Autor Thema: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?  (Gelesen 6559 mal)

Manuel (der Fliege)

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Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« am: 28. Jan. 2009, 22:43 »
Hallo zusammen,

neulich nahm ich mir die Zeit und hörte mir einige Tonbänder an, die ich zusammen mit einem Grundig TK 17 de Luxe erhielt. Natürlich ist es immer etwas Besonderes, wenn man die alten Aufnahmen exakt auf dem Gerät anhören kann, mit dem sie vor Jahrzehnten erstellt wurden.

Auf dem ersten Band waren Schlager von UKW und Mittelwelle, ohne Moderation. Caterina Valente, Siw Malmkvist, Walker Brothers, Beatles, Freddy Quinn, Rex Gildo, The Mamas & Papas, Roy Black, Al Martino, Tony Christie, Conny Francis, Lovin´ Spoonful, Gitte, Rolling Stones, Troggs, Frank Sinatra und ähnliche Dinge.

Auf dem zweiten Band nur Schallplattenkopien von Tony Christie, Beach Boys, Beatles, Drafi Deutscher, Roy Black, Manuela, Cliff Richard, Gitte, Peter Alexander, Heintje, Ohio Express, Manfred Mann usw.

Wahrscheinlich geht das auf den anderen Bändern so weiter. Naja, ist ja ganz schön, aber eben nichts Außergewöhnliches. Das nächste Tonband hörte ich dann in einem anderen Zimmer durch, wo momentan gerade ein Philips N4307 steht. Ist ja auch ein 4-Spurer und ein kleines Koffergerät, das würde passen.

So, und was kommt jetzt? Ein Mitschnitt vom holländischen Radiosender Hilversum 3 mit einer Hitparadensendung. Internationale, aktuelle Charthits gemischt mit holländischem Schlager, alles UKW.

Zufall?
Neeh, glaube ich nicht. Es kommt offenbar sehr stark darauf an, mit welchem Tonbandgerät man vorbespielte Bänder abhört. Auf einem ollen Grundig-Röhrenkoffer kommt ganz andere Musik heraus, als auf einem moderneren Volltransistorgerät made in Holland.

Wenn ich den N4307 in der anderen Version "Made in Austria" verwenden würde, müßte demzufolge etwas vom österreichischen Rundfunk zu hören sein. Ich werde das später mal testen. ;)

Viele Grüße,
Manuel

Offline grundig tk 240

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #1 am: 29. Jan. 2009, 13:26 »
Hallo Manuel,

ich versuche gerade mir vorszustellen, dass ich an Deiner Stelle diese "Hörerlebnisse" erlebe. Dabei denke ich ganz spontan: Die ollen Kamellen auf dem TK 17L gefallen mir besser, als die neumodische Mucke auf dem Transistorgerät.

Und bei den Geräten ist es ganz genauso.......    ;-)

Viel Spass noch beim Hören der Tonschätze, egal auf welchem Gerät. Man entdeckt doch immer mal was Feines.

Übrigens: Falls Du mal solche Bänder abzugeben hast, gib ruhig Bescheid. Darf auch gern von Mittelwelle aufgenommen sein. Muss nur aus der zweiten Hälfte der 60er stammen. Nur bitte keine Volksmusik, Klassik, Opern und dergleichen, das mögen meine Apparate nicht.

Gruß
Thomas

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Manuel (der Fliege)

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #2 am: 29. Jan. 2009, 14:02 »
Hallo Thomas,

wobei für mich "modern" und "neumodisch" die frühen Achtziger Jahre sind.  :lol:

Platz 26 sind die "Elektronicas" mit "Dance little Bird", also der berühmte Ententanz. Jetzt kannst Du ungefähr einordnen, wie alt bereits die "moderne" Aufnahme ist. Im Vergleich zum Alter des TK 17 natürlich schon ultramodern. Aber immerhin - auch diese Aufnahme wurde mit dem damals schon betagten TK 17 erstellt. Ganz interessant, wenn man auf diese Weise erfährt, wie lange die Vorbesitzer ihre Geräte benutzt haben, bevor sie irgendwann eingemottet wurden und im Dornröschenschlaf verfielen, bis die Sicherungen Grünspan ansetzten.

