Tonbandinfo-Forum

Rund ums Tonbandhobby => Sonstige Audiogeräte => Thema gestartet von: cassettenfreund am 22. Nov. 2008, 13:04

Titel: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 22. Nov. 2008, 13:04
Hallo Freunde!

Seit einem halben Jahr bekomme ich nun schon regelmäßig eine E-Mail der Firma MAGIX, die Audio- und Videosoftware anbietet. Als ich mir im Jahr 2005 MAGIX Music Cleaning Lab 2005 gekauft habe, hab ich mich registriert und für den Newsletter angemeldet. Und so kommen meist wöchentlich Produktinfos. Als ich zum ersten Mal den Betreff "Mario Mendel, retten Sie Ihre Videokassetten!" las, hab ich die Mail kurz durchgelesen, geworben wurde für ein Sonderangebot, bestehend aus der MAGIX-Software "Filme auf DVD 8" und einem USB-A/D-Wandler. Da standen die üblichen Halbwahrheiten drin, und deshalb hab ich die Mail die nächsten Male immer ignoriert. Heute jedoch hatte diese Mail einen anderen Betreff: "Retten Sie Ihre Videokassetten! - Angebot verlängert". Aus reiner Neugier hab ich da noch einmal hineingeschaut. Und ich muss wirklich sagen: Das letzte Mal hab ich mich so unterhalten gefühlt, als Otto Waalkes bei RTL mit seinem aktuellen Programm zu sehen war. :lol:

Zitat
Sie glauben, Ihre Videokassetten sind sicher und geschützt?

Im Gegenteil, Ihren kostbaren Camcorder-Aufnahmen von Ihren Kindern, der eigenen Hochzeit oder unvergesslichen Urlaubsreisen drohen zahlreiche Gefahren: Geringe Lebenserwartung (selbst bei optimaler Lagerung), magnetische Strahlung, Qualitätsverlust durch Abnutzung, Bandsalat und das Produktionsende der Abspielgeräte könnten schnell das Ende für Ihre Aufnahmen bedeuten!

Das ist ja noch nichts besonderes, das liest man ja überall.

Zitat
Keine Angst! Mit MAGIX Retten Sie Ihre Videokassetten! sichern Sie Ihre kostbaren Aufnahmen von VHS und allen anderen Bandformaten mit wenigen Klicks auf dem PC: Einfach den USB-Videowandler anschließen, MAGIX Filme auf DVD 8 starten und Ihre Aufnahmen im Handumdrehen einlesen lassen. Anschließend können Sie Ihre Filme mühelos bearbeiten, optimieren, mit Effekten veredeln und auf Wunsch mit animiertem Menü auf DVD brennen.

Das Video-Rettungspaket besteht aus der brandneuen Version MAGIX Filme auf DVD 8 und dem praktischen USB-Videowandler ― jetzt mit optimierter Bildqualität!

Retten Sie Ihre schönsten Erinnerungen ins digitale Zeitalter!

Gut, dass ist auch noch nichts besonderes. Gestaunt hab ich allerdings hier:

Zitat
Mit MAGIX Retten Sie Ihre Videokassetten! können Sie auch Ihre Lieblings DVD-Filme vor dem Verfall retten und sich eine private Sicherheitskopie anlegen! Kopieren Ihre Lieblings-DVDs in erstklassiger Bild- und Tonqualität.

Häh, was ist das? DVDs vor dem Verfall retten? Ich dachte, meine Videokassetten seien tickende Zeitbomben, die unbedingt auf DVD gesichert werden müssen, um für die Ewigkeit konserviert zu werden. :lol:

Das wars auch schon mit dem Text. Die Mail enthielt allerdings auch einen kurzen Werbefilm, in dem es von Widersprüchen nur so hagelt:

(http://forum2.magnetofon.de/bildupload/magix_vhs_zerfall.jpg)

9 Jahre, also 1999. Warum aber sehen die Camcorder-Videos von meinem Vater von 1999 nur so aus, als wenn sie eben erst gefilmt wurden? Ich glaub, ich muss MAGIX mal eine Kopie des Films "Die Wessis kommen" zuschicken. Dieser Film enthält die Jahreschroniken der Familie Mendel von 1988 bis 1992. Der Cousin von meinem Opa, der vor ein paar Monaten leider ganz plötzlich verstorben ist, lebte in der BRD und besuchte von Zeit zu Zeit die Familie meines Vaters. Der Camcorder war natürlich immer mit dabei. Für diesen Zusammenschnitt wurde das Material mehrmals umkopiert, was das Bild bekanntlich nicht gerade verbessert. Und doch ist die Bildqualität zwar geringfügig schlechter, als die eigenen Camcorder-Videos ab 1994, aber eben nur geringfügig durch die mehrfachen Umschnitte.

Nachdem also dem Zuschauer erst einmal die ernste Situation erklärt wurde, wird nun gezeigt, welchen Gefahren die VHS-Kassette ausgesetzt ist.

(http://forum2.magnetofon.de/bildupload/magix_vhs_magneten.jpg)

Nicht schlecht, mal abgesehen davon, dass man die Sprösslinge natürlich nicht mit den kostbaren Videos spielen lassen sollte, sind diese Spielzeugmagneten garantiert nicht stark genug, um das Band zu löschen. Außerdem könnte das Kind ebenso eine Rasierklinge holen und die DVD zerkratzen.


(http://forum2.magnetofon.de/bildupload/magix_vhs_hund.jpg)

Irgendwie sehe ich den Sinn an diesem Argument nicht. Genauso gut könnte der Hund auch mit der DVD spielen.

(http://forum2.magnetofon.de/bildupload/magix_vhs_bandsalat.jpg)

Endlich mal ein vernünftiges Argument. Richtig. Sowas kann passieren. Allerdings nicht so häufig, wie die Werbemacher das behaupten.

(http://forum2.magnetofon.de/bildupload/magix_vhs_bandsalat2.jpg)
(http://forum2.magnetofon.de/bildupload/magix_vhs_bandsalat3.jpg)

Das erste Argument reloaded. Gehen ihnen wohl die Ideen aus? :lol:

Der Rest des Videos ist belanglos. Es wird knapp gezeigt, welche Schritte notwendig sind, um eine VHS-Kassette zu digitalisieren.

Mein Tipp an MAGIX: Lasst euch was originelleres einfallen. Bis auf den Bandsalat sind diese Argumente einfach lächerlich.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 01. Dez. 2008, 18:23
Hast du nich einen Link zu dem Video? Ich will auch lachen  :D

Ist ja echt der Hammer was die behaupten, aber naja, irgendwie muss man ja sein Produkt für das "bessere" Medium verkaufen. Ich persönlich halte nichts davon. Ich habe noch Videobänder meiner Mutter aus den 80ern, meinen Ultraschall von 1988 sowie meine Taufe & Co. ...hab gerade vor 3 Wochen reingeschaut und war erstaunt wie perfekt die Qualität war, selbst auf einem LCD-Fernseher 38", mit einem S-VHS-Recorder per S-Video ausgegeben...Paradies!! :D Die können erzählen was se wollen...In ein paar Jahren werden wir sehen wer Recht hatte :D

Ebenfalls leichtsinnig:

http://archiv.chip.de/artikel/Workshop-VHS-Filme-auf-CD-retten_archiv_17089586.html

Von wegen auf VCD archivieren :D Dass ich nicht lache...Nicht mal eine selbstaufgenommene DVD reicht an die Original-Qualität der VHS heran, wirklich gute Qualität bieten lediglich Original-DVDs oder höchstens kopierte DVDs.

Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 01. Dez. 2008, 18:49
Hallo Jouse,

und erst einmal ein herzliches :welcome1:!

Du hast Glück, ich hatte die Mail noch nicht gelöscht. Hier (http://newsletter2.magix.net/link/?i2000vu4qq00cxlit0bhvh3a224) gibt es das Info-Video.

Die Produkte von MAGIX sind ja nicht schlecht. Ich habe "Music Cleaning Lab 2005" und "Fotos auf CD & DVD 1.0", beides sind Top-Programme. MAGIX setzt aber grundsätzlich etwas unnatürlich wirkende Werbung ein, und deshalb haben die Produkte in Teilen der Fachpresse auch einen ziemlich schlechten Ruf.

Die älteste VHS-Kassette, die ich jemals zu Gesicht bekommen habe, stammt von 1986. Sie hat 30 Minuten Länge, solche Kassetten gibt es heute gar nicht mehr zu kaufen. Mein Opa hat darauf mit dem JVC-Recorder, den er ein Jahr zuvor im Intershop gekauft hat, die letzte Folge der Zeichentrickserie "Heidi" aufgenommen (natürlich war das verboten, die Serie lief schon damals im ZDF, was man ja in der DDR nicht sehen durfte). Meine Cousine war damals 6 Jahre alt und ihr hat das gefallen. Und auch als ich und meine beiden Brüder in dem Alter waren, wurde das Video bis zur Vergasung geschaut. Die Qualität ist heute noch hervorragend, wie, als wenn man es gerade erst aufgenommen hätte. Deswegen nehme ich bestimmte Sendungen wie die ZDF-Hitparade immer noch auf VHS auf, obwohl auch bei mir verstärkt die DVD verwendet wird. Wenn man die richtigen Rohlinge verwendet, ist das ja auch kein Wegwerfmedium.

Die VHS-Videos auf VCD zu archivieren, ist natürlich Schwachsinn. Dieses Format unterstützt ja nicht einmal das Zeilensprungverfahren. Die in dem Chip-Artikel aufgeführte Software ist aber nicht schlecht. Mit VirtualDub und HuffYUV digitalisiere ich, wenn es denn nötig ist, alte Videos, mit TMPGEnc wird das dann nach MPEG2 gewandelt. Dazwischen setze ich für bestimmte Filter noch AviSynth ein. Damit kann man wirklich sehr gute Resultate erzielen.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 01. Dez. 2008, 19:09
Dankeschön :) Kennst mich vielleicht auch aus dem Bandmaschinen-Forum :D

Danke für den Link! Echt lustig...:P

Zur DVD: Es ist vielleicht kein Wegwerfmedium, und damit meine ich Rohlinge, keine Originale, die sind ja gut.

Aber ich persönlich kann und will mich nicht mit ihnen zufriedengeben, weil:

- zu kurze Laufzeit

-qualitativ nicht wirklich gut, -> Klötzchenbildung durch die zu niedrige Bitrate, was man gerade an den aufkommenden Flachbild-TVs sieht, eigentlich total erstaunlich, aber die Leute haben sich wohl dran gewöhnt :D Man beobachte die Beliebtheit von YouTube...Ich persönlich kann sowas nicht haben :D

- nicht sicher, keine Schutzfunktion wie bei MiniDisc oder Kassette. Ein fetter Kratzer, und alles ist dahin.

- noch zu unausgereifte Technik. Es gibt zig Formate, bei Discs, beim Videoformat selber...Kompatibilität ist nicht garantiert.

- hübsch sind sie auch nicht :D hehe

Früher habe ich auch noch digitalisiert und war auch zufrieden damit, aber man lernt immer dazu :) Und heute reicht es mir persönlich halt nicht mehr. Momentan gibt es, finde ich, keine gute Lösung, um Videomaterial zu digitalisieren, bei Audio geht es etwas einfacher. Ideal wären meiner Meinung nach D-VHS Recorder gewesen, aber wer sonst außer man selber hat schon sowas? Was wenn das  Gerät kaputt ist? ...

Also habe ich die "digitale Rettung" aufgegeben...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 01. Dez. 2008, 19:48
Natürlich kenn ich dich.  ;)

Ich will jetzt nicht zu weit vom Thema abdriften, aber zur Qualität der DVD möchte ich noch kurz weiter ausholen.

Das MPEG2-Format, welches bei der DVD zum Einsatz kommt, ist in der Tat schon veraltet. Neuere MPEG4-Verfahren (z.B. x264) erreichen bereits bei einem Viertel der Bitrate die Qualität von MPEG2. Die Standards der DVD sind aber so ausgelegt, dass die Videos frei von den gefürchteten Klötzchen sind. Der DVD-Standard erlaubt eine maximale Videobitrate von 8000 kbit/s. Das ist bei höchsten Qualitätseinstellungen mehr als ausreichend. Durch den Einsatz von 2-Pass-Algorithmen in Verbindung mit variabler Bitrate kann man damit ein sehr gutes Bild erhalten. Allerdings muss man sich dazu erst einmal etwas mit dem Thema Videokomprimierung beschäftigen, die vielen 1-Klick-Lösungen liefern alle keine befriedigenden Ergebnisse. Und man benötigt natürlich einen leistungsstarken Rechner, damit die Kodierung nicht mehrere Tage beansprucht. Ich habe zum Beispiel vor kurzem beim Durchspielen des PC-Spiels Mafia (du kennst es vielleicht) alle Zwischensequenzen am Computer mitgeschnitten und anschließend auf DVD gebrannt. Das hat mit maximaler Bitrate ganz haarscharf auf eine Double-Layer-DVD gepasst. Für die Encodierung habe ich den Rechner über Nacht laufen lassen, hat insgesamt 13 Stunden gedauert (und ich habe eine Dual Core-CPU). Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen, von Klötzchenbildung keine Spur, das Bild ist gestochen scharf. Sowas hätte ich mit einer VHS-Kassette nie hinbekommen.

Kompatibilität ist bei der DVD garantiert, dafür sorgt der DVD-Video-Standard. Dort sind Bitraten, Anzahl der Audiospuren etc. fest vorgeschrieben. Darin sehe ich kein Problem.

Klötzchenbildung ist eigentlich eher ein Problem beim digitalen Fernsehen und beim Videostreaming übers Internet. Beim Fernsehen hat man ja das Problem, dass die Videodaten in Echtzeit berechnet werden müssen. Damit scheiden 2-Pass und aufwändige Bewegungssuche natürlich aus. Wenn man bedenkt, wie viel Bandbreite die Sender zur Verfügung haben, ist das Ergebnis oft katastrophal. Vorreiter sind hier ARD und ZDF, die inzwischen schon fast DVD-Qualität erreichen. Bei der Verbreitung von Videos über das Internet hat man noch weniger Bandbreite zur Verfügung.

So, das war es jetzt von mir zu dem Thema. Ansonsten wirds wieder zu sehr Off Topic.

Liebe Grüße,
Mario

Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 07. Dez. 2008, 00:40
Okay, teilweise hast du recht! :)

Probleme mit der Kompatibilität sehe ich nicht beim gebrannten an sich, sondern an den verschiedenen Disc-Formaten. Da gab es bzw. gibt es Probleme damit, welcher Player was spielt, wobei ich inzwischen auch weiß, dass Minus-Rohlinge ÜBERALL laufen. ;)

Dennoch sehe ich noch ein Problem bei der digitalen Aufzeichnung auf DVD:

Wenn man etwas aufzeichnet, hat es ja eine ganz gute Qualität, da kann man nicht meckern, bei hoher Bitrate. Aber wie sieht es aus, wenn man etwas schneiden will? Dann muss ja alles nochmal neu decodiert werden, und genau da ist der Knackpunkt. Diese Neu-Decodierung bringt deutliche Qualitätsverluste mit sich, auch wenn man wieder hohe Bitraten nimmt. Das ist das Problem, was ich nicht lösen konnte...

Hast du eine Lösung hierfür? :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 07. Dez. 2008, 02:42
Klar hab ich die. ;)
Die Lösung heißt Cuttermaran. Dieses Open Source-Programm kann MPEG2-Dateien framegenau schneiden. Lediglich die P- und B-Frames an der Schnittstelle müssen neu berechnet werden. Da die DVD-Norm vorschreibt, dass jeder 15. Frame ein I-Frame sein muss, wird an der Schnittstelle höchstens eine halbe Sekunde neu encodiert, der Rest wird einfach so genommen.

Die Sache hat nur einen Haken. Für die Neuencodierung verwendet Cuttermaran TMPGEnc. Und für dieses Programm muss man Geld bezahlen, ansonsten funktioniert MPEG2-Encoding nur 30 Tage. Danach muss man eine Seriennummer eingeben. Man kann aber auch die Neuencodierung abschalten. Dann kann man zwar nur noch an I-Frames schneiden (also auf eine gute halbe Sekunde genau), aber im Notfall reicht das auch aus.

2. Falle: Cuttermaran benötigt getrennte Video- und Audiostreams. Hierzu benutzt man ProjectX, ein Java-Programm, dass ebenfalls quelloffen ist. Nach dem Schneiden kann Cuttermaran die Video- und Audiostreams dann wieder muxen.

Liebe Grüße,
Mario



PS: Im Anhang habe ich mal 2 Bilder der von mir angesprochenen Mafia-DVD. Ich finde, die Qualität ist nicht schlecht.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 07. Dez. 2008, 12:19
Aha :)

Was sind denn B-, P-, und I-Frames? :)

Die Qualität deiner Shots sind nicht schlecht, das Pixelige kommt bestimmt vom Spiel selber, oder?

Jedoch habe ich ein weiteres Problem:

Klötchenbildung bei Bewegung im Bild, Schwenks und Wasser-, bzw. Meeraufnahmen. Bislang konnte ich das noch nicht verhindern.

Allerdings gibt es jetzt ab Nero 8 bei NeroVision, mit dem ich vieles mache, die Einstellung, die Bitrate auf 8 mb/s zu setzen, konstant. Das Ergebnis sieht danach ganz gut aus, wenn halt nicht die Neu-Decodierung anstehen würde...

Danke für deine Vorschläge! Wo finde ich denn diese Programme? Einfach in Google eingeben? :P
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 07. Dez. 2008, 14:19
Oh, tut mir leid, dass ich mit Begriffen um mich werfe, die für mich ganz selbstverständlich sind. :lol:

Erst einmal: Ein Frame ist ein Einzelbild in einer Videodatei. In einem I-Frame wird das komplette Bild abgespeichert. Jede Information wird dort hinterlegt. Deshalb sind I-Frames auch die Referenz, benötigen aber auch den meisten Speicherplatz. Deshalb besteht ein MPEG-kodiertes Video nicht nur aus I-Frames. Man kann nämlich eine Menge Speicherplatz einsparen, wenn man im darauffolgenden Frame nur noch die Veränderungen, die im Vergleich zum letzten Frame entstanden sind, speichert. Solche Frames heißen P-Frames, das P steht für "previous", es bezieht sich also auf das Bild, das vor diesem steht. Das ist aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Man kann noch mehr Bitrate einsparen, wenn man sich nicht nur auf das vorangegangene Frame bezieht, sondern auf die folgenden, also die Frames bis zum nächsten I-Frame. Frames, die in diese 2 Richtungen Veränderungen abspeichern, heißen B-Frames, das B steht für "bidirectional", also in beide Richtungen. B-Frames sind am platzsparendsten, aber es dauert natürlich auch am längsten, bis der Computer diese darstellen kann. Um sicherzustellen, dass man schnell an eine bestimmte Stelle springen kann (was ja ein großer Vorteil der Digitaltechnik ist), schreibt die DVD-Norm eine bestimmte Folge von Frames vor. Jedes 15. Frame ist ein I-Frame.

Die Qualität deiner Shots sind nicht schlecht, das Pixelige kommt bestimmt vom Spiel selber, oder?

Wenn du diesen Treppenstufeneffekt an den Konturen meinst, ja, der kommt vom Spiel. Ich hatte mit verschiedenen Kantenglättungseinstellungen experimentiert, aber ich hab die Videosequenzen mit meinem Laptop aufgenommen, und die On Board-Grafikkarte ist nicht die allerbeste. Also hab ich die Kantenglättung rausgenommen, sonst hätten die aufgenommenen Videos zu stark geruckelt. Wenn du aber den Kammeffekt meinst, der kommt vom Zeilensprungverfahren. Mit diesem Verfahren arbeiten Röhrenfernseher, zuerst wird die ungerade Zeile angezeigt, und ein bisschen später die gerade Zeile. Deswegen diese Kammartefakte, weil alle geraden Zeilen in der Bewegung schon etwas weiter sind.

Danke für deine Vorschläge! Wo finde ich denn diese Programme? Einfach in Google eingeben? :P

Das kannst du natürlich machen. Ich erspare dir mal die Arbeit, und habe die entsprechenden Links für dich herausgesucht. ;)

Als erstes wäre da ProjectX (http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=115063&package_id=124556&release_id=405987). Da es in Java geschrieben ist, ist es plattformunabhängig, allerdings benötigst du dazu auch noch das Java Development Kit (https://cds.sun.com/is-bin/INTERSHOP.enfinity/WFS/CDS-CDS_Developer-Site/en_US/-/USD/ViewProductDetail-Start?ProductRef=jdk-6u11-oth-JPR@CDS-CDS_Developer), außerdem musst du ProjectX erst noch kompilieren, bevor du es ausführen kannst.

Als nächstes wäre da Cuttermaran (http://www.cuttermaran.de/files/Cuttermaran%201.69a.zip), das eigentliche Schnittprogramm. Um framegenau zu schneiden, müssen ja bekanntlich die Frames bis zum nächsten I-Frame neu berechnet werden. Bislang hab ich dafür immer TMPGEnc eingesetzt. Du kannst aber auch QuEnc (http://www.afterdawn.com/software/video_software/video_encoders/quenc.cfm) benutzen, da es quelloffen und somit kostenlos ist. Für die Kommunikation zwischen Cuttermaran und QuEnc benötigst du auch noch AviSynth (http://downloads.sourceforge.net/avisynth2/Avisynth_257.exe?modtime=1168199840&big_mirror=0).

Das wars. Als Ergebnis erhält man von Cuttermaran eine MPG-Datei. Um das auf DVD zu brennen, benutze ich TMPGEnc DVD Author, aber das kostet wieder was. NeroVision würde ich nicht nehmen. Das hat bei mir, obwohl die Datei schon DVD-kompatibel war, immer wieder neuencodiert. TMPGEnc DVD Author encodiert bloß neu, wenn es sonst nicht auf eine DVD passen würde.

Die Einrichtung und Bedienung dieser Programme mag etwas kompliziert sein. Wenn du willst, schreib ich dir gern eine Anleitung dazu. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es ganz einfach.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 07. Dez. 2008, 14:37
Wow, Danke! :)

Ja, ich meinte diesen "Treppenstufen-Effekt" ... :P

Java Development Kit hatte ich mal, haben wir im Informatik-Unterricht gebraucht um Java zu programmieren :D Allerdings hoffe ich dass ich das noch installieren kann...aber kompilieren sagt mir nichts mehr :P Ist das irgendwie..."einbinden" in das Programm??

Okay, sagen wir wir haben am Ende die MPEG-Datei...die muss dann auch noch ins .VOB-Format umgewandelt werden, oder? Unabhängig von welchem Programm...oder entspricht die MPEG-Datei der .VOB-Datei? Weil ist ja alles MPEG-2 .... :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 07. Dez. 2008, 14:53
Wenn man etwas kompiliert, dann übersetzt man den Quelltext, der in einer höheren Sprache geschrieben ist, in eine ausführbare Datei. Keine Sorge, die Anleitung ist gerade in der Mache.

