Autor Thema: Mein Gerätevorschlag für Niels  (Gelesen 45927 mal)

Manuel (der Fliege)

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Mein Gerätevorschlag für Niels
« am: 12. Nov. 2008, 21:02 »
P.S. Manuel hat übrigends eine große Sammlung japansicher 26er Grundigs. Manuel, bitte empfehle mir eine Grundig 18 cm Maschine, viertelspur Stereo, 9,5 und 19 cm/s mit Hinterbandkontrolle und eine 26er auch, bitte. Wenn ich dir Qualität von Grundig anhand des dann bei dir gelandeten TK 19 beurteilen würde, müsste ich feststellen das Grundig keine funktionierenden Geräte bauen konnte. Deinen Gerätevorschlag unterbreitest du mir am besten in einem extra-Thread, da ich den von Teacfan nicht sprengen möchte.

Hallo Niels,

der von Dir gespendete TK 19 L brauchte lediglich einen neuen Kondensator und noch irgendwas war defekt, ich habe das Gerät leider nicht für meine Sammlung behalten, darum habe ich mir keine Notizen von der Reparatur damals gemacht und weiß es nicht mehr genau, was das andere war. Bevor ich mich in Vermutungen verliere, die möglicherweise nicht richtig sind, schreibe ich lieber nichts.

Unabhängig, von welchem Hersteller ein Gerät stammen möge: Der/die Vorbesitzer können das beste Gerät verderben, verbasteln, mutwillig zerstören. Davor sind auch die besten Tonbandgeräte der Welt nicht gefeit.

Nun zu Deiner Frage: Es gibt mehrere Grundig-Tonbandgeräte mit 18 cm oder sogar 26er Spulengröße, die auch Hinterbandkontrolle bieten. Ich kann sie Dir alle ausnahmslos empfehlen. Alles, was jemals von Grundig hergestellt wurde, ist supergut.

Wie es der Zufall will, habe ich heute nachmittag einen TK 745 zum Reparieren bekommen. Eigentlich war daran gar nichts kaputt, sondern der Vorbesitzer hat lediglich einen Antriebsriemen falsch eingebaut und die Höhe der Motorriemenscheibe verstellt. Es ist 4-Spur-stereo, auf mono schaltbar, mit 3 wählbaren Bandgeschwindigkeiten, bietet Hinterbandkontrolle und man kann bis zu einem Spulendurchmesser von 18 cm auflegen. Ich habe den TK 745 bereits in meiner Sammlung, darum werde ich mich demnächst von dem guten Stück trennen. Bei Interesse PM mit Preisvorschlag und ich schicke es Dir, dann kannst Du Dich selber von der Qualität überzeugen.

Grüße,
Manuel
« Letzte Änderung: 01. Sep. 2009, 14:35 von Manuel »

Offline grundig tk 240

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #1 am: 12. Nov. 2008, 22:08 »
Männer, streitet euch nicht !

Die geforderten Spezifikationen im 18 cm-Spulenbereich erfüllt der TK 600 (es ist leider der einzige 18er-Grundig-Koffer, der eine STEREO-Hinterbandkontrolle bietet). Muss auch ich als eingefleischter Grundig-Fan leider kleinlaut gestehen. Auch der TK 745 kann das nur in Mono.

Bei den Grossspulern bleibt auch nur ein Gerät: TS 1000. Tja, und dann verliessen sie ihn...

Gruss
Thomas
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Offline niels

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #2 am: 13. Nov. 2008, 10:43 »
Hallo Manuel,

da ich das Gerät ja eigentlich nicht suche, tue ich mich mit einem Preisvorschlag schwer. PM du mir doch bitte das, was du dir so vorstellst.

Gruss
niels

Manuel (der Fliege)

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #3 am: 13. Nov. 2008, 19:28 »
Hallo Niels,

ich dachte mir, ich lade noch ein paar Bilder hoch, um die Vorfreude etwas anzuheizen. ;)


Der Grundig TK 745 mit Abdeckhaube.


Abdeckhaube runter


Mein Testband läuft gerade, alles wunderbar.


Die Rückseite mit geöffnetem Kabelfach. Dabei fällt mir ein: Zu dem Gerät lag kein Stromkabel mit bei. Ich habe eines aus meiner Bastelkiste hier angeschlossen. Soll ich Dir das mitschicken, oder hättest Du selber ein passendes Kabel?


Das ist noch die alte Version, wo die Markierungen der Schieberegler hellgrün sind.


Rechtes Bedienfeld


Und das hier ist die obere rechte Ecke.


VU-Meter mit dB-Skala und Prozent-Einteilung, für all jene, die noch die Maßeinteilung der kleinen Koffergeräte gewohnt sind.


Das ist der Anblick, nachdem die Frontplatte abgenommen ist.


Hier die Kupferfeder ist auch ein typisches Merkmal für die alte Version des TK 745. Später war an dieser Stelle eine dünnere, silberfarbene Drahtgabel.


Aufgrund der Tatsache, daß der TK 745 ein absolutes Spitzenmodell ist, wurde hier kein schnöder Allerweltsmotor von AEG eingebaut, sondern ein hochwertiger Präzisionsmotor aus dem Hause PAPST!


Schneller Vorlauf von Anfang bis Ende: OK


Schneller Rücklauf von Anfang bis Ende: OK


Der Zeiger schlägt sowohl bei Wiedergabe, als auch während der Aufnahme aus.


Hier der Schalter für die Hinterbandkontrolle. Er rastet ein, wenn man ihn während der Aufnahme nach unten schiebt und wenn man nach Beendigung der Aufnahme die STOP-Taste drückt, geht er automatisch wieder nach oben zurück.


Leider ist die Schieberegler-Kappe angeknackst, weil der Vorbesitzer beim Einbau nicht darauf geachtet hat. Ergebnis: Wenn die Frontplatte wieder angeschraubt ist, greift die Kappe nicht mehr und der Schieberegler bleibt immer oben. Man müßte den Greifer etwas enger zurechtbiegen und die angeknackste Stelle mit einem Tropfen Alleskleber fixieren.