Übrigens: Falls Du mal solche Bänder abzugeben hast, gib ruhig Bescheid. Darf auch gern von Mittelwelle aufgenommen sein. Muss nur aus der zweiten Hälfte der 60er stammen. Nur bitte keine Volksmusik, Klassik, Opern und dergleichen, das mögen meine Apparate nicht.

Mei, solche Bänder bekomme ich durchaus öfter herein. Aber halt oft ziemlich schlecht aufgenommen, oder die Bänder sind stark mitgenommen, die Spulen ebenso. Ich könnte ja mal grob aussortieren und ein kleines Überraschungspackerl für Dich zusammenschnüren. Werde ich bei Gelegenheit mal machen.

Irgendwelche weiteren Vorgaben? Bandsorte, Spulendurchmesser, Aufnahmeformat? You say it, I have it. Für das korrekte Abspielgerät bist Du dann selber verantwortlich. Wenn Du keinen holländischen Kratzhals hören willst, darfst Du kein Philips-Gerät benutzen (das Risiko ist bei Dir ja sowieso weniger hoch, nehme ich an).

Gruß,
Manuel

P.S.: Gibt es eigentlich Tonbandgeräte "Made in Luxemburg"? Wenn ja, dann brauche ich unbedingt eines, damit ich mehr von meinem Lieblingssender und dessen von Frank Elstner moderierten Sendungen hören kann.

Offline grundig tk 240

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #3 am: 29. Jan. 2009, 21:08 »

Irgendwelche weiteren Vorgaben? Bandsorte, Spulendurchmesser, Aufnahmeformat? 

Gruß,
Manuel



Hallo Manuel,

nein, ich bin da für alles offen. Die Spulen können gammelig sein, das Band wellig, das stört mich alles nicht. Auf den Inhalt kommt es an. Aus dem Lautsprechergrill müssen die 60er greifbar werden. Es ist eine ganz eigenartige Konstellation von Bandaufnahmen, ich kann das nicht rationell erklären.
Das kommt auch nicht beim Anhören solcher Bänder auf einer meiner Revoxen zustande, nein, da muss ein ebenso alter Grundig-Koffer (egal welcher) werkeln. Es muss halt passen. Am liebsten ist mir halt Viertel- oder Halbspur-mono in 9,5. Meine Lieblings-Bandgeschwindigkeit. Bei 4,75 dumpft´s und 19 macht mich ganz kirre, da kann ich gar nicht hinschauen. 19 ist nur bei Großspulern akzeptabel.

Übrigens, passend zu deiner Überschrift: Ich hatte mal ein sehr seltsames Deja-vu. Im Frühjahr 1978 schenkte mir ein damaliger Freund und Schulkamerad ein von seinem Vater bespieltes BASF-LGS 35. Auf dem Band waren u.a. rund zehn Schlager von 1963. Aus dem Radio aufgenommen, das konnte man hören, obwohl die Ansagen recht penibel weggelassen wurden. Dieses Band habe ich damals - mit dreizehn - rauf und runter gehört, immer wieder auf meinem damals fast nagelneuen TK 547. Irgendwann um 1979 habe ich das Band dann überspielt - Bandmaterial war damals mangels Masse sehr knapp - und das Band dann irgendwann entsorgt. Die Reihenfolge der Lieder habe ich jedoch nie ganz vergessen.

Schnitt.....

Etwa 2003 bekam ich von einem Stammtischkollegen unseres ALT-OPEL-Stammtisches ein blaues TK 23 plus fünf Bändern geschenkt. Das Gerät stammte aus einem Nachlass. So, jetzt kommt´s: auf einem der Bänder - diesmal ein BASF-LGS 26 - war exakt die gleiche Reihenfolge an Schlagern aufgenommen. Nach dem Anhören der ersten zwei Songs dachte ich noch "Na, jetzt müsste eigentlich Lied XXX als nächstes kommen" und es kam auch so. Und so ging das dann die ganze Zeit. Es war definitiv die gleiche Radiosendung, die da zwei vollkommen verschiedene Leute aufgenommen hatten und ich hatte nach all den Jahren dann genau diese Bänder in den Fingern zw. auf dem Tonbandgerät. Das war schon ein eigenartiges Gefühl, wie eine kleine Zeitreise zurück ins Jahr 1978 zu dem damaligen Hören des Bandes. Nur werde ich dieses Mal dieses Band nicht überspielen oder wegwerfen...

