2004, 22:34 »
Zitat von: Markus Berzborn

Aber zumindest besser als die Nachfolge-LPs "Saved" und "Shot of Love", oder?  :D


Hallo Markus,

da stimme ich Dir zu, und zwar weil vereinzelte Songs eben doch etwas besser sind. "Gotta Serve Somebody" mag ich, und, Du wirst es nicht glauben: "Man Gave Names To All The Animals". Die Story der Namensgebung der Tiere im Reggae-Rhythmus, das ist zumindest originell...

Für Dire-Straits-Fans halte ich die LP aber eher für nebensächlich, "Infidels" dagegen für unverzichtbar.

Gruß, Wolfgang

Jürgen Heiliger

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #29 am: 25. Dez. 2004, 22:37 »
Vielleicht werde ich ja durch Dich noch zum Dylanfan? :lol:  :lol:

Gruß
Jürgen

Anonymous

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #30 am: 25. Dez. 2004, 22:39 »
Zitat von: Markus Berzborn
Ich glaube, Jürgen meinte die "Slow Train Coming". Die "Infidels" hat er ja schon, wie weiter oben im Thread erwähnt.

Gruß,
Markus

Hallo Jürgen,

das war dann ein Mißverständnis... "Slow Train" holst Du Dir dann aber bitte auf eigene Gefahr, nicht auf Empfehlung von mir! :D

Wenn Du Dire Straits komplett haben möchtest, brauchst Du sie natürlich.

Gruß, Wolfgang

Jürgen Heiliger

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #31 am: 25. Dez. 2004, 22:47 »
Zitat von: wz1950
Zitat von: Markus Berzborn
Ich glaube, Jürgen meinte die "Slow Train Coming". Die "Infidels" hat er ja schon, wie weiter oben im Thread erwähnt.

Gruß,
Markus

Hallo Jürgen,

das war dann ein Mißverständnis... "Slow Train" holst Du Dir dann aber bitte auf eigene Gefahr, nicht auf Empfehlung von mir! :D

Wenn Du Dire Straits komplett haben möchtest, brauchst Du sie natürlich.

Gruß, Wolfgang


Das mit dem komplett haben ist so eine Sache, habe mir gerade drei Platten von den Japanpressungen der Dire Straits besorgt, ich will ja garnicht erst erzählen was ich da zahlen musste, naja sind auch White-Labels.

Ein großes HIHIHI. haben wir doch mehr "Verkehr" hier als wie bei dem großen Bruder AAA. :P  :lol:  :lol:  :lol:

Gruß
Jürgen

Anonymous

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #32 am: 25. Dez. 2004, 23:03 »
Hallo Jürgen,

wir sind nun mal die "Nachtaktivsten", das ist mir schon häufiger aufgefallen. :wink:

Gruß, Wolfgang
(der gerade etwas völlig anderes hört: Jimmy & The Rackets mit "Only You" von 1964)

Jürgen Heiliger

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #33 am: 25. Dez. 2004, 23:09 »
Hi Wolfgang,

ich glaube das ist es nicht. Eher vielleicht das sich hier die engeren Freundschaften knüpfen. :wink:

Übrigens Du wolltest uns doch bis Weihnachten noch was verraten?

Und jetzt warte ich schon dne Ganzen Tag.

Anonymous

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #34 am: 25. Dez. 2004, 23:14 »
Hi Jürgen,

auch Weihnachten war Streß, wenn auch "nur" im Hobbybereich. :wink:

Evtl. komme ich morgen dazu, den entsprechenden Beitrag zu schreiben. Andernfalls kriegst Du wenigstens 'ne PN. :)

Gruß, Wolfgang
(der sich immer für zu wenig Zeit zu vieles vornimmt... :roll: )

Offline Michael Franz

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #35 am: 26. Dez. 2004, 23:18 »
Frägt man einen Dylanfan nach den drei schrecklichsten Alben des Meisters, so antworten diese schon lange nicht mehr mit „Selfportrait" und „Nashville Skyline", auch das unausprechliche „Dylan" kann unerwähnt bleiben. Immerhin hat Bob Dylan einen lupenreinen Hattric hingelegt, und mit „Slow Train Coming", „Saved" und „Shot of Love" drei Alben in Folge veröffentlicht, die gemeinhin als der absolute Tiefpunkt seiner Karriere und der Pop-Musik im allgemeinen gelten.;) Ich bin nicht dieser Meinung, und es interessiert mich, warum andere so schlecht über diese Alben denken.