Außerdem sind die Haltezungen für die Tonkopfabdeckung gebrochen, weil der Vorbesitzer das auch gewaltsam reingedrückt hat. Naja, der Mann ist letzten Monat gestorben, darum verkneife ich mir weitere Bemerkungen, denn über Tote soll man nicht schlecht reden.
Wären diese beiden Kleinigkeiten nicht gewesen, hätte ich den doppelten Preis verlangen müssen.


Du bekommst die Seriennummer 08580, also noch im 4-stelligen Bereich, wie gesagt, es ist noch die alte Version des TK 745.

Die Aufnahme-/Wiedergabequalität ist super! Sogar mit altem BASF LGS und nur 9,53 cm/sek ist kaum ein Unterschied zum Original. Die Bässe sind etwas angehoben (was ja nicht schlecht ist) und die Höhen ein klein wenig schwächer, als "Vorband". Aber das merkt man nur im direkten Vergleich.
Spätestens bei 19 cm/sek muß sogar der kritische Testhörer zugeben, daß praktisch kein Unterschied zwischen Vor-/Hinterband mehr herauszuhören ist. Tjahaaa, und was glaubst Du, wie gut es wird, wenn man z.B. Maxell-Bänder benutzt? Wenn man sogar schon mit LGS so hervorragende Ergebnisse erzielen kann.

Also: Spitzenmäßiges Gerät!
Meine Gratulation.

  • Ein absolut alltagstaugliches Gerät,
  • bedenkenlos als Arbeitspferd verwendbar,
  • sehr robuste Laufwerksmechanik,
  • unzerstörbarer Elektronikteil,

besser geht es nicht. Aus den Lautsprechern kommt nur das, was man hören soll und will. Hier gibt´s kein Rauschen, Brummen, Knacken oder gar Hörfunksender, die einstrahlen. Ausnahmslos alle Grundig-Geräte zeichnen sich durch extrem hohe Unempfindlichkeit gegenüber äußeren störenden Beeinflussungen aus. Gerade jetzt, wo wir von Funkwellen und elektrischen Feldern umgeben sind (Mobilfunk, Handy, Mikrowellenherd, Computer, DSL-Funkmodems etc. pp) ist so etwas enorm wichtig!

Anschlüsse für Radio, Phono, bzw. man kann problemlos ohne irgendwelche Adapter einen CD-/DVD-/MP3-Player anschließen. Natürlich gibt´s noch Anschlüsse für externe Lautsprecher, Kopfhörer usw.

Ach ja, noch was ganz Wichtiges: Du kannst hier entweder ganz normal "manuell" aussteuern, oder die bewährte Grundig-Aussteuerungsautomatik wählen. So gelingt zuverlässig jede Aufnahme immer. Keine Gefahr mehr des Über- oder Untersteuerns. Man kann sogar auswählen, ob man die Automatik für Sprachaufnahmen, oder Musik haben will. Das ist eben ein richtiges Profigerät!
Die Grundig-Automatik ist ein Patent und in dieser Professionalität und Perfektion bei keinem anderen Hersteller zu finden.

Viele Grüße,
Manuel
« Letzte Änderung: 14. Nov. 2008, 12:58 von Manuel »

Offline niels

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #4 am: 14. Nov. 2008, 12:10 »
Der Stromanschluss sieht aus wie ein Eurostecker, ist bei mir vorhanden.

Danke für die Bilder.

niels

Manuel (der Fliege)

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #5 am: 14. Nov. 2008, 12:49 »
Hallo Niels,

ja, genau, ist ein ganz schnöder "08-15"-Anschluß, überhaupt nichts Außergewöhnliches.  :)

Gruß,
Manuel

Manuel (der Fliege)

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #6 am: 16. Nov. 2008, 19:35 »
Hallo Manuel,

da ich das Gerät ja eigentlich nicht suche, tue ich mich mit einem Preisvorschlag schwer.

Wieviel ein gut erhaltener TK 745 wert sein kann (okay, es sind noch Bänder mit dabei, aber trotzdem...) konnte man heute wieder schön beobachten:

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=320317168727

76 Euro.
Relativ viel Geld, weil die Leute wissen, daß der TK 745 ein Supergerät ist. An den 8 Bändern kann es ja wohl nicht gelegen haben, vor allem, weil der weiße Pappkarton verdächtig nach Shamrock aussieht.
Außerdem kommen noch Versandkosten hinzu... also je nachdem, wie gut man das präsentiert, bekommt man dafür zwischen 50 und 70 Euro, manchmal sogar mehr. Billiger wird´s nur, wenn es heißt "Weiß nicht, ob´s  noch geht, Dachbodenfund..." etc., aber vom Kauf solcher Exemplare würde ich sowieso abraten, wenn man nicht unbedingt etwas zum Basteln haben will. ;)

Gruß,
Manuel

Offline niels

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #7 am: 20. Nov. 2008, 09:47 »
Gestern abend ist die Maschine bei mir eingetroffen, Manuel-sicher verpackt. Danke.

Ich habe zu Hause noch immer kein Internet. Daher war ich gerade sehr beruhigt, als ich gelesen habe, dass der Monitorschalter angebrochen ist. Ich habe schon gefürchtet ihn selbst zerstört zu haben.

Nach meinem ersten Kontakt mit der Maschine habe ich nicht soo laut "hurra" gerufen. Vorspulen lahmte nämlich ein wenig. Also habe ich einen Blick hineingeworfen. Und ich habe gestaunt, wie viele Antriebsräder sich in einem einzigen Tonbandgerät verbauen lassen. Dabei habe ich festgestellt, dass der Antrieb des rechten Wickeltellers bei Wiedergabe den Schlupf nicht wie vorgesehen mit der Rutschkupplung erzeugt, sondern durch durchdrehen des Reibrades. Gründliches reinigen der Kontaktflächen hat leichte Verbesserung gebracht. Sind die Gummiteile vielleicht doch ein klein wenig ausgehärtet?

Wie dem auch sei: Beatles klingen erstmal ganz in Ordnung. Der Klang der eingebauten Lautsprecher ist sehr angenehm, ob sie wirklich gut klingen mochte ich noch nicht entscheiden.

Kann es sein, dass zu diesem Gerät eine "Rückenstütze" gehört, damit sich das Gerät senkrecht betreiben lässt? (Ich bin doch so ein Senkrechtbetreiber!)

