Autor Thema: Verwaltung der Tonbänder  (Gelesen 3842 mal)

Offline Freddie Bandsalat

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Verwaltung der Tonbänder
« am: 02. Okt. 2009, 12:30 »
Guten Tag allerseits,

nachdem ich seit geraumer Zeit dieses wunderbar informative Forum verfolge und eifrig lese (Kompliment an alle, die ihr Wissen hier weitergeben!), habe ich mich angemeldet, um ein Thema anzuschneiden, das mich seit längerem beschäftigt und zu dem ich hier noch keinen Beitrag gelesen habe. Vielleicht habe ich ja auch was übersehen.

Also: Wie verwaltet Ihr Eure Tonbänder? Ich meine damit sowohl das Band selbst als auch die Musik, die da drauf ist. Wenn Ihr ein bestimmtes Band z.B. von BASF sucht, und Ihr habt 20 Stück davon, wie findet Ihr das auf Anhieb? Verwendet Ihr Zahlenlabels? Und wenn Ihr ein bestimmtes Lied oder meinetwegen ein bestimmtes Album sucht, wie geht Ihr da vor?  Notiert Ihr Euch die Titel in ein Heft? Gibt's da gar eine Software?

Ich kann Euch ja schildern, wie ich das bisher gemacht habe, was mich aber nicht mehr zufrieden stellt: Da ich in meiner Jugend (noch nicht soo lange her ;-) mit einem Vierspurgerät (TESLA B100) Monoaufnahmen gemacht habe, legte ich mir ein Ringbuch zu. Jedes Band bekam eine Nummer mit Klebefolie auf die Schachtel aufgebracht. Im Ringbuch wurden für jedes Band zwei Seiten angelegt; die "grüne" und die "rote" Seite, dem Vorlaufband entsprechend. Auf diese Seiten zog ich in der Mitte einen vertikalen Strich, so das ich links Titel und Band des einen Kanals, rechts des anderen notieren konnte. Wenn ich mal einen Kanal oder eine ganze Seite neu bespielte, ersetzte ich einfach das Blatt.

Seit ich aber meinem Hobby ausgelassen fröne und inzwischen Stereoaufnahmen in verschiedenen Geschwindigkeiten mache, außerdem auch noch ein REVOX A77-Zweispurgerät neben dem bestehenden Vierspurgeräten habe, verkompliziert sich alles etwas.

Wie macht Ihr das? Ist das Verwalten der Bänder überhaupt Thema für Euch?

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich nach einer Verzeichnung/Verwaltung der Musik auf dem PC Ausschau gehalten habe, und noch nicht so richtig fündig geworden bin. Zwei Programme kämen eventuell in Frage; aber so richtig überzeugt bin ch noch nicht davon.

Auf Eure Antworten freut sich

Roland

Offline cisumgolana

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Re: Verwaltung der Tonbänder
« Antwort #1 am: 02. Okt. 2009, 15:37 »
Moin Roland!

