Autor Thema: Gerätevorstellung SONY TC-366  (Gelesen 35116 mal)

Offline niels

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Gerätevorstellung SONY TC-366
« am: 27. Aug. 2008, 11:05 »
Vorgeschichte

Die TC-366 von Sony war das Gerät meines Vaters, das meine Liebe zu den Spulenmaschinen begründete. Meiner Familie nach waren „dreht sich“ meine ersten Worte. Als Dreijähriger konnte ich das Gerät bedienen. Da dies über lange Zeit nicht nur das einzige Aufnahmegerät im Hause war, sondern das einzige mediengebundene, habe ich es entsprechend oft verwendet. In Verbindung mir einem Verstärker, den ein Freund meines Vaters gebaut hatte und einem Saba-Tuner bildete dieses Gerät für mich die „Anlage“ die mein Musikzentrum bis zu meinem 10. Lebensjahr bleiben sollte. 1982 hat sich meine Mutter den ersten Stereoradiorecorder gekauft, einen Sony CFS 45-L, aber das ist eine andere Geschichte. 1984 oder ’85 ist der Capstanriemen gerissen, bis Ersatz herangeschafft war, den es damals noch im Laden zu kaufen gab, habe ich mir mit Gummibändern beholfen. Da diese alle 20 Minuten rissen, konnte ich das Gerät bald sehr schnell zerlegen und wieder zusammenbauen.

Die Maschine

Die TC-366 stammt ungefähr aus dem Jahre 1971. Sie ist eine Maschine für maximal 18-cm-Spulen. Zur gleichen Familie gehören die TC-377, TC-378, TC-399. Mit etwas mehr als 11 kg Lebendgewicht sind alle Geräte dieser Reihe gut zu transportieren, wenngleich sie natürlich keine portablen Geräte sind.
Die 366 ist ein einmotoriges Gerät mit drei Tonköpfen und drei Geschwindigkeiten (19 / 9,5 / 4,8 cm/s). Im Unterschied zu den Nachfolgemodellen sind jedoch noch keine F & F (Ferrit)-Köpfe eingebaut, d. h. die Köpfe verschleißen. Der Verschleiß bei den mir bekannten Geräten ist ausgesprochen gleichmäßig, die Oberfläche bleibt glatt, somit lassen sie sich recht lange betreiben.
Die Geschwindigkeitswahl geschieht über ein Stufenrad, das in den Betriebspositionen Wiedergabe und Schneller Vorlauf die Schwungmasse der Tonwelle an die Motorriemenscheibe ankoppelt. Der Motor wird über einen auf der Motorachse befestigten vierblättrigen Lüfter gekühlt.

Bei Wiedergabe wird der rechte Wickelteller über einen Antriebsriemen von der Capstan aus angetrieben. Mit dieser Lösung ist die Leerlaufgeschwindigkeit des Wickeltellers von der eingestellten Bandgeschwindigkeit abhängig. Dadurch wird bei den niedrigeren Geschwindigkeiten die Rutschkupplung weniger belastet.
Ein zweiter Riemen treibt das Zwischenrad für schnelles Umspulen über eine Rutschkupplung an, deren Kopplungskraft einstellbar ist. So wird einer zu hohen Bandbelastung zu Beginn des Spulens entgegengewirkt. Bei schnellem Vorlauf wird ein weiteres Zwischenrad eingekoppelt.
Der Abwickelbandzug wird bei Wiedergabe und schnellem Vorlauf über einen Fühlhebel gesteuert, der auf eine Filzbremse wirkt. Der Bandzug des rechten Wickels wird nicht geregelt.
Im Senkrechtbetrieb werden die Spulen über zwei Gummistöpsel festgehalten. Immerhin besitzen diese eine Metallfeder, die sich auf einer Nut auf der Achse festklemmt. Diese Stöpsel gehen häufig verloren. Da zudem auf den Stöpseln „For vertical use only“ steht, ist es zu befürchten, dass Nutzer, die diese Maschine ausschließlich waagerecht betrieben hatten, die Stöpsel weggeworfen oder unwiderruflich verkramt haben.