MPG- und VOB-Dateien beinhalten beide Videos im Format MPEG-2. Allerdings ist der Container anders, MPG-Dateien lassen sich also nicht einfach in VOB-Dateien umbenennen. Außerdem besteht der VIDEO_TS-Ordner einer DVD ja nicht nur aus VOB-Dateien, sondern auch noch aus IFO- und BUP-Dateien. Aber auch das Erzeugen der VOB-Dateien geht natürlich ohne Neuenkodierung, beispielsweise mit TMPGEnc DVD Author.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 07. Dez. 2008, 15:01
Alles klar, danke sehr!! :)

Allerdings kann ich mir immer noch nicht erklären, wie das erstellen von .VOB-Dateien, mit welchem Programm auch immer, ohne Neuencodierung gehen soll...Wenn ich etwas verändere, dann muss es ja abgespeichert werden...:)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 07. Dez. 2008, 15:13
Vereinfacht gesagt, besteht eine Videodatei aus einem Kopf und den verschiedenen Video- und Audiospuren. Bei der Erstellung der VOB-Dateien aus der MPG-Datei wird einfach nur der Kopf ausgewechselt, die Video- und Audiospuren bleiben davon unberührt. ;)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: Manuel (der Fliege) am 07. Dez. 2008, 16:22
(http://forum2.magnetofon.de/bildupload/magix_vhs_bandsalat3.jpg)

Solche verzogenen Fratzen gibt´s in meinem Haushalt nicht.  ;)

Meine eigenen Kinder, sofern ich irgendwann mal welche haben sollte, werden so erzogen, daß sie einen wie in diesem Bild gezeigten Blödsinn nicht machen. Wenn sie nach mir geraten, haben sie sowieso nicht die Neigung dazu.

Ich war auch mal Kind. Nie im Traum hätte ich daran gedacht, mir Sachen meiner Eltern zu grabschen und das mutwillig kaputt zu machen. Dieser Werbefilm wirkt auf mich sehr unrealistisch. Obwohl ich natürlich nicht abschätzen kann, was tagtäglich in so manchen Haushalten abgeht. Aber dann müssen die Erwachsenen eben so klug sein und dürfen die VHS-Kassetten nicht offen rumliegen lassen, sondern müssen die Sachen wegsperren.

Flaschen mit Alkohol oder chemischen Putzmitteln läßt man schließlich in einem Haushalt, wo Kinder herumwuseln, auch nicht offen herumstehen.

Naja, wie so oft bei Werbung: Alles Blödsinn. Darf man nicht ernst nehmen.
Kommt das nicht aus den USA? Die sollen da drüben mal ganz ruhig sein mit ihren "sich auflösenden Magnetschichten". Wer hat denn die Welt mit Shamrock zugemüllt? Offenbar wohl noch nie etwas von BASF oder AGFA gehört. :mrgreen:

Wenn irgendwann mal 90 bis 95 Prozent der Weltbevölkerung alles digitalisiert hat und merkt, was man davon hat, wird sich´s umdrehen - ANALOGISIEREN SIE IHRE KOSTBAREN VIDEOS, retten Sie verlustfrei ihre selbstgebrannten DVDs auf langzeitstabile Videobänder! Spezielle tropenfeste Bandsorten ohne Durchkopiereffekte mit extrem haftenden Magnetpartiklen auf verschleißfreier PE-Trägerfolie... bla bla bla.

Die Menschen wollen vergackeiert werden! Das war schon immer so und daran wird sich in den nächsten 100 Jahren auch nichts ändern.

Grüße,
Manuel
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 07. Dez. 2008, 17:58
Kommt das nicht aus den USA?

Laut Wikipedia ist der Hauptsitz von MAGIX in Berlin.

@jouse.: Die versprochene Anleitung ist im Anhang.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 07. Dez. 2008, 18:59
@jouse.: Die versprochene Anleitung ist im Anhang.


Vielen Dank!! :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 07. Dez. 2008, 19:02


Wenn irgendwann mal 90 bis 95 Prozent der Weltbevölkerung alles digitalisiert hat und merkt, was man davon hat, wird sich´s umdrehen - ANALOGISIEREN SIE IHRE KOSTBAREN VIDEOS, retten Sie verlustfrei ihre selbstgebrannten DVDs auf langzeitstabile Videobänder! Spezielle tropenfeste Bandsorten ohne Durchkopiereffekte mit extrem haftenden Magnetpartiklen auf verschleißfreier PE-Trägerfolie... bla bla bla.

Die Menschen wollen vergackeiert werden! Das war schon immer so und daran wird sich in den nächsten 100 Jahren auch nichts ändern.

Grüße,
Manuel

Im letzten hast du recht, aber im ersten...Ich glaube den Leuten ist es inzwischen einfach egal...Privataufnahmen haben bei den meisten heute keinen so hohen Wert mehr, wie zur Blühezeit der Videokameras und Recorder...Kein Wunder, man muss nur mal seinen Namen im Internet eingeben und schon findet man Bilder und Videos von sich selber, alles ist für alles offen, alles frei erreichbar, sofort, auf Klick...Wozu also Gedanken machen, wo etwas am besten archiviert ist? :P Das ganze Verhältniss der Leute zu Aufnahmen hat sich geändert. Wer nimmt heute schon noch was aus dem TV auf? Früher war das Alltag...Heutzutage muss alles auf Klick kommen, an etwas anderes DENKEN sie nicht mal... :D

@ cassettenfreund:

Brauche ich unbedingt den TMPGEnc DVD Author? Der ist ja nur zum brennen anschließend notwendig, oder? Kann Cuttermann keine VOBs erstellen? :)

Und als letztens wären da noch die nächsten 2 Probleme:

- geringe Spieldauer einer DVD bei guter Qualität
- kurze Haltbarkeit gebrannter Scheiben

Diese 2 Faktoren halten mich noch ab, Videomaterial auf DVD zu sichern...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 07. Dez. 2008, 19:57
Cuttermaran kann keine VOB-Dateien erstellen, es ist ja nur ein Schneid- und kein Authoring-Programm. Ich hab mal ein bisschen im Internet gesucht. DVDStyler (http://dvdstyler.sourceforge.net/) ist ein Open Source-Programm, mit dem man ebenfalls die DVD-Struktur erstellen kann. Da wird grundsätzlich nichts neu berechnet. 'Q' DVD-Author (http://qdvdauthor.sourceforge.net/) hab ich auch noch gefunden, aber das gibt es nur für Linux. Werde ich demnächst mal unter Ubuntu austesten.

Die geringe Spieldauer: Mittlerweile gibt es ja schon relativ günstig Double Layer-Rohlinge zu kaufen, die die doppelte Kapazität haben (wo also genau so viel draufpasst wie auf einer gekauften DVD). Da passen in sehr guter Qualität schonmal 3 Stunden drauf. Und was die Haltbarkeit angeht. Es kommt auf die verwendeten Rohlinge und die Lagerung an. Die Rohlinge einiger Hersteller vergammeln tatsächlich, aber es geht auch anders. Ein Bekannter von mir hat schon relativ früh angefangen, Urlaubsfilme digital zu filmen und auch auf DVDs zu brennen. Bisher funktionieren alle seine DVDs noch, die ältesten sind von 2001. Wichtig ist: Die DVDs müssen vom UV-Licht ferngehalten werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht allzu hoch sein. Die Temperatur sollte konstant bei Zimmertemperatur liegen. Dann halten die Scheiben auch.

Ich habe mich jetzt auf die DVD+R DL-Rohlinge von Intenso festgelegt. Die werden von Ritek hergestellt, und die halten. Ich kauf sie immer im Saturn, da das nur 3 Straßenbahnhaltestellen von meiner Wohnung entfernt ist, aber andere große Elektronikketten führen die auch.

Liebe Grüße,
Mario


PS: Ich nehme noch vom Fernsehen auf. Und zwar sehr viel. Mein Hitparadenarchiv, welches ich vor einem Jahr angefangen habe, umfasst inzwischen schon 8 VHS-Kassetten mit Ausgaben von 1973-1974, 1985-1986 und 1992.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 07. Dez. 2008, 21:05
cassettenfreund, ich liebe dich :D Habe gerade alles mal ausprobiert...es klappt WUNDERBAR und ist einfach zu bedienen!!! Lediglich capturen muss ich noch mit NeroVision, aber das ist kein Problem, da kann ich ja 8 mb/s einstellen!!! Vielen vielen Dank!!! :)))))) Ich werde demnächst mal verschiedene Tests machen und davon berichten wie es ist ! :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 07. Dez. 2008, 21:36
Freut mich, dass ich helfen konnte. Lob höre ich immer gerne. ;)

Kannst mich aber ruhig bei meinem Namen nennen. Den schreib ich ja nich umsonst unter (fast) jeden Beitrag.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 07. Dez. 2008, 21:40
Freut mich, dass ich helfen konnte. Lob höre ich immer gerne. ;)

Kannst mich aber ruhig bei meinem Namen nennen. Den schreib ich ja nich umsonst unter (fast) jeden Beitrag.

Alles klar:D

Hab soeben mal eine Szene von einer Camcorder-Aufnahme überspielt, wo im Meer ist ...leider sieht man auch da ab und zu Klötzchen, zwar kleine, aber immerhin. Allerdings ist das schon bei der Ausgangsdatei vorhanden, sprich bei der Erstaufnahme, beim Capturing, die ganzen Programme von dir funktionieren einwandfrei! ;) Muss ich nur noch ein anderes Capturing programm probieren, mit manuell einstellbarer Bitrate. :)

Hast du auch eine Software-Lösung um Macrovision geschütztes Material zu kopieren? :P hihi
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 07. Dez. 2008, 21:48
Hast du dir schonmal überlegt, nicht im MPEG2-Format, sondern verlustfrei als AVI aufzunehmen? Mit VirtualDub und HuffYUV klappt das prima. Du benötigst bloß sehr viel Festplattenspeicher.

Macrovision lässt sich softwareseitig nicht umgehen. DVDs, die mit Macrovision geschützt sind, kann man mit SmartRipper auslesen. Wenn du mit Macrovision geschützte VHS-Kassetten digitalisieren willst, benötigst du noch einen Video Signal Enhancer, der die Übersteuerungen des Videosignals wieder rückgängig macht. Da diese Geräte aber verboten sind, bekommt man sie in Deutschland nicht mehr. Aber ich hatte mal eine analoge TV-Karte von Hauppauge (mittlerweile hat sie mein Vater), mit der war das kein Problem.

Liebe Grüße,
Mario


PS: Wir sind ja mittlerweile meilenweit vom Thema entfernt. Darum wäre es ganz praktisch, wenn man alles, was nichts mit dem eigentlichen Thema hier zu tun hat, in einen separaten Thread auslagern würde.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 07. Dez. 2008, 22:20
Ich habe gerade versucht, mit NeroVision (geht damit auch :D ) verlustfreies AVI aufzunehmen, weder Ton noch Video komprimiert...Das Ergebnis ist sehr gut! Kein einziger Pixelfehler...allerdings für 49 Sekunden 978 MB Speicherplatz... :D

Abgesehen davon: Project X hat die Datei nicht angenommen...also hab ich einfach nochmal mit Nero das ganze als DVD mit 8mb/s 1 mal encodiert...und auch so gibt es keine Pixelfehler! :)

Ja, von diesen Boxen hab ich gehört. Auch meine alte Videokarte am PC meiner Eltern ignoriert Macrovision :D Allerdings ist die an eine bestimmte Software gebunden, die glaube, ich nicht verlustfrei aufzeichnen kann... :P
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 07. Dez. 2008, 22:25
Mit verlustfrei meinte ich nicht, dass du unkomprimiert aufnehmen sollst :lol:. Es gibt ja auch Codecs, die verlustfrei komprimieren, z.B. HuffYUV (http://neuron2.net/www.math.berkeley.edu/benrg/huffyuv.html). Wenn du den installierst, sollte man mit NeroVision auch damit aufnehmen können.

ProjectX nimmt genauso wie Cuttermaran nur MPEG-Dateien. Die AVI-Datei kannst du mit Avidemux (http://avidemux.razorbyte.com.au/) schneiden und anschließend nach MPEG2 konvertieren. Wie gesagt, die Komprimierungsalgorithmen von NeroVision sind nicht gerade gut, Avidemux kann das viel besser. ;)

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 07. Dez. 2008, 22:37
Alles klar! Vielen vielen Dank nochmal! Ich werde es morgen ausprobieren, da ich jetzt leider schlafen gehn muss :D
 Gute Nacht...:)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 08. Dez. 2008, 22:14
Sodele, hab mal nbissl rumprobiert...Läuft alles wunderbar und in hoher Qualität, Allerdings...

Ergibt sich ein Problem, wenn ich verlustfrei mit AVI aufnehme, nämlich dass ich ja Avidemux benutzen muss um das ganze in MPEG zu wandeln, und das würde ja wieder einen Verlust bedeuten... :( Dann kann ich ja auch direkt in MPEG aufnehmen, das wäre sogar noch besser, richtig? Oder kann man mit Avidemux das ganze so trennen, dass Project X das ganze wieder übernehmen kann? :) Und dann wird das ganze praktisch nach dem Schneiden mit Cuteraman mit DVDStyle gebrannt, ohne Neuencodierung? :) Hoffe ich nerve nicht :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 08. Dez. 2008, 22:40
Hoffe ich nerve nicht :D

Keine Sorge. ;)

Wenn du verlustfrei aufnimmst und mit Avidemux schneidest und in MPEG2 umwandelst, ist das wesentlich besser. Wenn man direkt in MPEG aufnimmt, können nicht so aufwändige Algorithmen zur Bewegungssuche eingesetzt werden. Deshalb entstehen auch bei hohen Bitraten an kritischen Stellen diese Klötzchen. Das ist auch mit ein Grund, warum das digitale Fernsehen trotz hoher Bitraten teilweise immer noch ziemlich "klötzelt". Wenn du allerdings erst verlustfrei aufnimmst und erst am Ende in MPEG2 wandelst, hast du viel mehr Zeit. Außerdem kommst du dann in den Genuss der 2-Pass-Kodierung. Hierbei wird das Video in 2 Durchläufen enkodiert. Im ersten Durchlauf wird das Video analysiert. Dabei wird festgestellt, an welchen Stellen Bitrate eingespart werden kann, die man dafür bei kritischen Szenen wieder draufrechnen kann. Im zweiten Durchlauf wird dann das Video mit dieser variablen Bitrate enkodiert. Das verbessert die Qualität enorm. Die MPG-Datei, die du von Avidemux erhältst, kannst du danach mit DVDStyle brennen.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 08. Dez. 2008, 22:44
Verstehe! Danke! :)

Mit 2-Pass Durchgängen habe ich schon Erfahrung, das geht auch mit Nero:Dhehe...

Aber:

Ich durchblike Avidemux noch nicht ganz...

Was stelle ich links bei den ganzen Codecs ein? Bei Ton und Bild was ich danach haben will? Und welchen MPEG2 da? Und unten wo AVI steht, ist das das Originalvideo?

Und wenn ich speichere, wird es als All-File-Typ gespeichert...muss ich dann einfach nachträglich die Endung ändern? :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 08. Dez. 2008, 22:55
Also...

Bei Video stellst du DVD (lavc) ein, klickst auf Konfigurieren, wählst dann den 2-Pass-Modus mit durchschnittlicher Bitrate, und stellst bei durchschnittlicher Bitrate 8000 ein. Die Werte fürs Maximum und Minimum würde ich 3000 unter bzw. über der durchschnittlichen Bitrate setzen. Mit den Werten kannst du aber ruhig noch experimentieren, je nachdem, wie es dir am besten gefällt.

Unter Audio wählst du entweder MP2 (lavc) oder AC3 (lavc), je nachdem, was du möchtest.

Unter Format stellst du den Container ein, in dem Video und Audio gemuxt werden. Für eine DVD musst du da MPEG-PS (A+V) einstellen. Beim Speichern musst du die Dateiendung .mpg bei der Eingabe des Dateinamens mit eingeben. Avidemux gab es zuerst für Linux, und unter Linux werden die entsprechenden Dateitypen auch ohne Dateiendung erkannt. Das haben die Entwickler für die Windows-Version noch nicht abgeändert (und werden es wohl auch nicht machen, denn Linux- und Windows-Version sind beide völlig identisch).

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 08. Dez. 2008, 23:07
Wow, Danke sehr! Hat alles bisjetzt geklappt...Werde jetzt mal weitere Tests durchführen später wenn ich noch Zeit finde! :) Wenn irgendetwas ist, schreibe ich nochmal, wenn das okay ist :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 09. Dez. 2008, 20:08
Sodele, hab jetzt mal wieder npaar kurze Szenen encodiert, von verlustfreiem AVI in MPEG, mit Avidemux...Alles klar soweit, nur wenn ich bei min. Bitrate z.B. 5000 eingebe, bei max. Bitrate 9000 und bei Average Bitrate 8000, tut er nicht wirklich was von all dem...Beim Codieren beginnt er ganz niedrig, sodass man am Anfang total die Pixel sieht...wird dann besser, erreicht aber nie so hohe Bitraten, wie ich es gerne hätte...er bleibt so um 4-5 mb/s... :( An was liegt das? :)

Habe hier noch einige Snapshots:

Das erste Bild ist mit NeroVision vom AVI nach VOB codiert, das zweite mit Avidemux vom AVI nach MPEG, und da sieht man auch die Pixelfehler die mich stören, trotz hoch eingestellter Bitrate... :( Jedoch bleibt die Schärfe mit Avidemus erhalten, während Nero etwas verwischt...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 09. Dez. 2008, 22:08
Bei mir erreicht er bei deinen Einstellungen am Ende auch die 8000 kBit/s (siehe Anhang). Was ich aber beim letzten Mal vergessen hab: Bei den Bitrateneinstellungen muss unter Interlacing "TTF- Halbbildmodus (interlace)" eingestellt werden, da es ja von einer analogen Quelle kommt, die immer interlaced ist. Vielleicht löst das dein Problem schon.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 09. Dez. 2008, 22:38
Danke für den Tipp! Allerdings ist es durch Interlaced nur noch unschärfer geworden :( Das bild kommt von einer Laserdisc, sicher dass die auch Interlaced ist? :)

Weiß jetzt irgendwie nicht weiter...:( Die Bitraten ändern sich trotzdem und sinken unter dem angegebenen Wert...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 09. Dez. 2008, 23:22
Ich hab es eben mit verschiedenen Videos, die ich auf meiner Platte habe, probiert, und bei einigen ist das gleiche der Fall wie bei dir. MPEG2-Encoding scheint bei Avidemux noch nicht ganz ausgereift zu sein. Anscheinend führt nichts an TMPGEnc vorbei. Lade dir mal hier (http://download1.pegasys-inc.com/download_files/TMPGEnc-2.524.63.181-Plus-EN-Installer-DL.exe) die Testversion runter. Das ist immer noch der beste MPEG2-Encoder, den ich schon seit 6 Jahren benutze. Da musst du das DVD (PAL)-Profil reinladen (unter "Stream type" auf Load). Anschließend lädst du noch das unlock-profil im extra-Ordner ins Programm. Dann auf Setting gehen. Dort stellst du dann 2-Pass-VBR ein, dann kannst du die minimale, maximale und die durchschnittliche Bitrate eingeben, wenn du dahinter auf Setting gehst. "DC component precision" sollte bei 10 Bit stehen. "Motion search precision" stellst du auf "Highest Quality (very slow)". Dann wechselst du zum "Quantize matrix"-Register und setzt dort in jedes Kästchen ein Häkchen, wenn noch keins da ist.

Ach ja, beim ersten Mal musst du noch unter Options > Environmental settings auf den Registerreiter Audio Engine gehen und beim Sampling frequency converter High Quality einstellen.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 10. Dez. 2008, 19:20
Vielen vielen Dank! :) Ist echt voll nett von dir! Ich versuche es mal mit TMPGEnc...:( Und nach den 14 Tagen müsste man bezahlen oder wie? Wenn ja, was würde das kosten? :)

Echt schade, dass es mit Avidemux nicht so klappt, denn die Bearbeitungsmöglichkeiten von dem Programm sins ja GENIAL!! Wie man da das Bild optimieren kann, der Hammer!! Trotzdem mach ich den Fehler nie wieder :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 10. Dez. 2008, 20:35
Nach 14 Tagen musst du eine Seriennummer eingeben, die du online für 37 US-$ kaufen kannst. Bezahlen kannst du nur per Kreditkarte, vielleicht hast du ja Glück und jemand aus deinem Bekanntenkreis hat eine. Das Programm ist auf jeden Fall das Geld wert. Denn auch viele Kauf-DVDs werden mit TMPGEnc enkodiert. Die Software spielt in der obersten Liga.

Und ganz auf Avidemux musst du ja nicht verzichten. Du kannst das Video ja nach dem Filtern wieder als HuffYUV-AVI speichern, wenn deine Festplatte entsprechend groß ist. ;)

Lieb Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 12. Dez. 2008, 15:41
Stimmt! :)

Ist es eigentlich sinnvoll, etwas was 2,35:1 ist, allerdings mit den Balken im Bild, also als gespeicherte Bildinformation...das ganze in HD zu capturen und dann nur das Breitbild zuschneiden und in PAL encodieren? Würde man da an Qualität gewinnen?
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 12. Dez. 2008, 15:56
Das kommt ganz auf die Quelle an. Generell gilt aber bei analogen Übertragungen, dass durch die Erhöhung der Auflösung nicht mehr sehr viel Schärfe gewonnen wird. Bereits bei der PAL-Auflösung tritt durch analoge Übertragung etwas Schärfeverlust auf, schärfer wird das Bild bei HD-Auflösung auch nicht mehr. Letztendlich würde ich aber sagen: Probieren geht über Studieren. Schlechter wird dadurch die Qualität jedenfalls nicht.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 12. Dez. 2008, 17:23
Mmh, hab ich mir auch gedacht. Aber rein theoretisch gedacht: Es wird mit höherer Auflösung aufgezeichnet. Und da bei analogen Medien genaue Pixel keine Rolle spielen, ist es eh nicht genau definiert mit der Auflösung wie beim digitalen. Also könnte man einfach mit höherer Auflösung das ganze einfangen, genauer, aufwendiger. Danach ausschneiden und auf den Bildinhalt begrenzen. Das ganze dann "konzentrierter" encodieren :D Wenn ihr versteht was ich meine :D

Aber mal zum eigentlichen Thema, wenn auch nicht 100%ig :D

Im Anhang ist ein Screenshot, wie gut das Bild tatsächlich von einer NORMALEN VHS ist, wenn man es mit S-Video ausgibt (allerdings wurde hier etwas (16:9 ) gesqueezed :) )

Da sieht man auch, warum es sich lohnt, mit voller PAL-Auflösung zu digitalisieren, und nicht mit der lächerlichen von VCD oder SVCD :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 13. Dez. 2008, 00:40
Gute Idee, wieder On-Topic zu kommen.

Pixel gibt es bei analogen Systemen natürlich nicht. Aber eine Auflösung haben sie trotzdem, diese wird in Zeilen und Linien angegeben. Ein analoges PAL-TV-Signal hat beispielsweise 625 Zeilen, die vertikale Auflösung beträgt 576 Zeilen. Das macht bei horizontaler Auflösung 220-240 Linien. Und soviel speichert eine VHS-Kassette nicht. Deshalb ist sie noch lange nicht schlecht, wie die Werbemacher immer behaupten. Das kann man an deinem Bild ja sehen. Aber was sollen sie auch anders machen, sie müssen auch Geld verdienen. Eigentlich kann man das ihnen gar nicht übelnehmen.

Wenn ich mir dann allerdings die Aufnahmen des DVD-Camcorders von meinem Vater anschaue, muss ich schon zugeben, dass selbst eine SVHS-Aufnahme dagegen alt aussieht. War aber mit 650 Euro auch teuer genug und hat einen 3CCD-Chip.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 13. Dez. 2008, 16:40
Jap :D Theoretisch gesehen ist es ja auch besser, aber mir persönlich reicht es noch nicht...Es ist alles, wie ich finde, noch nicht ausgereift genug.