Ich nehme seit 1960 Musik auf Tonband (UHER 4000 Report) auf und habe nach
einiger Zeit auch vor dem Problem der "Wiederfindung" oder "Doppelaufnahmen"
gestanden.
Zuerst habe ich in ein DIN A5 Notizbuch per Hand eingetragen. Später "wuchs"
das Buch auf A4. Ab 1977 hatte ich schon mit Computern (Tektronix 4081 Grafik-
station und IBM-Großrechner) zu tun. Da habe ich alles in eine ASCII-Datei ge-
schrieben (Spalten per Leerzeichen mühsam eingerichtet). Diese Datei mußte
mehrfach auf andere Rechner (mit unterschiedlichen BS) portiert werden (mit
den damals üblichen Schwierigkeiten, weil "ASCII" nicht gleich "ASCII"!!!). Ab
1985 hatte ich dann meinen ersten PC (noch mit DOS-BS, kein WINDOOFS!).
Also wieder ein Umzug - aber nicht für lange. Dann wurde in der Firma auf MS
WINDOOFS umgestellt, mit dem ersten Office-Paket (hieß das damals schon
so?). Da habe ich die mittlerweile ca. 7000 Zeilen in eine Excel-Tabelle kon-
vertiert. Die benutze ich noch heute daheim auf meinem privaten PC. Sie ist
mittlerweile auf >25000 Zeilen angewachsen. Eine Umstellung auf ein Daten-
bankformat (z. B. Access) habe ich bis heute (für mich kein höherer Nutzwert)
nicht gemacht. Es reicht aus, die Sortierfkt. von Excel zu bemühen, wenn ich
z. B. wissen will, was ich von einer bestimmten Gruppe habe (o. ä.).
Diese Gesamtliste hat die Spalten:
Interpret/Titel/Medientypkürzel mit lfd. Nr./Seite-Spur/Rauschunterdrückungskürzel
/Bemerkungen/Band-Cassettentyp/Laufzeit/
Das geht alles auf DIN A4 Hochformat, was gut für die Lesbarkeit und Handlichkeit der
ausgedruckten Liste ist. Ich brauche "Handgreifliches", auch wenn es nicht immer ganz
aktuell ist.
Zusätzlich brauchte ich mit der Zeit noch Ergänzungslisten:
LP-Liste mit zusätzl. Spieldauer und Häufigkeit mit Summenfkt. für die Tonabnehmer-Betriebsstunden
CD-Liste zum besseren CD-Zugriff, weil ich aus Platzgründen alle CD in 50iger-Kompaktboxen (ohne Hüllen/Booklets)
aufbewahre.
"Open-Reel-Liste" zum besseren Zugriff auf die Tonbänder meiner "Großspuler". Für die "Mittelklasse", bzw. die
"Kleinspuler steht diese Arbeit noch an. Die Tonbänder/Cassetten sind an verschiedenen Stellen in der Wohnung
aus Platzgründen dezentral gelagert.

Irgendwann gab es die ersten Programme, die einfacher sein sollten (fand ich aber nicht). Auch wenn diese Progs
bestimmt besser geworden sind - ich bleibe bei meiner "Excelei".
Aber wenn man ohne historische Altlast daran geht, ist so ein spezielles Programm u. U. hilfreich. Ich wünsche Dir
ein gutes Händchen, das Richtige herauszufinden.

Grüße
Wolfgang

PS.: Für meine Photo-Negative/Diapositive (>50000) habe ich auch angefangen eine Liste anzulegen. Aber da sollen
viel mehr Parameter erfaßt werden (u. a. Aufnahmejahr/Aufnahmeort/Motiv/Qualität/etc.). Obendrein muß ich jedes
Bild buchstäblich unter die Lupe nehmen. Ob ich in diesem Leben noch alles schaffe, was ich mir so vorgenommen
habe? Zumal ich im Wesentlichen nur im Winterhalbjahr daran arbeite...

Offline Freddie Bandsalat

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Re: Verwaltung der Tonbänder
« Antwort #2 am: 04. Okt. 2009, 15:17 »
Lieber Wolfgang,

herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Deine Excel-Tabelle hat 25000 Zeilen, alle Achtung! Da bin ich mit meinen ca. 200 zu verwaltenden Tonbändern ein Leichtgewicht. Ganz zu schwegen von Deinen Dias...

An Excel hatte ich natürlich auch gedacht, irgendwie ist mir das aber zu unpersönlich. Mir schwebt eine auch von Erscheinungsbild gepflegte Datenbank vor, die über genügend Reportformate verfügt, so dass ich das Druckbild möglichst komplett bestimmen kann. Wahrscheinlich müßte ich mich mit FileMaker näher beschäftigen und mir dann selber was basteln.