Das Gerät kennt die beiden Bandsorten „Normal“ und „Special“. Auf der Position „Special“ wir aufnahmeseitig (!) die Entzerrung umgestellt. Der Bias bleibt unverändert. Zudem wird mit einem ca. 2,5 dB höherem Pegel gegenüber der Normal-Position aufgezeichnet. Meine Erfahrung zeigt, dass jedes „moderne“ Band (maxell, Zonal, TDK, (RMG hatte ich noch nicht auf 18er)...) auf „Special“ die besseren Ergebnisse bringt, auf „Normal“ aber mit BASF LGS 26 noch gute Ergebnisse zu erzielen sind. Im Gegensatz zu den Nachfolgemodellen ist die Wiedergabeentzerrung intern für 9,5 cm/s und 19 cm/s getrennt einzustellen. Getrennte Einstellmöglichkeiten für die beiden Bandsorten gibt es leider nicht.
Es gibt einen „Noise Suppress“-Schalter, der wiedergabeseitig die Höhen absenkt, um bei stark verrauschten Aufnahmen das Rauschen etwas zu mildern. Meiner Meinung nach eine überflüssige Funktion.
Beide Kanäle lassen sich getrennt aufzeichnen und wiedergeben. Über die Monitorschaltung ist echte Hinterbandkontrolle möglich.
Das Gerät verfügt über einen Din Ein-/Ausgang, 3,5 mm Klinken-Mikrofoneingänge, Cinch-Ein-/Ausgänge („Aux“ (!) beschriftet, noch nicht „Line“) und einen 6,3 mm Klinken-Kopfhörerausgang.

Das Gerät ist für waagerechten und senkrechten Betrieb ausgelegt. Es hat ein sog. „Pultgehäuse“, d. h. die Gerätefront hat im waagerechten Betrieb eine leichte Steigung nach hinten, was die Bedienung im Regal einfacher macht. Für Senkrechtbetrieb lässt sich das Chassis nach dem Lösen von vier Schrauben aus dem Gehäuse ziehen und um 180 Grad drehen.
Mir ist keine weitere Maschine bekannt, bei der das Bandeinlegen so leicht ist, wie bei den 3xx von Sony. Die Andruckrolle ist in der Stopposition versenkt. Das Band wird unter der Tonkopfabdeckung hindurchgeführt, ohne dass irgendwelche Bandführungselemente umschlungen werden müssen. Bandeinlegen ist wahrlich ein Kinderspiel.

Nicht für den Betrieb, aber für den Service gibt es eine hinterhältige Hürde. Um die Frontplatte abzunehmen muss u. a. der Knebel des Pausenhebels abgeschraubt werden. Dieser besitzt heimtückischerweise Linksgewinde. Nicht wenige dieser Knebel wurden daher „kaltverschweißt“, bombenfest angeschraubt, im vergeblichen Versuch ihn zu lösen.

Die Bedienung der Maschine ist sehr einfach. Strom einschalten, Bandauflegen, mit der Einhandbedienung auf Wiedergabe, läuft. Da der Bandsortenwahlschalter wiedergabeseitig nur auf einen anderen Bandfluss umstellt, sind keine Klangeinbußen durch eine falsche Schalterstellung zu befürchten.
Aufnahme ist für beide Kanäle getrennt zu schalten. Monitorschalter auf „Source“, mit dem eingebauten „Mischpult“ (Din/Mic – Aux) Aussteuern, Aufnahmetaste(n) drücken, auf Start schalten, Aufnahme läuft, die Maschine kann auch mit gedrückter Pausetaste in Aufnahmebereitschaft gesetzt werden.
Durch Weiterdrehen des Betriebsartenwahlschalters nach rechts wird vorgespult. Nach links wird zurückgespult, wobei über die Stopposition gegangen wird.