Eine Frage noch zum Encoding, da ich inzwischen ein Problem habe:D

Und zwar:

Manchmal, weiß auch nicht wann immer, wenn ich capture im AVI - Format, gibts im Bild Querstreifen bei Bewegungen. Woran liegt das? Hat das was mit Interlaced/Progressiv zu tun? Einstellen jedenfalls kann ich es vor dem capturen nicht... :(

Und Nero Vision will irgendwie seit neustem nicht mehr synchron Bild und Ton aufnehmen...Hast du eine gute Alternative zum Capturen für mich? Eine, wo ich auch den tollen Huffyuv-Coded verwenden kann? :)

Hier im Anhang sieht man, was für Streifen ich meine...Allerdings treten die nicht immer auf, nur meistens...Müsste das Video wegen dem De-Interlaced werden, geht ja viel Schärfe verloren... :(
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 14. Dez. 2008, 11:02
Das kommt vom Interlacing und ist ganz normal.

Mit VirtualDub (http://www.virtualdub.org/) kannst du auch aufnehmen. Die Bedienung ist etwas kompliziert, aber da findest du dich bestimmt schnell ein.  ;)

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 14. Dez. 2008, 11:40
Danke! :)

Normal heißt? Es geht nicht anders und ich muss diese Streifen akzeptieren oder wie? :P Und warum ist das nur manchmal so? :)

Habe mir jetzt Virtual Dub runtergeladen...Scheint echt gut zu sein! :) Viel Einstellungen und braucht wenig Arbeitsspeicher...:) Nur sieht man ab und zu im Bild Streifen, nicht Interlaced-Streifen, sondern solche:

Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 14. Dez. 2008, 20:46
Diese Streifen erscheinen ja nur, weil ein Computer nur Vollbilder darstellen kann. In einem Frame sind beim Zeilensprungverfahren 2 Halbbilder gespeichert, und da das eine zeitlich verschoben ist, kommt es halt zu diesem Kammeffekt. Daher schalten die meisten Abspielprogramme ein Deinterlacing ein. Da ein Röhrenfernseher Halbbilder darstellt, wird dort das Bild korrekt angezeigt.

Hier, das verbessert das Verständnis vielleicht:

(http://forum2.magnetofon.de/bildupload/01_b2.png)
(http://forum2.magnetofon.de/bildupload/02_b2.png)
(http://forum2.magnetofon.de/bildupload/03_b2.png)

Und zu den Streifen von VirtualDub: Hatte ich bei mir noch nie. Wie lange sind die denn im Bild?

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 14. Dez. 2008, 22:44
Okay, danke sehr für die Info! :)

Aber auch am Fernseher habe ich nach dem einem Test-Brennen die Streifen wie am PC gesehen...

Zu Virtual Dub: Die kommen alle paar Sekunden ganz kurz, mal hier, mal da, mal sind sie länger, mal kürzer... Und das stört natürlich :D Irgendwie funktioniert kein Programm ohne Störungen bei mir :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 15. Dez. 2008, 01:02
Aber auch am Fernseher habe ich nach dem einem Test-Brennen die Streifen wie am PC gesehen...

Das kann eigentlich nicht sein. Hast du an irgendeiner Stelle vielleicht die Auflösung verändert? Oder (wie du es ja weiter vorn erwähnt hast) bei 16:9-Aufnahmen, die ins 4:3-Format gestreckt wurden, die Ränder abgeschnitten und zu anamorphem 16:9 aufskaliert? Das geht mit einfachen Bordmitteln bei Material, dass im Zeilensprungverfahren vorliegt, nämlich nicht so ohne weiteres.

Irgendwie funktioniert kein Programm ohne Störungen bei mir :D

Es kann auch sein, dass sich einfach kein Programm mit deiner Capture-Karte versteht. Was ist denn das für eine? Ein Video-Eingang von einer Grafikkarte? Die bereiten nämlich oft Probleme.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 15. Dez. 2008, 07:51
Ja stimmt, da habe ich etwas an der Auflösung verändert... :) Muss ich nochmal ohne probieren! :)

Meine Video-Karte ist eine von MEDION, war bei meinem Laptop dabei, aber die ist eigentlich so recht gut! :) hat nen TV-Tuner, Radio-Tuner, Composite und S-Video Eingänge... :) Also recht gut ausgestattet um analoge Sachen zu überspielen. Probleme gabs da jetzt auch noch mit keinem Programml. :)

zu 16:9:

Wenn ich mit TMPGenc auf 16:9 umstelle, müsste ich ja eigentlich mehr Auflösung in der Breite erhalten, oder? Kann man das ganze dann trotzdem als Standard-DVD brennen? Weil diese ja eine Auflösung von max. 720x576 haben sollten... Wie wird das gemacht? :) Und Wie mit 2,35:1 ?
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 15. Dez. 2008, 19:16
So, hab Virtual Dub mal am Family PC installiert...da ging es ohne Streifen, allerdings ließen sich die Huffyuv komprimierten Dateien garnicht abspielen. Jedenfalls liegt es wohl an meinem Laptop. Kann es sein, dass es Kompatibilitätsprobleme mit einem anderen Programm gibt? Oder ist sowas ausgeschlossen? :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 15. Dez. 2008, 19:36
zu 16:9:

Wenn ich mit TMPGenc auf 16:9 umstelle, müsste ich ja eigentlich mehr Auflösung in der Breite erhalten, oder? Kann man das ganze dann trotzdem als Standard-DVD brennen? Weil diese ja eine Auflösung von max. 720x576 haben sollten... Wie wird das gemacht? :) Und Wie mit 2,35:1 ?

Die Auflösung eines DVD-kompatiblen Videos beträgt immer 720x576. Breitbildformate (z.B. 16:9 oder 2,35:1) werden anamorph enkodiert, d.h. die Breite wird auf 720 Pixel gestaucht. Bei der Wiedergabe wird dann das Bild wieder gestreckt.

So, hab Virtual Dub mal am Family PC installiert...da ging es ohne Streifen, allerdings ließen sich die Huffyuv komprimierten Dateien garnicht abspielen. Jedenfalls liegt es wohl an meinem Laptop. Kann es sein, dass es Kompatibilitätsprobleme mit einem anderen Programm gibt? Oder ist sowas ausgeschlossen? :)

Hast du auf dem Familien-PC auch den HuffYUV-Codec installiert? Ansonsten klappt die Wiedergabe nur mit Programmen, die entsprechende Bibliotheken schon mitliefern, beispielsweise mit VLC oder MPlayer.
Bisher hat sich VirtualDub bei mir immer mit den anderen Programmen vertragen. Besonders viel hab ich bei mir aber auch nicht drauf. Diverse Video- und Audiobearbeitungsprogramme, Virenschutz, IrfanView, Firefox, ICQ, Nero und einige Spiele.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 15. Dez. 2008, 20:02
Achso, verstehe, also muss ich wenn ich ein reines 16:9 Bild habe, und die Balken weggecropt habe, nichts machen, sondern einfach die Auflösung so lassen? Weil die wird mit TMPGenc dann verkleinert, wenn man was wegschneidet...resize ich das ganze wieder auf 720x576, ist das Bild entweder nicht vollständig zu sehen oder es sind da Balken, wo welche fehlen.... :(

Ja, den HuffYUV Codec habe ich natürlich vorher installiert. :) Habe ja damit capturen müssen. :))) Also vermute ich mal, dass es an Kompatibilitätsproblemen zwischen VirtualDub und meiner Karte liegt... :( Na super...Vielleicht "leihe" ich mir eine von nem Elektroladen und probiere die aus :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 16. Dez. 2008, 12:15
Wenn du in VirtualDub die Ränder wegschneidest und die Auflösung anschließend wieder auf 720x576 bringst, sollte eigentlich alles laufen. Bei TMPGEnc muss natürlich an jeder Stelle 16:9 stehen, auch auf der 2. Seite, wo man das Seitenverhältnis der Quelle angibt. Steht da noch 4:3, schneidet TMPGEnc selbstverständlich noch zu.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 16. Dez. 2008, 21:25
Okay, dann hab ich ja alles richtig gemacht! :) Und das Problem mit den Streifen habe ich nun auch behoben, habe mir nun für 60 euro eine neue Videokarte gekauft...was solls... :P Ich will ja unbedingt :D

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals herzlich für deine groooße Hilfe bedanken!!!! :))))))

Grüße, Akis.

-edit- vll noch eine news:D habe eben herausgefunden, dass der composite-eingang der neuen karte deutlich unschärfer ist als der der alten... :( das ist garnicht gut...habe daraufhin die alte wieder angeschlossen um es zu vergleichen, und es stimmt... abgesehen davon, funktioniert jetzt (momentan) wieder die alte ohne irgendwelche störstreifen :D muss man das etwa verstehen? ich glaube nicht... :D

-edit 2 - UPDATE:

So, schon wieder eine neue Merkwürdigkeit entdeckt: Die alte Karte funktioniert problemlos, solange die neue mit angeschlossen ist per USB...zieht man das Kabel raus, erscheinen wieder die Streifen...Wie kann das sein???
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: Manuel (der Fliege) am 17. Dez. 2008, 19:11
-edit 2 - UPDATE:

So, schon wieder eine neue Merkwürdigkeit entdeckt: Die alte Karte funktioniert problemlos, solange die neue mit angeschlossen ist per USB...zieht man das Kabel raus, erscheinen wieder die Streifen...Wie kann das sein???

Meine Vermutung: Plug & Play-Effekt.
Solange Treiber der neuen Karte aktiv ist - alles okay.
Neue Karte raus, Treiber nicht mehr geladen, Problem wieder da.

Möglicherweise liegt die Ursache jedoch ganz woanders. Mario kennt sich da viel besser aus, mal sehen, was er dazu meint...  ;)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 17. Dez. 2008, 21:46
Meine Vermutung: Plug & Play-Effekt.
Solange Treiber der neuen Karte aktiv ist - alles okay.
Neue Karte raus, Treiber nicht mehr geladen, Problem wieder da.

Möglicherweise liegt die Ursache jedoch ganz woanders. Mario kennt sich da viel besser aus, mal sehen, was er dazu meint...  ;)

Danke trotzdem für deine Hilfe! :) Dann warte ich mal auf Mario...

Allerdings habe ich in der Zwischenzeit auch selber gesucht:

Angeblich soll in einer ganzen Reihe dieser Medion-Karten ein Philips-Chip verbaut sein, und zwar der gleiche...Damit kommt Virtual Dub nicht klar und es gibt diverse Probleme. Es gibt auch viele Anleitungen darüber, wie man welche Treiber installieren soll, aber die, wo ich bisher gefunden habe, stimmen mit meinem System und den vorhandenen Schlüsseln nicht überein... :( Also bin ich weiterhin hilfslos...

Marioooooo...come back 2 me :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 17. Dez. 2008, 22:50
Marioooooo...come back 2 me :D

Here I am. ;)

Angeblich soll in einer ganzen Reihe dieser Medion-Karten ein Philips-Chip verbaut sein, und zwar der gleiche...Damit kommt Virtual Dub nicht klar und es gibt diverse Probleme. Es gibt auch viele Anleitungen darüber, wie man welche Treiber installieren soll, aber die, wo ich bisher gefunden habe, stimmen mit meinem System und den vorhandenen Schlüsseln nicht überein... :( Also bin ich weiterhin hilfslos...

Na, das ist doch schonmal was. Jetzt gilt es nur, herauszufinden, ob ein solcher Philips-Chip in deiner Karte sitzt. Ich hab in einem von meinen PCs noch eine nVidia Geforce Ti 4200-Grafikkarte mit Videoeingang. Auch dort ist ein Philips-Chip drin. Benutzt hab ich diesen Eingang jedoch noch nie, bloß einmal mit dem mitgelieferten AMCAP probiert, da lief es. Früher hatte ich eine analoge Fernsehkarte von Hauppauge, bei der die Qualität wesentlich besser war. Die habe ich vor einem halben Jahr meinem Vater geschenkt, da ich kaum noch digitalisiere, und wenn, dann mache ich es halt an seinem PC. Das werde ich am Wochenende, wenn ich wieder in meiner anderen Wohnung bin, mal austesten, und dann sehen wir weiter.

-edit- vll noch eine news:D habe eben herausgefunden, dass der composite-eingang der neuen karte deutlich unschärfer ist als der der alten... :( das ist garnicht gut...habe daraufhin die alte wieder angeschlossen um es zu vergleichen, und es stimmt...

Hat die neue Karte nicht auch einen S-Video-Eingang? Wie sieht das Bild denn dort aus?

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 17. Dez. 2008, 23:00
Here I am. ;)

Na, das ist doch schonmal was. Jetzt gilt es nur, herauszufinden, ob ein solcher Philips-Chip in deiner Karte sitzt. Ich hab in einem von meinen PCs noch eine nVidia Geforce Ti 4200-Grafikkarte mit Videoeingang. Auch dort ist ein Philips-Chip drin. Benutzt hab ich diesen Eingang jedoch noch nie, bloß einmal mit dem mitgelieferten AMCAP probiert, da lief es. Früher hatte ich eine analoge Fernsehkarte von Hauppauge, bei der die Qualität wesentlich besser war. Die habe ich vor einem halben Jahr meinem Vater geschenkt, da ich kaum noch digitalisiere, und wenn, dann mache ich es halt an seinem PC. Das werde ich am Wochenende, wenn ich wieder in meiner anderen Wohnung bin, mal austesten, und dann sehen wir weiter.

Hat die neue Karte nicht auch einen S-Video-Eingang? Wie sieht das Bild denn dort aus?

Liebe Grüße,
Mario


Juhuuu :) Ja, laut ganz vielen Suchergebnissen hat meine Karte den Philips-Chip drin, und auch die Treibereigentschaften sagen es mir beim Geräte-Manager :D Also ist das schonmal sicher.

Danke, ich bin gespannt auf dein Ergebnis nach deinem Test! :)

Und, der S-Video Eingang scheint in Ordnung zu sein. Trotzdem, wieso sollte ich soviel Geld für eine "Marken-Karte" ausgeben, wenn der Composite-Eingang zu unscharf ist? Sicher ist Composite die schlechteste Verbindungsart überhaupt :D Aber so schlecht wie mit dieser Karte nun auch wieder nicht :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 25. Dez. 2008, 17:09
Frohe Weihnachten!! :)

Lieber Cassettenfreund, hast du Neugikeiten als Weihnachtsgeschenk für mich? :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 26. Dez. 2008, 22:43
Meine Antwort hat nun doch etwas länger gedauert als geplant, aber durch Krankheit bin ich ein paar Tage ausgefallen. Ich habe extra nochmal nachgeschaut, meine Grafikkarte hat den Philips 7108-Chip. Mit VirtualDub gibt es sowohl unter Windows XP als auch unter Windows ME keine Probleme. Weder Streifen, noch sonstige Bildstörungen, alles in Ordnung.

Was spricht denn eigentlich dagegen, deine neue Karte zu verwenden? Ich nehme mal stark an, dass du den S-Video-Eingang verwendest. Dann kann dir der Composite-Eingang ja im Prinzip egal sein. Vielleicht dazu mal ein Beispiel, das ganz nebenbei zum Forum passt:

Ich habe 2 Tonbandgeräte. Tonbandgerät A produziert bei Eigenaufnahmen andauernd Drop-Outs. Da ich das nicht möchte, nehme ich Tonbandgerät B. B klingt allerdings bei 4,75 cm/s schlechter als A. Das ist mir aber egal, da ich in 9,5 cm/s aufnehme.

Liebe Grüße,
Mario


PS: Composite ist nicht die schlechteste Verbindung. Das sind HF-Antennenkabel. ;)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 26. Dez. 2008, 23:28
Danke! :)

Dann liegt es wohl wirklich an dem einen bestimmten Chip, denn meiner ist ein Philips 7134...vielleicht kann ich einen anderen PC auftreiben der einen gleichen Steckplatz hat, sodass ich das nochmal versuchen kann. :)

Was dagegen spricht, die neue Karte einfach zu verwenden: Ich kaufe eine brandneue Videokarte. Da erwarte ich einfach, dass sie für den nicht so billigen Preis gut ist und auch funktioniert, wie sie soll :D Deswegen...klar könnt ich alles über S-Video laufen lassen, aber was mach ich dann mit meinem video8-Camcorder? Also ich bezahl ja den vollen Preis also soll es sich auch lohnen ;)

Stimmt, HF-Antennenkabel sind noch n Tick schlechter :D

Übrigens: Was mir aufgefallen ist: VirtualDub ignoriert Macrovision!! :) Ist das bei dir auch so?

Nochmal was zu TMPGEnc: Das Teil ist wirklich gut, allerdings ist mir demletzt ein Problem aufgetreten:

Ich wollte ein Video von Michael Jackson's Ghost umwandeln, von HuffYuf AVI, also Verlustfrei, in VBR Average 8 mb/s ...In dem Video blitzt es oft als Effekt, wird also schnell dunkel und wieder hell. bei dem Wechsel kriegt es der Encoder einfach nicht ohne grobe Pixelfehler hin, die unübersehbar sind und stören, wie man im Anhang sieht...

Allerdings treten die ganzen Pixel nur dann auf, wenn ich das Video als Progressive decodiere, was ich auch so haben will, Ich will nicht, dass es De-Interlaced wird. Die Funktion bei den Filtern habe ich auch ausgeschaltet auf No Deinterlace, weil ich keinen Qualitätsverlust haben will und am Fernseher ja wieder alles ohne Streifen zu sehen ist.

Natürlich habe ich das gleiche mit NeroVision gemacht, und da gibt es keine Verpixelung... :D Weiß du an was das liegt? Ich komme da nicht mehr weiter... :(

Und zu guter Letzt:

16:9 anamorph codieren kann ich nur im 1,85:1 Format, richtig? Ich kann also nicht 2,35:1 auf 720x576 stauchen, und dann erwarten, dass ich es mit dem DVD-Player und 16:9 Fernseher mit normalen Verhältnissen sehen kann, richtig? :) Also müssen bei 2,35:1 Filmen Balken oben und unten sein, halt 16:9 gestaucht. Right? :))))
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 27. Dez. 2008, 20:17
Übrigens: Was mir aufgefallen ist: VirtualDub ignoriert Macrovision!! :) Ist das bei dir auch so?

Ja. VirtualDub ist ja freie Software, und die OpenSource-Szene boykottiert Kopierschutztechniken. Kann man auch wunderbar an Linux sehen. Um CSS-geschützte DVDs unter Linux schauen zu können, muss das Paket libdvdcss installiert sein. Da dieser allerdings den CSS-Schutz umgeht, ist er eigentlich illegal. Um also ein legales Programm schreiben zu können, müsste man Lizenzen bezahlen. Das kann sich ein OpenSource-Projekt natürlich nicht leisten. Und ich möchte mir mit proprietärer Software auch nicht mein schönes freies Ubuntu versauen. Dass der Grafikkarten-Treiber ClosedSource ist, das reicht mir schon. ;)

Nochmal was zu TMPGEnc: Das Teil ist wirklich gut, allerdings ist mir demletzt ein Problem aufgetreten:

Ich wollte ein Video von Michael Jackson's Ghost umwandeln, von HuffYuf AVI, also Verlustfrei, in VBR Average 8 mb/s ...In dem Video blitzt es oft als Effekt, wird also schnell dunkel und wieder hell. bei dem Wechsel kriegt es der Encoder einfach nicht ohne grobe Pixelfehler hin, die unübersehbar sind und stören, wie man im Anhang sieht...

Allerdings treten die ganzen Pixel nur dann auf, wenn ich das Video als Progressive decodiere, was ich auch so haben will, Ich will nicht, dass es De-Interlaced wird. Die Funktion bei den Filtern habe ich auch ausgeschaltet auf No Deinterlace, weil ich keinen Qualitätsverlust haben will und am Fernseher ja wieder alles ohne Streifen zu sehen ist.

Natürlich habe ich das gleiche mit NeroVision gemacht, und da gibt es keine Verpixelung... :D Weiß du an was das liegt? Ich komme da nicht mehr weiter... :(

Da hast du wohl etwas verwechselt. Das Video muss Interlaced encodiert werden, nicht Progressive. Du hast ja Halbbilder und nicht Vollbilder. Dass deshalb Klötzchen entstehen, ist klar, da der Algorithmus für die Bewegungssuche auf Vollbilder eingestellt ist, in Wirklichkeit hast du aber Halbbilder. Wenn Progressive encodiert wird, müsste man vorher immer einen DeInterlace-Filter drüberziehen.

Und zu guter Letzt:

16:9 anamorph codieren kann ich nur im 1,85:1 Format, richtig? Ich kann also nicht 2,35:1 auf 720x576 stauchen, und dann erwarten, dass ich es mit dem DVD-Player und 16:9 Fernseher mit normalen Verhältnissen sehen kann, richtig? :) Also müssen bei 2,35:1 Filmen Balken oben und unten sein, halt 16:9 gestaucht. Right? :))))

Richtig. ;)

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 28. Dez. 2008, 00:03
Vielen Vielen Dank, lieber Mario! :)

Eine Frage noch :D Entschuldige...

Wegen dem Interlaced:

Man kann es ja bei VirtualDub 3 mal einstellen:

- beim ClipInfo, ob das Quellvideo Interlaced oder Progressive ist
- bei den Filtern, dass es De-Interlaced wird
- bei den letzten Einstellungen vor dem Codieren, vermutlich was man haben will

Wie müssen die Einstellungen bei einem Interlaced-Video eingestellt sein, dass ich maximale Qualität erhalte, denn ein De-Interlace-Filter macht das Bild deutlich unscharf und das will ich nicht... :(

Abgesehen davon, hat die Laserdisc progressive oder interlaced? :)

Bei anderen Videos klappt das aber, wenn alles Progressive ist obwohl Interlaced, wunderbar :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 28. Dez. 2008, 00:26
Ist doch kein Problem. ;)
Es ist eigentlich ganz einfach. Überall, wo du dich zwischen Interlaced und Progressive entscheiden musst, wählst du Interlaced. Und DeInterlacing-Filter bleiben aus.

Abgesehen davon, hat die Laserdisc progressive oder interlaced? :)

Die Laserdisc ist analog, also speichert sie Halbbilder, sprich, die Aufzeichnungen sind Interlaced. Oder ganz kurz: Alles, was du über einen analogen Videoeingang einspielst, ist interlaced, auch wenn es vorher vielleicht progressiv war (z.B. bei einer DVD).