Für mich sind auch so Informationen wichtig wie z.B. wo ich ein Band für wieviel gekauft habe, oder wann ich ein Band bespielt habe usw. Die alles in ein Kommentarfeld zu schreiben ist mir zu wenig; schließlich möchte man irgendwann mal zusammenzählen, was einem die Bänder im Laufe der Jahre so gekostet haben, oder besser nicht ;-)

Weil Du schon Excel erwähnt hast: Das eine Programm, das ich ins Auge gefasst habe, unterstützt auch den Import von Excel. Mit dem Hersteller habe ich nichts zu tun, nicht dass Du glaubst, ich betreibe hier Werbung. Es heißt Shellack Pro 7.2 und ist eigentlich entworfen worden, um Schellackplatten-Sammlungen zu verwalten, bietet aber auch die Möglichkeit, alle anderen Tonträger zu archivieren. Ich finde es auch nicht ganz geeignet für meine Zwecke, weil es Tonträger grundsätzlich in zwei Kategorien einteilt: einseitige wie CDs oder DVDs, und zweiseitige, wie Cassetten, LPs und eben Tonbänder. Hat man aber 4-Spur-Bänder mit Mono-Aufnahmen auf beiden Seiten, müßte man doch von einem "vierseitigen" (oder zumindest "vierteiligen") Tonträger sprechen. Natürlich kann man sich da behelfen und die Spuren einfach hintereinander auf eine Bandseite ins Programm eingeben; im Ausdruck sieht es aber nicht so gut aus. Ich hätte es gerne auf zwei Spalten und mit jeweils eigener laufender Nummerierung.

Nun ja, mal sehen, ob ich noch was anderes ausfindig machen kann.

Viele Grüße und herzlichen Dank nochmal

Roland

Offline turtur

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Re: Verwaltung der Tonbänder
« Antwort #3 am: 05. Okt. 2009, 13:54 »
Hallo Roland,

das von dir geschilderte Problem hat mich schon in den 80er Jahren erwischt. Wobei ich damals "nur" Kassetten aufgenommen habe. Seit Sommer 2007 ist auch eine Bandmaschine dazugekommen (AKAI GX635D). Zuerst habe ich auch so wie du mir Ordner angeschafft und mit Ringbucheinlagen gearbeitet. Das Problem war aber damals, dass ich immer alles zweimal anlegen musste. Einmal nach Cassettennummern und einmal nach Interpreten sortiert. Eine Suche nur nach dem Titel war dann schon nicht mehr möglich, es sei denn, ich hätte mir noch einen dritten Ordner sortiert nach Titeln angelegt. Das war mir aber damals dann doch zu heftig.

Inzwischen bin ich über C-64, Amiga und nun PC auf das Programm MS-Access gekommen. Damit lassen sich alle von dir genannten Wünsche erfüllen. Ich habe im Anhang mal ein Bild meines Aufbaus in Access beigefügt. Ich hoffe es ist nicht zu groß geworden.

Durch die Möglichkeit sich in Access einen Bericht (Ausdruck) in der Form zu gestalten, wie man ihn auch haben möchte, ist praktisch alles umsetzbar. Man alle Felder miteinander kombinieren.

Gruß
Oliver

Offline niels

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Re: Verwaltung der Tonbänder
« Antwort #4 am: 05. Okt. 2009, 19:38 »
Ich bin auch noch am überlegen, was eine Tabelle für mich alles können muss. Z. B. eine Spalte "Interpret", klar, "Komponist", "Musiker" und "Sonstiges". In die Spalte oder die Spalten "Sonstiges" gehört z. B. ob bei einer Kassettenaufnahme die Aufzeichnung über mehrere Kassetten geführt wird, oder Zusatzwissen über Erstveröffentlichungsdatum, oder Single oder LP. Daher habe ich nur ein Ringbuch und seit Jahren keine Übersicht mehr.

niels

Offline cisumgolana

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Re: Verwaltung der Tonbänder
« Antwort #5 am: 06. Okt. 2009, 10:01 »
Moin Roland!

Der Phantasie (mit dem verbundenen Arbeitsaufwand) sind natürlich bei der Ausgestaltung
(handling, Optik, Parameterzahl) fast keine Grenzen gesetzt. Ich bin sicher, Du wirst Dir da
was Schönes (persönliches) erstellen.