Gruß
Thomas

Mit Röhren hören !

Manuel (der Fliege)

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #4 am: 30. Jan. 2009, 00:32 »
Hallo Thomas,

ja, das ist schon manchmal lustig, was man so alles erlebt. Das Dejá vù ist ein doppeltes, denn das hatten wir schon mal...
...such :arrow: such :arrow: such... :arrow: ah, hier war es:
http://forum.magnetofon.de/index.php?topic=3447.0
:mrgreen:

Ich kann alles, was Du beschrieben hast, sehr gut nachvollziehen. Mir bestehen hoffentlich noch einige tolle Überraschungen bevor, denn vom letzten Jahr habe ich noch ca. 20 schöne Tonbänder, die mir zusammen mit dem TK 41 ins Haus geflattert sind. Bisher hatte ich nur Zeit für die ersten 3 Tonbänder, Band 1 Klassik, Radioaufnahme der Salzburger Festspiele 1968, das 2. Band auch nur Klassik, ohne Moderation. Alles in 4,75 cm/sek aufgenommen, aber trotzdem gut dank der super Qualität des Gerätes. ;) Zustand der Bänder, Spulen usw. wie neu, BASF LGS 26 mit Hohlbuchstaben in Plastikbox, komplett mit runder Archivdose und Indexblatt sowie Klappladenaufkleber.

Band 3 schon der erste Treffer: Eine wunderschöne 18-cm-Grundig-Spule mit blau-weißem Kernlabel, aber leider das Bandmaterial mit mehreren Drehern und zwei Klebestellen, mittels Haushalts-Tesafilm erstellt, die so stark durchfetteten, daß sogar die Spulenwände voll Klebstoff sind. Das Band sehr lose gewickelt, boah, das eiert bloß noch.

Tja, aber - wie immer: Auf den schlimmsten Bändern befinden sich die tollsten Sachen: Radio Luxemburg auf Mittelwelle mit Hitparadensendung von 1968 mit Frank Elstner und einer weiblichen Moderatorin, noch dazu in 19 cm/sek. Aktuell war wohl gerade "Delilah", sowohl von Tom Jones, als auch von Peter Alexander. Da auch dazwischen Karnevalmusik aufgenommen wurde, sollte der Zeitraum wohl ca. Februar 1968 sein. Aber bis ich alle Klebestellen erneuert, wirklich jeden Banddreher korrigiert und jeden Klebstoffrest vom Magnetband mühsam entfernt hatte, verging ein Nachmittag. Hoffentlich bereiten mir die anderen Bänder weniger Arbeit, aber für diese tollen Aufnahmen ist es mir den enormen Aufwand wert!

Von nix kommt nix, ohne Fleiß kein Preis. Die schönen Aufnahmen fallen nicht vom Himmel, man braucht erstens viel Glück und zweitens viel Zeit und drittens Geduld. Aber das weißt Du ja selber. ;)

Wenn ich mit dem Durchhören dann hoffentlich in den nächsten Wochen fertig werde, dann werde ich wieder ein paar Fotos machen, sowohl vom Gerät, als auch von den Bändern. Boah, da wirst D´Augen machen. So einen super erhaltenen TK 41 hast Du Deinen Lebtag noch nicht gesehen. Absolut makellos, wie frisch aus den Grundig-Werken. Jetzt ist das gute Stück aber bestimmt sehr häufig und lange im Gebrauch gewesen, was man schon an der Menge Tonbänder erahnen kann und auch das magische Band ist schon eingeschwärzt. Abgesehen davon ist das Gerät aber wirklich wie neu.