„Slow" war ein deutliches, klares Bekenntnis zum Christentum. Das war natürlich unhip und überhaupt nicht das, was die Jünger vom Meister hören wollten. Entsprechend äusserten sie ihren Unmut, ganz so, als seien Publikumserwartungen schon jemals Gegenstand dylanscher Überlegungen gewesen. Waren einige von ihnen noch bereit gewesen, dem Meister diesen Ausrutscher zu verzeihen, so nahmen sie ihm „Saved" echt übel. Diese gospelige Inbrunst, dieses Insistieren auf das Thema - das war zuviel. „Shot" nahmen die wenigsten überhaupt noch zur Kenntnis. Dabei entgingen ihnen einige Klasse Songs sowie die Erkenntnis, daß Bob Dylan seine zunächst kompromisslos scheinende Hinwendung zum Christentum überdacht hatte.

Ich finde das spannend. Man hört, wie jemand „... stumbeling throung the middle of nowhere" an eine Oase gelangt an der er beginnt, sich einzurichten, in der Annahme, diese sei das erreichte Ziel für den Rest seines Lebens, und wir hören auch , wie er wieder aufbricht auf seinen inneren Lebensweg, dem äusseren, der Neverending Tour, nicht unähnlich. Dylan zeigt sich als ein Getriebener,als ein Suchender,als ein zunächst Findender, aber auch als jemand, der wieder verwirft und von vorne beginnt. Bequem macht er es sich nicht gerade.

Musikalisch mag man diese Platten ablehnen - mir hingegen gefällt dieser schräge und trotzdem lebendige, weisse Gospel Überhaupt enthält dieses Trio gute Songs. Sie stehen nicht lückenlos aneinandergereiht wie Perlen an einer Kette, so wie man es bei „Highway" findet, bei „Blonde" und bei „Blood", aber es sind gute bis sehr gute Songs darunter, mehr, als man an manch anderem als „gut" beurteiltem Album findet. Dylan-Songs unterliegen einer stetigen Veränderung, die Fassung auf Album ist eher zufällig. Vieles, was schwach daherzukommen scheint, hat Potential. „Saved" ist treibend, dynamisch, wäre ein guter Live-Song, und „Solid Rock" wurde fester Bestandteil des Bühnenrepertoires, zumindest für eine ganze Zeit lang.

So kann ich die Ablehnung der Fans nicht teilen. Ich mag diese 3 Alben, und hätte ich die Wahl zwischen „Freewheeling" und „Times" auf der einen Seite und den genannten drei auf anderen, so würde ich letztere wählen.

=> Wolfgang:

Was hälst du von einem thread:

Shit on his tracks & Bob’s back pages: The records said to be his worst

Kanditaten:
-Dylan
-Self
-Nashville
-Slow
-Saved
-Shot
-Down in the groove
-Empire Burlesque
-Knocked out loaded

Jede Wette: in diesem Abfallhaufen findet sich mehr Substanz, als im Oevre manches anderen renommierten Künstlers. Da ich nicht weiss, wo aufmachen, überlasse ich das bei Interesse Dir.
;)

Offline Markus Berzborn

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #36 am: 26. Dez. 2004, 23:26 »
Zitat von: Michael Franz

„Slow" war ein deutliches, klares Bekenntnis zum Christentum. Das war natürlich unhip und überhaupt nicht das, was die Jünger vom Meister hören wollten.  


Genau, da hast Du Dir die Antwort ja schon selber gegeben, warum die Alben abgelehnt wurden. Das dürfte mehr an den Texten als an der Musik gelegen haben, obwohl es natürlich auch musikalisch weitaus stärkere Dylan-Alben gibt. Ich hatte mit den Lyrics nie Probleme, da ich ohnehin ein religiöser Mensch bin.