Am Bandende wird die Maschine mechanisch ausgeschaltet. Das Band hält einen kleinen Metalldraht in Arbeitsposition, ohne Band „fällt“ dieser herunter. Da sich die Maschine dann auch nicht einschalten lässt, ist dies vermutlich der Grund, warum bei vielen Auktionen steht „Gerät lässt sich nicht einschalten.“
Da nur bei Wiedergabe und Vorspulbetrieb das Reibrad in Funktion ist, gibt es keine Probleme mit verdellten Rädern.
Mir macht die Maschine viel Spaß. Sie ist leicht zu bedienen, spult zügig um (550 m: 135 Sekunden, 730 m: 176 Sekunden) und passt sogar in ein schmales „Ivar“-Regal. Der Betrieb mit Metallspulen und unbeschichtetem Bandmaterial ist nicht empfehlenswert, da es beim Umspulen zu statischen Aufladungen kommt. Es ist zudem darauf zu achten, Spulen gleichen Durchmessers zu verwenden, da es beim Übergang von Spulen auf Stop zu Schlaufenbildung kommen kann. Zumindest ist dies bei meinem Gerät der Fall, die Bremsen sind bei diesem jedoch definitiv gebraucht.

Eine genaue Klangbeurteilung möchte ich nicht geben, da die Tonköpfe bei meiner Maschine deutlich eingeschliffen sind und wohl schon aus der Spezifikation laufen und somit die Einmessbarkeit der Maschine nicht mehr vollständig gegeben ist. (Für diejenigen, die Kopfverschleiß mit dem Lineal angeben: ca. 4 mm Kopfspiegel.) Mit 19 cm/s ist der Klang auf Zonal 840 durchaus ordentlich. Mit 9,5 cm/s ist bereits ein Höhenabfall zu bemerken. Die 4,75 cm/s ist wahrlich nur als Protokollgeschwindigkeit zu verwenden. Die Gebrauchsanweisung gibt zwar einen Frequenzgang bis 9 kHz an, laut SM ist jedoch schon bei 5 kHz eine Abweichung von +3/-5 (sic!) dB gegenüber 1 kHz zulässig.
Bei der Wiedergabe von fremdbespielten Bändern gibt es nichts zu beanstanden.

Mir sind vier Schwachstellen des Gerätes bekannt:

1.   Die Tonkopfabdeckung ist auf zwei Stifte aufgeschoben, die gleichzeitig Schrauben für die Frontplattenbefestigung sind. Diese brechen recht schnell ab. Maschinen mit hängender Tonkopfabdeckung sind daher keine Rarität.
2.   Der lange Antriebsriemen, der den rechten Wickelteller bei Wiedergabe antreibt sollte regelmäßig begutachtet werden. Wenn ein Riemen reißt, denn dieser. Und wenn er währen der Wiedergabe reißt, wird das Band weiter angetrieben und läuft auf den Fußboden.
3.   Die Abschaltmechanik hat eine besonders kritische Feder. Nach langer oder besonders intensiver Nutzung bricht diese an der Aufhängung, da sie an dieser Stelle belastet wird. Das hätte schöner konstruiert werden können. Wenn der Betriebsschalter in der Ruheposition etwas links von dem „Stop-Quadrat“ steht, ist wahrscheinlich diese Feder gebrochen. Sie lässt sich jedoch ersetzen.
4.   Das Service Manual empfiehlt eine halbjährliche Schmierung, was ich für ein recht häufiges Serviceintervall halte. Tatsächlich: Wenn das Gerät beim Umspulen lahmt, so ist dafür nicht (nur) ein ausgelutschter Riemen für verantwortlich, sondern die Reibräder verlangen nach „Saft“.

