Autor Thema: Aufstellung und Raumtuning  (Gelesen 1475 mal)

Offline PoeticShot

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Aufstellung und Raumtuning
« am: 04. Mai. 2005, 16:50 »
Hallo Zusammen,

zunächst einmal finde ich es eine hervorragende Idee, hier einen Unterpunkt Lautsprecher einzurichten. Das ist schließlich das letzte Glied in der Kette.

Mit diesem Thema ist aber etwas sehr wichtiges verknüpft, dass ich selbst erst in den letzten Monaten so richtig für mich entdeckt habe: Lautsprecheraufstellung und Raumklang.

Bei mir konkret habe ich mit der Aufstellung meiner kleinen Kompaktboxen Wharfedale 8.2 experimentiert.

Zunächst einmal ein paar Eckdaten zum Raum:

Ca. 20qm groß, in etwa quadratisch. Bei ca. 65 Prozent geteilt durch zwei Raumteiler.

Oder noch genauer: Man kommt zur Tür herein, links steht das Sofa (=Hörplatz), dann nach ca 3 Metern links und rechts an der Wand die beiden Raumteiler (=Bücherregale). Dahinter links an der Wand meine Hifi-Ecke, dem gegenüber auf der rechten Seite mein Arbeitsplatz. Dahinter dann die Aussenwand mit Fensterfront.

Zunächst hatte ich die Boxen möglichst weit am anderen Ende des Raumes aufgestellt. Also vor der Fensterfront. Nachteil: recht weit weg (= Pegel muss für Hörplatz auf Nachbaruntaugliche Stärken gebracht werden). Außerdem resoniert die Heizung.

Also habe ich die Boxen zunächst einmal vor die Raumteiler gestellt. Die Bücherregale haben eine hervorragende Diffusorwirkung. Außerdem sind diese Kompakten von Wharfedale ohnehin für eine kurze Entfernung zum Hörplatz angelegt.

Das nächste Experiment war dann die Entfernung zum Bücherregal. Hier kann man im Bassbereich recht genau den persönlichen Geschmack einjustieren. Faustformel: näher dran gleich mehr Bass.

Aber so richtig ging die Sonne auf, als ich anfing, die Boxen auf meinen Hörplatz auszurichten. Konkret habe ich mit zwei dicken Wollfäden die Lautsprecher auf meinen Hörplatz hin eingedreht. Es ist frappierend, wie die kleinen Dingerkes es einem mit mehr Räumlichkeit danken. Das letzte Feintuning habe ich dann nach einem Tipp aus dem AAA-Forum von Jonny ausgeführt. Mittels zwei Taschenlampen und einem vor dem Hörplatz aufgestellten Holzbrett habe ich die Lautsprecher so eingedreht, dass sie sich in kurzer Entfernung vor dem Hörplatz schneiden. Seitdem spielen die kleinen Wharfedales ihr Potenzial voll aus.

Aber da ist sicher noch mehr drin- was habt Ihr für Tipps für uns? Gibt es ein lohnenswertes Raumtuning (ich lege beispielsweise manchmal zwei große Kissen hinten auf die Lehne des Sofas, als "Diffusor" hinter mir). Habt ihr weitere Aufstellungstipps?  Wie spürt Ihr unerwünschte Raumresonanzen auf?

Etc. Etc. :D

Schöne Grüße
Vom Wolfgang
Dieser Wolfgang gleich der PoeticShot Wolfgang  :wink:

Jürgen Heiliger

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Re: Aufstellung und Raumtuning
« Antwort #1 am: 04. Mai. 2005, 17:22 »
Zitat von: PoeticShot
Hallo Zusammen,

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Aber da ist sicher noch mehr drin- was habt Ihr für Tipps für uns? Gibt es ein lohnenswertes Raumtuning (ich lege beispielsweise manchmal zwei große Kissen hinten auf die Lehne des Sofas, als "Diffusor" hinter mir). Habt ihr weitere Aufstellungstipps?  Wie spürt Ihr unerwünschte Raumresonanzen auf?

