Autor Thema: IRISH - Bandmaterial aus den USA  (Gelesen 5225 mal)

Offline Joschi

  • User
  • *
  • Beiträge: 127
    • Röhren-Joschi
IRISH - Bandmaterial aus den USA
« am: 25. Aug. 2009, 17:20 »
Hallo,
gestern kam eine Lieferung mit drei Bändern, die ich bei eBay ersteigert habe. Zwei der drei Bänder sind bespielt und mit Vorspannband versehen, dem dritten Band fehlt letzteres. Deshalb gehe ich davon aus, dass es sich dabei um ein unbenutztes Orginalband handelt.
Auf dem ersten Bild seht Ihr die Pappschachtel und die darin befindliche Spule mit dem Band. Das zweite Bild zeigt das in der Schachtel befindliche Zubehör, einen Goldstreifen, zwei Aufklebe-Etiketten und einen Kunstlederstreifen, mit dem man anscheinend so etwas wie ein Scharnier an die Pappschachtel bauen kann.
Der Sinn des Goldstreifens erschließt sich mir noch nicht (meine Englischkenntnisse tendieren gen Null). Auf der Plaste steht dazu:

TO IDENTIFY YOUR TAPE LIBRARY WITH GOLDMARK GOLD FOIL
1. Unfold wrapper. Keep gold strip attached and lay out flat.
2, Hold firmly against leatherette binding between scored lines along spine area.
3. Write thru wrapper with ball point pen or stylus, use a firm even pressure.

Das wenige, was ich mir zusammenreimen kann ist, dass man mit einem Kugelschreiber die Folie beschriften soll. Der Rest erschließt sich mir nicht.

Von daher interessiert mich natürlich brennend, was es mit der Goldfolie auf sich hat und ob es schon Erfahrungen mit diesem bandmaterial gibt.

Viele Grüße
Joschi
« Letzte Änderung: 25. Aug. 2009, 17:43 von Joschi »

Offline grundig tk 240

  • User
  • *
  • Beiträge: 377
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #1 am: 25. Aug. 2009, 23:02 »
Hi Joschi,

die Aufkleber stammen definitiv von BASF. Ob die wohl wirklich zu dem abgebildeten Band gehören ?

Und die Spulen sehen sehr nach einem bekannten amerikanischen Bandhersteller namens Sha..ock aus.... Ein Schelm, wer Böses dabei denkt !

Trotzdem, interessanter Fang !

Gruß
Thomas
Mit Röhren hören !

Offline niels

  • User
  • *
  • Beiträge: 456
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #2 am: 26. Aug. 2009, 09:45 »
Ich interpretiere es so, dass du dir mit dem Leder- und Goldteilen einen "Buchrücken in Goldprägung" für die Bandbox basteln können sollst.

Welche Größe hat das "Irish"-Band? Ich tippe auf 13 cm?

Irish und Shamrock sollten identisch sein, soweit mir bekannt. Es ist allerdings auch so, dass diese Spulenform eine "amerikanische" Standardform ist, so ähnlich wie bei uns die 3-Loch-BASF. Vor geraumer Zeit fand ich auf einer amerikanischen RMG-Seite LPR 35 auf solchen Spulen. Als ich vor nicht ganz so geraumer Zeit nochmal gesucht habe, konnte ich das Bild leider nicht mehr wiederfinden.

niels

Offline Joschi

  • User
  • *
  • Beiträge: 127
    • Röhren-Joschi
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #3 am: 26. Aug. 2009, 15:30 »
Hallo Thomas,
was die Spulenform anbelangt, diese 13 cm Spulen habe ich erstmalig. Aber Du hast natürlich recht, eine gewisse Ähnlichkeit zu der 18er Shamrock-Spulen ist unverkennbar.
Was das Bandmaterial anbelangt, so scheint es, wenn überhaupt, von der Shamrock-Serie zu sein, die brauchbar ist. Das Band ist hellbraun, etwa wie BASF-Band, und ohne Rückseitenbeschichtung. Ein kleben oder schmieren ist absolut nicht zu beobachten. Und es hat ganz gute Wickeleigenschaften, sprich der Wickel wird glatt.
Gruß
Joschi

Offline Tonband Paule

  • User
  • *
  • Beiträge: 125
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #4 am: 26. Aug. 2009, 17:54 »
Hallo Joschi,

da habe ich vor kurzem einen Artikel gelesen (nur wo? RollingStone?, damit keine Quellenangabe möglich), das war wohl die Vorgängerbandsorte von APMPEX und Shamrock.
Damit könnte das Bandmaterial aus den 50 er Jahren stammen. Prüfe aber vorsichtshalber die Bandbreite, da gab es wohl Sorten mit 6,5mm anstatt 6,35mm (der US 1/4 Zoll). In den frühen Jahren haben die Hersteller in den USA noch die alten deutschen Bänder nachfertigen wollen und hatten 6,5mm Breite.
Zumindest ist das IRISH Band vom Aufbau den sehr alten BASF ähnlich, also keine LH oder hochaussteuerbare Edelware.
Leider kann ich nicht mehr dazu beitragen.