Bei anderen Videos klappt das aber, wenn alles Progressive ist obwohl Interlaced, wunderbar :)

Da sind die Hell-Dunkel-Schwenks auch nicht so hektisch. Sowas ist beim MPEG2-Verfahren immer kritisch. Sieht man auch wunderbar beim digitalen Fernsehen. Wenn da in den Nachrichten vom roten Teppich berichtet wird, wo viele Fotoapparate blitzen, dann möchte ich manchmal den DVB-S-Receiver aus dem Fenster schmeißen. :D Trotzdem: Wenn etwas interlaced ist, dann sollte man auch immer auf interlaced stellen. Wenn man das Signal vom DVD-Player letztendlich per SCART-Buchse ausgibt, ist alles in Ordnung. Der Player wandelt ja das Signal, das er für progressiv hält, wieder um, damit es analog übertragen werden kann. Anders sieht das aus, wenn der Player per HDMI-Kabel mit dem (TFT- oder Plasma-)Fernseher verbunden ist. Über HDMI kann nämlich, da digital, beides übertragen werden. Dann belässt es der Player also bei progressiv, und auf dem Bildschirm sieht man dann den Kammeffekt wieder richtig schön.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 28. Dez. 2008, 13:34
Alles klar, danke! :)

Aber auch wenn ich nur nicht De-Interlace, wird das Bild deutlich unschärfer und das stört mich :P Warum? :)

Im Anhang Original-AVI und dann unscharfes MPEG bei Interlaced:

Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 28. Dez. 2008, 13:53
Die Antwort ist ganz einfach. Du spielst die Videos mit PowerDVD ab, wie ich an den Dateinamen der Anhänge sehe. PowerDVD ist nicht gerade dumm. Es merkt, dass das Video interlaced ist und schaltet automatisch einen DeInterlacing-Filter ein. Dieses DeInterlacing ist nur auf der Wiedergabeseite, das Video ist vollkommen in Ordnung. Dieses Verhalten kann man aber auch abschalten. Einfach in den Video-Einstellungen "Weave erzwingen" wählen. Oder einen anderen Player verwenden. Ich verwende den VLC, denn er ist kostenlos und es gibt ihn auch für Linux. Und der hat noch mehr DeInterlacing-Filter, von denen einige nicht schlecht sind.

Der beste DeInterlacing-Filter ist derzeit Yadif. Dieser ist in der ffdshow-Bibliothek (http://codecs.com/FFDShow_download.htm) enthalten. Wenn du die installierst, kannst du MPEG2-Videos ohne Probleme mit dem Windows Media Player abspielen, und hast nebenbei ein DeInterlacing ohne Schärfeverlust.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 28. Dez. 2008, 15:26
Wow, du bist genial! ;) Danke...

Hab mir jetzt mal diese OpenSource-Sachen runtergeladen ;) Echt toll...

Aber warum wirkt denn ein Video mti diesen Interlaced-Streifen immer schärfer? :D

Und noch eine Frage: Wenn ich gleich bei Letterbox-Bildern gecroppt capture, gewinne ich dann an Auflösung? Also wird dann nur der gewünschte Bildinhalt in 720x576 gecaptured? Denn da wäre ja dann ideal...dann wieder anamorph codiert ;)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 29. Dez. 2008, 12:55
Wow, du bist genial! ;) Danke...

Danke für das Lob. ;)

Aber warum wirkt denn ein Video mti diesen Interlaced-Streifen immer schärfer? :D

Weil sich Videos, die im Zeilensprungverfahren aufgenommen wurden, nie hundertprozentig in Vollbilder umwandeln lassen. Da fehlt ja was. Und das muss interpoliert werden. Beim Yadif-Deinterlacing hab ich allerdings noch keinen Schärfeverlust feststellen können. Sicher, dass sowohl bei den Videodekoder- als auch bei den VFW-Einstellungen von ffdshow das richtige Deinterlacing eingestellt ist? Prüfe das mal mit den Einstellungen, die ich im Anhang angehängt hab.

Und noch eine Frage: Wenn ich gleich bei Letterbox-Bildern gecroppt capture, gewinne ich dann an Auflösung? Also wird dann nur der gewünschte Bildinhalt in 720x576 gecaptured? Denn da wäre ja dann ideal...dann wieder anamorph codiert ;)

Nein, VirtualDub nimmt das Video normal von der Videokarte und bearbeitet es intern bereits nach, bevor es gespeichert wird. Das komplette Filtersystem kann ja auch bereits während der Aufnahme angewendet werden. Wenn der PC entsprechend leistungsfähig ist, ist das eine tolle Sache.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 29. Dez. 2008, 13:02
:)mmh Danke,

also gewinne ich rein garnichts durch cropping direkt beim capturen? :(

zu den einstellungen:

aber...dann werden interlaced-Videos ja immer De-Interlaced, richtig? Und das muss man ja nicht, weil ich die filme eh nicht auf dem mikrigen PC-Bildschirm schaue und auch sonst alles analog anschließe :)

Hatte mal zufällig die Funktion gefunden glaube ich, dass TMPGEnc automatisch den PC runterfährt wenn er fertig mit encodieren ist...weißt du wo die ist? :) Weil das dauert ja immer sooo lange :))
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 29. Dez. 2008, 13:47
also gewinne ich rein garnichts durch cropping direkt beim capturen? :(

Nein, leider nicht.

aber...dann werden interlaced-Videos ja immer De-Interlaced, richtig? Und das muss man ja nicht, weil ich die filme eh nicht auf dem mikrigen PC-Bildschirm schaue und auch sonst alles analog anschließe :)

Ja, dann wird immer deinterlaced. Das musst du natürlich nicht einschalten, aber mich würde der Kammeffekt stören. Im Anhang hab ich mal einen direkten Vergleich. Einmal ohne Deinterlacing und einmal mit Yadif. Ich kann da keinen Schärfeverlust erkennen. Übrigens: Ein TFT- oder Plasma-Fernseher macht auch ein solches Deinterlacing. Diese Bildschirme zeigen ebenfalls nur Vollbilder an. Lediglich die guten alten Röhrenfernseher arbeiten mit dem Zeilensprungverfahren.

Hatte mal zufällig die Funktion gefunden glaube ich, dass TMPGEnc automatisch den PC runterfährt wenn er fertig mit encodieren ist...weißt du wo die ist? :) Weil das dauert ja immer sooo lange :))

Auf die schnelle hab ich da auch nichts gefunden. Wenns mir begegnet, dann sag ichs dir. ;)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 29. Dez. 2008, 14:07
Okay, stimmt, es ist garnicht unschärfer...:)

Dann muss ich also nur diese Eigenschaften von yadif ändern und die werden dann auch immer mit TMPGEnc berücksichtigt beim Codieren? Was, wenn ich ein De-Interlace-Filter von TMPGEnc drüberziehe? Gilt dann nur das oder beide zusammen? :D

Abgesehen davon, wäre es nicht unsinnig, nach dem De-Interlacen das ganze dann als Interlace zu speichern? Dann muss ich als Progressive speichern, richtig? :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 29. Dez. 2008, 14:09
Das Yadif-Deinterlacing wird nur beim Abspielen zugeschaltet, ffdshow ist ja ein DirectShow-Filter. Auf TMPGEnc hat das keinen Einfluss. Das wäre auch fatal, da die Ausgabe von Yadif nicht mehr DVD-konform ist, die Framerate beträgt nämlich 50 Bilder pro Sekunde, nicht mehr 25.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 29. Dez. 2008, 14:17
Ah, okay, alles klar :)

Was mich noch beschäftigt:

DVDStyler ändet ja nur die Informationen der Dateien und "macht" so aus ner MPEG-Datei eine VOB-Datei. Was passiert, wenn ich durch TMPGEnc eine Datei erstelle, die höher als 8 mb/s erreicht? Denn man kann ja bis 9200 kb/s einstellen...Wird das dann umgewandelt von DVDStyler? Oder einfach so gebrannt? Und wie verhält es sich dann mit der Kompatibilität mit einem Hardware-Player? :)

P.S.: Kennst du dich auch mit analoger Videoaufzeichnung so gut aus? :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 29. Dez. 2008, 14:31
Wenn die Bitrate höher ist, als es der DVD-Standard erlaubt, gibt es vielleicht noch eine Warnung, aber umgewandelt wird da in der Regel nichts. Bei DVB-Aufnahmen sind die Bitraten häufig höher als der DVD-Standard. Bei der Schlag den Raab-Sendung, aus der die beiden Bilder in #67 genommen wurden, geht die Bitrate bis 12 MBit/s hoch. Abspielen können das die DVD-Player in der Regel schon. Beim Grundig-DVD-Player im Wohnzimmer meiner Eltern ruckelt es dann aber teilweise.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 29. Dez. 2008, 14:35
Achso, verstehe:) Aber das ist nicht DVT-T, richtig? :P Weil das ist ja ziemlich schlecht...meiner Erfahrung nach :) DVB-S ist dagegen schon deutlich besser...

Kennst du dich auch mit analoger Videoaufzeichnung so gut aus? :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 29. Dez. 2008, 14:44
Ja, das ist DVB-S. Über DVB-T bekommt man in Sachsen-Anhalt nicht einmal private Sender, nur die öffentlich-rechtlichen. Die Qualität ist, da stimme ich dir zu, ziemlich grottig. Das ist aber bei Bitraten um 5 MBit/s auch kein Wunder. DVB-S ist aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss, viele Sender haben immer noch nicht genug Bandbreite und sehen schlecht aus. RTL konnte man noch vor 2 Jahren kaum sehen, so sehr verklumpte das Bild. Und die Sender, die innerhalb einer Sendergruppe weiter hinten stehen, kriegen vom großen Bandbreiten-Kuchen verständlicherweise auch nicht so viel ab. Das wären in der RTL Group beispielsweise RTLII, Super RTL oder VOX, die viel weniger Bandbreite und zudem keine AC3-Tonspur haben. Bei der ProSiebenSAT.1 AG wären das Kabel 1, N24 und 9Live, wobei Kabel 1 kaum schlechter ist als ProSieben und SAT.1, lediglich die AC3-Tonspur fehlt. Und da 9Live eh nur 10 hirntote Zuschauer hat, muss die Bitrate eh nicht so hoch sein. :D

Allzu groß ist mein Wissen um analoge Videoaufzeichnung nicht. Ich weiß, wie das VHS-System funktioniert, und etwas über die Geschichte elektromagnetischer Aufzeichnung, da ich in der Schule mal einen Vortrag darüber gehalten habe. Der war zwar mehr aufs Tonband gelegt, deswegen hatte ich auch ein Tonbandgerät dabei, aber ein kleiner Abriss zur Videoaufzeichnung ist ja nicht verkehrt, wenn man 45 Minuten füllen muss. :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 29. Dez. 2008, 14:56
Hehe :D Verstehe...

Ja, das kenn ich von unserem DVB-S Receiver. Ist zwar eine D-Box mit Linux drauf und allem drum und dran, und es ist echt erstaunlich was die alles hergibt, allein an Infos zum gesendeten Programm, was recht interessant ist :D Da hab ich mich letztens mal wieder gefragt: Von welcher Quelle soll ich den Film jetzt aufnehmen? Von der D-Box oder vom Kabelfernsehen? Will ich kleine Klötzchen oder eher etwas Rauschen? :P Ist immer wieder schwer, wenn man Perfektionist ist :D

Mit analoger Videoaufzeichnung habe ich mich in den letzten 2 Jahren verstärkt beschäftigt, mit VHS, S-VHS und D-VHS. Und wenn ich etwas sicher und dauerhaft haben will, dann wähle ich immer noch das VHS-System, weil es einfach ausgereift ist und garnicht so schlecht wie alle sagen, das zeigt die Erfahrung.
Schade ist jedoch, dass sich D-VHS nicht durchgesetzt hat, denn es ist echt ideal. Ich habe mir ursprünglich auch den Recorder gekauft, um alte Camcorderaufnahmen zu "sichern" :P (da ist es wieder) nur, was passiert, wenn mein Recorder mal kaputt ist? Wer kann mir die dann abspielen? Also ließ ich es und benutze ihn für andere Zwecke.
Jedoch steigt das Problem, um auch wieder on-topic zu kommen :D der verschwindenden Abspielgeräte. Alle schmeißen ihre Recorder weg, gute neue gibt es nicht mehr, nur noch von LG oder DAEWOO  :D Deswegen muss man praktisch jetzt schon vorsorgen :D

Dazu muss ich noch sagen ich hatte an der Oberschule 3 Jahre Elektrotechnik als Leistungsfach und 20 Prozent davon verstanden :D Es war echt schlimm...alles sehr theoretisch und viiiiiieel Mathematik. Digitaltechnik war das Einfachste.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 29. Dez. 2008, 17:35
Gute Idee, wieder On Topic zu kommen.

Heutzutage wird die analoge Technik allgemein unterschätzt, das ist auch bei der Kassette und beim Tonband so. Die Schallplatte wird ja gerade wiedergeboren, und ich hab mir auch schon drei neue Vinylscheiben vom Media Markt mitgenommen. Aber die komplette Magnetspeichertechnik ist voll von Halbwahrheiten und Vorurteilen. Die VHS ist ja nicht so schlecht, wie es einem die Industrie erzählt. Die Bildqualität ist im Großen und Ganzen akzeptabel. Wenn ich mir unsere ganzen Camcorder-Videos anschaue, das ist einfach der Wahnsinn. 1993 hat sich mein Vater einen eigenen VHS-C-Camcorder zu Weihnachten gekauft. Ab diesem Zeitpunkt sind die Videos von unbestreitbarer Qualität, von den Aufnahmen vorher haben wir nur Kopien, und von Kopie zu Kopie geht ja etwas Qualität verloren.

Was mir aber gerade noch zu dem Märchen mit der Bildqualität, die von Jahr zu Jahr schlechter werden soll, einfällt: Alle, die dies in dem Maße behaupten, haben scheinbar das VHS-System noch nicht so ganz verstanden. Die HiFi-Tonspur wird ja ebenfalls im Schrägspurverfahren aufgezeichnet, und bei einem Verlust von Magnetismus fällt diese als erstes aus. Erst, wenn die HiFi-Tonspur permanent nicht mehr abgetastet werden kann, fängt die Bildqualität an, schlechter zu werden. Ich weiß nicht, was bei den ganzen Videos von denjenigen, die solche Märchen verbreiten, mit dem Ton passiert ist. Aber bei meinen Videos funktioniert die HiFi-Tonspur (wenn sie denn vorhanden ist) noch tadellos.

Die Abspielgeräteproblematik sehe ich gar nicht so schlimm. Neue Geräte würde ich mir heute in der Tat nicht mehr kaufen, die Erlebnisse, die ich in den letzten Jahren mit Orion hatte (und noch immer habe), reichen mir aus. Aber der Gebrauchtmarkt ist sehr groß. Überleg mal, in der gleichen Situation war gegen Ende der 80er Jahre das Tonbandgerät. Heute, zwanzig Jahre danach, sind die Angebote für gebrauchte Geräte immer noch riesengroß. Und im Großen und Ganzen war ich bisher immer zufrieden. Du glaubst gar nicht, wie viel Spaß ich mit meinem kleinen Uher Report habe. (Au weia, wird schon wieder Off Topic.)

Vor kurzem kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen mir und einem Freund. Ich hatte zufällig erwähnt, dass ich die Wiederholungen der ZDF-Hitparade auf VHS aufzeichne. Und sofort wurde die Videokassette wieder schlecht gemacht. Eine halbe Stunde konnte ich mir die Vorzüge der DVD anhören. Da der Receiver, mit dem ich das aufzeichne allerdings keine Netzwerk- oder USB-Schnittstelle besitzt, müsste ich über den analogen SCART-Eingang wieder über eine analoge Videokarte gehen, um es überhaupt im Rechner zu haben. Dieses Argument wurde natürlich sofort niedergeschmettert. Macht doch nichts. Sieht doch eh keiner einen Unterschied. Ich finde, wenn ich ehrlich sein soll, besteht da ein gewaltiger Unterschied. Der Nostalgiefaktor ist eigentlich einer der Hauptgründe, warum ich das noch auf VHS aufzeichne. Immerhin sind die derzeit gesendeten Hitparaden aus den Jahren 1974, 1986 und 1993. Da sind die Sendebänder natürlich alle noch analog. Also möchte ich es der Nostalgie wegen auch analog belassen. Dies wurde für vollkommen lächerlich erklärt. Auf der Gegenseite kamen natürlich wieder die bekannten Sachen. Bandsalat und Nachlassen der Bildqualität. Aber so ist das halt. Die Leute glauben alles, was man ihnen in den Medien vorsetzt. Aber warum sollten sie das auch nicht? Sie wissen es ja nicht besser.

Aber bei MAGIX ist man wohl gänzlich verzweifelt. Jetzt wollen sie schon, dass man seine Schallplatten rettet. Auch dazu gibt es natürlich wieder ein Info-Video (http://www.magix.com/de/retten-sie-ihre-schallplatten/detail/?et_cid=30&et_lid=808879&cHash=b4f484799f). Dass viele Leute jetzt wieder Plattenspieler kaufen, und dazu neues Vinyl, scheint an ihnen wohl vorbei zu gehen. Und seit wann zerbricht Vinyl? Die Plaste, aus der die Vinylplatten gepresst sind, ist beinahe unzerbrechlich. Hat man wohl mit Schellack verwechselt. Und wenn man eine Schallplatte auf die Heizung liegt, dann verbiegt die sich auch nicht so extrem.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: Manuel (der Fliege) am 29. Dez. 2008, 17:58
Und wenn man eine Schallplatte auf die Heizung liegt, dann verbiegt die sich auch nicht so extrem.

Die verbiegt sich eigentlich gar nicht. Man muß schon Gewichte anbringen, um das zu erreichen.
Bei uns auf dem Flohmarkt stehen im Hochsommer die alten Schallplatten stapelweise im Freien herum, den ganzen Tag brennt die Sonne runter. Da hat sich noch nichts verbogen. Die Scheiben sind nur verdreckt und voller Kratzer und aus diesem Grunde Müll. (Darum kauft´s ja seit Jahren niemand)

Aber zurück zum Thema: Mir kommt das alles genau so lächerlich vor, wie die Märchen vom Coca Cola. "Lege einen Brocken Fleisch" oder "einen Nagel in ein Glas Coca Cola und laß es über Nacht drin. Am nächsten Morgen hat sich das Fleisch aufgelöst und der Nagel ebenso". Als ob Zuckerwasser ätzender wäre, als Salzsäure.

Interessant ist, daß die Leute, die so etwas behaupten, selber dieses Experiment noch nie durchgeführt haben. Aber d´Goschen aufreißen, das können sie.

Vielleicht sollten wir in Zukunft unsere Tonköpfe mit Cola reinigen, wenn das so aggressiv sein soll...  :mrgreen:

Grüße,
Manuel
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 29. Dez. 2008, 21:35
:D hehe

So ist es...solche Auseinandersetzungen mit Freunden kenne ich auch, aber da gebe ich inzwischen keinen Wert mehr drauf und diskutiere garnicht erst mit denen, denn meistens lohnt es sich nicht, soll einfach jeder das machen, was er für richtig hält ;) Die werden schon merken was se davon haben :D

Was ich vor allem liiiebe:

Wenn Leute aufmotzen und damit angeben, dass se nen FULL HD LCD Fernseher haben, mit wievielen HDMI-Anschlüssen und nur so mit lauter Schlagwörtern um sich schmeißen, dann aber schlechtes PAL-schauen und nicht mal nen Digitalreceiver haben oder so :D Das ganze dann noch per Composite angeschlossen... ;) 1A

Und was ich auch nicht so ganz verstehe: Elektroläden wollen doch ihre neuen Fernseher verkaufen. Wieso um Himmels Willen senden sie dann ein analoges Kabel-Bild in Reihe zu 30 Fernsehern??? Das überzeugt doch überhaupt nicht...dann am besten noch irgendwas verstellt bei den Einstellungen, so dass es richtig übel aussieht... :D

Und Vinyl...

Ich liebe Vinyl :) Höre es jetzt schon seit 1998 wieder :D davor war ich sehr klein...und in der 3. Klasse habe ich meinen ersten DJ-Plattenspieler geschenkt bekommen, weil ich damals unbedingt mixen wollte und es gelegentlich heute noch gern mache. Allerdings ist es hier wieder schwer für mich: Es muss ein Kompromiss zwischen Qualitäts-Freak und DJ bzw. Musiker sein, wo man das ganze als "Instrument" ansieht...Manchmal vertragen sich die beiden Ansichten nicht :D

Unsere Camcorderaufnahmen sind auch noch alle SEHR GUT, keine einzige hat einen Fehler. Allerdings haben wir eine Video8-Camera von Canon, 1990 gekauft. Da bin ich als 2-jähriger drauf :D Und die Qualität ist PERFEKT. Generell glaube ich, dass die ganzen Video8 und Hi8-Sachen VHS und S-VHS überlegen waren. Allein auch an der Ausstattung der stationären Videorecorder (Digitale 6-Spur PCM-Aufzeichnung, kompakte Bauweise, mehr Auflösung (?) ).
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 29. Dez. 2008, 21:59
Du solltest mal im Media Markt in Magdeburg vorbeischauen, direkt beim Eingang steht ein Sofa und davor ein Full HD-Plasma-Fernseher. Dort wird eine Blue Ray-Disc eingespeist. Und die anderen HD Ready-Fernseher bekommen alle Anixe eingespeist, das ist ein TV-Sender, der 24 Stunden am Tag in HDTV sendet, nur britische und amerikanische Serien, und vor allem welche, die in Deutschland nicht so sehr bekannt sind. Dafür, dass viele Leute immer über den Osten schimpfen, haben wir dann wohl einen sehr guten Media Markt. Aber Achtung, in Magdeburg gibt es 2 Filialen. Den am Pfahlberg, den meine ich.

Hi8 ist dem VHS-System natürlich überlegen, aber meinem Vater kam es auf Kompatibilität an. In den kleinen VHS-C-Kassetten ist ja ganz normales VHS-Band drin, wir haben eine Adapter-Kassette von Grundig, mit der man diese Kassetten ganz normal im VHS-Rekorder anschauen kann. Und das will man doch letztendlich. Die Hi8-Aufnahmen müsste man erst auf VHS umschneiden, und das würde wieder Qualität kosten. Und wenn man sich dafür entscheidet, die Hi8-Videos vom Camcorder direkt anzuschauen, hat man spätestens dann ein Problem, wenn der Camcorder kaputt ist. Unser Camcorder hat nach 13 Jahren intensivster Benutzung schließlich den Geist aufgegeben, und wir sind froh, dass man die Videos im normalen VHS-Rekorder schauen kann. Bis auf die ersten Kassetten. Da hatte mein Vater S-VHS-Kassetten gekauft, und dafür haben wir keinen Rekorder.

Vinyl mag ich natürlich auch sehr, jedoch beschränkt sich das bei mir nur auf das Hören. Sieht man auch daran, dass ich einen relativ bescheidenen Plattenspieler habe. Aber ich spiele mit dem Gedanken, mir einen Dreher mit Tangential-Tonarm zu kaufen.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 30. Dez. 2008, 00:17
Ja, inzwischen sieht man auch Beispiele mit BluRay und HD-Videos ;) Aber immer noch zu selten, wie ich finde, zumindest hier bei uns in Ludwigshafen und Mannheim. :)

-edit-

Alle Probleme mit DVDStyler haben sich erledigt, habe nochmal eine neuere Version installiert, wo die Mängel verbessert wurden. :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 31. Dez. 2008, 01:44
Hallo zusammen,
Ausnahmsweise schreib ich mal in diesem Forum etwas.
Ich habe in diesem Thread  schon länger mitgelesen und mir geht dieses einseitige “Pro analog Video” etwas zu weit. Da bewegte Bilder zu meinem Beruf (Technisch nicht Inhaltlich) gehören kann ich nicht anders.

Die Erklärungen von Magix sind natürlich an den Haaren herbeigezogen. Die wollen mit typischen Marketingblabla ein Produkt verkaufen, Marketing ist aber ein notwendiges Übel.
Das Problem des “Zerfalls” wird hier stark übertrieben.

Auf der Anderen Seite darf man nicht vergessen das ein Videoband einem enormen mechanischem Verschleiß unterliegt, alleine wie die Videoköpfe durchs Band pflügen trägt dazu bei.
Fragt mal einen alten Videothekenbetreiber wie oft ein Band verliehen werden konnte, in Abstufungen von bestmöglicher Qualität, über geht noch bis unbrauchbar.

