Autor Thema: Was man beim Entrümpeln alles findet...  (Gelesen 1607 mal)

Offline cassettenfreund

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Was man beim Entrümpeln alles findet...
« am: 26. Jul. 2009, 23:07 »
Hallo Freunde,

langsam wurde es Zeit, ein neuer PC musste her. Trotz erheblichem Ärger mit Pollin habe ich die neuen Komponenten erst einmal in Betrieb genommen. Zur Zeit bin ich damit beschäftigt, den Inhalt meiner alten Festplatten zu erfassen und wichtige und erhaltenswerte Dokumente zu sichern, bevor die Festplatten formatiert und in die Nostalgieecke gebracht werden. Dabei bin ich auf einige Frühwerke von mir gestoßen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Im Anhang befinden sich zwei PDF-Dateien. Die erste Datei enthält ein Schriftstück aus dem Jahr 2005, welches sich mit dem Thema MS-DOS beschäftigt. Das hatte ich mal für einen Schulfreund geschrieben. Beim Lesen musste ich zu meinem Erschrecken feststellen, dass sich einige fachliche Fehler eingeschlichen haben.

In der zweiten Datei sieht man meinen ehemaligen Plan, ein Buch zu schreiben. Über ein (unvollständiges) Inhaltsverzeichnis ist es allerdings nicht hinausgegangen. :lol:

Liebe Grüße,
Mario

Manuel (der Fliege)

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Re: Was man beim Entrümpeln alles findet...
« Antwort #1 am: 27. Jul. 2009, 00:29 »
Ach ja, so schön war die Zeit.

Ich könnte auch ein kleines Kapitel für ein Buch schreiben. Am 13. Oktober 1993 kaufte ich mir meinen ersten eigenen PC und das Betriebssystem war auch MS-DOS 6.2.

Spiele gespielt hatte ich auch viel, lief immer alles problemlos, denn ich hatte 615 K freien Speicher mit aktiviertem EM386. Für manche Spiele, wie z.B. COMANCHE, mußte man EM386 deaktivieren und da hatte ich immer noch 605 K frei. Allerdings weiß ich nicht, ob ich meine CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT noch irgendwo gespeichert habe. Wäre bestimmt für so manchen PC-Nostalgiker interessant. :lol:

Tja... manche dieser Spiele habe ich noch. Aber leider kann ich sie nicht mehr laufen lassen, funktioniert nicht mit Win XP. @#$%-Computer. Ist alles nichts auf Dauer, sondern nur kurzlebiges Zeug.

Manchmal bin ich direkt am Überlegen, ob ich nicht wieder zurück zu Nintendo Spielekonsolen gehen soll. Habe leider meine komplette Nintendo-Sammlung mit einem Haufen Zubehör und Fan-Magazinen vor mehreren Jahren verkauft. Heute reut es mich fast.

Habe in den Neunzigern sogar manchmal Komplett-Lösungen selber geschrieben, wenigstens meine alten TXT-Dateien unter MS-Word 5.5 kann ich noch lesen, denn Word 5.5 für DOS läuft noch unter Windows XP. :up: Das ist aber schon alles, was sich in die Gegenwart hinüberretten ließ.  :'( Eigentlich schon traurig irgendwie.

Naja, egal. Dein Text weckte jedenfalls alte Erinnerungen wieder.
Mannomann, da fühlt man sich gleich irgendwie so alt. Dabei ist das doch gar nicht sooo lange her gewesen, gerade mal 16 Jahre. Mir kommt´s eigentlich gar nicht so lange vor. War doch erst gestern irgendwie...

Im Vergleich zu den alten Tonbandsachen ist es jedenfalls ultrahochmodern. Meine Sicherungskopien der DOS-6.2-Betriebssystem-Disketten waren auf bunten Disketten von BASF aufbewahrt in Klarsicht-Archivboxen. Mannometer, man stelle sich vor, wirklich echte 3,5"-Disketten original von BASF. Sowas gab´s mal und ich hatte das sogar. *Kopfschüttel* Sowas glaubt heute kein Mensch mehr, oder? Es gibt ja nicht einmal mehr CompactCassetten von BASF. Wenn mir das damals jemand prophezeit hätte, neeeh, gibt´s doch gar nicht.

