Autor Thema: Für Klassik-Freunde: Mozart-Kompositionen entdeckt  (Gelesen 1254 mal)

Offline Soundy

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Der Urheber zweier bisher als anonym geltender Klavierwerke konnte jetzt identifiziert werden: der junge Mozart

Entdecker: Ulrich Leisinger mit den Notenblättern, die er dem jungen Mozart zuordnen konnte.

Der Schatz lag immer direkt vor der Nase und nicht versteckt und verstaubt auf Großmutters Dachboden. Dennoch hat man erst 145 Jahre, nachdem das "Nannerl-Notenbuch" in den Besitz der Stiftung Mozarteum kam, entdeckt, welche Kostbarkeit sich darin befindet: zwei Werke des jungen Wolfgang Amadé Mozart. Am Sonntag wurde der Fund der Öffentlichkeit präsentiert.

Im Köchelverzeichnis Mozarts wird man jetzt etwas umräumen müssen. Die beiden Klavierstücke im Nannerl-Notenbuch galten bisher als anonyme Kompositionen. Musikwissenschaftler Ulrich Leisinger von der Stiftung Mozarteum hat den ersten Satz eines Cembalokonzerts in G-Dur und ein fragmentarisches Präludium als Werke des Musikgenies identifiziert. "Die beiden Werke waren immer etwas verdächtig. Ich habe auch internationale Experten in die Diskussion mit einbezogen. Niemand hat sich bisher gegenteilig geäußert", so Leisinger.

Aufgeschrieben wurden die Noten von Leopold Mozart. 1763/'64 kleckste der siebenjährige Wolferl noch zu ungelenk auf das Notenpapier, sodass der Vater diese Aufgabe übernahm. "Ihn kann man als Komponist ausschließen. Da ist zu viel technischer Hokuspokus drinnen. Was der Komponist dem Spieler durch rasante Passagen, das Überkreuzen von Händen und wilde Sprünge zumutet, ist ein bisschen verrückt. Ich glaube, der junge Mozart wollte damit zeigen, was er alles konnte", sagt Mozart-Kenner Robert Levin.

Das kurze Präludium wird ebenfalls dem jungen Mozart zugeschrieben, weil es eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Konzertsatz aufweist. Leisinger ist überzeugt, dass diese Entdeckung "nicht nur eine Fußnote in der Musikgeschichte sein wird". Er bezeichnet den fünfminütigen Konzertsatz als "wichtiges Bindeglied zwischen den Miniatursätzen aus dem Nannerl-Notenbuch und den großen Formen der Instrumentalmusik."

Die neue Entdeckung wird natürlich entsprechend vermarktet werden. Im Herbst ist eine Neuauflage des Nannerl-Notenbuchs geplant, das ursprünglich Vater Leopold für den Klavierunterricht angelegt hatte.

Geplant ist eine CD und eine Orchesterveröffentlichung. Im Jänner 2010 soll das Konzertstück im Rahmen der Mozartwoche erstmals aufgeführt werden.

Artikel vom 02.08.2009 17:02 | Brigitte Kirchgatterer | MH

Quelle: http://www.kurier.at/kultur/1927831.php

Zum Anhören: http://www.kurier.at/multimedia/audio/1927798.php

Soundy


Manuel (der Fliege)

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Re: Für Klassik-Freunde: Mozart-Kompositionen entdeckt
« Antwort #1 am: 02. Aug. 2009, 22:29 »
Man stelle sich vor, es hätte zu Mozart´s Lebzeiten auch schon Tonband gegeben. Dann könnten wir den Meister höchstselbst hören und vielleicht wären dann auch irgendwann uralte Bänder gefunden worden.

Tja, Papier und Tonband - solange kein Feuer oder Hochwasser alles zu vernichten droht, hält das mehrere hundert Jahre.