Mein Motto lautet aber: "So wenig wie möglich, und so viel wie nötig". Das hat was mit meiner
Faulheit und mit meinem Pragmatismus zu tun (in dieser Reihenfolge). Ich will (von mir aus, so
unpersönlich wie es geht) schnell und einfach die Daten verfügbar haben. Außerdem bin ich
nicht gewillt, mich mit Programmbeschreibungen und Maskenzwang (Datenbank) herumzuschlagen.
Daher gibt es für mich persönlich nicht´s Besseres als eben Excel.
Außer dem TB-Hobby habe ich noch weitere Hobbies, welche teilweise noch zeitaufwendiger sind.
Da will ich doch nicht mehr Zeit für solche Listen aufwenden als nötig.

Grüße
Wolfgang

PS.: Mit der Auflistung der Negative/Diapositive stehe ich noch ganz am Anfang. Mit graut vor dem Berg,
darum verwalte ich die Arbeit daran auf der Zeitschiene...

Offline Freddie Bandsalat

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Re: Verwaltung der Tonbänder
« Antwort #6 am: 06. Okt. 2009, 23:48 »
Hallo zusammen,

Schön, dass Ihr auf mein Luxusproblem eingegangen seid...

@Oliver: Access hatte ich auch schon im Visier, es war mir dann aber doch zu - wie soll ich das nennen - unsinnlich, spröde. Dieser Microsoft-Stallgeruch, der einem aus den Eingabemasken entgegenweht. Danke für das Bild; freut mich zu sehen, dass Du ein Bowie-Fan bist ;-)

@Niels: Irgendwie kann ich mein Ringbuch auch nicht beiseite legen, schon allein weil es soviel Mühe gekostet hat, die Titel einzeln hinenzuschreiben. Es ist längst überholt, zigmal verbessert, an manchen Stellen kaum noch lesbar, weil ich mir irgendwann nicht mehr die Mühe gemacht habe, neue Seiten einzufügen, sondern die alten überschrieben habe.

@Wolfgang: Ein schönes Motto hast Du; ich könnte es glatt beherzigen, wenn ich nicht faul und sinnlich zugleich wäre. Ich wünsche mir halt was Schniekes auf dem Rechner, das mich auf Tastendruck umständlich informiert und mir keine Arbeit macht. ;-)

Ich sehe gerade: FileMaker kostet ein paar hundert Euro  :shock: Für das Geld kauf ich mir lieber noch ein paar Tonbandgeräte...

Tschüß
Roland

Offline Wolfgang2

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Re: Verwaltung der Tonbänder
« Antwort #7 am: 20. Okt. 2009, 08:10 »
Hallo
Es gab mal ein richtig schönes Programm was einem fast alle Wünsche erfüllte. Es nannte sich Hits & Bits und wurde über die Stereoplay vertrieben. Ich hab noch eine der ersten Versionen auf Diskette. Ist eine Access Datenbank bei der man alles Eingeben kann was man möchte. Leider wurde das Programm irgent wann nicht mehr angeboten. Vieleicht macht der Entwickler ja eine kleine Sonderausgabe wenn ein paar Leute ihr Interesse bekunden.

Wolfgang

Offline Freddie Bandsalat

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Re: Verwaltung der Tonbänder
« Antwort #8 am: 23. Okt. 2009, 10:57 »
Hallo Wolfgang,

danke für den Hinweis. Ich bin jetzt dazu übergegangen, meine Sammlung zunächst in Excel einzugeben. Kann schon mal nicht falsch sein, da viele Programme einen Import unterstützen und ich zur Not die Excel-Listen auch in .csv-Dateien umwandeln kann, falls der Import direkt aus Excel nicht unterstützt wird.
Momentan neige ich zu Filemaker, aber vielleicht läuft mir noch was Attraktives über den Weg.

Herzliche Grüße
Roland