Bei Drogerie Müller eine ganze Abteilung voller Kassetten und Disketten, von oben bis unten, die Regale randvoll, konntest Dir aussuchen, was Du kaufen möchtest. Ach, war das geil! Ich sag´ euch, Leute, die Neunziger Jahre waren die Allerbesten! Super Musik kam da auf, Techno, Scooter, Mayday, Love Parade, alle 5 Minuten Fortschritt in Sachen PC, Kassetten in Hülle und Fülle, die Teenager hatten noch Walkman.

Es gab keine Handys, keine Klingeltöne, keine Logos, kein Internet, keine Downloads, kein Twitter, kein Myspace, boah, das war sooo schön!!! In Bussen und Bahnen nur das "dz-dz-dz-dz-dz", das leise Snare-Gezwitscher aus irgendwelchen schlecht abgeschirmten Kopfhörern oder Ohrstöpsel von Walkman-Geräten, ganz selten hatte jemand einen Discman. Keine Handys. Himmlisch war das. Es gab auch noch keine Tamagotschis. Dafür hatten wir den Game Boy, und zwar mit gelblich-grünem Bildschirm.

Ja, Game Boy. Also da mußte sich niemand mit irgendwelchen Speicherkonfigurationen herumschlagen oder Bootdisketten erstellen. Einfach Modul einstecken, einschalten und *pling* los geht´s. Da rennt der Super Mario und kickt die Schildkrötenpanzer weg.

Oh Lord please bring back the 90s !!!  :lol: :lol: :lol:

Offline cassettenfreund

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Re: Was man beim Entrümpeln alles findet...
« Antwort #2 am: 28. Jul. 2009, 00:34 »
Tja... manche dieser Spiele habe ich noch. Aber leider kann ich sie nicht mehr laufen lassen, funktioniert nicht mit Win XP. @#$%-Computer. Ist alles nichts auf Dauer, sondern nur kurzlebiges Zeug.

Aus diesem Grund hebe ich immer alles auf. Nur defekte Geräte kommen weg. Ich tausche beim Erneuern meines Hauptrechners zwar nur das Notwendige aus, das Gehäuse ist seit 8 Jahren das Selbe, aber auf dem Sperrmüll finden sich manchmal noch gut erhaltene Gehäuse, so dass ich mir einige Nostalgierechner zusammenstellen konnte. Das reicht vom 486er mit MS-DOS 6.22 und Windows 3.11 for Workgroups bis zum AMD Athlon mit Windows ME und Windows XP. Damit habe ich sogut wie alles abgedeckt, was ich softwaretechnisch gelagert habe.

DOS-Spiele können aber auch unter Windows XP mit einem Emulator zum Laufen gebracht werden. DOSBox ist ein freier Emulator, mit dem fast alle Spiele laufen. Man benötigt nur einen sehr leistungsstarken Rechner und den Mut, sich durch die Konfiguration zu hangeln.

Den klassischen Gameboy habe ich leider nicht mehr, der wurde schon vor 7 Jahren an einen Freund verkauft, der ihn dann auch wieder weitergegeben hat. Ich habe allerdings noch einen Gameboy Color mit den heißgeliebten Pokemon-Spielen. Um das Jahr 1999 war diese japanische Serie für Kinder ein Muss. In jeder Schulpause traf man sich, um über das Link-Kabel zwei Gameboys zu vernetzen und so Pokemon auszutauschen, die man selbst nicht fangen konnte, da sie nur in einer bestimmten Edition vorhanden waren.

Es gab keine Handys, keine Klingeltöne, keine Logos, kein Internet, keine Downloads, kein Twitter, kein Myspace, boah, das war sooo schön!!!

Handys finde ich nun wieder praktisch. In meiner Wohnung in Magdeburg habe ich keinen Festnetzanschluss, da könnte ich im Notfall ohne Handy nichtmal die 112 anrufen. Aufs Internet möchte ich auch nicht mehr verzichten, sonst gäbe es schließlich dieses Forum nicht. ;) Myspace ist vor allem für lokale Bands ohne Plattenvertrag sehr nützlich, und Musikdownloads sind praktisch, wenn man von einer CD nur ein Lied haben möchte.

Mannometer, man stelle sich vor, wirklich echte 3,5"-Disketten original von BASF. Sowas gab´s mal und ich hatte das sogar.

Ja, das waren noch hochwertige Disketten. Diejenigen, die man heute kaufen kann, sind billigster Ramsch und gehen schnell kaputt. Die alten Disketten aus den 90ern funktionieren hingegen noch alle.