Gruß,
Wolfram

Offline niels

  • User
  • *
  • Beiträge: 456
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #5 am: 26. Aug. 2009, 18:32 »
Ich bin mir jetzt nicht sicher, aber ich gehe davon aus, dass aus den 6,5 mm sehr schnell 1/4 Zoll wurde. Hinzu kommt, dass der Markt für Bänder um 1947 sehr klein war. Wenn tatsächlich ein am'rikaansches 6,5 mm Band überlebt haben sollte, gehört es meiner Meinung nach in ein Museum.

Ist das Band denn durchscheinend, wenn du die Spule gegen das Licht hältst? Das wäre ein Hinweis auf Band auf Zelluloseazetatträger und damit auf frühe Jahre, wobei diese frühen Jahre in den Staaten vieel länger dauerten als in W-Deutschland. Irritierenderweise habe ich durchscheinende PE 31 (oder war es 41?), was eigentlich auf PolyEster gefertigt ist und dennoch durchscheint.

niels

Offline Joschi

  • User
  • *
  • Beiträge: 127
    • Röhren-Joschi
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #6 am: 01. Sep. 2009, 20:16 »
Hallo Wolfgang und Nils,
leider komme ich erst heute wieder dazu, zu antworten. Also, Eure Vermutungen kann ich nicht bestätigen. Das Bandmaterial muss wesentlich neueren Datums sein. Angegeben ist auf der Verpackung als Trägermaterial Polyester mit 1/2 Mil. Dicke und einer Bandbreite von 1/4 In. Und die heutigen Probeaufnahmen liefern auch passable Qualität, zumindest im Vergleich mit dem zuvor bespieltem BASF-Band älterer Produktion muss sich das IRISH-Band nicht verstecken.
Hach, was ist man doch manchmal blind - gerade habe ich die Schachtel mal umgederht und da steht ganz groß drauf: IRISH RECORDING TAPE, OBERLIKA, ALABAMA, U.S.A. Damit wäre das also auch klar.
Gruß
Joschi

Offline grundig tk 240

  • User
  • *
  • Beiträge: 377
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #7 am: 01. Sep. 2009, 23:25 »
Joschi, was ist damit klar ?

Falls du auf Shamrock anspielst, die Bänder kamen aus OPELIKA und nicht aus irgendeiner OBERLIGA.. Die Spulen würden stimmen, habe ich ja auch schon weiter oben geschrieben.

Da Band ist aus den Mitt-Siebzigern und somit ist nix mit uraltem Breit-Band.

Du hast da ganz einfach und ergreifend einen Shamrock-Ableger an Land gezogen. Mit braunem Band, das gab´s  bei Shamrock auch. Und dieses Band ist durchaus brauchbar. Sei froh, es hätte deutlich schlimmer kommen können !

Gruß
Thomas
Mit Röhren hören !

Offline Joschi

  • User
  • *
  • Beiträge: 127
    • Röhren-Joschi
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #8 am: 02. Sep. 2009, 04:42 »
Hallo Thomas,
ich teile Deine Ansicht völlig. Es sind keine "historisch wertvollen" Bänder. Insofern steht meiner Meinung nach einer Benutzung zumindest kein Sammlerwert entgegen. Und bei der Benutzung bestätigt sich, was in der Bändertauglichkeitsliste auch so schon formuliert ist, die braunen Shamrocks sind so schlecht nicht. Auf genau diesen Umstand wollte ich noch einmal hinweisen. Ich denke, ich sollte unter diesem Thema noch einmal ein paar Worte schreiben.
Gruß
Joschi

Offline grundig tk 240

  • User
  • *
  • Beiträge: 377
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #9 am: 02. Sep. 2009, 21:31 »
Hallo Joschi,

die braunen Bänder, die es auf Shamrock-Spulen zu kaufen gab, waren und sind einwandfrei. Ich habe hier ein am 31.12.1977 gekauftes 549m-Shmarock mit braunem Band. Dafür habe ich als zwölfjähriger Bengel sechs Mark im Karstadt bezahlt und am gleichen Abend das Band mit dem Grundig TK 240 mit Silvester-Sendungen und am folgenden Neujahrsmorgen mit SWF 3-Frank Laufenberg (die Sendung hiess "Flohmarkt") und einem vierstündigen Beatles-Special bespielt. Die Aufnahmen existieren leider nicht mehr, das Band jedoch ist noch da. Und spielt nach wie vor abrieb- quietsch- und drop-out frei. Da hätten sich BASF und Konsorten mal eine Scheibe abschneiden können.