Das ist eigentlich die absolute Obertraumerfüllung - ein top-erhaltenes Gerät mit einem Haufen Bändern, dessen Aufnahmen exakt mit diesem Gerät erstellt wurden und auch noch was Tolles drauf. Wie ein Lottogewinn. Beim derzeitigen Jackpot sollte ich bei meinem Glück mal mitspielen. Die Millionen sollten ausreichen, um eine eigene kleine Firma gründen zu können und wieder neue Tonbandgeräte in großen Mengen vom Fließband laufen zu lassen. Und zwar echte Tonbandgeräte, die diesen Namen auch verdienen, also sprich so etwas in Richtung TK 17, TK 23 oder eben größere Kaliber wie TK 40, 41, 46, 47 oder so. Gleichzeitig werde ich Ersatzteile für unsere alten Schätzchen herstellen, Zinkgußteile, Gummirädchen usw. und so fort. Aber das wird wohl ewig ein Wunschtraum bleiben...

Viele Grüße,
Manuel

Offline Kirunavaara

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #5 am: 30. Jan. 2009, 16:58 »
Nochwas aus der Kategorie Zufälle: Ich hatte mir mal das Album "Laid" der Gruppe "James" ausgeliehen. Sagte mir bis dahin gar nichts, eine Freundin hatte die Cassette dabei und wir haben sie im Auto gehört, ich war begeistert und habe das Teil mitgenommen, um mir eine Kopie zu ziehen. Zuhause greife ich in eine Kiste mit Cassetten vom Flohmarkt und fische eine XL II-S heraus. Vor der Aufnahme nochmal kurz reingehört, ob sich irgendwas Erhaltenswertes darauf befindet... und, Überraschung, der Vorbesitzer war so nett, genau dieses Album Laid dieser in Deutschland doch eher unbekannten Gruppe James bereits darauf aufgenommen zu haben. Mein Gesicht damals dazu  würde ich heute gerne sehen.

Viele Grüße,
Martin

Manuel (der Fliege)

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #6 am: 30. Jan. 2009, 20:02 »
Mein Gesicht damals dazu  würde ich heute gerne sehen.
:coolp: :wohow: :wman: :bash: :wohow:

Ich frage nochmals: Das kann doch wirklich kein Zufall mehr sein, oder? :lol: :mrgreen: Schon echt verrückt, was einem so alles widerfährt.

Gruß,
Manuel

Offline Soundy

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #7 am: 03. Feb. 2009, 19:27 »
...  Bisher hatte ich nur Zeit für die ersten 3 Tonbänder, Band 1 Klassik, Radioaufnahme der Salzburger Festspiele 1968, das 2. Band auch nur Klassik, ohne Moderation. Alles in 4,75 cm/sek aufgenommen, aber trotzdem gut dank der super Qualität des Gerätes. ...


Falls Du diese Bänder (Salzburger Festspiele) nicht brauchst  :lol: oder löscht  :shock: : Ich nimm sie Dir gerne ab! Ev. im Tausch gegen andere (Popmusik)-Bänder.

Soundy

Manuel (der Fliege)

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #8 am: 03. Feb. 2009, 19:45 »
Hallo Soundy,

echt, Dich interessiert das? :shock:
Oho, :lol:, da hätte ich nicht nur dieses Tonband, sondern noch eine ganze Reihe weiterer Aufnahmen, auch diverse "Neujahrskonzerte" aus den Sechziger Jahren, vom ORF in alle Herren Länder übertragen, mit Ansage der Sprecherin in mehreren Sprachen. Aufgrund der Tatsache, daß der Löwenanteil meiner Aufnahmen mit verschiedenen Grundig-Geräten erstellt wurden, ist die Tonqualität natürlich stets hervorragend. :)

Mich persönlich interessiert diese Musik nicht so sehr, aber ich werde diese Aufnahmen natürlich nicht löschen, denn diese Bänder sind in der Regel "untrennbar" mit irgendwelchen Tonbandgeräten verbunden - daher auch immer unverkäuflich. :mrgreen:

Aber macht nichts, ich werde bei Gelegenheit diese Aufnahmen digitalisieren und - sofern es mir möglich ist - die Inhaltsangaben ins Rundfunkarchiv stellen. Dann kannst Du Dir in Ruhe alles aussuchen, was Dir gefällt und alles Weitere sehen wir dann schon, vielleicht hast Du auch irgendwelche Aufnahmen, die mich interessieren.