Gruß,
Markus
Analogbandtechnik von Mechlabor - Nakamichi - Studer - Tandberg - Telefunken - Thurow - Vollmer

Anonymous

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #37 am: 26. Dez. 2004, 23:29 »
Ich kann zu Dylan einfach nicht viel sagen, obwohl ich bestimmt jeden Titel kenne, oder sogar archiviert habe. aber etwas kann ich sagen und da hoffe ich dem vorredner nicht auf die Füße zu treten, bzw. daß er das, was da gesagt wurde zu meinem Kommentar passend zuordnen kann.
ich mag Bob Dylan, bin aber dennoch auch oft entsetzt gewesen, was für ein genuschel da als Musik angeboten wurde.
Dylan hat die Rockmusik mitgeprägt, hat er vielleicht gar nicht mal gewollt, ist aber so und viele seiner Titel sind Meilensteine!

Mein Lieblingstitel ist Hurricane und den liebe ich seit etwa 30 Jahren und habe ihn noch nicht mal durch den besten Deep Purpel Titel nieder machen lassen!

Gruß Thomas

Anonymous

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #38 am: 27. Dez. 2004, 02:02 »
Zitat von: Michael Franz
Ich mag diese 3 Alben, und hätte ich die Wahl zwischen „Freewheeling" und „Times" auf der einen Seite und den genannten drei auf anderen, so würde ich letztere wählen.

Hallo Michael,

beim ersten Lesen dieses Satzes blieb mir die Luft weg, beim zweiten Mal putzte ich erstmal die Lesebrille, um jeglichen Irrtum auszuschließen, und erst beim dritten Lesen gelang es mir, das Gehirn wieder einzuschalten. :roll:

Zwei Meisterwerke gegen drei relativ schwache Platten... zumindest nach meiner Betrachtungsweise. Immerhin hast Du nicht die drei absolut größten von 1965/66 dagegengestellt. :)

Okay, der seit langem angedachte Dylan-Thread ist wohl fällig...

Zitat
Jede Wette: in diesem Abfallhaufen findet sich mehr Substanz, als im Oevre manches anderen renommierten Künstlers.


Das kann ich unterschreiben! Allerdings würde ich die genannten Platten keineswegs als Abfallhaufen bezeichnen. Es sind einfach die "nicht ganz so guten"... :wink:

Zitat
Da ich nicht weiss, wo aufmachen, überlasse ich das bei Interesse Dir. ;)


Interesse ja, aber ich lasse Dir lieber den Vortritt. Die genannten Platten ab "Saved" habe ich jahrelang nicht gehört, bin also sozusagen schlecht vorbereitet, weil ich lieber und häufiger die "guten" höre! Deshalb warte ich lieber Deine Argumente ab und höre mir dann die entsprechenden Songs mal wieder an.

Die Einteilung nach Epochen bzw. Jahrzehnten ist so gedacht, daß immer das Jahrzehnt zur Anwendung kommt, in dem der Interpret musikalisch (bzw. veröffentlichungstechnisch) begonnen hat. Bei Dylan also die 60er.

(Ganz nebenbei: Pink Floyd hätten eigentlich auch in die 60er gehört.)

Gruß, Wolfgang

Jürgen Heiliger

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #39 am: 19. Feb. 2005, 14:33 »
Aus unten stehenden Anlass möchte ich diesen Beitrag nochmals nach oben holen.
Zitat von: Jürgen Heiliger
Hallo Leute,

heute komme ich erst dazu ein paar Zeilen zu der neuen Mark Knopfler zu schreiben.

Shangri La nennt sich das gute Teil. Als Doppel-Lp erschienen und sehr aufwendig gemacht.
Klanglich ist sie über jeden Zweifel erhaben und sehr sauber gepresst, wofür man ja heute schon teilweise sehr dankbar sein muss.
Sehr ruhige getragene Lieder, ja gut nicht jedermanns Geschmack, im Stile der guten alten Songwriter bis zum Country-Western Stil der Chet Neck

im Anhang einen Teilscan der LP zu den Musikern und Instrumenten die auf der Platte zu hören sind. Auch nicht alltäglich.

Gruß
Jürgen


Heute fand ich in den Weiten des Netzes eine Erklärung von Mark Knopfler selber wie die einzelnen Songs entstanden sind.

Für den einzelnen vielleicht nicht uninteressant. Des halb auch hier der komplette Abdruck.
Gruß
Jürgen


Quelle: www.universal-rock.de/_artists/markknopfler/shangrila_trackbytrack.pdf

Track by Track
Mark Knopfler über das Musizieren:

Wie der Song seinen Eigentümer wechseln kann.