Ich habe auch zwei Fotos gemacht:

Ich werde die Maschine aber noch weiter testen

Manuel (der Fliege)

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #8 am: 20. Nov. 2008, 10:48 »
Hallo Niels,

Rutschkupplung
Klar rutscht das Gummirädchen auch ab, wie Du schon ganz richtig beobachtet hast. Aber das macht nichts. Es beeinträchtigt die Funktionalität in keinster Weise. Grundig hat hier sozusagen eine doppelte Rutschkupplung eingesetzt, somit entfallen irgendwelche Bandzugsregelungen für unterschiedliche Spulendurchmesser oder bei auftretenden Gewichtsunterschieden zwischen Metall- und Kunststoffspulen.

Es wurde alles entwickelt unter dem Grundsatz: Einschalten, auflegen, einschalten! Der Benutzer sollte nicht verwirrt (oder genervt) werden durch eine Unmenge von Schaltern, Knöpfen, Tasten usw., deren Funktion sich für einen Laien nicht auf den ersten Blick erklärt. Die wichtigsten Funktionen sind auf großen Tasten mit eindeutig gekennzeichneten Symbolen. Die Schieberegler für Lautstärke, Klangwaage usw. erklären sich ebenfalls von selbst.

Interne Lautsprecher
Wie so oft, so auch hier: Die eingebauten Lautsprecher sollen nur eine Behelfslösung darstellen. Man könnte es vergleichen wie mit den zur damaligen Zeit üblichen tragbaren Fernsehgeräten mit eingebauter Teleskopstabantenne. In Gebieten mit ausreichend guter Senderfeldstärke (also in der Nähe des Fernsehturms, z.B. in der Großstadt) ist sie ausreichend. Wesentlich besseren Empfang und eine größere Sendervielfalt erhält man jedoch mit dem Einsatz einer Dachantenne.
Wesentlich besseren Klang erhält man durch den Einsatz von externen Lautsprechern.

Aufrechter Betrieb
Rückenstütze? Jawoll, gibt es. Schau mal hinten, unten in der Mitte. Dort kannst Du die Stütze ausfahren. Einfach links und rechts leicht zusammendrücken, dann läßt sich das Standbein ausfahren und im herausgezogenen Zustand einrasten.

Monitorschalter
Ja, leider ist der Monitorschalter angeknackst. Es ist aber nur die Kappe der Frontplatte, der eigentliche Schalter im Gerät innen ist völlig okay. Die Kappe könnte man vielleicht etwas "enger" machen, damit sie wieder Griff hat. Oder Du tauscht sie aus, die anderen Kappen müßten genau so passen. Nimm eben eine intakte Kappe von einem Schalter, den Du sowieso nicht benutzt. Den Balance-Regler zum Bleistift. ;)

Allgemeines
Du wirst den TK 745 zu schätzen lernen im alltäglichen Einsatz. Schnell mal eine Aufnahme machen - kein Problem. Bandspule auflegen, "Record" drücken, START, los geht´s. Die eingebaute Grundig-Automatik erledigt den Rest. (Manuell aussteuern geht natürlich auch).

Häufiges Umschalten zwischen den Laufwerksfunktionen (schnell Vor, schnell Zurück, START, PAUSE usw.) stellt für dieses robuste Gerät ebenfalls überhaupt kein Problem dar. Bei der europäischen Konkurrenz (Philips) brechen schon gerne mal die kleinen Metallzungen der Tastenkontakte ab bzw. wenn ein Gerät längere Zeit gestanden hat, sind die winzigen Kontaktoberflächen verstaubt und die Tasten lösen erst gar nicht aus. Oder die kleinen Gleichstrom-Bürstenmotoren hauchen ihr Leben aus. Das kann Dir bei Grundig nie passieren.

Oder sieh Dir die Uher Royal de Luxe an. Für 1000 DM ein Gerät bauen, wo ein winziger kleiner Hebel für das Umspulen zur Anwendung kommt, ein Zählwerk, das bei häufigem Umspulen kaputt geht, die START - PAUSE - STOP - Funktionen mit einem schwergängigen Drehschalter ausgelöst werden müssen, verbunden mit lautem Geräusch. Ein wackeliger Bandzugskomparator, der - wenn er nicht richtig eingestellt ist - die Spulenteller nicht abbremst und das wertvolle (teure) Bandmaterial gefährdet. Die Hinterbandkontrolle ist bei Uher doch auch nicht so, wie man es gerne hätte. Im Vergleich zu einem Grundig-Gerät sehen Philips und Uher (Telefunken sowieso) seeehr blaß aus!

Nebenbei bemerkt:
Vor ein paar Tagen habe ich ein Scotch-Band auf einem Grundig TK 147 umgespult, war alles okay. Danach habe ich das gleiche Band auf eine Uher Royal de Luxe umspulen wollen - es ging nicht! Das Band war leicht klebrig und der Uher-Motor war viel zu schwach, die Spulen standen still und der Motor drehte sich auch nicht mehr. Habe natürlich sofort wieder ausgeschaltet, damit nichts kaputt geht. Aber ich mußte hellauf lachen: Die kleine Grundig spult das klaglos um, und der großen Uher geht die Puste aus!


Und genau in dieser Zeit, so Anfang/Mitte der Siebziger Jahre, hat man für deutlich weniger Geld so ein Grundig-Gerät kaufen können. Optisch eine wahre Augenweide, perfekt ausgewogen, nicht zu sehr modern, sodaß es als Fremdkörper im Wohnzimmer wirken könnte, aber auch nicht altbacken, sondern genau richtig! Immer noch schöne, großflächige Bedientasten und Knöpfe, die man mit 2 Fingern umgreifen kann. So ist es richtig. Nicht diese kleinen Fizzi-Fuzzi-Hebelchen und Schalterchen, wie bei der Konkurrenz, die zudem auch gerne abbrechen.

Ich weiß zwar nicht, wie der Vorbesitzer es fertig gebracht hat, den Hinterband-Schalter anzuknacksen, aber mit roher Gewalt läßt sich natürlich auch das beste Gerät beschädigen. Vermutlich hätte ein anderes Fabrikat die Behandlung gar nicht ausgehalten und wäre bereits längst im Tonbandgeräte-Himmel. Aber weil es eben ein solides Grundig-Gerät ist, läuft es sogar heute im Jahr 2008 noch.