Zwar ist mir auch der Motorkondensator verröchelt, dies kommt jedoch in den besten Familien vor und ist mir nicht als regelmäßiger Schaden bei dieser Maschine bekannt.
Die Ebxx-Frage: Was darf so ein Gerät kosten? Für meine „Top-Zustand“-Kiste (wir wissen was auf diese Aussage zu geben ist) war ich bereit 35 Euro zu bieten, da Abdeckung und Spulenstöpsel vorhanden waren. Ich habe sie für ca. 25 Euro erhalten. Die 50 Euro und mehr, die hin und wieder geboten werden sind definitiv zu viel.

Nachsatz: Wenn ich irgendwann die Maschine wieder mal aus dem Regal nehme, werde ich auch Fotos der Innereien machen.

Offline cassettenfreund

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #1 am: 27. Aug. 2008, 13:15 »
Hallo Niels,

vielen Dank für deine tolle Gerätevorstellung :thanks:.

Das gibt einem Nichtkenner wie mir einen schönen Einblick.

Liebe Grüße,
Mario

Manuel (der Fliege)

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #2 am: 27. Aug. 2008, 15:44 »
Ja Niels,
ich muß auch sagen:  :coolp: und  :thanks:.

Sehr informativ und interessant. Freue mich auch schon auf ein paar Bilder. :)

Viele Grüße,
Manuel

Offline grundig tk 240

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #3 am: 27. Aug. 2008, 20:24 »
Hallo Niels,

auch ich sage danke, ich hatte für kurze Zeit eine TC-399 und konnte dieses Gerät auch auf Herz und Nieren prüfen.
Es war ein Geschenk eines Nachbarn, dessen Sohn (bisheriger Eigentümer) für das Gerät jahrelang keine Verwendung hatte und es bei seinen Eltern auf dem Dachboden aufbewahrte. Es machte den Eindruck, als wäre die Sony kaum gelaufen. Leider war auf dem rechten Kanal keine Aufnahme möglich, den Fehler habe ich nicht gefunden, habe aber auch nicht weiter danach gesucht.

Ich habe das Gerät mit den beiliegenden Bändern einige Stunden laufen lassen und dann wieder weggestellt. Als der Sohn hörte, dass seine Eltern das Tonbandgerät weggegeben hatten, wollte er es plötzlich wiederhaben. Also habe ich es wieder zurückgegeben.
Es störte mich nicht weiter, hatte ich doch so wieder Platz für eine weitere Grundig...   ;-)

Nein, es war ein robustes, funktionstüchtiges Gerät. Aber es ist halt nicht meine Welt. Störend empfand ich als alter Tonbandgeräte-Herumschlepper beispielsweise, dass es keinen Tragegriff und keine Haube besass.

Trotz allem, deine schöne Gerätevorstellung hat mich mal wieder an das TC-399 erinnert, das nicht bei mir bleiben wollte (sollte). Und leider hat auch die B77, neben der ich die Japanerin kurze Zeit aufgestellt hatte, diese sehr argwöhnisch  beäugt. Vertragen sich Schweizer und Japaner etwa nicht ?

Gruss
Thomas
Mit Röhren hören !

Offline Soundy

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #4 am: 27. Aug. 2008, 21:03 »
Auch von mir ein  :thanks: für die Gerätevorstellung. Ich wollte mir einmal dieses Gerät kaufen, habe es aber dann doch nicht getan. Der Hauptgrund war, dass es die 366 nur als Viertelspurgerät gab.

Soundy

44wolle04

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #5 am: 29. Aug. 2008, 02:06 »
Hallo  ,

..hab  eben  dieses  Gerät  mal  vor  Jahren  in  der  Bucht  ergattert  ... für  schlappe  10  Euro  oder  so  ..

Wie  auch  Niels  gefällt  mir  das  einfache  Einfädeln  des  Bandes  dank  der  versenkten  Andruckrolle.

Ich  kenne  nur  noch  das  Grundig  TS  945 / 925   das  diese  Mimik   auch  hat . 