Mich hat man schon tausende Male gefragt, was zuerst kommt, die Musik oder die Texte. Die Antwort weiß ich immer noch nicht. Einen Song zu schreiben ist extrem spannend. Sobald das Lied fertig ist, nimmt es eine eigene Gestalt an, steht regelrecht auf und läuft weg. Menschen, die meine Tracks hören, geben ihnen komplett neue Bedeutungen und Charakterzüge. Der Song gehört dann auch ihnen. Ich erzähle ungern zu viel über die Musik, so etwas kann den Hörer eigentlich nur davon abhalten, richtig hinzuhören."

1. 5.15 a.m.
Manchmal brauche ich eine halbe Ewigkeit für einen Song. 5:15 handelt von einem Mordfall in Tyneside, der schon seit meiner Jugend in meinem Kopf rumschwirrt. Die Geschichte erinnert ein wenig an "Get Carter."
Gangs aus dem Süden pflanzten sich in etlichen Clubs und Kneipen nieder und öffneten Buden wie das Dolce Vita oder den 69 Club. Für die Leute aus der Gegend war so etwas total neuartig. Einer der Angestellten wurde kurz danach in seinem Mark 10 Jaguar erschossen aufgefunden. Danach geriet alles aus den Fugen. Diese unterschiedlichen Seiten faszinieren mich.
Die Amerikanisierung unserer Kultur verzögert sich, aber im Endeffekt trifft sie auch hier ein. In den Sechzigern gab es unseren ersten Fruit Machine Mordfall, in Notting Hill gab es letztens unseren ersten Drive By Todesfall.

2. boom, like that
Ray Kroc ist ein Visionär, der Mann, der McDonalds zu einer Weltmacht machte. Ich habe sein Buch gelesen und danach wollte ich mehr über ihn wissen. Es gibt einen Unterschied in dem was wir denken, was er angeblich gemacht hat und dem was er tatsächlich gemacht hat. Viele Leute denken, dass er das amerikanische Wirtschaftsmodell erfunden hat, nachdem etliche Riesenkonzerne heutzutage günstig Essen und Getränke verkaufen. Dann gibt es Anti-Globalisierungsgruppen, die ihn als eine Art Satan betrachten.

3. sucker row
Vor einer paar Jahren fuhr ich mit Chet Atkins durch Nashville. Dabei kamen wir an billigen T-Shirt Geschäften vorbei, wo Touristen gerne Geld lassen und an Kneipen, in denen reiche Kids den ganzen Tag rumsitzen und Bier trinken. Wir nannten diesen Stadtteil „Sucker Row" Ich wandelte diesen Bezirk mit meiner Fantasie in eine Go-Go Meile um, die wohl eher Las Vegas ähnelt.

4. the trawlerman' song
Ich sah ein Fischerboot in einem ausgetrockneten Hafen liegen. Danach stellte ich mir einen Fischer vor, der hofft, dass seine große Liebe auf ihn wartet, sobald er von der langen Meeresreise wieder heimgekehrt ist. Also ein durchaus romantischer Song.

5. back to tupelo
Zur Zeit von Elvis war es eigentlich sekundär, der König des Rock`n`Roll zu sein. Hollywood war damals noch viel größer. Natürlich merkte dies  Elvis und etablierte sich bald als Schauspieler in Hollywood. Es gibtheute noch Musikmanager, die den Streifen Colonel Parker („The Lying Dutchman“) verehren, obwohl dieser Film seine Karriere ruinierte.
Nichts hat sich seitdem geändert. Die Fehler, die bei diesem Film gemacht wurden, werden immer noch nicht angesprochen. Die meisten Jugendlichen wollen unbedingt bekannt werden, koste es was es wolle. Ein Rock oder TV Star zu sein reicht nicht aus. Am besten beides zugleich sein.

6. our shangri-la
Ich habe die Platte in den Shangri-La Studios in Kalifornien aufgenommen. Die Songs handeln aber nicht von Surfern oder dem Meer. Shangri-La bedeutet für mich, das Beste aus seinem Talent zu machen. Seinen eigenen Himmel zu realisieren, auch wenn es nur für eine kurze Zeit sein sollte. Wir müssen lernen, den Moment zu genießen und nicht immer nach vorne oder hinten zu schauen. Nostalgie wird völlig überwertet.