Empfehlung für die nächste Zeit
Also ich würde Dir vorschlagen, ruhig noch einige Zeit das Gerät sozusagen als "Arbeitspferd" täglich zu nutzen.
Ich persönlich könnte mir ein Tonbandleben ohne TK 745 nicht mehr vorstellen. :lol: Für mich übertrifft es die Philips-Modelle N4414 bis N4419 sowie Uher RdL und wäre jederzeit bereit, eine Uher gegen so ein Grundig einzutauschen. Der Spaßfaktor beim Grundig ist einfach extrem hoch.

Ich wünsche Dir wirklich vom ganzen Herzen, daß Du irgendwann vielleicht auch nur ein ganz klein wenig so fühlen kannst bzw. wirst, wie ich, wenn Du längere Zeit Dich mit dem TK 745 beschäftigst.

Viele Grüße,
Manuel

Offline grundig tk 240

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #9 am: 20. Nov. 2008, 15:22 »
Hurra, endlich mal jemand, der diesen Plastikbomber von Grundig richtig einzuschätzen weiss !!

Dass die Hinterbandkontrolle nur bei Mono-Aufnahmen geht, dass die Laufwerksfunktionen mit einem lauten Knall geschaltet werden, dass sich diese mistigen Seilzugbremsen mit der Zeit in die Spulenteller "einfräsen", dass sämtliche Regler ständig kratzen und / oder keinen Kontakt haben, kurz: dass Grundig mal wieder nichts Halbes und nichts Ganzes gebaut hat und in einer damals zeitgemässen Umhüllung auf die arme Kundschaft losgelassen hat, was soll´s: Die Kiste ist einfach wunderbar und der echte Grundig-Fan muss sowas einfach in der Sammlung haben. Ich habe gleich zwei dieser famosen Flachmänner, die bei Bedarf sogar an die Wand gehängt werden können. Hat das schon mal jemand ausprobiert ? Sieht bestimmt heiss aus.....
Und das flache Gerät lässt sich nach Gebrauch oder einem Wutausbruch über mal wieder nicht funktionierende Betriebszustände locker mit den Füßen unter eineKommode oder sonstige bereitstehende Möbel kicken.

Nein, der TK 745 war für damalige Ansprüche des Heimtonbandlers mit nicht allzu dickem Geldbeutel eine interessante Alternative. Und so schlecht war der Apparat damals auch nicht: Stiftung Vasentest attestierte dem Gerät ein "Gut" in der Endwertung und sogar ein "sehr gut" in den elektroakustischen Eigenschaften. Und die irren bekanntlich nie !

Das Gerät zu bedienen ist eine echte Freude, alleine die riesigen Blocktasten sind irre. Da kann die RdL wirklich nicht gegen anstinken. Dafür ist sie in vielen anderen Dingen einfach besser, klar, war ja auch einige Hunderter teurer. Und ob man ödes, schwarzes Plastik einem schönen Echtholzgehäuse vorziehen soll, entscheidet alleine der persönliche Geschmack.

Ich wünsche jedenfalls viel Spass mit einem der letzten Grundig-Tonbandkoffer, es gibt auch eine Liebe auf den zweiten, dritten Blick.

Gruß
Thomas

Ach ja, Manuel:

Wenn deine Royal ein Band nicht umspulen will, das sogar der kleine TK 147 schafft (und der ist ja nun wirklich eher schwach vom Umspulen her) solltest du die Münchnerin mal untersuchen, da stimmt etwas nicht. Bei der RdL bleibt der Motor nämlich nur stehen, wenn man das Gerät ausschaltet ! So sollte es zumindest sein...

Mit Röhren hören !

Manuel (der Fliege)

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #10 am: 20. Nov. 2008, 16:14 »
Hallo Thomas,

die Uher RdL schafft nur kein Scotch, wahrscheinlich genau so wenig klebrige Shamrocks. Es gibt eben einfach zu viele (und große) Berührflächen für das Bandmaterial: 2 Bandzugsfühlhebel, 2 Führungsbolzen.
Alle anderen Bandsorten werden problemlos von Anfang bis Ende durchgespult. Von daher glaube ich, ist schon alles mit der königlichen Münchnerin in Ordnung.

Shamrock schaffen ja die anderen Geräte auch nicht. Da lasse ich das Band lieber direkt von Spule zu Spule laufen.
Aber das mit dem Scotch-Band auf einer 15-cm-Plastikspule war durchaus ein interessantes Erlebnis. Der TK 147 zieht´s durch und die Uher bleibt stecken. :mrgreen: Klar: Beim TK 147 gibt´s ja so gut wie keine Reibungsverluste, ein dünner Metallstift und das war´s eigentlich fast schon. Darum sind die einfach konstruierten Geräte öfter im Vorteil.

Noch etwas zu den kratzenden Schiebereglern:
Niels´ TK 745 wird das nicht haben. Lediglich an dem einen Regler für die Aufnahme-Lautstärke kann es im oberen Drittel etwas kratzen. Aber so hoch einstellen wird er sowieso nicht, weil dann die Aufnahmen übersteuert sein würden.
Richtige Aussetzer konnte ich bei diesen Geräten noch keine feststellen, aber ich muß zugeben, daß ich bisher immer halbwegs gepflegte Exemplare ausprobiert habe. Versiffte Keller-/Dachbodenfunde oder nikotingeschädigte Geräte könnten durchaus Probleme diesbezüglich haben.

Zigarettenrauch ist halt für die Geräte genau so schädlich, wie für den Menschen. ;)
Zum Glück ist Niels Nichtraucher. :lol: Zumindest haben seine Sachen nicht gestunken, die er mir mal geschickt hat.

Viele Grüße,
Manuel

Offline niels

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #11 am: 20. Nov. 2008, 16:43 »
Ich glaube nicht, dass je wieder eine meiner Maschinen so viel laufen wird wir meine erste Sony und auch nicht so viel wie meine eine Variocord 263 von 1991-1999. (Die läuft, im Gegensatz zur Sony immer noch.)

Ja, das Standbein habe ich vorhin auch gefunden.