Ich möchte in der täglichen Anwendung nicht mehr zur analogen Aufzeichnung zurück. Die verlustlose Bearbeitung, das verlustlose Kopieren und die Zeitersparnis (einen Beitrag von einer Stunde Spielzeit ist in unterhalb einer Minute kopiert) bleiben ungeschlagen.
Hier gilt im Endeffekt auch die Trennung von gespeicherter Information und Träger, die Haltbarkeit (oder auch nicht) des Trägers spielt dadurch eine untergeordnete Rolle.
Der Vorteil liegt hauptsächlich in dieser Trennung vom Medium/Träger.
In weiten Grenzen gilt diese Unabhängigkeit auch für das “Abspielgerät“.


Heutzutage wird die analoge Technik allgemein unterschätzt, das ist auch bei der Kassette und beim Tonband so.


Das geht in vielen Fällen andersrum, aus Unwissenheit wird die analoge Technik häufig überschätzt und verklärt.
Im Gegensatz dazu werden die Vorteile der digitalen Technik ignoriert, vom Verständnis beider “Seiten” will ich gar nicht reden.


Aber die komplette Magnetspeichertechnik ist voll von Halbwahrheiten und Vorurteilen. Die VHS ist ja nicht so schlecht, wie es einem die Industrie erzählt.


Abgesehen davon das Magnetspeichertechnik auch Digital sein kann (und in den meisten Fällen auch ist), gilt das gleiche wie im ersten Zitat.
Die tastsächliche Arbeitsweise von analogen (und digitalen)Videorecordern und die damit verbundenen Grenzen sind den Wenigsten bekannt.
Gerade im Amateurbereich (VHS/8mm/Beta usw.) besteht die technische Umsetzung aus etlichen Kompromissen und  Klimmzügen.

Alleine die Notwendigkeit den Farbträgerumsetzung , der Übersprechkompensation, Dropoutkompensation, Crispening, die Arbeitsweise der hier verwendeten Frequenzmodulation usw.

Zum Ton, der Frequenzhub des Audio FM Trägers ist endlich (50kHz), um die geplante Dynamik (nicht Auflösung) zu erreichen ist ein Kompandersystem (Komprimierung um Faktor 2) nötig, mit allen Einschränkungen für den Übertragungskanal Band (S/N Ratio des ÜKs Band begrenzt die Auflösung).
Dazu kommen noch die Probleme der “Kopfumschaltung“.


Die HiFi-Tonspur wird ja ebenfalls im Schrägspurverfahren aufgezeichnet, und bei einem Verlust von Magnetismus fällt diese als erstes aus. Erst, wenn die HiFi-Tonspur permanent nicht mehr abgetastet werden kann, fängt die Bildqualität an, schlechter zu werden. Ich weiß nicht, was bei den ganzen Videos von denjenigen, die solche Märchen verbreiten, mit dem Ton passiert ist. Aber bei meinen Videos funktioniert die HiFi-Tonspur (wenn sie denn vorhanden ist) noch tadellos.


So Simpel kann man das nicht sehen, an dieser Stelle stecken viele theoretische Stolpersteine.
Die Audio FM Träger (VHS- 1,4MHz Links  und 1,8MHz Rechts) liegen niedriger als der Videoträger.
Diese Audioträger werden zuerst aufs Band geschrieben da sie durch die größere Wellenlänge eine größere Eindringtiefe haben.
Danach wird der Videoträger (Hubbereich von 3,8 bis 4,8MHz plus Seitenbänder, Frequenzmodulation ist etwas Komplexer, siehe  Besselfunktion) drübergeschrieben (nicht Nebeneinander!).
Die bei der Wiedergabe ausgelesene Informationsspannung ist von der jeweiligen Kopf Leerlaufspannung abhängig.
Welche Fehler an welcher Stelle zuerst auffallen ist nicht zuletzt von den menschlichen Sinnen abhängig.


Die Abspielgeräteproblematik sehe ich gar nicht so schlimm.


Dieses Problem wird aber Aufgrund der komplexeren Technik deutlich größer sein  als bei einem Tonbandgerät.
Es wird schon viel in einem Tonbandgerät rumgebastelt ohne zu Wissen was man tut, wie soll das erst in einem Videogerät aussehen.


Der Nostalgiefaktor ist eigentlich einer der Hauptgründe, warum ich das noch auf VHS aufzeichne. ………….. Auf der Gegenseite kamen natürlich wieder die bekannten Sachen. Bandsalat und Nachlassen der Bildqualität. Aber so ist halt. Die Leute glauben alles, was man ihnen in den Medien vorsetzt. Aber warum sollten sie das auch nicht? Sie wissen es ja nicht besser.


Den Nostalgiefaktor akzeptiere ich zu 100%, den ein oder anderen Videogerätetrümmer (im Profibereich U-Matic, Betacam SP, im Amateurbereich Video 2000, VHS, S-VHS) habe ich auch noch in der Ecke stehen und kann mich nicht davon trennen. Die meisten aber nicht Funktionsbereit, sie haben sich Stellenweise einfach kaputt gestanden (Zahn der Zeit). Der Aufwand der Instandsetzung ist einfach zu hoch und Stellenweise durch fehlende Ersatzteilversorgung unmöglich.

Wer persönlich wichtige Videobänder hat sollte sie Digitalisieren, die Originalbänder gehen ja nicht verloren aber die Redundanz wird gesteigert.

Gruß Ulrich




Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 31. Dez. 2008, 12:39
Hallo Ulrich,

da hast du natürlich vollkommen Recht. Aber ich glaube, dass von mir ein falscher Eindruck entstanden ist. Es ist keinesfalls so, dass ich die Digitaltechnik verteufele, ganz im Gegenteil, ich begrüße die Digitalisierung. Der DVD-Camcorder von meinem Vater macht genauso gute Aufnahmen wie eine Fernsehkamera, da gibt es überhaupt keinen Unterschied. Und auch sonst möchte ich sowohl im Audio- als auch im Videobereich die Digitaltechnik nicht mehr missen. Bis auf die Hitparade zeichne ich alles am Computer per DVB-S-Karte auf, schneide es mit Cuttermaran und brenne es anschließend auf eine DVD.

Sicher, von einigen Leuten wird die Digitaltechnik verteufelt, sowas gab es ja auch schon einige Male hier, und im Nachbarforum etwas häufiger, dass man mit der "Treppenstufentechnik" nichts zu tun haben wollte. Und bei einigen dieser Diskussionen habe ich auch ganz klar meinen Pro-Digital-Standpunkt vertreten. Wenn ich in diesem Thread einen anderen Eindruck erweckt haben sollte, dann tut mir das Leid.

Zum Digitalisieren werde ich wohl trotzdem nie kommen. In meinem Fundus befinden sich ca. 200 VHS-Kassetten, und dazu fehlt mir einfach die Zeit. Und billig wird das auch nicht werden. Höchstens wenn sie wirklich mal zerfallen sollten, muss ich mir darüber den Kopf zerbrechen.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: Manuel (der Fliege) am 31. Dez. 2008, 13:58
Hallo Ulrich, wir kennen uns zwar schon vom Forum 2, aber trotzdem ein herzliches :welcome1:

Nächstes Jahr kann ich 20-jähriges Jubiläum feiern, denn seit Juni 1989 zeichne ich Fernseh-Sendungen auf VHS auf. Mein Vater (der dieses Jahr leider ganz plötzlich verstorben ist) hat ebenfalls sehr viel aufgenommen, fast schon mehr, als ich. Selbstverständlich habe ich die Sammlung meines Vaters übernommen und bin dadurch im Besitz von geschätzt knapp 1500 (in Worten: eintausendfünfhundet) VHS-Kassetten, jede mt einer Laufzeit von 240 Minuten.

Alles komplett anschauen schaffe ich in diesem Leben nicht mehr, das ist mir klar. Es ist deswegen nur ein Archiv (was heißt "nur"?), wo man eben die Sendung herspult, die man gerade benötigt und ggf. auszugsweise digitalisiert. Um die Langzeitstabilität mache ich mir aufgrund der sehr guten Qualität meiner ältesten Bänder keine Sorgen. Unser Archiv wurde konsequent mit BASF, AGFA, Kodak und Fuji angelegt. Billigen Noname-Ramsch á la Shamrock haben wir nicht.

Abspielgeräte habe ich noch genügend, die meisten staubdicht verpackt ohne Spannungszufuhr, im losen Rhythmus ca. alle 5 Jahre kurz angeschaltet und eine Kassette damit angeschaut, danach wieder eingemottet. Mit dieser Methode bin ich die letzten 20 Jahre gut zurecht gekommen und werde es sehr wahrscheinlich auch in Zukunft so beibehalten.

Auf Digitaltechnik umgestiegen bin ich im Videobereich noch nicht, erste Versuche haben mich zu sehr enttäuscht (Bild und Ton nicht synchron zueinander, auf eine DVD passen nur 59 Minuten in verlustfreier Bildqualität usw.). Habe eben weder Zeit (noch Lust), mich mit digitalen Videospeicherungsverfahren zu beschäftigen. Das müßte ein Fachmann für mich übernehmen. Den Dialog zwischen Mario und "jouse." habe ich mit viel Interesse verfolgt und es hat mich letztendlich in meiner Haltung bestärkt, davon besser die Finger zu lassen. :lol: Was man da alles beachten und einstellen muß - neeh, das ist nichts für mich, sorry. Bin ja kein Masorchist.

Ich schiebe lieber weiterhin eine VHS in den Videorekorder und drücke auf "REC", was ich damit an Bild- und Tonqualität erhalte, ist immer noch sehr viel besser, als jedes YouTube-Video. Sollten die Möglichkeiten zur verlustfreien und benutzerfreundlichen Video-Digitalisierung eines Tages gegeben sein, wäre ich allerdings ohne Vorbehalte dazu bereit, damit zu beginnen. Gegenwärtig sehe ich dafür - was mich persönlich anbelangt - noch keinen akuten Handlungsbedarf.

We have an old saying: "Better the devil you know", gibt´s dafür eine deutsche Übersetzung? Ihr wißt, was ich meine? :)

Viele Grüße,
Manuel
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 03. Jan. 2009, 21:20
Mario, hast du vielleicht eine Ahnung, welchen Audio-Codec man verwendet, wenn man eine Divx-Avi erstellen will? :) Wär nämlich praktisch für Filme, wo mir die beste Qualität nicht soo wichtig ist und wo ich nicht soviel Speicherplatz verschwenden will :D Und da wäre ja Divx eine gute Alternative...den Videocodec hab ich schon, glaube ich, allerdings weiß ich nicht welches Audio-Format dafür verwendet wird :)

Zu VHS habe ich nochmal einpaar Tests durchgeführt :D

Bild 1 zeigt das Original Testbild von der DVD.
Bild 2 eine Kopie auf D-VHS, praktisch ohne Qualitätsverlust.
Bild 3 eine Kopie auf S-VHS, realtiv scharfes Bild, Alle Details noch deutlich sichtbar.
Bild 4 eine Kopie auf normalem VHS, etwas unscharf und soft, aber erschreckend ist, dass die vertikalen Linien im roten Kreis im Vergleich zum Original praktisch "verschwunden" sind :D Aber warum nur die Vertikalen?

(Letzteren beiden Bilder im nächsten Beitrag)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 03. Jan. 2009, 21:21
S-VHS und normales VHS:

Jedoch nicht falsch verstehen ;) Ich finde das ganze VHS-System dennoch toll und faszinierend, gerade weil man eben keine so feine Testbilder aufzeichnet sondern richtige Bilder, wo das dann kaum auffällt...Digitales Video, zumindest die Begrenzung auf MPEG2 bei der DVD-Video hat halt andere Schwächen...ganz zu schweigen vom Medium an sich :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 03. Jan. 2009, 21:39

Bild 4 eine Kopie auf normalem VHS, etwas unscharf und soft, aber erschreckend ist, dass die vertikalen Linien im roten Kreis im Vergleich zum Original praktisch "verschwunden" sind :D Aber warum nur die Vertikalen?


Weil die Zeilenanzahl und damit die Zeilenauflösung (Vertikalauflösung) bei VHS erhalten bleibt (625 Zeilen davon ca. 576 sichtbar Aufgezeichnet).
Die Begrenzung der Videobandbreite auf 3MHz greift hier nicht, sie wirkt sich nur in der Horizontalauflösung aus.
Die Horizontalauflösung (also pro Zeile/Scanline) beträgt dagegen nur ca. 300 Linien.

Gruß
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 03. Jan. 2009, 21:53
Mario, hast du vielleicht eine Ahnung, welchen Audio-Codec man verwendet, wenn man eine Divx-Avi erstellen will? :)

Am gängisten ist wohl das MP3-Format. Einfach den Lame ACM-Codec (http://www.free-codecs.com/download/LAME_ACM_Codec.htm) installieren. Einfach mit der rechten Maustaste auf die LameACM.inf klicken und anschließend Installieren wählen. Dann sollte man im Programm, dass du verwendest, um die DivX-Videos zu erstellen, den Lame MP3-Codec auswählen können.

Zu deinen Tests: Ist ja wirklich erstaunlich, bei der D-VHS merkt man ja keinen Unterschied. Ist aber auch kein Wunder. Ich hab mich mal schlau gemacht. Auf der D-VHS wird MPEG 2-Video mit Bitraten um 20 MBit/s gespeichert.

Liebe Grüße,
Mario


PS: Eigentlich ist das DivX-Format schon wieder veraltet. Da gibt es Codecs, die viel besser komprimieren und obendrein noch kostenlos sind. DivX muss man ja nach 14 Tagen bezahlen, ansonsten kann man nur qualitativ verminderte Videos erstellen.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 03. Jan. 2009, 22:03
@ uk64:

Achso, jetzt verstehe ich das...also ist die Auflösung vertikal viel höher als horizontal...mmh...und wieso hat man das so gemacht? :)

@ Mario:

Cool, danke! ;) Werd ich nachher mal versuchen, da ich  jetzt gleich einen Film schauen werde :D Und welche Codecs sind denn aktueller und besser? Ich dachte Divx wäre praktisch, weil es halt auch mein DVD-Player unterstützt... :P Das ist praktisch, wenn man eben mal was von der Festplatte als Datei direkt brennt ohne irgendwelche Umcodierungen...:)

Zu D-VHS: Ja, das stimmt, der einkommende Datenstrom soll 19,xx mbit/s betragen, allerdings das auf dem Band aufgezeichnete dann "nur" noch ca 14 mb/s :D Aber trotzdem, absolut sicher und ausreichend, für jedes Filmmaterial...Man sieht keine einzigen Pixel, und die Daten sagen einem schon, dass es der DVD überlegen ist ;)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 03. Jan. 2009, 22:10
Gut, wenn du es dir im DVD-Player ansehen möchtest, dann nimm DivX. Neuere MPEG 4-Codecs basieren auf dem H.264-Standard, aber DVD-Player dürften das kaum unterstützen. Bei der Blue Ray-Disc sowie beim hochauflösenden Fernsehen über DVB-S2 wird dieser Standard verwendet.

Trotzdem ist DivX natürlich nicht schlecht und immer noch viel besser als MPEG 2.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 04. Jan. 2009, 00:37

Achso, jetzt verstehe ich das...also ist die Auflösung vertikal viel höher als horizontal...mmh...und wieso hat man das so gemacht? :)


Entschuldige, aber jetzt wird’s länger.
Du denkst hier zu “Digital”.  Das hat man nicht “so gemacht“, es geht nicht anders und ist Systembedingt.

Bei dem  analogen Fernsehsystem basiert die Abtastung/Wiedergabe ursprünglich auf einen (Zeit-) kontinuierlich “laufenden” Elektronenstrahl.
Dieser Strahl tastete die Hell/Dunkel Wechsel ab, je schneller die Wechsel (je kleiner das Muster) desto höher die Signalfrequenz.

Zur Abtastung des Bildes wird ein Raster aufgebaut. Der Elektronenstrahl wird in der Horizontalen und in der Vertikalen geführt (abgelenkt). Die Ablenkung ist in der Horizontalen (64µs) schneller als in der Vertikalen (20ms-  Halbbild).
Bei der “PAL- Auflösung” braucht der Strahl von links nach rechts (und einem geringen Anteil der langsamen Vertikalablenkung nach unten) 52µs und für den Rücklauf noch einmal 12µs, ergibt zusammen 64µs.
Zwei Bildpunkte die innerhalb einen Halbbildes untereinander liegen sind also 64µs “voneinander Entfernt“. 
Das Zeilensprungverfahren kommt dann noch hinzu, im Vollbild ist noch eine Zeile des anderen Halbbildes dazwischen. Tatsächlich untereinander liegende Bildpunkte sind also ein Halbbild (20ms) voneinander entfernt.
Aufzeichnungen auf einem analogen Videorecorder müssen dieses Raster berücksichtigen.
(Die Umdrehungsgeschwindigkeit der Kopfscheibe hängt z.B. von diesem Raster ab).

Lange Rede kurzer Sinn, wenn die Bandbreite in einem analogen Videorecorder eingeschränkt wird kann sich nur die horizontale Auflösung verschlechtern, das was der Elektronenstrahl tatsächlich hintereinander abfährt. Die Bandbreite bestimmt direkt die horizontale Auflösung.
Bei dem S-VHS System wurde die Bandbreite erhöht (Änderung des FM- Hubes), die Anzahl der horizontalen Linien gesteigert.
Die vertikale Auflösung ist dagegen ein fester Parameter.

Was allerdings möglich ist (hier weiter keine Rolle spielt), ist eine Halbierung der Vertikalauflösung durch Umgehung des Zeilensprungverfahrens. Es wird z.B. bei Menüdarstellungen, digitalen Standbildern (so was gab es früher ja mal) und Videotext ausgenutzt. Die Zeilenzahl pro Zeiteinheit ist eigentlich immer noch die gleiche, die Zeilen werden aber pro Halbbild nicht mehr versetzt sonder übereinander geschrieben. Dadurch wird bei stehenden Bildern das Flackern auf Kosten der Auflösung.
 verringert.

Wenn wir jetzt noch die unterschiedlichen Bildformate (4/3 oder 16/9) berücksichtigen wird es noch komplizierter.

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 04. Jan. 2009, 01:04
Wow, okay...:D Jetzt bin ich baff :D So detailliert wusste ich das im Einzelnen jetzt nicht, aber danke für die Aufklärung ;) ...Woran liegt es dann, dass manche Recorder "schärfer" aufzeichnen als andere? Wenn sie alle diese Norm bzw. Raster benutzen, müssten ja alle gleichgut sein, oder? Liegt es an der Wertigkeit der Einbauteile? :)

Und wenn wir schon dabei sind :D Bei einem meiner Recorder sieht man anfangs im Bild von einer Aufnahme immer eine Art leichtes Raster, die sich über das Bild oben ausbreitet und verschwindet irgendwann...woran kann das liegen? :)

@ Mario:

Habe den Divx - Codec installiert, den Lame MP3 auch...kann ich das dann einfach mit Avidemux machen? Wie geh ich da vor? Weil den einen Divx Coded den ich da ausgewählt hab, hat das gewünschte Seitenverhältnix von 16:9 ignoriert oder 21:9 draus gemacht... :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 04. Jan. 2009, 02:14
...Woran liegt es dann, dass manche Recorder "schärfer" aufzeichnen als andere? Wenn sie alle diese Norm bzw. Raster benutzen, müssten ja alle gleichgut sein, oder? Liegt es an der Wertigkeit der Einbauteile? :)

Und wenn wir schon dabei sind :D Bei einem meiner Recorder sieht man anfangs im Bild von einer Aufnahme immer eine Art leichtes Raster, die sich über das Bild oben ausbreitet und verschwindet irgendwann...woran kann das liegen? :)


An der Güte von Bauteilen liegt es so direkt nicht. Es gibt ja auch mehr als nur das “Raster”.
Wie ich oben schon erwähnt habe ist ein Amateurvideorecorder voll von technischen Kompromissen und schaltungstechnischen Klimmzügen.
Im Laufe der Entwicklung wurden hier schaltungstechnische (und auch mechanische) Fortschritte gemacht, bessere Bauteile, gestiegene Integration. Nicht zuletzt die Vermischung von digitaler Signalerarbeitung und analoger Aufzeichnung.
Hier auch das oben schon erwähnte Crispening, so einer Art vom Bildinhalt abhängige Höhenanhebung, Schwarz/Weiß Übergänge werden “Klargezeichnet”.
Je nach Aufwand ist das dem einen Hersteller besser und dem anderen schlechter gelungen.
Unter anderem sind aber auch die Kassetten sind besser geworden.
Die technischen Grenzen konnten aber alle nicht überwinden.

Man muss sich nur mal das Bildrauschen von einem alten VHS Recorder der ersten Generationen im vergleich mit einem VHS Modell der neunziger Jahre anschauen. Da liegen Welten zwischen.
Die Auflösung unterscheidet sich hier allerdings kaum, die 3MHz Grenze ist so eine Art (Systemimmanente) Mauer.

Deine Fehlerbeschreibung habe ich ehrlich gesagt leider nicht verstanden.
Es kann allerdings sein das du hier Reste der alten Aufnahme siehst. Wenn das Gerät keinen “rotierenden Löschkopf “ hat beherrscht es keinen Insertschnitt. 
Zwischen dem  normalen, stehenden Löschkopf und den rotierenden Videoköpfen ist ein Abstand der durch den Bandvorschub erst mal überbrückt werden muss. In dieser Zeit bleiben Reste des alten Bildes sichtbar, meist eine Art Farbflimmern das Scheinbar Vertikal aus dem Bild läuft.

Gruß Ulrich
 

Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 04. Jan. 2009, 12:34
Aha, okay, danke! :)

Zum meinem Recorder:

Das ist ein Semi-Professioneller, Blaupunkt RTV-950, baugleich mit dem Panasonic NV-FS 200 (Bild im Anhang). Der hat also so ziemlich alles, was ein Recorder haben kann, mit S-VHS, TBC, Insert- und Assemble-Schnitt, Noise Reduction, usw und stammt aus der Hochzeit von VHS :) .

Zum Raster habe ich mal 2 Snapshots gemacht, die im nächsten Beitrag folgen.

Beim ersten ist das Raster, welches ich meine, da. Habe 2 Stellen, wo man es deutlich sehen sollte umkreist. Aber es ist, wie gesagt leicht und vielleicht nicht auf den erste Blick sichtbar oder gar hier im Thread. Deswegen speichert sie euch lieber ab, öffnet sie mit der Windows Bild- & Faxanzeige und switcht hin und her :D Dann erkennt mans deutlich...



Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 04. Jan. 2009, 12:35
Die Raster-Bilder:

Im ersten Bild noch deutlich sichtbar, verschwinden sie nach einpaar Sekunden im 2. Bild...

Hab sie Schwarz & Weiß gemacht, damit man das Raster besser erkennt...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: Manuel (der Fliege) am 04. Jan. 2009, 13:23
Es kann allerdings sein das du hier Reste der alten Aufnahme siehst.

Ich schließe mich, nachdem nun Bilder vorliegen, Ulrich´s Vermutung an.
Bei mir ist so eine 2-sekündige Bildstörung unmittelbar nach Beginn der Aufnahme sogar bei neuen, unbespielten VHS-Kassetten zu sehen. Das sind einfach die paar Zentimeter Magnetonband, die vorher nicht den Löschkopf passiert haben.