7. everybody pays
" Pays" handelt davon, dass du als Musiker einen bestimmten Preis zahlen musst. Du kriegst immer wieder einen Tritt in den A r s c h und musst das sofort wegstecken. Vor zehn Jahren habe ich das alles durchgemacht. Die Businessseite der Branche hat mich extrem gestört. Ich war im ständigen Konflikt mit meinen jugendlichen Wunschvorstellungen.

8. song for sonny liston
Als ich noch zur Schule ging, war Sonny Liston der düstere, unbezwingbare Typ, den Muhammad Ali erst mal schlagen musste. Liston machte alle Gegner total locker fertig. Er konnte mit einem vollen Magen in die Arena schlendern, dort seinen Gegner Floyd Patterson lässig wegpusten und später noch in einem Club tanzen und trinken gehen. Er war der König, der niemals lachte. Als sie ihn tot in seinem Apartment fanden, hatte er Heroin in der Blutbahn und lauter Nadelspuren im Arm. Dabei hasste er Spritzen.
Ich habe das Buch „Night Train" (in den USA als " Devil In Sonny Liston" bekannt) gelesen, das Nick Tosches schrieb. „Night Train" war ein Song, den Sonny immer beim Training hörte. Was ich seltsam fand, war die Tatsache, dass niemand genau wusste, wann Sonny zur Welt kam und wann er genau starb. Diese Symmetrie finde ich bemerkenswert.

9. whoop de doo
Der Ausgangspunkt war der Ausdruck " de do" Leugnung ist ein fester Bestandteil der menschlichen Natur. Dieser Song handelt vom protagonistischen Leugner. Meine Version von I`m not in Love, und es hat nichts mit meinem Leben zu tun.

10. postcards from paraguay
Diesen Song habe ich meinem Finanzberater Ronnie gewidmet. Eine Geschichte, die von einem Betrüger handelt, der sich mit einer gewissen Summe aus dem Staub gemacht hat.

11. all that matters
Ein Countrywalzer, der meine frühe Vorliebe für amerikanische Musik wiederbelebt. Es gab eine Bandversion von dieser Nummer, doch entschieden wir uns für das Duett zwischen mir und Richard Bennett.
Eigentlich spiegelt der Song den Gedanken von „Our Shangri-La" wieder, der Moment zählt und sonst nichts.

12. stand up guy
Essentiell gesehen, ist der Vordermann immer noch die Anspruchsperson Nummer Eins. „Stand Up Guy" hat mit der Geschichte des Radios zu tun, wie sich Werbung auf die Masse merklich gemacht hat. Geldgeile Geschäftsleute schnuppern oft an erfolgreichen Ölmogulen herum, weil sie sie radiotechnisch miteinbeziehen wollen.
So gesehen, wird der Song von jemandem gespielt, der die Gitarre, wie auch das Banjo beherrscht. Vor Jahren mussten schwarze Musiker vielseitig sein, denn von einem Instrument allein konnten sie nicht überleben. Sie mussten überall und nirgends auftreten, nur um die Ölmogule zufrieden zu stellen. Diese Typen waren komplett geistig abwesend, sie waren nur damit beschäftigt, ihr Geld in irgendeiner Form von Unterhaltung auszugeben.

13. donegan' gone
Lonnie Donegan, Hank und die Shads konnten mich als Kind unheimlich begeistern. Sie waren mir sehr wichtig. Ich beschäftigte mich zu meiner Country-Blues Periode ausgiebig mit der Bottleneck Gitarre. Das letzte Mal als ich die Bottleneck Gitarre spielte, war zu Dire Straits Zeiten ("Water Of Love"). Im Juni wirkte ich bei einem Lonnie Donegan Tribut Abend mit. Ich spielte „ Gone" mit Joe Brown zusammen und es machte unheimlich viel Spaß. Ich finde es fantastisch, wenn meine Musik genau dem Zweck dient, dem sie ursprünglich dienen sollte.