Ich gebe es zu: Ich habe Vorbehalte, aber ich möchte auch dazulernen.

Und Nichtraucher bin ich seit dem 22. August 1998. (Zuvor an die 30 selbstgedrehte am Tag.)

niels

Offline grundig tk 240

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #12 am: 20. Nov. 2008, 20:07 »
Zitat niels:
Und Nichtraucher bin ich seit dem 22. August 1998. (Zuvor an die 30 selbstgedrehte am Tag.)

Du Glücklicher......da war ja dieses Jahr eine kleine Jubiläums-Feier nötig ?!

Thomas
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Offline kreiserdiver

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #13 am: 20. Nov. 2008, 20:21 »
Hallo Manuel !

Anhand des testberichts

 http://tonbandwelt.magnetofon.de//jahrb/stw_1976/stw1976.htm

erkennst auch Du sehr schnell, dass die kleine Philips N4415
sogar mit gut bewertet wurde und auch noch rund 200 DM billiger war als die TK 745 bzw. 747.

Bitte ein bißchen mehr Objektivität. Dies soll kein Grundig Forum werden.

Viele Grüße, Ralf.
Es begann 1966 mit Philips EL 3516.Heute N4520,Otari,Technics etc. >>Hobby oder Sucht ?

Offline Tonband Paule

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #14 am: 20. Nov. 2008, 20:27 »
Hallo Niels,

ohne jetzt die Lobreden von Manuel zu sehr hochzupuschen, aber ich habe selbst 2 funktionsfähige Exemplare der TK 745. Beide laufen sehr schön und werden von mir oft benutzt.
Eine dritte ist im Keller eingelagert als Ersatzteilspender (vermutlich ist der Wiedergabeverstärker hin), da könnte sich das defekte Teil finden, was war das gleich nochmal? Ein Schieber der Hinterbandkontrolle?
Ebenso kann ich eine BDA mit Schaltplan anbieten, den habe ich dreifach.
Bei Bedarf bitte PN an mich.

Grüße,
Wolfram

Offline grundig tk 240

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #15 am: 20. Nov. 2008, 21:59 »
Hallo Manuel !

Bitte ein bißchen mehr Objektivität. Dies soll kein Grundig Forum werden.

Viele Grüße, Ralf.


Recht hat er, der Ralf, wir wollen doch schliesslich ein UHER-Forum....    ;-)

Prost, ihr Lieben
Thomas
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Manuel (der Fliege)

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #16 am: 20. Nov. 2008, 23:59 »
Hallo Ralf,

die N4415 hat aber nur 2 Bandlaufgeschwindigkeiten und keine Hinterbandkontrolle. Die Klangregelmöglichkeiten beschränken sich nur auf Reduktion bzw. Anhebung der Höhen, die Bässe lassen sich nicht beeinflussen und sind ziemlich mager.

Die elektroakustischen Eigenschaften sowie der Frequenzgang sind bei der N4415 im direkten Vergleich zum TK 747 (bzw. 745) deutlich schlechter. Das wurde damals in dem Testbericht auch festgestellt. Somit ist die Objektivität gewahrt.

Wenn man die Tabelle mit den Details liest und miteinander vergleicht, verstehe ich sowieso nicht, warum im Endresultat die Philips besser bewertet wird, als alle anderen Geräte im Test. Im Text habe ich auch keine Erklärung dafür gefunden. Oder ich hatte wieder mal meine berühmten Tomaten auf den Augen.
Jedenfalls haben sie der N4415 im Frequenzgang nur ein "zufriedenstellend" gegeben. Die Grundig erhielt "gut". Die 4,75 cm/sek zwar nicht, aber das ist jetzt egal, weil diese Geschwindigkeit besitzt ja die N4415 nicht, also kann man auch nichts vergleichen.
Der Geräuschspannungsabstand ist bei der Philips nur "groß", bei Grundig "sehr groß", also ist Grundig schon wieder besser.

Wie ist also das Gesamturteil am Schluß dann zu erklären? Irgendwie habe ich da etwas verpaßt oder übersehen ?!?



Natürlich soll das kein Grundig-Forum werden. Deshalb habe ich mir auch schon öfter ernsthaft überlegt, ob ich mich etwas zurückhalten soll. Andererseits - wenn jeder so denken würde, dann wäre so ein Forum schnell tot. Also schrieb ich eben weiter.

Ab nächstes Jahr werde ich sowieso kaum noch Zeit haben, von daher kommt von mir langfristig zwangsweise sowieso weniger. In den nächsten Wochen verschieße ich noch mein restliches Pulver, dann wird mal wieder etwas Ruhe einkehren. ;) Drüben in Forum 2 bin ich quasi schon weg, im SABA-Forum ebenfalls. Es geht eben leider nicht anders.

Viele Grüße,
Manuel
« Letzte Änderung: 21. Nov. 2008, 00:12 von Manuel »

Offline niels

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #17 am: 25. Nov. 2008, 09:51 »
Warum mich der Grundig TK 745 bislang nicht zu begeistern vermag:

Es ist immer schwierig gebrauchte Geräte zu beurteilen, weil sich, zumal bei unbekannten Geräten, nicht sagen läßt, wie es im Naturzustand funktioniert hat.

Die Demontage des Gehäuses finde ich schwierig. Um die Front abzunehmen, müssen Schrauben durch die Rückseite entfernt werden, die bei dem mir vorliegenden Gerät allerdings fehlen. Die beiden Schrauben die auf der Frontplatte zu sehen sind, sind gewissermaßen zusätzliche Stützschrauben. Um die Rückseite zu entfernen, muss zuerst die Front abgebaut werden, denn die Rückseite wird von vorne gehalten. Einige der Schrauben sind mit Lack gesichert. Deshalb habe ich mir vorerst eine weitere Zerlegung meines Gerätes erspart, denn ich wollte im Schraubeifer nicht versehentlich eine Schraube lösen, die tatsächlich nicht gelöst werden sollte. Ähnlich kompliziert finde ich die Gehäuseentfernung nur bei meiner Akai GX-210D.