Der Klang  ist  hervorragend  wegen  der  3  Tonköpfe .  Benutze  sie  so  oft  es  geht  .....an  der  Stereo -Anlage  .

gruß  wolle

44wolle04

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #6 am: 29. Aug. 2008, 02:07 »
Hi  Niels ,

..hatte  was  vergessen   :   hast  Du  zufällig  den  Schaltplan  der  Maschine  ???


wolle

Offline niels

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #7 am: 29. Aug. 2008, 09:01 »
(In diesem Forum begreife ich noch nicht, wie Bilder im Text eingebunden werden, also hänge ich an. Vielleicht erklärt es mir jemand per PM.)

Bild 1: Detail des rechten Wickeltellers. Gut zu sehen ist die Nut, in die die Feder aus der Spulenhalterung greift.


Bild 2: Eine der berüchtigten Tonkopfabdeckungshalterungsschrauben. Da eine Hälfte bereits zerbröselt ist, habe ich sie mit Klebeband umwickelt.


Bild 3: Löschkopf, Kratzfilter, Aufnahmekopf, Bandabheber, Anschnitt vom Wiedergabekopf. Hier ist mir tatsächlich eine Aufnahme des Kopfspiegels gelungen, auf der er auch zu erkennen ist. Bei genauem Hinsehen ist bei dem Kernpaket für den rechten Kanal der Kopfspalt zu erkennen!


Bild 4: Gerät mit entfernter Front. Auf dem linken Reibrad ist die Blattfeder zu erkennen, über die der Umspulbandzug eingestellt wird. Auch im Bild: Der böse Riemen zwischen Capstan und rechtem Wickelteller. Ich habe ihn bei dieser Gelegenheit begutachtet und für gut befunden.


Bild 5: Das Chassis von hinten. Die kleine Platine links oben enthält die Spannungsregelung. Rechts unten ist der Entzerrungsumschalter für die verschiedenen Geschwindigkeiten zu erkennen.



Bild 6: Die Elektronik. Links der Biasoszillator, in der Mitte der Rec-Amp, rechts der Wiedergabeamp. Die Bezeichungen der verschiedenen Einstellpunkte sind von mir.



Bild 7: Extra für Euch: Das Gerät in waagerechter Betriebsposition.



Bild 8: Und nochmal waagerecht von vorne.



Bild 9: Das Gehäuse. Das Stromkabel und Verbindungskabel verlassen das Gerät auf gegenüberlegenden Seiten und werden je nach Betriebsart (waagerecht/senkrecht) mal durch die eine mal durch die andere Seite nach draußen geführt.



niels

EDIT: Bilder eingefügt
Ist nur eine Behelfslösung. Eigentlich wäre es am besten, wenn Du einen Account in unserer Galerie anlegst, dort die Bilder hochlädst und dann hierher verlinkst, so war das vor 3 Jahren beim Relaunch dieses Forums eigentlich gedacht. ;) Gruß, Manuel
« Letzte Änderung: 29. Aug. 2008, 11:26 von Manuel »

Offline Wolfgang2

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #8 am: 20. Sep. 2008, 20:03 »
Hallo Niels
Ich hab heute auf dem Flohmarkt ein Sony TC-366 gekauft. Deine Tips zu dem Gerät sind echt gut. Leider hab ich wie die meisten  die etwas auf dem Flohmarkt das Problem das ich keine Unterlagen zum Tonband hab. Hast du eine Idee wo ich die bekommen kann?
Gruß Wolfgang

Offline niels

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #9 am: 22. Sep. 2008, 09:34 »
Hallo Wolfgang,

dann wünsche ich dir viel Spaß mit deiner Maschine. Unterlagen sollstest du bei Schaltungsdienst Lange erhalten. Wenn du Fragen hast, die sich auf die Schnelle klären lassen, stelle sie doch einfach hier.

niels

Offline esla

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #10 am: 24. Sep. 2008, 19:27 »
Hallo Nils,

mein erstes Posting in diesem Forum. ;)  Da ich aber heute angefangen habe, die TC-366 (die ich vom Brötchen des HiFi bekam ;) ), auf den Tisch zu nehmen, hier mal meine ersten Erfahrungen mit der Maschine.