14. don' crash the ambulance
Ich dachte mir diesen Satz aus, " Crash The Ambulance" Daraus entstand dieser Song. Ich stellte mir vor, dass gegenseitige Kräfte ihre Positionen wechseln würden. Ein Hausmeister mit seinem Vorgesetzten oder eine Gruppe von Generälen aus dem Pentagon, die sich plötzlich fragen: "Wo ist der Irak überhaupt."


Gruß
Jürgen


EDIT text wieder lesbar gemacht
Jürgen
« Letzte Änderung: 15. Dez. 2005, 21:36 von Jürgen Heiliger »

Offline Michael Franz

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #40 am: 19. Feb. 2005, 20:08 »
Ich kämpfe noch mit der Platte, und ich finde sie immer noch stinklangweilig.

Aber das will nix heissen. Die neue von John Fogerty mit dem Titel "Deja Vu All Over Again" mochte ich auch nicht, jetzt gefällt sie  mir so langsam. Mit "Shangri La" könnte es ähnlich sein.

Mark Knopfler, deswegen erwähne ich die Platte - ist auf Fogerty's "Deja Vu"  mit von der Partie. Auf dem Track "Nobody's Here Anymore" erklingt eine wirklich zündende Sultans-of-Swing-Dire-Straits-Gitarre. Diese wird zwar nicht von Knopfler gespielt, der sich dezent im Hintergrund hält, sondern von Fogerty selber, aber Knopfler hat ganz klar inspiriert.

Von Knopflers Scheibe "Shangri La" habe ich die CD, und mit dabei ist eine DVD mit Erklärungen Knopflers zu den einzelnen Songs. Leider habe ich kein Abspielgerät dazu.

Offline Michael Franz

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Mark Knopler - Shangri La
« Antwort #41 am: 20. Feb. 2005, 10:49 »
Gestern gedacht - heute schon auf dem Weg.

Die Shangri-La habe ich mir vor Wochen gekauft. Durchhören war nicht, die Scheibe nervte zuverlässig durch Langeweile und ging auf den Keks. Spätestens nach der Hälfte der Songs war Schluß. Nun gehört Knopfler zu den Künstlern, die ich, bei aller Kritik, unbesehen, das heist ungehört kaufe. Wer einmal ein Album geschaffen hat wie das erste der Dire Straits, geniesst diese Narrenfreiheit bei mir. Insofern war das zunächst eine Enttäuschung, die da auf dem obskuren Super-Tech-CD-Player meines Büros lag und einfach nicht gefallen wollte.

Gestern habe ich die CD mit nach Hause genommen, wollte sie endgültig ins Regal sortieren, zu den vielen anderen Tonträgern, von denen man sich nicht trennen mag, ohne sie wirklich zu mögen. Dabei stellte ich fest, daß ich die Disc im Player im Büro vergessen hatte. Eine zufällige Aufforderung zum nochmals hören? Nicht zuletzt auch durch Jürgens Beitrag hatte ich auch Lust dazu. Es ist ja oft so, daß Platten, je nach Situation, ganz anders wirken, als man das kennt und erwartet.

Was war anders? Der CD-Player war seit dem letztem Besuch von MichaelB nicht eingestöpselt, weil er die Strippe für den Einmessworkshop brauchte. Nach dem ich mühselig und fummelig für Verbindung gesorgt hatte - die Geräte stehen ungünstig - stellte sich eine positive Grundstimmung ein, wie so oft, wenn man etwas lang vor sich Hergeschobenens erledigt hat. Ich machte mir einen Kaffee, der natürlich auch seine Weile brauchte, um seine belebende Wirkung zu entfalten. Es war morgens, es war ruhig, ich hatte gut geschlafen, hätte aber durchaus noch länger liegen bleiben können. Es war eine relaxte, entspannte Atmosphäre.

Passend also zur Musik, die ähnlich gestrickt ist. Die Melodien wirkten auf einmal harmonisch und schlüssig, nicht so einfallslos, wie ich sie in Erinnerung hatte. Die Comments aus Jürgens posting brachten einem den einen oder anderen Textbrocken nahe. Wer in die Songs hineinhört, findet feine Arrangements, deren Finesse sich nur dann erschließt, wenn man aufmerksam zuhört und sich durch Knopflers einschläfernden Gesang nicht zur Unaufmerksamkeit verleiten lässt. Die Musiker und deren Arbeit an den Instrumenten sind von ausgesucht superber Qualität. Immer dann, wenn es langweilig zu werden drohte, lies sich diesmal eine Nuance finden, die für Abwechslung sorgte. Sei es ein leicht gesteigertes Tempo der ansonsten sehr ruhigen Songs oder sei es ein Song im 3/4-Takt, der als Walzer aus dem gewohnten Rahmen fällt.