Aus bislang unbekanntem Grund, habe ich keine Stereosignal aus dem Gerät herausbekommen. Selbst das mit Dinkabeln angeschlossene 4400 Report stereo IC hatte auf dem rechten Kanal kein Eingangssignal. Deshalb konnte ich den Klang des Gerätes nicht mit dem meiner anderen Geräte vergleichen.

Ein Alltagsgerät wird es bei mir wegen der vergleichsweise schlecht zu erreichenden Tonköpfe nicht werden. Bei Uher-Geräten mag man sich an der Brummklappe stören, dort lässt sich der Kopfträger allerdings mit wenigen Handgriffen entfernen, was die Reinigung doch sehr erleichtern kann.

Die Idee, die Anschlüsse in einer verschließbaren Kammer unterzubringen, finde ich eine hübsche Lösung. Sie hat nur den Nachteil, dass ich sie nicht wieder geschlossen bekomme, ohne die Kabel abzuknicken, liegender Betrieb ist so nicht möglich. Ähnlichen Ärger macht auch die GX-210D, wenn man sie im liegen betreiben will.

Die Dreizackarretierung hält nicht alle Spulen ordentlich fest (auch ein Nachteil der Variocord).

Beim Umspulen habe ich mit Plastikspulen statische Aufladungen erlebt, wie ich sie selbst von den diesbezüglich kritischen ASC-Maschinen nicht kenne. Mit Metallspulen wird das Gefunke noch etwas verstärkt.

 Dass das Gerät für einen Geschwindigkeitswechsel vollständig ausgeschaltet werden muss, finde ich insofern umständlich, da ein Taster und ein Schiebeschalter betätigt werden müssen. Die Uher-Lösung mit einem Drehschalter, der zwischen den Geschwindigkeiten die „Aus“-Position hat, finde ich sehr viel einfacher zu handhaben. Am liebsten sind mir Maschinen, bei denen ich die Geschwindigkeit im laufenden Betrieb ändern kann.

Für Andruckkissen oder –bänder kann ich mich nicht erwärmen. Wenn einer Maschine schon eine Bandzugregelung gegönnt wird, sollte diese doch so ausgelegt sein, dass der Gegenzug einen ausreichenden Band-Kopfkontakt gewährt. Das von mir bevorzugte Bandmaterial ist Rückseitenbeschichtet und daher für dieses Gerät ungeeignet.

Das Zählwerk zählt bei 550 Meter auf 18er Spule bis knapp über 1000. Ich finde das etwas wenig. Stiftung Warentest hat zwar in dem Test, der verlinkt ist, bemängelt, dass sich bei einigen Geräten die letzte Stelle nicht mehr ablesen ließe, das das Zählwerk so schnell laufe, wahrscheinlich ist Uher damit gemeint. Ein schnell laufendes Zählwerk schlüsselt die Bandstellen aber entschieden präziser auf, gerade bei niedrigeren Geschwindigkeiten.

Ich werde mich immer wieder mal mit diesem Gerät beschäftigen, mein vorläufiges Fazit lautet aber: Max hat auch nur mit Wasser gekocht.

niels

Manuel (der Fliege)

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #18 am: 25. Nov. 2008, 11:55 »
Hallo Niels,

als ich Dir das Gerät schickte, befand es sich im Stereo-Modus, d.h. Aufnahme und Wiedergabe waren stereo. Ich habe das ausgiebig getestet und hat auch funktioniert, die Testaufnahmen müßte ich sogar noch irgendwo haben.

Versuche mal, an den Schiebeschaltern etwas hin- und herzuschalten. Auch den linken Schalter, wo man Sync.Play, Multi Play, Echo usw. einstellen kann.

Es kommt manchmal vor, daß die Kontakte anfangs Zicken machen. Aber es sollten sowohl am rechten Gehäuselautsprecher, als auch über die Lautsprecherbuchsen, als auch über die DIN-Buchsen etwas auf dem rechten Kanal zu hören sein im Stereo-Modus. Ich kann mich erinnern, ganz am Anfang, gleich in der ersten halben Stunde, nachdem mir das Gerät gebracht wurde, hatte ich genau dasselbe Problem, wie Du beschrieben hast. Etwas hin- und herschalten hatte es gelöst und diese seltsame Erscheinung trat die nächsten Tage bei mir nicht mehr auf.

Wenn ich mich recht erinnere, war der rechte Kanal wieder da, als ich zwischen "Automatik Sprache", "Automatik Musik" und "Manual" schaltete, aber es könnte sein, daß ich auf dem rechten Schieberegler auch etwas gemacht habe. Ich weiß es leider nicht mehr genau, ist schon wieder ca. 2 Wochen her.

Nun zu den fehlenden Schrauben:
Die fehlten leider, das stimmt. Aber die Frontplatte ist trotzdem richtig arretiert und es besteht keine Gefahr, daß Spulen daran schaben.

Erreichbarkeit der Tonköpfe:
Stimmt, könnte besser sein.

Gefahr der abgeknickten Kabel:
Es wurde eben davon ausgegangen, daß man die Kabel 1x anschließt und so beläßt. Ein Videorekorder, DVD-Player etc. wird auch einmal angeschlossen und findet danach seinen Platz im Wohnzimmer.

Dreizackarretierung:
Ist aber identisch mit Uher (wie Du schon richtig geschrieben hast), oder Telefunken, Philips. Wobei die Stifte bei Philips länger und aus Metall sind, aber das Prinzip ist trotzdem gleich. Ich hatte damit noch keine Schwierigkeiten, auch nicht mit Metallspulen.
Mit Spulen von Grundig, Uher, Philips, BASF, AGFA, Schneider, Telefunken, Scotch, Shamrock etc. gibt es keine Probleme, ich habe jedenfalls nichts bemerkt. Da ich kaum Spulen aus fernöstilicher Herkunft verwende, kann ich nicht beurteilen, ob da vielleicht etwas nicht klappt. In diesem Fall würde ich aber die Spulen als Schwachpunkt ansehen und nicht das Gerät.