Also die Salzburger Festspiele sind schon mal sicher, gibt´s sonst noch irgendetwas Bestimmtes? Wenn ich´s erst mal im Forum lese, ist´s bei mir im Hinterkopf und macht sofort "klingeling", sobald die entsprechenden Aufnahmen überraschenderweise aus den Lautsprechern ertönen...

Viele Grüße,
Manuel

Offline Soundy

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #9 am: 03. Feb. 2009, 20:11 »
Hallo Soundy,

echt, Dich interessiert das? :shock:


Ja :lol:, hiermit oute ich mich als Klassik-Fan :lol:!
Na ja, mein Musikgeschmack geht von "Barock bis Rock", aber klassische Musik höre ich doch lieber. Außerdem habe ich zu den Salzburger Festspielen eine Beziehung. Mein Vater hat in Salzburg am Mozarteum studiert, meine Mutter war als Fotoreporterin bei den Salzburger Festspielen tätig.

Dass Du die Bänder nicht löscht, ist mir klar, die Bemerkung war auch scherzhaft gemeint.

Soundy

« Letzte Änderung: 03. Feb. 2009, 21:20 von Soundy »

Manuel (der Fliege)

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #10 am: 08. Feb. 2009, 23:38 »
Hallo Soundy,

nein, nie im Leben kann das Zufall sein, was mir heute abend passiert ist.

Ich greife wahllos ein Band aus einer meiner Umzugskartons - ein sehr sehr gut erhaltenes Exemplar einer alten 15-cm-Spule von Telefunken, noch mit zu kleinem Kernlabel für 13er-Spulen, keine Kratzer, keine Beschädigungen, sogar noch mit original für Telefunken konfektioniertem BASF LGS (erkennt man an der Verarbeitung der Schaltfolie usw.) Dazu eine sehr selten anzutreffende hellblau-weiße Schneider-Archivbox.

Aufnahme in 2-Spur mono bei 9,5 cm/sek, leider ist der Anfang der Moderation nicht aufgenommen worden, aber es sind wieder die Salzburger Festspiele, entweder 1959 oder 1969. Aufgrund des Alters wird es wohl 1959 sein. Wirklich kristallklare Tonqualität. :shock:

Okay, nächstes Band, ein BASF DP 26 ohne LH-Zusatz, duftet nach Geißbock, Aufnahme wieder Halbspur, aber dafür in 19 cm/sek. Du wirst es nicht glauben: Salzburger Festspiele von 1970, sogar mit Anmoderation vor der eigentlichen Welt-Moderation vom ORF.

Sag´ mal, bist Du vor ein paar Tagen irgendwo bei einer Zigeunerin gewesen und hast einen Zauber über meine Bänder sprechen lassen, oder was ist der Grund, daß ich nur noch Salzburger Festspiele erwische? Zufall? Niemals! :lol:

Viele Grüße,
Manuel

Offline Soundy

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #11 am: 09. Feb. 2009, 18:06 »

Sag´ mal, bist Du vor ein paar Tagen irgendwo bei einer Zigeunerin gewesen und hast einen Zauber über meine Bänder sprechen lassen, oder was ist der Grund, daß ich nur noch Salzburger Festspiele erwische? Zufall? Niemals! :lol:

Tut mir leid, aber ich war weder bei einer Zigeunerin oder einer Hexe :lol:. Auch zaubern kann ich leider nicht, sonst würde ich "Philips-Matschriemen" mit Zauberkraft in Ordnung bringen :mrgreen:.

Nun, die Salzburger Festspiele sind das Kulturereignis in Österreich (nicht nur künstlerisch, sondern auch wirtschaftlich :lol:), werden in die halbe Welt übertragen und da wundert es mich nicht, wenn jemand diese Sendungen aufnimmt.