Es ist banal, mit dem Takt zu spielen. Gehört das doch zu den grundlegendsten Werkzeugen eines Musikers. Aber wie selten ist das geworden? Wann hat jemand zum letzten mal etwas anderes gehört als den üblichen 4/4-Takt in diversen Tempi, wenn man mal von Sendungen absieht, in denen es um Klassik oder ganz alte Oldies geht? Das solche harmlosen Spielereien exotisch wirken zeigt, wie gleichförmig die Musik geworden ist. Etwas anderes als 4/4 findet heute kaum noch den Weg in die Rundfunksender - also lässt man das bleiben.

Liest man die Comments, so findet man originelle Ideen. Einen Song seinem Steuerberater zu widmen ist doch "cool", ihn "Postcard from Paraguay" zu nennen, in Anspielung auf diesen beliebten Anlaufpunkt flüchtiger Finanzjongleure, finde ich zumindest originell.

So ist diese Scheibe - zum ersten Mal - ganz bis zu Ende durch gelaufen. Und ich habe mich nicht einmal dazu überwinden müssen sondern jeden Song mit Interesse gehört, meistens auch mit Vergnügen. Ob das wieder gelingt? Keine Ahnung. Vielleicht nervt sie das nächste Mal wieder, wie sonst immer. Aber "Shangri-La" ist nach Knopflers Diktion der Erfolg, die Zufriedenheit für den Moment. Insofern ist diese CD keine Mogelpackung, denn der Moment hat zumindest ganze 14 Songs lang angehalten. Das kann man nicht über jede Platte sagen.

Offline beutlin

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #42 am: 20. Feb. 2005, 13:02 »
Passt wahrscheinlich nicht so gut, aber ich meine, dass Herr Knopfler (die frühen Dire Straits-LPs finde ich sehr gut, der Erstling ist m.E. sogar hervorragend) seinen Gitarrensound mhm, ein wenig angelehnt hat an Peter Greens Sound.

Wer einmal in die Peter Green-Scheibe "In The Skies" hineingehört hat, wird so manche Ähnlichkeit erstaunlich finden.

Das soll nichts gegen Knopflers Gitarrentechnik oder -sound aussagen, aber der Ursprung liegt eben eher nicht bei ihm.

Die Soloprojekte von Mark Knopfler finde ich auch eher langweilig.

Gruß, Frank
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden...

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #43 am: 20. Feb. 2005, 13:15 »
Hallo Frank,

das kann ich nicht ganz nachvollziehen! Die erste Dire Straits und "In The Skies" sind (ungefähr) gleichzeitig erschienen. Davor hatte Peter Green jahrelang Pause gemacht, und in seiner Zeit bei Fleetwood Mac klang er nun doch anders...

Die erste Dire Straits klingt viel zu ausgereift, als daß sie das Produkt eines kurzfristigen Einflusses sein könnte.

So sehe ich es jedenfalls... :wink:

Gruß, Wolfgang

Offline Michael Franz

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #44 am: 20. Feb. 2005, 13:15 »
Frage: Wann war "In the skies" und wann war "Dire Straits"?

Ich denke, das Knopfler in erster Linie bei J.J. Cale aufs Griffbrett geguckt hat.

Anonymous

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #45 am: 20. Feb. 2005, 13:20 »
Zitat von: Michael Franz
Frage: Wann war "In the skies" und wann war "Dire Straits"?

Beide 1979.

Anonymous

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #46 am: 20. Feb. 2005, 13:35 »
Zitat von: wz1950
Zitat von: Michael Franz
Frage: Wann war "In the skies" und wann war "Dire Straits"?

Beide 1979.

Mein Gedächtnis läßt wohl nach... habe nachgesehen und muß mich korrigieren: die erste Dire Straits erschien bereits 1978, also deutlich vor "In The Skies".