Bandsorten:
Das Gerät ist für normale Bandsorten ausgelegt. "Normal" heißt: BASF LP, DP, TP oder AGFA PE, oder Scotch. Genau für diese Bandtypen, die in jedem gut sortierten Elektrogeschäft käuflich waren, ist das Gerät gedacht. Wer Sonderwünsche bzgl. Tonbandsorten hegt, sollte sich die passenden Geräte besorgen, das ist klar. Grundig hat für die breite Masse produziert, es ist ein ganz "normales" Tonbandgerät. Rückseitenbeschichtung ist sowieso überflüssig, es macht die Bänder dicker und daraus ergeben sich kürzere Laufzeiten - das ist nicht wirtschaftlich und für die Leute unrentabel. Wer kauft sich so etwas? "Ich gehe ins Geschäft und kaufe mir ganz normales BASF DP 26 LH." So muß man das sehen. Und mit BASF DP konnte ich beim schnellen Umspulen im Test keine statischen Aufladungen feststellen.

Also was ich sagen will: Man muß so ein Gerät in die damalige Zeit einordnen und sich überlegen, wer das gekauft hat und für welchen Zweck. Das war nicht für CD-verwöhnte Ohren oder für VooDoo-Priester aus dem Jahr 2008. Die müssen sich mit Revox beschäftigen und während der Wiedergabe auf einer Strichliste bei 32 cm/sek und Halbspur-stereo die Drop-Outs zählen, die von ihren schmierigen (rückseitenbeschichteten) RMG-Bändern verursacht werden.

Damit meine ich natürlich nicht Dich, auch sonst niemanden hier im Forum. Aber es gibt ja noch mehr Internetplattformen und nicht zuletzt sog. Fachzeitschriften, auf deren Klientel das teilweise zutrifft.

Zählwerk:
Bei Uher läuft es sehr schnell, aber ich weiß auch, warum: Damit man bei 2,4 cm/sek auch noch eine ausreichend hohe Auflösung erhält.
Ich sag´ mal so: Solange es seinen Zweck erfüllt... gewisse Bandstellen lassen sich mit jedem Zählwerk leicht wiederfinden.

Gekochtes Wasser:
Ja, ganz genau, da hast Du völlig Recht. Aber auch ein Willi Studer hat nur mit Wasser gekocht, jedoch wird daraus ein Personenkult und ein Hype drumherum gemacht, das mir als Nicht-Fan unverständlich ist. Auf dem Flohmarkt bei uns gab es in letzter Zeit immer wieder mal eine Revox A99 zu sehen, manchmal auch "PR", wenn ich das richtig im Gedächtnis habe, usw. Wir haben Strom dort. Also ließ ich mir das mal vorführen. Auch bei längerem Zusehen und Zuhören konnte ich nichts Besonderes daran finden. Ist eine Tonbandmaschine wie jede andere auch, optisch noch nicht einmal schön.

Darum meine Empfehlung: So etwas zum Beispiel, einen TK 745, warum nicht? Also mir reicht das.
Und mir würde es auch völlig ausreichen, wenn Du - als neutrale Person - eben auch zu dem Schluß kommst, daß es just another taperecorder is, mit Stärken und Schwächen, nobody is perfect.

Viele Grüße,
Manuel

Offline grundig tk 240

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #19 am: 25. Nov. 2008, 22:34 »
Back to reality....

Aha, sieh an.

Plötzlich ist das beste Tonbadgerät der Welt auch mit Macken und Fehlern behaftet, was auch sonst ! Weiter oben las sich das noch ganz anders ;-)

War mir klar. Und auch die vollmundige Ankündigung, dass Niels´ Gerät keine Wackler hat, ist nunmehr Geschichte.

Nun denn: es stimmt, auch Willi S. hat nur mit Wasser gekocht, aber eben mit anderem. Nämlich besserem. Vielleicht sogar geweihtem ? Die Verarbeitung und der Aufbau seiner Maschinen lässt für mich keinen anderen Schluss zu....

Es hat keinen Zweck, Vergleiche zwischen Grundig und Revox zu ziehen, man vergleicht auch keinen Käfer mit einem Benz. Beide fahren, beide gut, aber eben jeder anders.

Die von Niels gemachten Erfahrungen können von mir voll und ganz betätigt werden, es ist halt die Frage, ob man mit den Makeln leben kann oder nicht. Ich weiss, was ich von einer Grundig erwarten kann und darf und was einer Revox vorbehalten ist. Und eine Grundig - egal welche ! -  kann KEINER Revox das Wasser reichen. Dafür ist die Grundig in meinen Augen einfach schöner, detailverliebter, verschnörkelter und was weiss ich was noch alles. Und mit der Röhren-Grundig bin ich gross geworden. Das kann mir keine Revox nehmen. Nur wenn es um die reine Qualität geht, wenn ich eine wichtige Aufnahme machen will, wenn es ums Ganze geht, tja, dann nehme ich eben doch lieber eine Revox. Weil ich in den letzten zwanzig Jahren die Vorzüge dieser grauen Maus schätzen gelerrnt habe. Es hat zwar einige Zeit gedauert, aber letztendlich habe ich begriffen, dass es tatsächlich Tonbandgeräte gibt, auf die ich mich jederzeit verlassen kann. Auch wenn ich wirklich schönere Geräte kenne. Aber auch eine schöne Frau muss nicht unbedingt auch gut kochen können, oder ?  :-)

Aber wenn das Herz spricht, dann greife ich zu einer Grundig. Egal welcher. Nur schraube ich dann halt meine Erwartungen nicht ganz so hoch. Dann reicht mir auch eine lauwarme, nicht ganz gare Bratwurst statt einem Drei-Gänge-Menü. 

Ich bin Grundig-Fan und Revox-Nutzer. Warum auch nicht ? Das eine schliesst doch das andere nicht aus.

Gruss
Thomas
Mit Röhren hören !

Manuel (der Fliege)

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #20 am: 25. Nov. 2008, 22:55 »
Aha, sieh an.

Plötzlich ist das beste Tonbadgerät der Welt auch mit Macken und Fehlern behaftet, was auch sonst ! Weiter oben las sich das noch ganz anders ;-)

Da konnte ich auch noch nicht wissen, daß der Vorbesitzer offenbar mehr verdorben hat, als ich zuerst annahm.
Meine anderen TK 745 und TK 747 usw. haben allesamt keine derartigen Macken!