Leider weiss ich bis heute nicht, wer nun diesen Bandtyp produziert hat....die schwarzen Shamrocks sind allerdings bis auf gaaaanz wenige Exemplare alle in der Tonne gelandet.

Gruß
Thomas
Mit Röhren hören !

Offline Wolfgang2

  • User
  • *
  • Beiträge: 273
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #10 am: 03. Sep. 2009, 05:45 »
Hallo
Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen was immer über Shamrock geschrieben wird. Mag sein das ich bisher Glück hatte, aber meine haben noch nie Probleme gemacht. Die die ich entsorgen mußte konnten nichts dafür das sie "schlecht" geworden sind. Ich hatte letzte Woche noch ein Philips Tape das man Theoretisch von der Bandrückseite hätte abspielen können so war das wegen falscher Lagerung verklebt. Vom Flohmarkt hatte ich drei neue 3M Bänder mitgebracht. Die Aufnahmequalität ist sehr gut. Nur benutzen kann man die Bänder nicht. Die quietschen schlimmer wie ein junges Ferkel im Stall.,und das auf verschiedenen TB's. Das schlimme daran ist das das quietschen nicht reproduzierbar ist. Auf Akai aufgenommen und abgespielt, alles gut. Drei Stunden später wegen der Geräsche weder auf Akai noch Uher nicht mehr zu gebrauchen und am anderen morgen wieder Ruhe im Karton. Ich hab in einem anderen Tread schon mal was dazu geschrieben. Meist sind bei uns ja BASF und AGFA vertreten. Bei meinen Tapes hab ich mal hochgerechnet und die Shamrocks haben was ausfälle betrift auch nicht schlechter abgeschnitten wie der rest. Man weiß ja leider nie wie die Tapes gelagert wurden. Das Entsorgte Philips ist definitiv feucht geworden und ist damit Unschuldig. Bei meinen Shamrocks weiß ich das sie entweder von mir sind oder da selbst abgeholt wo sie gelagert waren.

Wolfgang

Offline Tonband Paule

  • User
  • *
  • Beiträge: 125
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #11 am: 11. Sep. 2009, 15:52 »
Hallo,
nun habe ich doch eine Quelle gefunden, da wird kurz auf die Geschichte eingegangen. Damit müssten alle Bänder der Marke Irish von vor 1959 sein.
Damals als high quality tape beworben, das erklärt auch den Goldrand zum Beschriften.
Danach hat sich Ampex die Firma einverleibt, Ampex verdanken wir auch die Shamrock Derivate (es sind nicht alle schlecht, ich selbst habe die berüchtigten schwarzen Bänder ohne quitschen und schmieren in der Sammlung).

Hier ein Link, auch andere Infos da sind hilfreich:
http://www.useddlt.de/magnetband_story1.html#c2820

Grüße,
Wolfram

Offline Kirunavaara

  • User
  • *
  • Beiträge: 86
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #12 am: 11. Sep. 2009, 17:55 »
Was spricht denn dagegen, daß Ampex den Namen Irish nach 1959 weiterverwendet hat? Die oben gezeigte Spule sieht jedenfalls deutlich jünger aus. Und ein paar Irish-Compactcassetten gibt es auch, die sind garantiert nach 1959 hergestellt... wenn auch nicht immer von Ampex :-)

Viele Grüße,
Martin

Offline grundig tk 240

  • User
  • *
  • Beiträge: 377
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #13 am: 11. Sep. 2009, 21:37 »

Hier ein Link, auch andere Infos da sind hilfreich:
http://www.useddlt.de/magnetband_story1.html#c2820

Grüße,
Wolfram

Diesen Link halte ich für nicht sehr empfehlenswert, zwar lustig und interessant zu lesen, leider aber auch ziemlich fehlerbehaftet. Und die Infos dort über Scotch/3M/Irish sind definitiv falsch.

Auch die dortigen Informationen über die Tonbandgeräte meiner Leib- und Magenfirma Grundig führen allenfalls zum Hochrollen der Fußnägel.

Gruß
Thomas
Mit Röhren hören !

Offline Tonband Paule

  • User
  • *
  • Beiträge: 125
Re: IRISH - Bandmaterial aus den USA
« Antwort #14 am: 12. Sep. 2009, 11:20 »
Hallo Martin und Thomas,

"Treffer, versenkt!" könnte man hier sagen ;)

Sicher können IRISH Bänder noch unter AMPEX weitergefertigt und vertrieben worden sein, immerhin hatten die wohl in USA einen guten Ruf. Die Cassetten sprechen eindeutig dafür bis in die Mitte der sechziger Jahre hat die Marke mindestens existiert.

@Thomas:
Da habe ich genau die falsche Quelle ausgegraben wie es scheint. Die ganze Seite werde ich mal in Ruhe durchstöbern, der Autor hat wie ich gesehen habe schon eine "freundliche" Klatsche erhalten.

Grüße,
Wolfram