Optisch: desolater Zustand, jemand wollte die SONY wohl mal im Klavierlack-Design haben und hat das Furnier auf absolut unprofessionelle Weise mit schwarzem Lack überstrichen. Auch finden sich Farbreste auf den Alu-Teilen der Frontplatte. Das Gehäuse lasse ich bei Gelegenheit mal abschleifen und dann Furnierfolie drüber. Auf Deinem Foto sehe ich ein Lüftungsgitter in der Rückwand, diese originale Rückwand ist hier nicht mehr vorhanden und wurde durch eine angenagelte (!) Presspappwand ersetzt. Das Netzkabel war abgeschnitten, der Linksgewinde-Stoppschalter natürlich absolut "vergriesgnaddelt", also Zangenspuren ohne Ende. Ohne die Beitraäge hier gelesen zu haben kam ich aber auf die Idee, dass es sich auch um ein Linksgewinde handeln könne. Es liess sich sogar ziemlich leicht und ohne Zangeneinsatz lösen. Nun also die Frontplatte ab.

Mechanisch: ausgeleierte Riemen für den Zählwerkantrieb (es gibt ja zwei dafür). Ein nicht nur quietschendes, sondern schon "schreiendes" Lager auf der Abwickelseite, da bin ich gerade dabei. Bei der Filzreinigung (das Ding hat ja ziemlich viele davon) ist eins verschwunden - einfach abgefallen. Bis jetzt habe ich es noch nicht wiedergefunden. Ansonsten scheint der Antrieb noch brauchbar zu laufen, die Maschine benötigt aber bis zu drei Sekunden, um nach dem Betätigen des START-Schalters auf Sollgeschwindigkeit zu kommen. Dann läuft sie aber stabil. Also erst mal die ganzen Reibräder reinigen.

Elektrisch: sind bis jetzt noch keine Auffälligkeiten aufgetreten, ausser dass der rechte Kanal etwas zu schwach rüberkommt (TK und Bandlauf sind natürlich bereits gereinigt worden).

Also - es ist noch viel mechanisch an der Maschine zu tun, alles reinigen, fetten, ölen, na, ihr kennt das ja alles. :)

Gruß Jens

Manuel (der Fliege)

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #11 am: 24. Sep. 2008, 19:34 »
Hallo Jens,
dann ein herzliches :welcome1:.
Schön, daß Du auch hier aktiv bist.

Viele Grüße,
Manuel

Offline niels

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #12 am: 29. Sep. 2008, 10:07 »
Hallo Jens!

Mein Vater hatte seine Maschine damals auch von weiß auf schwarz umlackiert, sie jedoch vorher aus dem Gehäuse genommen.

Das Kreischen des Wickeltellers kenne ich auf. Schmieren hilft.

Auch die originale Rückwand ist aus Presspappe.

Vielleicht muss auch das Lager der Andruckrolle geschmiert werden, dazu kann und muss die Abdeckkappe abgenommen werden.

niels

Offline esla

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #13 am: 29. Sep. 2008, 17:27 »
Hallo Niels,