Mir tut es sehr leid, daß ich ausgerechnet diese Gurke dem Niels gegeben habe. Aber vielleicht andererseits doch wieder ganz gut, denn es ist eben genau die Erhaltung, die man zu 90 Prozent bei eBay & Co. zu erwarten hat. Somit wird sein Urteil mehr an der Realität dran sein. 

Von 10 Geräten sind vielleicht 2 oder 3 darunter, die wirklich super erhalten sind. Der Rest ist so, wie hier. Abgebrochene Teile, zickige Elektronik. Kein Wunder, wenn man beobachtet, wie die Vorbesitzer damals mit den Sachen umgegangen sind.

Sieh es mal so: Ein anderes Fabrikat hätte schon längst seinen Geist völlig aufgegeben. Das Grundig-Gerät läuft wenigstens noch.
Aber es ist zum Glück nichts wirklich ernsthaft defekt, sondern nur ein paar Startschwierigkeiten. Das wird schon wieder. Laß den Niels erst mal noch einige Zeit das Gerät benutzen, dann sieht das schon wieder ganz anders aus.

Der Appetit kommt beim Essen. Mir schmeckt die bayerische Kost (Grundig, Uher) vorzüglich. Ab und zu österreichische Spezialitäten aus den Wiener Hornyphon-Werken (Philips). Aber vom Schweizer (Studer-)Käse bekomme ich Bauchweh und Reisfresser bin ich auch nicht.
« Letzte Änderung: 25. Nov. 2008, 23:01 von Manuel »

Offline niels

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #21 am: 26. Nov. 2008, 09:38 »
Naja, immerhin hat die Grundig das Telefunken magnetophon 201 TS als Wäscheaufhängberieselungsmaschine verdrängt. Ist doch ein Anfang. Ich werde sie also immer mal wieder anwerfen. Ich werde mir auch irgendwann die Innereien begucken. Aber erstmal muss ich die Tage bei meiner B 77 einen (nicht von mir) abgebrochenen Schalter ersetzen, dann kann ich die auch mal testen.
Gesten abend hat mich meine Akai GX-210D das Gruseln gelehrt. Meine Güte, habe ich behauptet, die Grundig sei ähnlich schlecht zu zerlegen? Ich nehme es zurück, die Akai ist wahrlich furchtbar!

niels

Manuel (der Fliege)

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #22 am: 26. Nov. 2008, 10:19 »
Gesten abend hat mich meine Akai GX-210D das Gruseln gelehrt. Meine Güte, habe ich behauptet, die Grundig sei ähnlich schlecht zu zerlegen? Ich nehme es zurück, die Akai ist wahrlich furchtbar!

Hallo Niels,

siehste. :mrgreen:
Genau so sehe ich das auch, ganz genau so. Ist ja mit mehreren Japanern so, die Akai stellt weiß Gott keine Ausnahme dar.

Darum halte ich mich stets fern von japanischen Produkten, seien es Spulentonbandgeräte oder Kassettendecks. Denn ich habe in meiner Jugend viel zu viel Zeit mit dem Japan-Schrott verplempert und mich nur rumgeärgert. Ich mag nicht mehr.

Aus diesem Grunde würde ich niemals jemandem ein Fernost-Gerät empfehlen, egal, ob mich ein Neuling fragt, oder ein alter Hase (der weiß es wahrschienlich sowieso aus eigener Erfahrung). Denn irgendwann ist halt doch mal eine kleine Reparatur fällig und dann "viel Vergnügen". ;)

Zwar sind manche Europäer auch nicht immer so leicht zu warten, aber man kann sich schon irgendwie reinarbeiten. Mit Deiner Uher hast Du das kürzlich auch gesehen, bis man da nur mal den Motor draußen hat. :)
Was Reparaturfreundlichkeit angeht, ist Philips eigentlich immer noch am besten, auch wenn ich als "Kritiker" einiges verbesserungsbedürftig finde, aber wie schon weiter oben gesagt: Nobody is perfect, überall gibt´s Stärken und Schwächen.

Sollte noch irgendwas mit der TK 745 sein, wo Du nicht weiterkommst, dann bitte fragen, fragen, fragen. Ich werde mich bemühen, Dir so gut es geht, zu helfen.

Viele Grüße,
Manuel

Manuel (der Fliege)

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #23 am: 26. Nov. 2008, 16:59 »
Hallo,

hier, das wäre so ein Gerät, wie ich es in meiner (unverkäuflichen) Sammlung habe:

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=150312387137

Der Kollege gibt´s für 100 Euro her.
Ich würde mich niemals von so etwas trennen.
Aber die guten Sachen gibt eben nur selten jemand für einen Freundschaftspreis her.

Bei mir ist aber die Abdeckhaube ziemlich verkratzt und auch das Grundig-Logo fehlt. Wenn jemand also für mich eine passende Abdeckhaube für den TK 745 haben sollte, wäre ich sehr daran interessiert. :) Muß nicht makellos sein, ein paar Kratzer sind normal. Aber keine Risse oder Sprünge und - vor allem - das Grundig-Logo muß noch dran sein.

Ich übernehme selbstverständlich Porto/Verpackungskosten und der Abdeckhauben-Spender darf sich auch etwas vom Rundfunkarchiv aussuchen.

Viele Grüße,
Manuel

Offline grundig tk 240

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Re: Mein Gerätevorschlag für Niels
« Antwort #24 am: 26. Nov. 2008, 20:01 »
Also soweit ich das auf den Fotos beurteilen kann, befinden sich schonmal Styro-Krümel in den Lautsprechergrillritzen sowie auf der Rückseite im Lüftungsgitter. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt....

Dann sitzt die Tonkopfabdeckung schief. Sieht sehr nach abgebrochenen Haltenasen aus.

Und zu guter Letzt wurde an der Kreuzschlitzschraube auf der Abdeckplatte zwischen den Spulen schon mit einem nicht passenden Schraubendreher "herumgeknorzt".

Alles verdächtig. Dafür einen Hunderter hinlegen ? Nöö, ich würde das nicht tun. Das Beste an diesem Angebot sind die gemachten Fotos. Man kann vieles ins rechte Licht rücken und schon schimmerts anheimelnd.

Ich würde sagen: Klassischer Blender. Vielleicht bin auch zu misstrauisch. Ich sage nur "Lehrgeld".

Gruß
Thomas
Mit Röhren hören !