Aber mal sehen, was Ulrich und/oder Mario dazu meinen... ;-)

Gruß,
Manuel
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 04. Jan. 2009, 13:34
Ich schließe mich, nachdem nun Bilder vorliegen, Ulrich´s Vermutung an.
Bei mir ist so eine 2-sekündige Bildstörung unmittelbar nach Beginn der Aufnahme sogar bei neuen, unbespielten VHS-Kassetten zu sehen. Das sind einfach die paar Zentimeter Magnetonband, die vorher nicht den Löschkopf passiert haben.

Aber mal sehen, was Ulrich und/oder Mario dazu meinen... ;-)
Gruß,
Manuel

Ah :) Ja, bei mir ist das auch bei unbespielten Bändern so...ist das dann ein Defekt? Oder üblich bei Videorecordern?

Was mir noch auffällt:

Ältere Videorecorder (wie mein Blaupunkt) haben zwar ein schärferes Bild und klarere Konturen, aber sie weisen mehr Bildrauschen auf als Neure.
Neure dagegeben (1997-200?) weisen kaum Bildrauschen auf, jedoch haben kein so haarscharfes Bild wie die älteren...

An was kann das liegen? Und zu Welcher Zeit wurden wohl die besten Videorecorder gebaut? Welcher ist überhaupt der  "Beste" ? :)

P.S.: @ Mario:

Mit Virtual Dub und meiner Karte klappt seit ner Woche irgendwie alles :D Keine Streifen mehr und garnichts... ;) Danke.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 04. Jan. 2009, 15:11
Meine erste Vermutung hat damit nichts zu tun.
Wenn es nicht irgendein Masseschleifenproblem ist, dann würde ich auf einen (oder mehrere) defekte Elkos in der Spannungsversorgung Tippen.
Kommt bei diesen Geräten schon mal vor.

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 04. Jan. 2009, 15:20
Meine erste Vermutung hat damit nichts zu tun.
Wenn es nicht irgendein Masseschleifenproblem ist, dann würde ich auf einen (oder mehrere) defekte Elkos in der Spannungsversorgung Tippen.
Kommt bei diesen Geräten schon mal vor.

Gruß Ulrich


Neeein...keine Elektrotechnik :D Ich bin da total hilfslos...

Danke :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: Manuel (der Fliege) am 04. Jan. 2009, 15:45
Neeein...keine Elektrotechnik :D Ich bin da total hilfslos...

Ach, geh, laß das doch alles so, wie es ist. :)
Bei meinen Videorekordern ist das überall so ähnlich, wie bei Dir. Die ersten 2 oder 3 Sekunden nach Aufnahmebeginn sind leicht gestört, entweder sind es Querstreifen bei unbespielten Kassetten, oder wenn schon einmal etwas auf der Kassette aufgenommen wurde, flackert das Bild der alten Aufnahme durch. Die Störung geht langsam von oben nach unten runter, bis sie am unteren Bildrand verschwindet.

So ist nun mal VHS. ;-)
Also ich würde mal kühn behaupten, daß mit Deinem Videorekorder alles okay ist. Ich bin auf diesem Gebiet zwar kein Experte, wie es Ulrich und Mario sind, aber 20 Jahre VHS-Anwendungserfahrung ist immerhin ausreichend, um ein klein bißchen mitreden zu können.

Gruß,
Manuel
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 04. Jan. 2009, 16:29
Ne, selber machen würde ich da jetzt auch nichts, da ist mir das Risiko viel zu hoch :D Höchstens reinigen, das kann ich inzwischen ganz gut :) Mit Löschpapier und Alkohol und so...

Aber VHS ist ja eigentlich nicht so :D Das hatte ich bisher auf keinem meiner Recorder, und ich hatte schon einige :D
Übrigens habe ich auch fast 20 Jahre VHS-Anwendungserfahrung :D Mit 2 konnte ich schon unseren alten Panasonic bedienen :D

Was mir an meinem Blaupunkt noch aufgefallen ist: Auf der Kopftrommel sind 2 "Schrammen" unten, parallel zu den Köpfen (?) verlaufend... Das ist bei meinen anderen Recordern nicht so. Ist das schlimm? An was kann das liegen? :) Habe im Anhang mal ein Bild gemacht...

Und überhaupt, geschehen die ganzen Vorgänge (Aufnahme, Löschen, Wiedergabe) allein durch die rotierende Kopftrommel? Oder sind da noch andere Teile zuständig? :)

Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 04. Jan. 2009, 17:11
Zu allererst, deine gezeigten Bildstörungen sind natürlich nicht normal.

Die Schrammen auf der Kopfscheibe sind eingeschliffene Beschädigungen, falls es nicht irgendein eingelaufener Schmutzbelag ist. Mit der Bildqualität hat das höchstens indirekt zu tun. Bei Oberflächenänderungen der Trommel ändern sich die mechanischen Parameter.

Die Aufnahme und Wiedergabe Vorgänge sind etwas komplizierter. Die Bildinformation (und der Hifi- Ton) wird nur von der Kopftrommel bzw. deren Köpfen aufgezeichnet.
Zum Betrieb dieser Kopftrommel (Motor) und des Capstans (die jeweiligenServos, in Drehzahl und Phase) ist allerdings noch ein über den rechts von der Kopftrommel befindlichen Kopfeinheit (hier wird auch der Normal-  Ton aufgezeichnet) aufgezeichnetes und abgespieltes Signal notwendig.
Diese Synchronsignal wird CTL- Impuls (Control Track Longitudinal) genant. Viele Zählwerke werten auch diesen Impuls zur Echtzeitanzeige aus,
auch Indexmarkierungen (Aufzeichnungsanfang und Ende) werden mit Hilfe dieses Impulses aufgezeichnet.
Links neben der Kopftrommel gibt es dann natürlich noch den Hauptlöschkopf.

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: Manuel (der Fliege) am 04. Jan. 2009, 17:30
Aber VHS ist ja eigentlich nicht so :D Das hatte ich bisher auf keinem meiner Recorder, und ich hatte schon einige :D

Zu allererst, deine gezeigten Bildstörungen sind natürlich nicht normal.

Ja, ich kann das schlecht anhand eines Standbildes beurteilen, vielleicht hat "jouse" die Möglichkeit, ein YouTube-Video zu erstellen, aber das wird wahrscheinlich den Aufwand nicht rentieren. :)

Ich gehe lieber wieder in den "Nur lesen"-Hintergrund und lasse euch in Ruhe weiter machen. :lol:

Viele Grüße,
Manuel
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 04. Jan. 2009, 19:25
@ uk64:

Okay, verstehe, so ungefähre habe ich mir das auch vorgestellt...

Zu den Schrammen: Woher kommen die denn? Wenn da doch nur Band drübergelaufen ist...Und was kann man dagegen tun?
Sie beeinträchtigen die Qualität also nicht wirklich? Sprich dieses Raster kann auch nicht davon kommen? :)

Könnte man den Videokopf eventuell durch einen anderen gleichen austauschen? :) Und Wenn man irgendeinen nehmen würde? :D

@ Manuel:

Ein Youtube-Video würde die Raster verschwinden lassen, wegen der hohen Komprimierung :D Da wirst du dann wohl nichts mehr sehen, hehe...ich könnte höchstens ein seperates Video bei Rapidshare & co hochladen :) Soll ich?
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 04. Jan. 2009, 20:05
Die Schrammen sind auf jeden Fall nicht für die Störungen auf deinen Bilder zuständig.
Ob sie irgendwelche Störungen verursachen kann man so nicht sagen, ich habe allerdings schon häufig solche Schrammen gesehen die sich nicht im Bild ausgewirkt haben. Einen irgendwie gearteten Einfluss haben sie allerdings schon. Die Kopfscheibe ist halt nicht neu.

Kopfscheiben kann man natürlich wechseln, allerdings nur gegen die korrekte oder eine kompatible Type.
Bei Panasonic Kopfscheiben befindet sich normalerweise (wenn nicht einer Putzattacke zum Opfer gefallen) ein Stempel auf der Kopfscheibe, fängt mit VEH an gefolgt von vier Zahlen (VEH0467 ??). Diese Nummer gibt die Type der Kopfscheibe an.

Hat aber  (und kann auch gar nicht) wie geschrieben nichts mit dem Muster (Moire) auf deinen Bilder zu tun.
Ein Auswechseln ist an dieser Stelle nur blinder Aktionismus.

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 04. Jan. 2009, 20:08
Achso, okay:)

kann davon Farbrauschen bzw. allgemeines Bildrauschen entstehen? Denn das ist auch der Fall..

Abspielen tut es dabei perfekt :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 04. Jan. 2009, 20:18
Es ist irgendwie schwer zu beschreiben wie eine defekte Kopfscheibe aussieht. In Grenzfällen kann sich das auch durch erhöhtes Bildrauschen bemerkbar machen.
In der Regel macht der Hifi- Ton aber früher Ärger.

Du hast ja eine DVD mit Testbildern, wenn da eins mit einem Schachbrettmuster bei ist bzw. eins mit starken Kontrasten (Schwarz - Weiß Übergängen, Farbe ist nicht nötig) nimm dieses Bild auf.
Wenn die Kopfscheibe verschlissen ist wirst du es schon erkennen (Starke Ausreißer, so genannte Fische an den Schwarz - Weiß Übergängen).

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 04. Jan. 2009, 21:04
Achso, okay, ne der HiFi-Ton ist immer da und perfekt ;)

Die DVD mit den Testbildern ist von mir erstellt :D Und da sind nur 2 drauf, das eine Standardbild, das früher auch im Kabelfernsehen gesendet wurde nach Sendeschluss und eben das andere...hättest du vielleicht so ein Schwarz-Weißes? :)

Aber im Prinzip könnte ich mir doch, einfach so als Reserve, von einem, wenn auch kaputten, Recorder auf dem Flohmarkt z.B. die Kopftrommel rausbasteln und nachdem ich sichergehe, dass sie passt, ersetzen, richtig? Wäre sowas schwer? bzw. was würde passieren, wenn sie nicht kompatibel wäre? :) Oder wenn man eine von einem normalen VHS und keine S-VHS nimmt, wäre dann kein S-VHS möglich? :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 04. Jan. 2009, 21:35
Schau mal dort:

http://www.afcwien.at/testbilder_a.htm

Da findest du, neben anderen Testbildern

http://www.afcwien.at/schachbrett_850kb.ZIP

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 05. Jan. 2009, 00:58
Sodele, hab es jetzt mal probiert mit dem Schachbrett:

Erkennst du was? Ganz gerade sind die Übergänge natürlich nicht...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 05. Jan. 2009, 01:10
So weit ich erkenne, nichts dran auszusetzen.
Das ist schließlich eine analoge Videoaufzeichnung, da gibt es kein “Ganz Gerade”.

Zur genaueren Beurteilung müsste man streng genommen die so genannten FM- Pakete am Ausgang des Kopfverstärkers messen, das ist dann aber Elektrotechnik :)

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 05. Jan. 2009, 01:18
Okay, dann bin ich etwas beruhigt :D

Messen - Och nöö :D

Können dann aber noch Probleme auftreten, durch mehr Verschleiß? Und kann man das irgendwie verhindern bzw. muss er irgendwann kaputtgehen? :D Kann es nicht auch sein, dass er bei guter Behandlung und trotzdem intensiver Benutzung ewig lebt? :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 05. Jan. 2009, 01:36
Nichts lebt ewig.
Der Zahn der Zeit nagt auch ohne Gebrauch an den Geräten.
Das größte Problem, neben mechanischem Verschleiß (und da ist mehr als nur die Kopfscheibe), ist ein sporadisches aber unvermeidliches Elkosterben. Ich befürchte das nach deinen Bildern dein  Gerät schon in dieser Phase ist.

Wie ich oben schon schrieb, einen Videorecordern am Leben zu halten ist im Vergleich mit einem Tonbandgerät deutlich schwieriger.

Nur die Aufnahmen, die aufgezeichneten Informationen, können durch (wiederholtes und Redundantes) überspielen auf modernere Medien mehr oder weniger ewig leben.

Gruß Ulrich


Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 05. Jan. 2009, 11:27
Okay, verstehe, aber 2 Fragen habe ich:

Was sind Elkos? :)

Und wie kann ein verpacktes Gerät kaputtgehen, wenn man es nicht benutzt? :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 05. Jan. 2009, 11:56
Was sind Elkos? :)

Ich dachte, du hattest Elektrotechnik als Leistungskurs? :lol: Elko ist eine Kurzform von Elektrolytkondensator.

Und wie kann ein verpacktes Gerät kaputtgehen, wenn man es nicht benutzt? :)

Bauteilealterung. Elkos können z.B. austrocknen.

Habe den Divx - Codec installiert, den Lame MP3 auch...kann ich das dann einfach mit Avidemux machen? Wie geh ich da vor? Weil den einen Divx Coded den ich da ausgewählt hab, hat das gewünschte Seitenverhältnix von 16:9 ignoriert oder 21:9 draus gemacht... :)

Nein, Avidemux kannst du dafür nicht benutzen. Aber VirtualDub ist ideal geeignet.

Ich bin auf diesem Gebiet zwar kein Experte, wie es Ulrich und Mario sind, aber 20 Jahre VHS-Anwendungserfahrung ist immerhin ausreichend, um ein klein bißchen mitreden zu können.

Das ist nett gemeint, aber was VHS angeht, habe ich wahrscheinlich genauso viel Ahnung wie du. Nur mit digitaler Videobearbeitung kenne ich mich besser aus, aber damit beschäftige ich mich auch schon seit 6 Jahren. Den VHS-Part überlasse ich lieber Ulrich.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 05. Jan. 2009, 12:25
Ich dachte, du hattest Elektrotechnik als Leistungskurs? :lol: Elko ist eine Kurzform von Elektrolytkondensator.

Bauteilealterung. Elkos können z.B. austrocknen.

Nein, Avidemux kannst du dafür nicht benutzen. Aber VirtualDub ist ideal geeignet.


Ja, ich hatte auch 3 Jahre lang Elektrotechnik als Leistungskurs, aber ich habe direkt zu Beginn 5 Wochen wegen einer Lungenentzündung gefehlt, wo ich viele Grundlagen verpasst habe, die ich nicht mehr richtig nachgeholt habe...Danach ging es nur noch bergab :( Dabe hatte ich mich sooo auf das Fach gefreut, weil ich eigentlich Elektro-Freak bin...

Und was passiert wenn diese Kondensatoren kaputtgehen? Ist dann das Gerät dahin, oder kann man die dann irgendwie austauschen? :)

Zum Austrocknen: Wenn man, wie viele es machen, alle paar Monate das Gerät mal in Gang bringt? :)

Mit VirtualDub? Also praktisch öffnen, compression einstellen und dann "Save as AVI" und fertig? Der Sound ist dann automatisch MP3? Weil da konnte ich bei compression nichts einstellen...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 05. Jan. 2009, 12:45
Ja, ich hatte auch 3 Jahre lang Elektrotechnik als Leistungskurs, aber ich habe direkt zu Beginn 5 Wochen wegen einer Lungenentzündung gefehlt, wo ich viele Grundlagen verpasst habe, die ich nicht mehr richtig nachgeholt habe...Danach ging es nur noch bergab :( Dabe hatte ich mich sooo auf das Fach gefreut, weil ich eigentlich Elektro-Freak bin...

Das ist dann natürlich blöd. Aber ich will auch nicht zu sehr angeben, besonders gut war ich in Physik auch nie. Elektrotechnik gibt es bei uns nicht als Einzelfach, das ist in Physik mit drin. Im Nachhinein bereue ich es schon, Physik als Leistungskurs gewählt zu haben.

Und was passiert wenn diese Kondensatoren kaputtgehen? Ist dann das Gerät dahin, oder kann man die dann irgendwie austauschen? :)

Die kann man natürlich austauschen. Ersatz gibt es zu relativ günstigen Preisen beispielsweise beim großen C. Um die Kondensatoren zu wechseln, musst du aber löten können.

Zum Austrocknen: Wenn man, wie viele es machen, alle paar Monate das Gerät mal in Gang bringt? :)

Das hilft. ;) Immer alles schön in Bewegung halten, dann stehen sich die Geräte nicht tot.

Mit VirtualDub? Also praktisch öffnen, compression einstellen und dann "Save as AVI" und fertig? Der Sound ist dann automatisch MP3? Weil da konnte ich bei compression nichts einstellen...

Bei Audio musst du Full processing mode einstellen, dann müsstest du unter Compression den Lame MP3-Codec auswählen können (siehe Anhang).
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 05. Jan. 2009, 13:00
Das ist dann natürlich blöd. Aber ich will auch nicht zu sehr angeben, besonders gut war ich in Physik auch nie. Elektrotechnik gibt es bei uns nicht als Einzelfach, das ist in Physik mit drin. Im Nachhinein bereue ich es schon, Physik als Leistungskurs gewählt zu haben.

Ich war auf einem technischen Gymnasium :D Wo man aber allgemeines Abitur machen konnte...das war natürlich praktisch :D


Die kann man natürlich austauschen. Ersatz gibt es zu relativ günstigen Preisen beispielsweise beim großen C. Um die Kondensatoren zu wechseln, musst du aber löten können.

Was ist denn das große C? Conrad? :D Löten kann ich nicht, aber da würde ich dann eventuell jemanden finden...wäre das ein großer Aufstand, die Kondensatoren auszutauschen?

Das hilft. ;) Immer alles schön in Bewegung halten, dann stehen sich die Geräte nicht tot.

Das ist cool, dann mach ich das doch so :D

Bei Audio musst du Full processing mode einstellen, dann müsstest du unter Compression den Lame MP3-Codec auswählen können (siehe Anhang).

Cool, Danke! ;)

Habe gerade rausgefunden dass es mit TMPGEnc auch ganz einfach geht... :)

Sicher, dass ich (dich) euch mit meinen Fragen inzwischen nicht (doch) nerve? :D I'm Sorry...Aber es interessiert mich unheimlich :D

Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 05. Jan. 2009, 13:14
Was ist denn das große C? Conrad? :D

Korrekt. ;)

Sicher, dass ich (dich) euch mit meinen Fragen inzwischen nicht (doch) nerve? :D I'm Sorry...Aber es interessiert mich unheimlich :D

Also mich nervst du garantiert nicht. Ich war vor 2 Jahren, als ich so richtig mit Tonbandgeräten angefangen habe, auch sehr wissenshungrig. Wenn ich meine ganzen Postings von damals lese, dann muss ich schon schmunzeln. Deshalb gebe ich auch mein Wissen an andere weiter, quasi als Dank, dass man mir hier so freundlich geholfen hat. Off Topic-Ausflüge werden hier im Allgemeinen auch sehr gutmütig behandelt. Da wird im Forum 2 härter durchgegriffen.

PS: Stimmt, in TMPGEnc geht es ja auch. Hatte ich ganz vergessen.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 05. Jan. 2009, 13:23
Also mich nervst du garantiert nicht. Ich war vor 2 Jahren, als ich so richtig mit Tonbandgeräten angefangen habe, auch sehr wissenshungrig. Wenn ich meine ganzen Postings von damals lese, dann muss ich schon schmunzeln. Deshalb gebe ich auch mein Wissen an andere weiter, quasi als Dank, dass man mir hier so freundlich geholfen hat. Off Topic-Ausflüge werden hier im Allgemeinen auch sehr gutmütig behandelt. Da wird im Forum 2 härter durchgegriffen.


Das ist echt nett..Dankeschön! :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: Manuel (der Fliege) am 05. Jan. 2009, 14:14
Off Topic-Ausflüge werden hier im Allgemeinen auch sehr gutmütig behandelt. Da wird im Forum 2 härter durchgegriffen.

Solange das Ganze einen gewissen Unterhaltungswert hat, lasse ich es laufen. Außerdem fände ich es schade, wenn informative Kommunikation abgewürgt wird, nur weil´s "Off-Topic" sei. Off-Topic ist zunächst mal gar nichts, was irgendwie mit Speicherung und Archivierung von Tönen und Bildern zu tun hat.

In Extremfällen haben wir dank unserer modernen Forensoftware im Nachhinein viele Möglichkeiten, die einzelnen Beiträge sinnvoll zusammenzufügen und ggf. in separate Threads zu verschachteln. Darum: Macht euch darüber keine Gedanken, sondern schreibt frei von der Leber weg.

Diese "Big Brother is watching you"-Mentalität, wie es in vielen anderen Foren herrscht, haben wir hier nicht, denn ihr sollt euch hier wohl fühlen, das ist das Wichtigste.

Viele Grüße,
Manuel
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 18. Jan. 2009, 13:47
Hello,

wollte neulich wieder einen Film von D-VHS ohne Werbung auf VHS überspielen...

Natürlich wollte ich dabei die beste Qualität erreichen, nachdem ich mit einer Aufnahme nicht zufrieden war. Also habe ich wieder eine Art Test gemacht, alles im normalen VHS-Modus.

1. Aufnahme:

Per Composite zum Panasonic NV-HV 61 (Bild 1):

Das Bild ist recht gut, jedoch bluten die Farben aus, was bestimmt auch an der schlechten, aber der einzig möglichen Verbindung liegt. Da müsste ja der 2. Test eigentlich besser ausfallen am S-VHS-Recorder...theoretisch.

Per S-Video zum Blaupunkt RTV-950 (baugleich Panasonic NV-FS 200) (Bild 2):

Man erkennt mehr Details, allesl wirkt schärfer, allerdings wirken die Farbflächen nicht so glatt wie beim anderen Recorder. Hinzu kommt stärkeres Bildrauschen bzw. eine Verkörnung des Gesamtbildes, wie man an den eingekresiten Details deutlich erkennen kann.

Nun brauche ich euren Tipp :D Mit welchem Recorder würdet ihr einen Film aufnehmen? Welchen Kompromiss würdet ihr eingehen? Glattere Farben, dafür aber ausbluten, oder mehr Schärfe, dafür aber leicht körniges Bild?

Hier die Bilder:
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 18. Jan. 2009, 14:19
Hallo jouse.,

das ist natürlich deine persönliche Entscheidung, aber ich würde eher zum Blaupunkt-Rekorder greifen. Diese ausblutenden Farben kann ich überhaupt nicht mehr sehen, als Orion-Geschädigter kann ich da ein Lied von singen. Da nehme ich lieber etwas mehr Rauschen in Kauf.

So schlimm empfinde ich das leicht körnige Bild gar nicht. Rauschen gehört nunmal zum VHS-System dazu, das muss man in Kauf nehmen.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 18. Jan. 2009, 14:30
Danke für deinen Tipp, Mario!

Das mache ich meistens dann auch, vor alemm wirken die Farbtöne dann beim Blaupunkt viel natürlicher, wenn man einen Film schaut und es wirkt einen Tick schärfer.

Orion-Geräte? Oh je :D Meine Eltern meinen immer Orion wär ne gute Marke und ich so: Nein, ist es nicht. Das ist doch No-Name, oder? Zumindest inzwischen...Habe viele Geräte von Orion gesehen auch unter anderen Namen. Aber Orion-Videorecorder sind ein Symbol für die momentane (oder auch die der letzten Jahre :D ) Situation um die Recorder...alles billiger Plastik-Schrott, genau wie LG :D

Man müsste noch ein letztes Mal eine Serie in Angriff nehmen, Panasonic, JVC oder so, und nochmal ein, zwei richtig gute Recorder rausbringen, auch unter dem Aspekt der Digitalisierung. Aber das bleibt wohl nur ein Traum...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 18. Jan. 2009, 14:47
Da hast du völlig recht, Orion ist billigster Ramsch, genauso wie bei Elta die Plattenspieler. Orion stellt selber nichts her, sie nehmen Komponenten anderer Hersteller aus Fernost und stellen dadurch neue Geräte zusammen. Ist also genauso wie Jay-Tech bei den Digitalkameras.