"umlackiert" wäre ja noch gegangen, da hätte ich schwarz auch akzeptiert, wenn es ordentlich gemacht worden wäre. Aber Farbnasen - das geht ja schon mal gar nicht. Das lasse ich alles runterschleifen und versuche, da Furnierfolie wiederaufzubringen. Muss mal sehen, ob das etwas aus dem Baumarkt passt, mit dem Aufbügeln von diesen Folien an Küchenarbeitsplatten habe ich schon ein wenig Erfahrung. Die Mechanik ist soweit gereinigt und neu geschmiert, das läuft wieder. Leider habe ich mir durch einen kleinen Defekt der Maschine "ins eigene Bein geschossen". :(  Der Bandfühlhebel war verklemmt, das Einlaufblech stand zu weit nach rechts und klemmte ihn fest. Also berichtigt. Nun wollte ich die Maschine (ohne Band!) wieder ausprobieren, Mist - nichts ging mehr, der Drehschalter rastet ja gar nicht mehr ein, was ist denn nun wieder kaputtgegangen? Vier Stunden des Suchens später fiel es mir dann wie Schuppen aus den Haaren - der Fühlhebel verhindert ja über sein Gestänge, dass der Schalter einrasten kann! Hier mal das Bild dazu:



Zum roten Pfeil gehört jetzt eigentlich noch ein kleines bewegliches Hebelchen (auf dem Bild nicht sichtbar, weil ausgebaut). Dieses wird durch den durch das Gestänge des Bandfühlhebels (grüner Pfeil) blockiert, sobald ein Band eingelegt ist und erst dann rastet der Betriebsartenschalter ein. Na ja, nun bin ich um eine Erfahrung reicher. Leider haben sich eine Vinylunterlegscheibe sowie ein Sprungring (eigentlich ja ein Sprengring ;) ) bei den Arbeiten ins Gehäuseinnere begeben. Und da ich leider genau die Größen nicht in meiner Ersatzteilkiste habe, gestaltet sich der Zusammenbau jetzt schwierig. Ja, die Originalrückwand ist auch aus Pappe, klar. Aber meine ist nachträglich drangenagelt worden und hat (noch) keinerlei Öffnungen für die Belüftung des Motors. Da muss wohl die Bohrmaschine ran.

Gruß Jens
« Letzte Änderung: 29. Sep. 2008, 17:36 von esla »

Offline Wolfgang2

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #14 am: 30. Sep. 2008, 09:51 »
Hallo Leute
Hat jemand ein Bild oder ähnliches wo man erkennen kann wie und wo die Antriebsreimen laufen? Meine wollte wohl jemand Reparieren und hat alle riemen rausgeholt. Jetzt steh ich natürlich ziehmlich dumm da weil ich nicht weiß wo die Dinger hingehöhren.
Gruß Wolfgang

Offline niels

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #15 am: 30. Sep. 2008, 10:23 »
Hallo Wolfgang,

hier ist ein Bild von einer TC-377, die jedoch recht ähnlich aufgebaut ist.



Der lange Riemen, der den rechten Wickelteller antreibt, läuft um die Capstanachse. Dazu muss die Mechanikplatte, auf die auch der Kopfträger geschraubt ist, ausgebaut werden.

Auch auf dem Bild 4 in diesem Thread ist ein bißchen zu erkennen.

niels

Offline ponglee

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #16 am: 25. Okt. 2008, 10:48 »
HAllo Leute,
Mein Gerät stand Jahrelang still. Beim Riemen Wechsel habe ich es Falsch zusammen  gebaut.   Aber jetzt geht der Drehknopf für die Geschwindigkeit Schaltung nicht mehr. HAt jemand ein Foto davon? Und kann das sein, dass es etwas zu langsam läuft?

viele Grüsse Wilfried

Offline niels

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #17 am: 27. Okt. 2008, 11:39 »
Hallo Wilfried,

den falschen Zusammenbau bringe ich in keinen Zusammenhang mit dem Defekt der Geschwindigkeitsumschaltung. Ich hatte es bei einer 377, dass das Schmiermittel so sehr verharzt war, dass sich dies Geschwindigkeit nicht mehr verstellen ließ. Ich würde es ganz wagemutig mit einem bißchen Ballistol auf der Achse des Schalters versuchen.
Hast du die Maschine inzwischen wieder richtig zusammengebaut? Was hast du falsch gemacht? Wenn du nichts abgebrochen oder verbogen hast, sollte alles wieder in Betrieb zu bekommen sein.