Ob das ein Zufall ist oder nicht, will ich nicht kommentieren (jemand sagte einmal: es gibt keine Zufälle), aber vielleicht ist das ein Hinweis darauf, dass Du Dich damit beschäftigen sollst.

Soundy

Manuel (der Fliege)

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #12 am: 09. Feb. 2009, 21:33 »
Ob das ein Zufall ist oder nicht, will ich nicht kommentieren (jemand sagte einmal: es gibt keine Zufälle), aber vielleicht ist das ein Hinweis darauf, dass Du Dich damit beschäftigen sollst.

Hallo Soundy,

diese Musik kann ich durchaus ertragen, es macht mir nichts aus, sie zu hören. Ich würde diese Übertragungen zwar nie selber aufnehmen, wenn sie im Radio laufen und ich würde wohl auch nie auf den Gedanken kommen, mir Tonträger mit dieser Musik anzuschaffen. Aber, wie gesagt, ich finde es andererseits auch nicht nervig.

Insofern werde ich mich vielleicht doch mal etwas mehr damit beschäftigen, muß ich ja wohl, wenn es offenbar mehrere Leute in der Vergangenheit gab, denen das wichtig gewesen ist und wie man sieht, gibt´s bis heute noch Anhänger dieser Musik. Alles, was auf dieser Welt geschieht, hat seinen Grund. Daß mir all diese Bänder zugelaufen sind, wird auch seine Gründe haben, die mir gegenwärtig vielleicht noch nicht klar sind.

Viele Grüße,
Manuel

Manuel (der Fliege)

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #13 am: 17. Feb. 2009, 13:54 »
Sodala,

immerhin die Salzburger Festspiele von 1968 stehen jetzt im Rundfunkarchiv:
http://rundfunkarchiv.magnetofon.de/index.php/topic,376.0.html

Es ist wirklich unglaublich, wie gut die Tonqualität der Aufnahmen sind, wenn man bedenkt, daß die Geschwindigkeit nur 4,75 cm/sek beträgt. Aber so ist das eben... ein supergutes Tonbandgerät (Grundig TK 41) und vernünftiges Tonbandmaterial von BASF, dann klappt das auch.

Hört euch mal die MP3s an, die ich drüben an den Beitrag mit drangetackert habe. ;)

Viele Grüße,
Manuel

Manuel (der Fliege)

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #14 am: 18. Feb. 2009, 00:38 »
...und weil´s so schön war, gleich noch mehr.

http://rundfunkarchiv.magnetofon.de/index.php/topic,377.0.html

Hier sind die Salzburger Festspiele von 1959 in einer schier unglaublichen Tonqualität dank hochwertigem BASF LGS 35! Danach die 22-Uhr-Nachrichten des NDR in voller Länge, geradezu historisch die Meldungen von US-Präsident Eisenhower und dem russischen Kruschtschov oder wie auch immer man den Namen schreibt. :D

Wieder einmal ein Beweis dafür, daß Magnetonband-Aufnahmen problemlos verlustfrei über ein halbes Jahrhundert und darüber hinaus haltbar sind. Da können weder selbstgebrannte CDs, noch Speichersticks, noch Festplatten noch sonst irgendwas von dem neumodischen Krempel mithalten. Nichts geht über Tonband, es ist nach wie vor der einzige langzeitstabile Tonträger - vorausgesetzt natürlich, es ist anständiges Bandmaterial wie z.B. hier in diesem Fall von der BASF.

Viel Spaß beim Anhören, ich habe die Ansage zu Beginn der Aufnahme, dann noch eine Art Pausenmelodie des ORF, die mir persönlich sehr gut gefällt (klingt ähnlich wie eine Spieluhr), wer hat darüber mehr Informationen, was ist das für eine Melodie, von welchem Lied stammt dies? Handelt es sich dabei möglicherweise um ein typisches Salzburger Lied? Auf den letzten beiden MP3s die Verabschiedung der ORF-Sprecherin und den Stationssprecher des NDR sowie die erste Schlagzeile der mittlerweile historischen 22-Uhr-Nachrichten von 1959.