Gruß, Wolfgang

Offline beutlin

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #47 am: 20. Feb. 2005, 13:47 »
Zitat von: wz1950
Zitat von: wz1950
Zitat von: Michael Franz
Frage: Wann war "In the skies" und wann war "Dire Straits"?

Beide 1979.

Mein Gedächtnis läßt wohl nach... habe nachgesehen und muß mich korrigieren: die erste Dire Straits erschien bereits 1978, also deutlich vor "In The Skies".

Gruß, Wolfgang


Die Daten sind richtig.

Allerdings nahm Peter Green die Arbeiten zu seinem Album bereits 1976 auf.

Es ist wirklich frappierend, wie sehr sich der Gitarrensound von Green auf dem zweiten Stück und Knopfler auf dem Erstling ähneln.

Gibt es denn eine anderweitige Verbindung zwischen beiden? Mir ist nichts bekannt, aber ihr habt da bestimmt deutlich mehr Kenntnisse.

Überraschend fand ich den Erfolg des Erstlings der Dire Straits schon! 1978 Rhythm and Blues zu veröffentlichen, war recht mutig.

Aber nach Communique war es dann auch schon vorbei - nicht mit durchaus guten Platten - aber eben mit dem bluesigen Sound.

Gruß, Frank
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden...

Offline Michael Franz

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Dire Straits und die Soloprojekte der Bandmitglieder
« Antwort #48 am: 20. Feb. 2005, 13:49 »
Dann scheidet Peter Green als Einflussagent aus. Vom Sound her hätte das hinkommen können, aber nicht so sehr von der Spielweise.

Jürgen Heiliger

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« Antwort #49 am: 20. Feb. 2005, 18:02 »
Zitat von: beutlin
Zitat von: wz1950
Zitat von: wz1950
Zitat von: Michael Franz
Frage: Wann war "In the skies" und wann war "Dire Straits"?

Beide 1979.

Mein Gedächtnis läßt wohl nach... habe nachgesehen und muß mich korrigieren: die erste Dire Straits erschien bereits 1978, also deutlich vor "In The Skies".

Gruß, Wolfgang


Die Daten sind richtig.

Allerdings nahm Peter Green die Arbeiten zu seinem Album bereits 1976 auf.

Es ist wirklich frappierend, wie sehr sich der Gitarrensound von Green auf dem zweiten Stück und Knopfler auf dem Erstling ähneln.

Gibt es denn eine anderweitige Verbindung zwischen beiden? Mir ist nichts bekannt, aber ihr habt da bestimmt deutlich mehr Kenntnisse.

Überraschend fand ich den Erfolg des Erstlings der Dire Straits schon! 1978 Rhythm and Blues zu veröffentlichen, war recht mutig.

Aber nach Communique war es dann auch schon vorbei - nicht mit durchaus guten Platten - aber eben mit dem bluesigen Sound.

Gruß, Frank



Hallo Frank,

es ist richtig, dass das Erstlingswerk der Dire Straits im Februar 1978 in England erschien.

Aber geauso ist es richtig, so steht es zumindestens in dem Buch zu der Band, dass ihr erster Hit 'Sultans of Swing' schon in der Erstversion seid dem Jahreswechsel 76/77 bei der BBC gespielt wurde. Damals zuerst noch von einem Demo Tape (Kasette!), welches die Dire Straits einem der Rundfunk-Moderatoren der 70er bei der BBC im November 76 in den Briefkasten schmissen. Dieser war von diesem Lied so angetan, dass er es am folgenden Tag mit zur BBC nahm und in seiner Sendung in der ersten halben Stunde ununterbrochen spielte.

Dieses Demotape war übrigens laut Mark Knopfler, später einmal dazu befragt, in der eigenen Küche aufgenommen worden. Erst nach diesem Erfolg ging man in die Studios der BBC, um möglichst schnell dieses Lied in besserer Qualität zu bekommen.

Dies ist noch im Dezember 76 geschehen.


Erst danach machte man sich daran das Album zu produzieren und trat nebenbei in London in den kleinen und mittleren Clubs auf um die Songs anzutesten.


Von daher denke ich, ohne den anderen Künstler näher zu kennen, da haben wohl zwei zu gleicher Zeit die gleiche Idee gehabt.

Gruß
Jürgen