niels

Offline ponglee

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #18 am: 09. Nov. 2008, 17:29 »
Hallo
Inzwischen bin ich soweit, auf Play rastet es wieder ein und spielt. Ich hatte zu wenig Zug auf der rechten Spule. Das Problem mit der Geschwindigkeit Umschaltung ist noch nicht gelöst . Habe jetzt Explosion-Zeichnung erhalten aber auf Englisch. Dies zu dauert eine Weile. Dazu ist eine Feder gebrochen. 

wilfried

Offline ponglee

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #19 am: 09. Nov. 2008, 17:39 »
Nachtrag (Bild) zum Problem gebrochene Feder. Aber wo kriege ich dei Feder her?

wilfried

Offline Wolfgang2

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #20 am: 04. Dez. 2008, 17:02 »
Hallo
Ich hab mir aus dem Netz die Maße für die Antriebsriemen besorgt und neue gekauft. Da hat wohl einer falsch gemessen und nun passen die Dinger nicht. Wo bekomm ich die Original Maße für die Riemen her? Und jetzt zwei dumme Fragen. Wie laufen die Riemen fürs Zählwerk und wie muß der Knopf stehen an dem man die Spannung einstellt? Bei mir war kein einziger Antriebsriemen drinne, und den Knopf hab ich abgezogen zum saubermachen und (wie dämlich) nicht drauf geachtet wei er gestanden hat. Da das Papierchen wo's draufsteht abgefallen ist guck ich jetzt natürlich blöd aus der wäsche. wär nett wenn mir da jemand weiter helfen könnte.
Wolfgang

Offline esla

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #21 am: 04. Dez. 2008, 17:15 »
Hallo Wolfgang,

ich bestelle meist bei Hewicker (www.elektro-ersatzteile.org), bisher hat alles sehr gut gepasst. Gib rechts oben in die Suche nur "TC-366" ein, schon findest Du im ersten Eintrag den gewünschten Riemensatz. Wenn die Akkus für die Digicam geladen wären könnte ich auch Bilder von der Stellung des Spannungs"knopfes" und dem Riemenlauf machen.

Gruß Jens

Offline Wolfgang2

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #22 am: 04. Dez. 2008, 17:40 »
Hallo Jens
In Köln gibts nen' schönen Laden der alles hat was mit Gummi zu tun hat. Die 4 Riemen für das Sony haben da 5 € gekostet. Aber leider hatte ich die falschen Maße. Ich hab noch welche für ein Grundig und ein Tandberg mitgebracht die haben einwandfrei gepaßt. Ich hatte die alten als Muster mit und da alle normale Rundriemen waren (O-Ringe) gabs beim Einbau keine Probleme. Für ein Bild oder eine Zeichnung wär ich dir Dankbar.
Gruß Wolfgang

Offline esla

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #23 am: 04. Dez. 2008, 17:48 »
Hallo Wolfgang,

ich habe eben noch Battereien gefunden und war eben im Keller.  :D Hier das Bild des Spannungswahlschalters:



Und hier das des Riemenlaufs. Der Riemen zum Zählwerk läuft auf der mit dem Pfeil gekennzeichneten Umlenkrolle unten, oben wird diese durch den anderen Riemen vom abwickelnden Bandteller angetrieben:



Gruß Jens

Offline Wolfgang2

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Re: Gerätevorstellung SONY TC-366
« Antwort #24 am: 04. Dez. 2008, 18:22 »
Hallo Jens
Danke für die schnelle Hilfe. Der Knopf ist drinn, jetzt fehlen nur noch die Riemen. Die die ich gekauft hab haben 7,60€ gekostet. Aber leider waren ja die angaben die ich hatte falsch. Vieleicht bekomm ich ja noch die richtigen. An dem Laden komm ich auf dem Heimweg vorbei und mit den richtigen Maßangaben bezahl ich da höchstens die hälfte.
Mfg Wolfgang