Das sind hammermäßige Tondokumente, gleich einer Goldmünze, die man beim Graben durch unendlich viele unbedeutende Tonbänder plötzlich findet.

Viele Grüße,
Manuel

Manuel (der Fliege)

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #15 am: 25. Feb. 2009, 19:52 »
Tja, aber - wie immer: Auf den schlimmsten Bändern befinden sich die tollsten Sachen: Radio Luxemburg auf Mittelwelle mit Hitparadensendung von 1968 mit Frank Elstner und einer weiblichen Moderatorin, noch dazu in 19 cm/sek. Aktuell war wohl gerade "Delilah", sowohl von Tom Jones, als auch von Peter Alexander. Da auch dazwischen Karnevalmusik aufgenommen wurde, sollte der Zeitraum wohl ca. Februar 1968 sein. Aber bis ich alle Klebestellen erneuert, wirklich jeden Banddreher korrigiert und jeden Klebstoffrest vom Magnetband mühsam entfernt hatte, verging ein Nachmittag. Hoffentlich bereiten mir die anderen Bänder weniger Arbeit, aber für diese tollen Aufnahmen ist es mir den enormen Aufwand wert!

Den verwertbaren Teil dieses Bandes gibt´s jetzt hier zum Lesen und Hören:
http://rundfunkarchiv.magnetofon.de/index.php/topic,381.0.html

Ansonsten war auf fast allen Bändern nur Klassik in 4,75 cm/sek aufgenommen. :(
Auf 2 Bändern Mikrofonaufnahmen, zwei Frauen haben sich offenbar Tonbandbriefe gegenseitig zugeschickt, mal sehen, was sie so alles zu erzählen haben. :mrgreen: Ist auch alles in 4,75 cm/sek. Mir kommt es so vor, als hätte die Vorbesitzerin gar nicht gewußt, daß der TK 41 auch noch höhere Bandgeschwindigkeiten hätte. Das eine Luxemburg-Band in 19 cm/sek war die einzige Ausnahme.

In Zukunft muß ich meine Bänder doch wieder mit einem Philips-Gerät anhören, damit ich wieder mehr Schlager und Popmusik finde. Mein Bedarf an Bach, Beethoven, Mozart, Händel usw. ist mehr als gedeckt. In den roten BASF-Pappklappschubern hat die Frau die jeweiligen Zeitungsausschnitte der Hörfunkprogramme eingeklebt. Die ältesten Aufnahmen sind vom Mai 1965, das paßt, denn das Tonbandgerät Grundig TK 41 No.39036 wurde im Herbst 1964 hergestellt.

Wenn´s mir von der Zeit her paßt, werde ich das Gerät und die Bänder mal ausführlicher vorstellen, aber momentan bin ich leider zu beschäftigt.

Viele Grüße,
Manuel

Offline kreiserdiver

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #16 am: 25. Feb. 2009, 20:08 »
Hallo Manuel !

Ich träume auch immer von grünen BASF Spulen 18 cm 9,5 cm/s bespielt miz Schlagern der 50er und 60er Jahre.
So aus dem Radio oder von Platte aufgenommen.

Aber davon erwischt man viel zu wenig.

Dann eben die 70er Jahre Schlager Bänder in 4 Spur Stereo, was soll's.
Hauptsache bespielt.

Neu bespielte alte Bänder = Igitt; das ist so wie ein altes Röhrenradio mit heutigem Dudelfunk.

Viele Grüße, Ralf.
Es begann 1966 mit Philips EL 3516.Heute N4520,Otari,Technics etc. >>Hobby oder Sucht ?

Manuel (der Fliege)

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Re: Das kann kein Zufall mehr sein - oder doch?
« Antwort #17 am: 11. Jul. 2009, 13:56 »
Lange hat es gedauert, jetzt ist es endlich da:

http://rundfunkarchiv.magnetofon.de/index.php/topic,433.0.html

Das ist nun also die Radiosendung von Hilversum 3 auf UKW, von der ich im Startposting schrieb. Wollte ich nur noch nachreichen. ;)