Etc. Etc. :D

Schöne Grüße
Vom Wolfgang


Hallo Wolgang,

Raumtunig, ein Thema das sicher sehr interessant ist und mit dem sich viele bisher noch nicht beschäftigt haben, da es auch sehr abhängig vom jeweiligen Lautsprecher ist, oder Ihnen so nicht bekannt ist.

deshalb gibt es auch in meinem Zimmer zwei Positionen, einmal die bei der Hintergrundberieselung und die wenn ich Musik genießen möchte.

Zunächst einmal ein paar Tips zur Sitzposition. zunächst einmal sollte grundsätzlich gelten, niemals mit dem Rücken an der Wand, sonst kommt es zu Unsauberkeiten im Hochtonbereich, d.h. es gibt kleine Flatterechos. Besser ist eine Sitzposition etwa 1-1,5m vor einer Wand.
Ich weiß dies ist nicht immer realisierbar und somit sollte man nach dem besten Kompromiss (WAF) suchen. Vielleicht ist es möglich eine Bücherwand hinter dem Sofa zu instalieren, Pflanzen sollen auch verbessernd wirken :wink: , zumindestens bei unseren besseren Hälften.

Ansonsten viel Nippes und Deko im Rücken entzücken beim Hören.

Hilfreich ist auch das Pogramm Cara, welches Du HIER in einer light Version bekommst.
Es hat mir schon so manchmal hilfreich zur Seite gestanden, wenn ich Freunde beraten habe.

Ein weiterer Tip um Raumresonanzen aufzuspüren ist es auch, die Lautsprecher auf den Hörplatz zu stellen und dann im Raum herum zu gehen.
An den Stellen im Raum wo der Bass am natürlichsten klingt, sollten später die Lautsprecher stehen, also weder schlank noch dröhnend. Am besten mit dem Mittel/Hochtonbereich in Ohrhöhe. Somit kannst Du zumindestens Raumresonanzen im Bassbereich so einigermaßen ausschließen, da dort dann der Raum am wenigsten in seinen eigenen Resonazen angeregt wird.
Weiterhin sollten die Lautsprecher etwas in die Sitzposition "eingedreht" stehen, um so das eventuelle Loch in der Stereo Mitte zu schließen.

Auch sollten Lautsprecherkabel gleich lang (Laufzeitenunterschiede bei großen Längenunterschieden) und nicht hinter dem Lautsprecher mit dem kürzeren Kabelbedarf aufgewickelt werden (Wirkung einer Drossel).

Ich hoffe Dir mit meinen Erklärungen ein wenig helfen zu können, um so aus den vorhandenen Mitteln klanglich das Meiste heraus zu holen.

Gruß
Jürgen

Band ab - Band läuft nicht, Platte spielt Neil Diamond - Back in L.A.

Offline PoeticShot

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Aufstellung und Raumtuning
« Antwort #2 am: 04. Mai. 2005, 17:49 »
Hallo Jürgen!

Danke für die ausführlichen Anregungen!

Das mit den Resonanzen hinter dem Hörplatz löse ich mit riesigen Kissen. Geht auch ganz gut. Mehr ist nicht drin. Leider! Auch eine Entdrosselung tut not... :(

Das Programm werde ich gleich morgen mal antesten! Danke! :D

Schöne Grüße
vom Wolfgang
Dieser Wolfgang gleich der PoeticShot Wolfgang  :wink:

Jürgen Heiliger

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Schöner Wohnen in Japan zu Besuch
« Antwort #3 am: 04. Mai. 2005, 18:09 »
Hallo Wolfgang,

es passt nicht ganz zu Deiner Probelmatik, sollte aber mit einem kleinen Schmunzeln zu lesen anregen.