Dass heutzutage keine wirklich guten Produkte im VHS-Segment gebaut werden, liegt vor allem an der zu kleinen Zielgruppe. Die Geräte würden sich nicht sehr gut verkaufen, und die Produktionskosten könnten nicht wieder eingenommen werden. Außerdem wäre der Preis wegen der niedrigeren Stückzahl überirdisch hoch, was wiederum einige interessierte Leute vom Kauf abschrecken würde.

Jaja, ist alles nicht mehr so einfach heutzutage. :(

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 18. Jan. 2009, 19:22
Ja, da hast du wohl leider Recht... :(

Was ich noch loswerden wollte: Wie es das Schicksaal will, macht mein Blaupunkt seit der letzten Reinigung Probleme mit der Hifi-Spur. Er selber spielt sie gut ab, aber kein anderer Recorder spielt sie sonst fehlerfrei ab, wenn ich mit dem Blaupunkt aufnehme...Es kinstert bzw. die Hifi-Spur wird garnicht gelesen. Der Blaupunkt selber allerdings spielt sie noch gut ab. An was kann das liegen? Hoffentlich nicht an den Verschleiß, oder? :(

Ich habe ihn demletzt aufgeschraubt und mit Löschpapier und Alkohol gereinigt. Allerdings, glaube ich, auch einmal mit Wattestäbchen, obwohl man es ja nicht unbedingt soll. Ob es daran liegt? Oder hat sich das ganze de-justiert, sodass es nicht richtig aufzeichnet, aber das falsch-aufgenommene dann trotzdem selber gut abspielt, wie bei einem Tapedeck? :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 18. Jan. 2009, 21:28
Ob hier eine Dejustage vorliegt, kannst du einfach feststellen, indem du die Spurlage an einem deiner Recorder veränderst, wenn du ein Band von deinem Blaupunkt abspielst. Das können sehr viele Rekorder, die entsprechenden Tasten befinden sich auf der Fernbedienung, bei älteren Geräten ist der Regler auch manchmal direkt am Gerät.

Warum soll das Reinigen mit Wattestäbchen nicht so gut sein? Ich reinige alle Köpfe sämtlicher Magnetaufzeichnungsgeräte nur mit Brennspiritus und Wattestäbchen. Löschpapier ist relativ rau, da kann es leicht passieren, dass du etwas zerkratzt. Das Wattestäbchen ist schön weich.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 18. Jan. 2009, 22:06
Tracking funktioniert, bei jedem, nur ist es halt bei allen anderen Geräten außer beim Blaupunkt selber instabil und wechselt ständig zwischen Hifi und Normal. Habe jetzt mal weitere Tests durchgeführt: Nimmt man nur Ton auf und kein Bild, funktioniert alles gut, sogar bei einfach schwarzem Bild ohne Inhalt. Kommt allerdings dann noch bewegtes Video hinzu, treten die genannten Probleme auf...

Was auch komisch ist: Bei höherwertigen Bändern (D-VHS) scheint es keine Probleme zu geben...aber das ist doch garnicht logisch, oder?

Werde das morgen nochmal genauer prüfen.

Zu den Wattestäbchen: Ich lese oft, es wäre gefährlich da Reste von der Watte zurückbleiben konnten, die man nicht sieht...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: Manuel (der Fliege) am 18. Jan. 2009, 23:27
Was auch komisch ist: Bei höherwertigen Bändern (D-VHS) scheint es keine Probleme zu geben...aber das ist doch garnicht logisch, oder?

Mir scheint es so, als ob bei Dir das Bild zu hoch ausgesteuert ist. Treten die Tonprobleme gehäuft auf bei sehr hellen (weißen) Bildinhalten? Höherwertige Bänder sind höher aussteuerbar, darum gibt es keine Übersteuerungen (Klirr) und Du hast weniger Probleme.

Zu den Wattestäbchen:
Watte ist nicht gefährlich. Aber wie bist Du denn auf die Idee gekommen, das mit Löschpapier zu versuchen? :shock: Hast Du das irgendwo gelesen, oder warum hast Du das verwendet?

Für Videorekorder gibt es Reinigungskassetten, die Bänder sind aus Textil und werden vor der Anwendung mit Alkohol getränkt. Aber sogar die ganz billigen VHS-Rekorder von Quelle/Universum für EUR 89,90 sind selbstreinigend, eine kleine Bürste drückt gegen den Bildkopf jedes Mal, wenn man eine Kassette auswirft.

Ich habe meine Videorekorder noch nie gereinigt, mein ältestes Gerät ist von 1989 und immer noch alles sauber. Aber ich verwende nur BASF, AGFA, Kodak oder Fuji. AGFA gibt´s ja schon seit fast 20 Jahren nicht mehr zu kaufen, aber die waren ziemlich gut, mir scheint es sogar, etwas besser als die BASF. Ab 1993 wechselte ich zu Kodak und habe mir einen Riesenvorrat angelegt, davon zehre ich heute noch. Die sind super.

Neuware nehme ich nur Fuji, sie kosten fast nichts und sind fast immer brauchbar. Manchmal erwische ich eine Kassette mit vielen Drop-Outs, aber wenn man sie 5 bis 10 Mal verwendet hat, ist dieses Problemchen auch gelöst. Das schöne an den Magnetbändern ist die immer wieder zu beobachtende Selbstheilung. :D

Maxell und Sony habe ich ganz wenige mal ausprobiert, die scheinen ebenfalls gut zu sein. Schrott sind TDK, sowohl mechanisch als auch vom Band her unbrauchbar. Zumindest war das mal so im Jahr 2001, da hatte ich mir ein paar gekauft, seitdem nicht mehr.

Gruß,
Manuel
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 19. Jan. 2009, 00:07
Das Bild zu hoch ausgesteuert? Aber warum so auf einmal? Und die Übersteuerung des Bildes würde sich dann auf den Hifi-Ton auswirken?

Das mit dem Löschpapier habe ich mal auf einer Seite zufällig gelesen, wo eine seeeehr lange Diskussion darüber geführt wurde...Und deshalb habe ich es mal versucht. Anfangs dachte ich auch: viel zu rau, aber wenn man es mit Alkohol befeuchtet wird es weich...:) Meinen anderen Recordern hat es jedenfalls nicht geschadet :D

Zum Autocleaning: Natürlich ist auch so ein Bürstchen drin enthalten, was aber schon etwas verschmutzt ist. Jedoch soll diese automatische Reinigung angeblich garnicht gut sein, da der gesammelte Schmutz ja nie entfernt, im schlimmsten Falle ja sogar nochmals auf die Trommel verteilt wird...

Vielleicht liegt es wirklich an der Wertigkeit der Bänder, aber ich habe es an verschiedenen ausprobiert, Fuji, BASF und JVC. Ich werde mich mal morgen nochmal genauer ranmachen wenn ich Zeit finde...

Danke jedenfalls! Bis morgen! :) Niiight...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: Manuel (der Fliege) am 19. Jan. 2009, 11:09
Guten Morgen.  :)

Und die Übersteuerung des Bildes würde sich dann auf den Hifi-Ton auswirken?

Klar, siehe Ulrich´s Ausführungen:

Die Audio FM Träger (VHS- 1,4MHz Links  und 1,8MHz Rechts) liegen niedriger als der Videoträger.
Diese Audioträger werden zuerst aufs Band geschrieben da sie durch die größere Wellenlänge eine größere Eindringtiefe haben.
Danach wird der Videoträger (Hubbereich von 3,8 bis 4,8MHz plus Seitenbänder, Frequenzmodulation ist etwas Komplexer, siehe  Besselfunktion) drübergeschrieben (nicht Nebeneinander!).

Anders ausgedrückt:
Der Ton wird vom Bild angelöscht. Wenn die Bild-Aufnahme infolge von Übersteuerung nicht mehr linear ist, sondern "Harmonische" aufs Band produziert, streut das in die Audiospur hinein.

Gruß,
Manuel
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 19. Jan. 2009, 12:29
Achso, verstehe!

Habe es jetzt eben nochmal getestet, und die Vermutung mit der Übersteuerung scheint tatsächlich wahr zu sein!
Habe den Recorder "ausgtrickst", indem ich zuerst nur Ton aufgezeichnet hab, dann aber nach einpaar Sekunden auch ,ohne Unterbrechung der Aufnahme, Bild dazu gab...
Habe euch mal hier 2 Videos hochgeladen, sodass ihr sehen könnt, was geschieht. ;)

Video 1:

EMTEC Professional Cam Copy Master E-30 (also eigentlich doch recht hochwertig, aber halt nur VHS) (Bild 1)

Video 2:

JVC D-VHS DF-420 (das hochwertigste Band im VHS-Bereich) (Bild 2)

Hoffe die Qualität reicht aus, um zu erkennen was passiert, habe MPEG-1 gewählt, da 224kbit/s Audio ausreichen und man auch bei 352x288 Pixel erkennt, wann das Bild dazukommt. :D

Video 1:

http://rapidshare.de/files/42460508/Movie_00__emtec_pcm_.mpg.html

Video 2:

http://rapidshare.de/files/42461803/Movie_01__d_vhs_.mpg.html
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 01. Feb. 2009, 00:08
Nunja, auch wenn sich niemand zu meinem letzten Posting geäußert hat... :D

Ich habe das Problem behoben! ;) Ich habe den Recorder einfach aufgeschraubt, weil ich mir gedacht habe: Wenn das Bild wirklich zu hoch ausgesteuert wird, kann man das bestimmt einstellen...und siehe da, fand ich im Innenleben ganz viele Drehknöpfe...

So habe ich meine ganze Freizeit der letzten Woche damit verbracht, jeden meiner videorecorder aufzuschrauben und an den Knöpfen zu drehen, bis ich bei jedem die beste Qualität eingestell habe :D Echt interessant, wieviel es ausmacht, da mal zu drehen...manche Videorecorder sind ab Werk nicht wirklich optimal eingestellt.
Mann kann das Bildrauschen reduzieren, die Schärfe, die Farbe...einfach so ziemlich alles Grundlegende. Ähnlich einem Tapedeck mit BIAS & Co. Jedoch muss man auch darauf achten, dass dies dann jeder Recorder abspielen kann.

Allerdings habe ich mich erst an meinen "neuen" Telefunken rangetraut, da auch der Hifi-Ton-Probleme machte. Nbissl am richtigen Teil gedreht, und schon funktioniert es wunderbar ;)

Zu guter letzt habe ich noch einen ersteigert, einen Panasonic NV-FS 100...echt tolles Teil ;) und nur für 40 €.
Jedoch erstaunt mich stark, das das normale VHS-Bild von keinem hochwertigen (S-)VHS Recorder an das vom Telefunken rankommt...und das trotz nur Composite-Anschlüssen!
Wir hatten den Recorder früher und ich habe noch Aufnahmen davon. Mir fiel schon vor Jahren auf, dass diese Aufnahmen einfach makellos sind, haarscharf und rauschfrei...Also habe ich mir ein Modell aus der Serie gekauft und es ist wirklich erstaunlich...hier zum Vergleich:

Bild 1: Panasonic NV-FS 200
Bild 2: Telefunken M9090G
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 01. Feb. 2009, 00:51
Hallo noch mal,
Das ich mich nicht mehr gemeldet habe liegt ganz einfach an meiner Faulheit. Es wäre einfach zu vieles zu korrigieren gewesen, die dazu nötigen Erklärungen zu Umfangreich.
Das mit der Übersteuerung stimmt zwar im Prinzip, ist aber in Tatsächlich viel komplexer (verdammte Frequenzmodulation).

Was die letzten Bilder betrifft, auch hier ist eine Beurteilung nicht so einfach.
Gegen die Systembedingten Grenzen kann man nichts tun.
Das erste Bild ist eigentlich ohne Fehl und Tadel, das Zweite zeigt den Versuch diese Grenzen zu Kaschieren (das Überschreite geht einfach nicht).
Ähnlich einer Höhenanhebung im Audiobereich wird hier versucht die Auflösungsgrenze nach oben zu erweitern. Nur was nicht Existiert kann man nicht herzaubern.
Das sieht man deutlich an den Artefakten im zweiten Bild.
Ein Scheinbares mehr an Auflösung erkauft man sich mit Moirestörungen.
Das gehört zu den von mir erwähnten Kompromissen.

Zu dem erwähnten internen Justagemöglichkeiten, das vergessen wir mal ganz schnell wieder.

Gruß Ulrich

Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 02. Feb. 2009, 20:48
Was die letzten Bilder betrifft, auch hier ist eine Beurteilung nicht so einfach.
Gegen die Systembedingten Grenzen kann man nichts tun.
Das erste Bild ist eigentlich ohne Fehl und Tadel, das Zweite zeigt den Versuch diese Grenzen zu Kaschieren (das Überschreite geht einfach nicht).
Ähnlich einer Höhenanhebung im Audiobereich wird hier versucht die Auflösungsgrenze nach oben zu erweitern. Nur was nicht Existiert kann man nicht herzaubern.
Das sieht man deutlich an den Artefakten im zweiten Bild.
Ein Scheinbares mehr an Auflösung erkauft man sich mit Moirestörungen.
Das gehört zu den von mir erwähnten Kompromissen.

Zu dem erwähnten internen Justagemöglichkeiten, das vergessen wir mal ganz schnell wieder.

Gruß Ulrich



Aber man gewinnt deutlich an Auflösung. Guck dir mal die Details an, manche feine Linien sind im ersten Bild nur noch "Brei"...Also muss da doch einfach mehr Auflösung drauf sein, oder? Nicht mehr als der VHS-Standard, aber doch mehr als im 1. Bild. Vielleicht haben viele Hersteller einfach nicht die Grenzen ausgeschöpft in der Hinsicht?

Und warum sollte man die interne Justage vergessen? Was ist daran so falsch?

@ Mario:

Ich habe mal wieder eine Frage, und zwar:

Wenn ich von D-VHS, was ja im MPEG2-Format aufzeichnet, analog überspiele...ist das dann Interlaced oder Progressive? Weil ich hatte bei einem Film Probleme, das bild ruckelte stark, bei jedem Hardware-DVD-Player und an jedem Fernseher, außer an manchen PCs. Das gleiche Problem hatte ich mit einer erstellen Divx-Datei, aber ich änderte dann alles in Interlaced, nochmal zur Kontrolle, und dann funktionierte es.

Mache ich jedoch das Gleiche mit dem Film wo ich aufnehmen will, ruckelt es, obwohl ich überall, beim Clip-Info und beim Format Interlaced wähle. Wähle ich bei beidem Progressive, ruckelt es nicht mehr... :(

Weißt du warum?
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 03. Feb. 2009, 12:51
Wenn ich von D-VHS, was ja im MPEG2-Format aufzeichnet, analog überspiele...ist das dann Interlaced oder Progressive?

Das ist interlaced, da es analog überspielt wird, und analoge Übertragungen sind immer im Zeilensprungverfahren.

Weil ich hatte bei einem Film Probleme, das bild ruckelte stark, bei jedem Hardware-DVD-Player und an jedem Fernseher, außer an manchen PCs. Das gleiche Problem hatte ich mit einer erstellen Divx-Datei, aber ich änderte dann alles in Interlaced, nochmal zur Kontrolle, und dann funktionierte es.

Mache ich jedoch das Gleiche mit dem Film wo ich aufnehmen will, ruckelt es, obwohl ich überall, beim Clip-Info und beim Format Interlaced wähle. Wähle ich bei beidem Progressive, ruckelt es nicht mehr... :(

Weißt du warum?

Hast du auch die richtige Halbbildreihenfolge eingestellt? Für den PAL-Standard werden die ungeraden Zeilen zuerst abgetastet, und anschließend die geraden (engl.: top field first). Beim NTSC-Standard werden wiederum zuerst die geraden Zeilen abgetastet (engl.: bottom field first). TMPGEnc versucht, automatisch die richtige Halbbildreihenfolge zu ermitteln, was jedoch manchmal nicht gelingt. Bei einer falschen Halbbildreihenfolge ist es klar, dass es ruckelt, da zuerst Halbbild 2 und danach Halbbild 1 abgespielt wird, und anschließend Halbbild 3. Normalerweise wäre die richtige Reihenfolge 1,2,3.

Kompliziert wird es erst bei DV-Camcordern. Obwohl die in Europa erhältlichen Camcorder mit der PAL-Norm arbeiten, nehmen sie in der amerikanischen Halbbildreihenfolge auf. Vor der weiteren Bearbeitung muss die Halbbildreihenfolge demnach noch umgekehrt werden, was aber die meisten Videoschnittprogramme direkt beim Überspielen auf den PC erledigen.

Zu den internen Justagemöglichkeiten möchte ich auch noch etwas sagen. Das solltest du lieber sein lassen. Der Hersteller hat mit Hilfe von Messgeräten die optimalen Einstellungen vorgenommen, und ein herumschrauben ohne zu wissen, was man tut, verdirbt diese Einstellung meist ganz. Bei Kassettendecks oder Tonbandgeräten würde ich auch nie einfach so am Poti für den BIAS-Strom drehen, genauso würde ich nie ohne Bezugsband und Messgeräten an der Azimuth-Schraube des Tonkopfes spielen. Im übrigen gefällt mir das erste Bild wesentlich besser, das zweite hat nicht nur die von Ulrich bereits angesprochenen Moiré-Effekte, auch der weiße Rand um die Konturen ist stärker geworden. Das ist in etwa mit der Wiedergabeentzerrung bei Tonband- und Kassettengeräten zu vergleichen. Ist diese zu hoch, klingt es auch zu hell und spitz.

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 03. Feb. 2009, 17:46
Danke sehr, aber leider liegt es nicht dadran :( Es ist auf TFF, und auch anders habe ich es versucht...Der Recorder kann auch nur PAL aufnehmen.

Aber: Wenn ich ein De-Interlace Filter drüberlege, klappt es. Will ich aber nicht, da der bei TMPEGEnc nicht so gut ist...Und ich kann es ja schließlich auch als Interlaced lassen, wenn ich will. Nur warum klappt es bei diesem Video nicht? :(

Zu den internen Justagemöglichkeiten möchte ich auch noch etwas sagen. Das solltest du lieber sein lassen. Der Hersteller hat mit Hilfe von Messgeräten die optimalen Einstellungen vorgenommen, und ein herumschrauben ohne zu wissen, was man tut, verdirbt diese Einstellung meist ganz. Bei Kassettendecks oder Tonbandgeräten würde ich auch nie einfach so am Poti für den BIAS-Strom drehen, genauso würde ich nie ohne Bezugsband und Messgeräten an der Azimuth-Schraube des Tonkopfes spielen. Im übrigen gefällt mir das erste Bild wesentlich besser, das zweite hat nicht nur die von Ulrich bereits angesprochenen Moiré-Effekte, auch der weiße Rand um die Konturen ist stärker geworden. Das ist in etwa mit der Wiedergabeentzerrung bei Tonband- und Kassettengeräten zu vergleichen. Ist diese zu hoch, klingt es auch zu hell und spitz.

Was genau sind denn Moiré-Effekte? :)

Zum internen Justieren: Natürlich ist es unsicher und riskant, aber erst habe ich es ja an einem "billigeren" versucht. Natürlich sind nicht alle gleich aufgebaut innen, aber gewisse Sachen sind gleich und auch gleich beschriftet. :) Immerhin habe ich das Rauschen wegbekommen :P Aber natürlich sollte man es nicht übertreiben. Ich habe mir vorher immer gemerkt, in welcher Position die Knöpfe waren, für den Notfall, denn so arg drehen kann man die auch nicht...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 03. Feb. 2009, 22:24
Und ich kann es ja schließlich auch als Interlaced lassen, wenn ich will. Nur warum klappt es bei diesem Video nicht? :(

Spontan fällt mir da auch nichts anderes ein. Wenn du Zeit (und Lust) dazu hast, kannst du ja mal einen Ausschnitt bei Rapidshare & Co. hochladen, damit ich das genauer untersuchen kann.

Was genau sind denn Moiré-Effekte? :)

Schau dir mal die Bereiche an, die ich mit Pfeilen markiert habe. Im rechten Bild weisen diese Farben eine starke Körnung auf, das ist der Moiré-Effekt.

(http://forum2.magnetofon.de/bildupload/vhs_unterschiede.jpg)

Liebe Grüße,
Mario
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 03. Feb. 2009, 23:07
Das mit dem Bildzittern kann auch andere Uraschen als die Felddominanz haben.
Dazu kommt das man bei der Felddominanz noch unterscheiden muss wie die Halbbilder entstanden sind.
Bei einer analogen Bildabtastung (Video nicht Film)geschieht das Zeitkontinuierlich, das heißt zwischen der ersten Zeile des ersten Halbbildes (A) und der ersten Zeile des zweiten Halbwildes (B) ist eine bestimmte Zeit vergangen. In dieser Zeit hat sich das Bild verändert (weiter bewegt).
Um eine kontinuierliche Bewegung bei der Wiedergabe zu erhalten muss die Reihenfolge eingehalten werden, also ABABAB usw., wo man anfängt spielt keine Rolle.
Wenn aus zwei Halbbildern ein Vollbild gemacht wird (Progressive Darstellung) passen die nicht genau zusammen, zwischen der Abtastung der Halbbilder ist ja Zeit vergangen.
Signalprozessoren bzw., bestimmte Algorithmen können nun Versuchen diesen Bewegungs- bzw. Zeitversatz durch Manipulation des Bildes zu korrigieren.

Bei digital erzeugten Bilder kann das anders aussehen. Hier wird ein digital gespeichertes Vollbild (Momentaufnahme) in zwei Halbbilder zerlegt, zwischen diesen Halbbildern ist keine Zeit vergangen.
Dadurch kann ich sie später wieder Zusammensetzen, hier müssen nur die passenden Halbbilder gewählt werden.
Werden Zwei Halbbilder aus verschiedenen Vollbildern zusammengesetzt entsteht eine Unschärfe.

Ein anderes Problem für Bildzittern ist die Bildwiederholfrequenz (verschieden Videonormen, aber auch Digitalisierung von Filmmaterial), bei der Darstellung auch zwischen Aufzeichnung und Monitor. Wie gut hier die Konvertierung gelingt hängt wieder von den verwendeten Algorithmen ab.

Gruß Ulrich
 
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: rolie384 am 04. Feb. 2009, 00:16
Hallo,

häufig zieht eine gealterte Andruckrolle das Band nicht mehr ganz gerade, womit sich Spur und Kopfjustage als nicht mehr optimal herausstellt. Bevor daran gestellt wird sollte man sich erst mal die Andruckrolle vornehmen. Oft hilft auch beim Videorecorder reinigen mit Walzenreiniger.

Band ab - Band läuft,

Rainer
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 08. Feb. 2009, 00:36
@ Mario:

Wollte ich machen, allerdings habe ich inzwischen rausgefunden, wann das Problem auftritt, und zwar nachdem man gecroppt hat... lässt man croppen weg, läuft alles wunderbar...Aber warum? Soll ich trotzdem ein kleines Demo-Video hochladen?

Zu dem Moiré-Effekt: Verstehe, aber das kann man reduzieren intern :D Das meinte ich mit Rauschen reduzieren, diese Körnigkeit...