Quelle: Schöner Wohnen Mitte-Ende der 70.er aus dem Archiv Michael Otto

Shigeru Kobayashi ist Mister President. Der Top-Manager eines Industrie-Konzerns hat es weit gebracht. Im Job wie im Hobby. Sein Hobby ist die High Fidelity. Sie dient ihm als Entspannung, wenn auch über den Umweg physikalischer und elektronischer Kraftakte. Kobayashis eigentliche Entspannung ist die Gewißheit, »Nurnber One« unter Japans Audiophilen zu sein, die dort wie hier »Maniacs« heißen. Für den Platz an der Spitze ist diesem Mann, so scheint es, nichts zu teuer und nichts zu aufwendig. Kobayashi, ein konzentrierter Typ, den man sich gut auf einem schwierigen Golfkurs vorstellen kann, hat seinen »Listening-Room« in einem 80 Quadratmeter großen Seitenflügel seines Hauses eingerichtet. Die Lautsprecherboxen sind aus Stahlbeton. Sie haben Stockwerkhöhe und bilden Teile der Hauswand. Ihr Volumen beträgt jeweils fünf Kubikmeter. Den Baß besorgen vier Tieftonchassis, die paarweise auf zwei sechs Meter langen Hörnern installiert sind. Die Schalltrichter der beiden Hörner münden in die Rückwand des Hauses, das zugleich die Rückwand der beiden Boxen ist. Die übrigen »laufenden Meter HiFi sind im Garten verlegt. Die vier Tieftonchassis am Ende der Hörner befinden sich deshalb in außergewöhnlicher Nachbarschaft von Kakteen und duftenden Blüten.




Number Onezu bleiben kostet Zeit und Geld
Für die Reproduktion hoher Töne verwendet Number One zwei Ionen-Hochtöner, Eliteprodukte des englischen Herstellers Fane. Aber es drängt Kobayashi, dieses komplizierte Wandlersystem zu »verbessern«. Zur Zeit testet er eine modifizierte Form. Ionen-Hochtöner sind ein kaum bekanntes Lautsprechersystem. Echte Exoten. An Stelle eines Membrans bewegen durch Elektroden erzeugte »schwere« Ionen die leichteren Luftmoleküle analog dem eingespeisten Musiksignal. Kein anderes Hochtonsystem kann schnelle Impulse so direkt und natürlich reproduzieren. Denn die Ionen im Lichtbogen der Elektroden sindleichteste Membran-Material, das in konventionellen Lautsprechern verwendet wird. Durch ein Horn wird wie bei Opas Grammophon, aber auch noch beim Ionen-Hochtöner, der Schalldruck verstärkt.



Die höchsten Höhen und die tiefsten Tiefen von Kobayashis Boxen werden für das high-fidele Konzertieren durch zwei konventionelle Hornlautsprecher für Mitten-, Mitte-Hoch- und Hochton', bereich ergänzt. Die Systeme werden über eine aktive Frequenzweiche durch vier Endverstärker angesteuert.
Das Beste ist ihm noch nicht gut genug.



Kobayashi, der einen Meßgerätepark besitzt, der jedem Testlabor zur Ehre gereichen würde, stehen als Programmquellen Tuner, Plattenspieler und Tonbandmaschinen zur Verfügung. In jeder Kategorie in zigfachen Ausführungen versteht sich. Ein Flur seines Hauses wird durch Regale eingeengt, in denen HiFi Bausteine erster Güte gestapelt sind. Samt und sonders jüngeren Datums. Dennoch: nicht gut genug für Japans größten Maniac. Verständlich, daß in dieser Umgebung das Gehirn eines sach- und preiskundigen Betrachters zur Addiermaschine wird, die, bei einer Viertelmillion Mark angekommen, aus Ermüdung abschaltet. Eine Schlagzeug Batterie inmitten der Monsterelektronik rührt einen dann schon tief im aufgewühlten Gemüt. Doch auf die erfreut gestellte Frage an Mister President, ob er Schlagzeug spielen würde, kommt die knappe Antwort: »For Sound-Testing only.« Und das geht so: Kobayashi setzt sich hinters Schlagzeug und nimmt sein »Spiel« über eine professionelle Studio-Tonbandmaschine mit 76 cm/Sekunde Bandgeschwindigkeit auf. Dann wird zurückgespult und abgehört. Aber, wie gesagt, mit dem besten Hochtöner der Welt ist Herr Kobayashi noch nicht restlos zufrieden.




Gruß
Jürgen

Wenn wir unser Hobby so betreiben, dann sind wir reif..........für die berühmte Insel :wink:  :oops:  :lol: [/url]