@ uk64:

Danke für deine Erklärung...Aber nun weiß ich ja woran es liegt :D Jetzt würde ich nur gern wissen warum... :)

@ rolie384:

Dann würde wohl garnichts angezeigt werden :P Die Aufnahme war ja digital auf dem Band... :) Oder war dein Posting auf was anderes bezogen?
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 08. Feb. 2009, 01:56
Zu dem Moiré-Effekt: Verstehe, aber das kann man reduzieren intern :D Das meinte ich mit Rauschen reduzieren, diese Körnigkeit...

Ich glaube du hast das mit dem Moire nicht richtig verstanden.
Moire hat nichts mit "Rauschen" oder “Körnigkeit” zu tun.

Es handelt sicht hier um ein Wellenartiges Muster.
Es entsteht durch Übelagerung von Schwingungen/Streifengittern, es bildet sich eine unruhige störende Bildmusterung.
Es entsteht durch parasitäre Schwingungen von Außen oder auch innerhalb der jeweiligen Signalverarbeitung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Moir%C3%A9-Effekt

Moire kann auch durch eine so genante Schwebung entstehen, Addition zweier Signalanteile und Bildung einer nichtrealen Dritten.
Ein Beispiel im analogen Farbfernsehbereich sind hier die “Cross Color” Störungen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Cross_Color

Moire ist eine unechte/undirekte Informationsstruktur.
In dem Falle deines zweiten Bildes ist das Moire etwas das durch fehlerhafte (falsche Justage) Signalverarbeitung entstanden ist und nichts was unterdrückt werden müsste.
Das Moire wurde hier erst erzeugt.
Der Versuch Auflösungsgrenzen zu überschreiten führt zu diesen Moiremustern.
In der Digitaltechnik sind das die sogenannten Alias- Effekte. Hier besteht durchaus ein Zusammenhang.

http://de.wikipedia.org/wiki/Alias-Effekt

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 08. Feb. 2009, 10:18
Danke nochmal für deine ausführliche Erklärung ;)

Dennoch glaube ich Recht gehabt zu haben, denn deine Erklärung stimmt mit meinen Beobachtungen überein:

Intern kann man an 2 Schaltern drehen, REC Y und REC C, also an den Eigenschaften der Aufnahme für die Helligkeits-Information und der Farbinformation, richtig?

Dreht man bei REC C in die eine Richtung, entsteht dieser Cross-Color-Effekt, Farbrauschen, Regenbogenfarben, usw....dreht man dagegen in die andere Richtung, verschwindet das Farbrauschen nahezu komplett, aber dafür tritt plötzlich ein zunehmend strenges Muster über das ganze Bild auf, ähnlich einem Raster, wie in Wikipedia vorgeführt ;)

Dreht man bei REC Y, so kann man dieses Muster mehr oder weniger sichtbar machen, allerdings scheint dann das Signal  bei einem kaum sichtbaren Muster leicht übersteuert zu sein, was bei anderen Recordern zur Fehldarstellung führt und man bei feinen Details schwarze, horizontale, dünne Streifen sieht. Dreht man da zurück und findet den Mittelpunkt, wo kaum Raster existiert und der Hifi-Ton einwandfrei aufgezeichnet wird, ist es okay. :)

Liege ich falsch? :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 09. Feb. 2009, 17:34
Liege ich falsch? :)

Strenggenommen Ja.

Bei den Reglern „Rec C“ und „Rec Y“ (wenn es sich immer noch um den RTV925 handelt gibt es noch den Regler „S-VHS Rec Y“) handelt es sich um die Amplitudeneinstellungen für die schon modulierten FM- Träger.
Also wie stark die Träger aufs Band geschrieben werden.
Einmal Farbe und einmal Helligkeitsinformation.
Da es sich um eine Frequenzmodulation handelt steckt in dieser Amplitude keine Information.
Diese beiden Träger müssen eine bestimmte Amplitude haben und auch in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen.
Die Träger werden im Kopfverstärker einfach addiert (zusammengeführt).
Die Summe der Träger den Köpfen zugeführt.

Einen Einfluss auf den FM-Ton gibt es natürlich, vor allem wenn die Kopfscheibe am Verschleißende ist.

Ich könnte dir die entsprechenden Seiten aus der Serviceanleitung des RTV925 zukommen lassen, sie werden dir nur nichts nützen.

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 09. Feb. 2009, 20:34
Es handelt sich um den 950er...und ja auch S-VHS REC Y ist vorhanden für S-VHS... ;)

Okay, danke für die Erklärung ;) Aber wenn man es grob nimmt hab ich also recht :D hihi

Zu den Streifen vom Encodieren:

Wenn ich nicht das Bild croppe bei TMPEGEnc, läuft alles glatt...sobald ich aber was wegcroppe, erscheinent dieses Flackern - es sei denn man de-interlaced...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 11. Feb. 2009, 18:24
Sodele, hab hier mal im Anhang ein Video hochgeladen von dem Flackern...hoffe ihr erkennt es :)

http://rapidshare.de/files/45162011/ghostss.mpg.html

Und noch etwas:

Habe mir demletzt bei eBay noch einen 950er ersteigert...angeblich voll funktionsfähig, aber siehe da, das Bild sieht aus wie im Anhang, mit diesen Störungen. Weiß jemand von euch, an was das liegt? Sind die Köpfe dahin? :( Gereinigt habe ich schon...ob ich nochmal reinigen soll?

(das Bild ist in Farbe, auch wenn es hier s/w aussieht )
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 11. Feb. 2009, 19:09
Von weitem schwierig, aber die Wahrscheinlichkeit einer defekten Kopfscheibe ist hoch.
Wie sieht den das Standbild aus?

Ich würde mir keine RTV925/950 (ist übrigens das gleiche Manual) mehr kaufen, einfach zu alt.
Die Geräte haben auch Probleme mit Elkos in vielen Stufen.

Gruß Ulrich

Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 11. Feb. 2009, 19:11
Von weitem schwierig, aber die Wahrscheinlichkeit einer defekten Kopfscheibe ist hoch.
Wie sieht den das Standbild aus?

Ich würde mir keine RTV925/950 (ist übrigens das gleiche Manual) mehr kaufen, einfach zu alt.
Die Geräte haben auch Probleme mit Elkos in vielen Stufen.

Gruß Ulrich



Mmh...danke für deinen Tipp. :)

Soll ich mal ein Video hochladen wo ich auf Pause gehe? Ist vielleicht eindeutiger...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 11. Feb. 2009, 20:13
So, habe mal ein kleines Video erstellt das den Zustand des Playbacks demonstriert (Aufnahme ist aber genau so schlimm)

Anfangs läuft das Band ganz normal. Dann gehe ich kurz auf Standbild. Nach dem Schnitt versuche ich, mit dem Jog Shuttle Bild für Bild weiterzumachen, denn manche Bilder schienen dann makellos...merkwürdig das Ganze. Und gegen Ende läuft Zeitlupe. Man sieht, das jedes Bild anders angezeigt wird, mal mehr oder weniger Störungen, mal garkeine... :)

http://rapidshare.de/files/45166360/GBUJ.divx.html
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 11. Feb. 2009, 20:27
Genau das wollte ich sehen, Kopfscheibe defekt oder verschmutzt.

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 11. Feb. 2009, 21:52
Sodele, hab hier mal im Anhang ein Video hochgeladen von dem Flackern...hoffe ihr erkennt es :)

Ja, das ist ein ganz klarer Fall. TMPGEnc staucht das Bild etwas, die vertikale Auflösung wird um wenige Pixel verringert. Ursache könnte sein, dass TMPGEnc nach dem Croppen der Meinung ist, dass das Seitenverhältnis nicht mehr stimmt. Es gibt im zweiten Reiter unter "Aspect Ratio" eine manuelle Einstellung, ich glaube, die heißt Custom, kann aber leider im Moment nicht nachsehen. Dort kannst du dann per Hand die neue Auflösung angeben, also bei der Breite von 576 die Anzahl Pixel subtrahieren, die du weggeschnitten hast. Dann sollte es passen.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 12. Feb. 2009, 18:45
Genau das wollte ich sehen, Kopfscheibe defekt oder verschmutzt.

Gruß Ulrich


Danke :) Aber kann es wirklich an der Kopfscheibe liegen? Wieso macht sie dann beim Suchen vom Standbild manchmal perfekte Bilder? Wenn man manuell "tracked", dann wird die qualität etwas besser...

Soll ich einfach weiter saubermachen? Auch sind keine Schrammen oder dergleichen auf der Kopfscheibe...sie sieht ganz neu aus...

Ja, das ist ein ganz klarer Fall. TMPGEnc staucht das Bild etwas, die vertikale Auflösung wird um wenige Pixel verringert. Ursache könnte sein, dass TMPGEnc nach dem Croppen der Meinung ist, dass das Seitenverhältnis nicht mehr stimmt. Es gibt im zweiten Reiter unter "Aspect Ratio" eine manuelle Einstellung, ich glaube, die heißt Custom, kann aber leider im Moment nicht nachsehen. Dort kannst du dann per Hand die neue Auflösung angeben, also bei der Breite von 576 die Anzahl Pixel subtrahieren, die du weggeschnitten hast. Dann sollte es passen.

Du hast vollkommen recht! :) Danke, jetzt geht es...
Allerdings will jetzt DVDSTYler nicht mehr brennen :D Aber da versuch ich mal ne andere Version, da hat ja jede so ihre Probleme, ob mit Kapitel oder eben das :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 12. Feb. 2009, 19:34
Aber kann es wirklich an der Kopfscheibe liegen? Wieso macht sie dann beim Suchen vom Standbild manchmal perfekte Bilder? Wenn man manuell "tracked", dann wird die qualität etwas besser...

Soll ich einfach weiter saubermachen? Auch sind keine Schrammen oder dergleichen auf der Kopfscheibe...sie sieht ganz neu aus...



In einer Kopfscheibe befinden sich zur Abtastung des SP Bildes zwei Köpfe, oft ist es so das die Köpfe nicht gleichzeitig ausfallen.
Bei besseren Recordern wird bei einem Stantandbild auf einen zusätzlichen Kopf umgeschaltet und es kann sein das der defekte (oder verschmutzte) Kopf je nach Standbildlage (Halbbild) nicht aktiv ist.

Das war der Sinn meiner Frage, lässt sich im Standbild ein einwandfreies Bild anzeigen muss die Signalverarbeitung in Ordnung sein.
Ein Fehler im Kopfverstärker könnte noch vorliegen, das ist aber extrem Unwahrscheinlich.

Das gleiche gilt übrigens für Longplay, auch hier werden andere Köpfe benutzt und das Bild kann durchaus in Ordnung sein.

Was das “Saubermachen” betrifft, du musst schon die richtigen Stellen reinigen (Köpfe) und nicht nur die Lauffläche (Trommel).

Ich befürchte allerdings das hier über die Bucht nur ein Gerät “entsorgt” worden ist.

Gruß Ulrich
   
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 21. Feb. 2009, 00:38
Verstehe, danke uk64 für deine Erklärungen...

Mir ist noch eine Sache an meinem NV-FS 100 aufgefallen:

Er "flackert" im oberen Bildbereich bei Bildwechsel, also bei vielen Schnitten, nicht aber bei allen. Und vor allem dann, wenn viele helle und dunkle Informationen abwechselnd folgen. Weißt du zufällig auch woran das liegen kann? :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 21. Feb. 2009, 01:09
Da steckst du mal wieder in den untiefen der analogen (Amateur-) Videotechnik.
Zur (Wieder-)Herstellung des oben irgendwo erwähnten Rasters werden sogenannte Synchronimpulse als Bestandteil des Signals übertragen.
Beim Videorecorder werden diese Impulse (praktisch die Sollfrequenz) durch die begrenzte Bandbreite und die unvermeidlichen Gleichlaufschwankungen nicht “Sauber” übertragen, sie Schwanken in der Frequenz und in der Phase.
In (mehr oder weniger) alten Fernsehgeräten befand sich dazu eine Zeitkonstantenumschaltung in der Horizontalsynchronisation (Phasenvergleich).
Je nach dem wie du das Gerät angeschlossen hast. Bei alten Fernsehgeräten waren nur bestimmte Programmplätze für Videorecorderbetrieb oder Bedienschritte vorgesehen (z.B. bei Grundig das sogennate "Peribit").
Wenn du “alte” und “neue” Technik gemischt hast kann es hier zusätzliche Probleme geben. Das Bild scheint im oberen Bereich zeitweise zur Seite zu kippen.
Wenn du mehrmals kopierst hast wird das Problem noch größer. Das gleiche gilt für “Schnitte”, die Synchronimpulse passen an diesen Stellen nicht mehr exakt zueinander bzw. sind nicht von gleicher Qualität.

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 21. Feb. 2009, 10:35
Aha, das hört sich interessant an, danke! :)

Nur:

Es ist wirklich nur das ABSPIELEN und nur bei DIESEM Recorder...Also vermute ich nicht dass es an der alten Technik allgemein liegt, weil wenn ich es damit aufnehme und woanders abpsiele, ist es nicht mehr so...nur wenn etwas an DEM Recorder abgespielt wird :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 21. Feb. 2009, 11:06
An DEM Recorder verbunden mit DEM Fernseher?

Es kann natürlich auch  ganz andere  Ursachen haben.

Gruß Ulrich

Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 21. Feb. 2009, 15:40
Ich werde es nochmal woanders mit DEM Recorder testen :D

Aber wo ich mich vll missverständlich ausgedrückt habe:

Mit den genannten Schnitten meinte ich nicht meine eigenen, manuell erstellten Schnitte, sondern die Schnitte (Cuts) bzw. Bildwechsel wie sie im  Film sind :D Ich werde vll bald ein Demonstrations-Video hochladen :D
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 21. Feb. 2009, 17:37
So, habe es auch an dem LCD meiner Eltern angeschlossen sowei am Laptop, da war plötzlich kein Flackern bzw. Flimmern zu sehen...nur an meinem Plasma-TV...  und nur bei DEM Recorder...hier mal ein Einblick:

http://www.megaupload.com/?d=4U99Z4WT

Natürlich flimmert es die ganze Zeit, weil es abgefilmt wurde, aber so ca. sieht auch das Flackern aus, dass ich meine. Habe es auch auf 100 Hz gestellt.

Ob es am Strom liegt? Habe die Mehrfachsteckdose ausgetauscht sowie auch die Kabel.

Hinten am Gerät steht 220 V, während beim 950er 220-240 V steht. Ob es irgndetwas damit zu tun hat?
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 24. Feb. 2009, 20:49
Juhu Mario! :)

Habe ein Problem mit dem HuffYUV Codec bzw. VirtualDub...

Wenn ich capture, ist oft der Ton asynchron zum Bild. Er hängt plötzlich, wird deutlich langsamer, wie runter-gepitcht, und passt sich dann irgendwann wieder an, ist jedoch trotzdem nicht 100% synchron... :( Und das tritt inzwischen wirklich oft ein.

Hast du eine Vermutung, woran das liegen könnte? :(
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 24. Feb. 2009, 22:00
Mir scheint es so, als hätte VirtualDub mit neuerer Hardware Probleme. Mit meiner alten (analogen) TV-Karte von Hauppauge lief es immer tadellos, und auch bei Verwendung des Videoeinganges meiner bereits weiter oben erwähnten Geforce 4 Ti 4200-Grafikkarte hatte ich keinen Grund zum meckern. Jetzt habe ich mir für meinen Laptop einen USB-Videograbber gekauft, um nicht immer das schwere Tower samt noch schwererem Monitor durch die Wohnung zu tragen. Da ich zurzeit alle 35 Camcorder-Kassetten digitalisieren muss, fand ich es doch angenehmer. Bei diesem Grabber treten nun die gleichen Symptome wie bei dir auf.

Möglicherweise interpretiert VirtualDub die Signale, die von der Karte kommen, falsch. Es denkt, dass Ton und Bild nicht mehr synchron sind und versucht dieses durch das Resampling des Tons auszugleichen. Die Ursache hierfür ist mir noch nicht ganz klar, aber ich habe eine Vermutung: Bei neueren Videokarten ist mir aufgefallen, dass kein Signal an den PC geleitet wird, wenn das Eingangssignal stark verrauscht oder gar nicht vorhanden ist. Ältere Karten lassen auch dann noch ein Signal durch, auch wenn manchmal ein blauer Bildschirm übertragen wird, es wird immerhin etwas übertragen. Diese merkwürdige Eigenart bei neueren Karten scheint wohl VirtualDub etwas zu verwirren. Ob man dieses Problem lösen kann, weiß ich allerdings auch nicht.

Aus diesem Grund verwende ich VirtualDub zur Aufnahme nicht mehr. Ich lese alle Videos mit der beigelegten Software (Ulead Video Studio) direkt als MPEG2-Datei mit 9,5 MBit/s ein. Das ist zudem plattenschonender, bei HuffYUV wären bei so viel Videomaterial 320 GB schnell voll.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 24. Feb. 2009, 22:07
Aha, merkwürdig... also kein einzelnes Phänomen :P immerhin beruhigend :D

Ich habe mich mal nach einem neuren Coded von HuffYUV umgeschaut und den 2.2.0 geladen und installiert...

Bei den ersten 3 aufgenommenen Videos machte es bislang nicht solche Probleme...aber vielleicht kommt es ja noch, wer weiß :D Vielleicht aber auch nicht, dann würde es an dem Codec liegen, richtig? Zumindest in Verbindung mit VirtualDub.

Meine Karte ist ja auch nicht soo alt, 3 Jahre oder so :) Oder siehst du dass dann eher als neu? :)

Ich werde jedenfalls berichten falls die Probleme wieder auftauchen, dann haben wir vielleicht klar raus, woran es lag... :)

Danke!! :)

LG, Akis.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: cassettenfreund am 24. Feb. 2009, 22:23
Vielleicht aber auch nicht, dann würde es an dem Codec liegen, richtig? Zumindest in Verbindung mit VirtualDub.

Ja, daran hätte ich zwar überhaupt nicht gedacht, aber wenn es weiterhin keine Probleme bereitet, war es wirklich der veraltete Codec.

Meine Karte ist ja auch nicht soo alt, 3 Jahre oder so :) Oder siehst du dass dann eher als neu? :)

Darüber ist sich die Fachwelt nicht ganz einig. Eigentlich kann man es als veraltet ansehen, da es älter als Windows Vista ist. 3 Jahre sehe ich allerdings noch als recht neu an. Meine Hauppauge-Karte ist von 2000, meine Grafikkarte von 2002. Im Computerzeitalter ist das steinalt.
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 14. Mär. 2009, 14:12
Ja, daran hätte ich zwar überhaupt nicht gedacht, aber wenn es weiterhin keine Probleme bereitet, war es wirklich der veraltete Codec.

Leider liegt es nicht ganz am Codec...hab jetzt mal auf RGB gestellt nachdem die Probleme dann irgendwann wieder kamen uns BIS JETZT kamen keine mehr...aber die kommen ja auch net regelmäßig ;)

Damit ich keinen neuen Thread aufmache:

Habe mir wieder einen RTV-950 gekauft und er funktioniert perfekt :D Die Quailtät haut mich immer wieder von neuem um...

Allerdings ist das die GSE-Rapid-Version und die hat einen PC-Anschluss inten...weiß jemand wofür der gut ist? :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 14. Mär. 2009, 14:47
Allerdings ist das die GSE-Rapid-Version und die hat einen PC-Anschluss inten...weiß jemand wofür der gut ist? :)

Computergesteuerter Schnittbetrieb, Steuerung des Videorecorders.
Suche mal im Internet nach “GSE „ im Zusammenhang mit „Rapid Timecode“.

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 14. Mär. 2009, 19:10
Computergesteuerter Schnittbetrieb, Steuerung des Videorecorders.
Suche mal im Internet nach “GSE „ im Zusammenhang mit „Rapid Timecode“.

Gruß Ulrich


Ah, danke...hab ich mir gedacht...

Also brauch ich dafür Hardware oder einfach nur die Kabel und dann am PC die Software? :) Hab im Internet nichts dazu gefunden...
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: uk64 am 14. Mär. 2009, 19:53

Soweit ich mich erinnere, ist ja alles verdammt lang her, war das eine externe Hardware.
Für den (analogen) linearen Videoschnitt benötigt man ja einen Timecode der Framegenau arbeitet. Dieser Timecode musste generiert, aufgezeichnet und wieder ausgewertet werden können.

http://de.wikipedia.org/wiki/VITC

Diese Hard/Software Kombination hat den Timecode generiert/ausgewertet, bei der Bearbeitung die Schnittmarkierungen entsprechend verwaltet und den Videorecorder entsprechen gesteuert.
Bei der Überspielung wurden dann das Aufnahme- und das Wiedergabegerät entsprechend gesteuert und die Überspielung automatisch abgewickelt.

Für Heimvideorecorder habe ich aber so etwas seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen, war auch nicht häufig anzutreffen.

Gruß Ulrich
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: jouse. am 22. Mär. 2009, 11:59
Soweit ich mich erinnere, ist ja alles verdammt lang her, war das eine externe Hardware.
Für den (analogen) linearen Videoschnitt benötigt man ja einen Timecode der Framegenau arbeitet. Dieser Timecode musste generiert, aufgezeichnet und wieder ausgewertet werden können.

http://de.wikipedia.org/wiki/VITC

Diese Hard/Software Kombination hat den Timecode generiert/ausgewertet, bei der Bearbeitung die Schnittmarkierungen entsprechend verwaltet und den Videorecorder entsprechen gesteuert.
Bei der Überspielung wurden dann das Aufnahme- und das Wiedergabegerät entsprechend gesteuert und die Überspielung automatisch abgewickelt.

Für Heimvideorecorder habe ich aber so etwas seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen, war auch nicht häufig anzutreffen.

Gruß Ulrich


Danke! Also habe ich etwas Seltenes? :D

Weiteres Problem:

Mein alter RTV-950 macht plötzlich Probleme:

Es kam auf einmal: Auf mindewertigen Bändern zeichnet er fast kein Signal auf, wie als wär die Kopfscheibe defekt...auf höhrerwertigen Bändern (Fuji-SHG) zeichnet er klares Bild aber mit starkem Korn/Rauschen auf. Auf S-VHS Bänder im VHS-Modus zeichner er perfekt auf. Sprich je höherwertiger das Band, desto besser wirds. Aber das kanns nicht sein, denn keiner macht das und davor wars auch nicht so... :( Ich reinige die ganze Zeit aber nichts tut sich...

Sieht danach aus, als würde das Y-Signal zu hoch ausgesteuert werden...aber wenn man das verändert, wird es nur besser...dabei sollte es in seiner ursprünglichen Position ja eigentlich genau richtig sein. :(

Hat jemand von euch eine Vermutung?

-edit- : Wiedergabe funktioniert perfekt :)
Titel: Re: Das Märchen vom Videobandzerfall
Beitrag von: Maddin am 27. Apr. 2009, 10:07
Hallo @all!
Meine ältesten VHS-Aufnahmen datieren aus den frühen 80er Jahren. Ich habe keine Ausfälle, dafür aber einen robusten Panasonic-Recorder und einen zweiten gleichen nagelneu und ovp auf Halde. DVDs mache ich nur, wenn ich etwas verschenken will. Das Archiv bleibt Analog.
Magnetbandausfäle hatte ich bisher nur im 6,3 mm - Bereich: Shamrock (natürlich!) und die legendären 631/641-Chargen von Revox. Bei 6,3 mm sind meine ältesten Aufnahmen aus den frühen 60ern (von meinem Vater gemacht). Das BASF-Duoband zeigt nach wie vor keine Verluste und die Klangqualität ist erstaunlich für eine Viertelspuraufnahme mit 9,5 cm/s (Grundig TK 40).

Beste Grüße!     

Martin